Algen im Rasen bekämpfen - das hilft bei Algenbefall

RasenEin regenreicher Sommer erzeugt häufig stehende Nässe, welche nicht nur Pflanzenwurzeln gefährlich werden kann. Denn dieses Milieu bietet feuchtigkeitsliebenden Algen einen idealen Nährboden. Ein schweres, verdichtetes Erdreich fördert ebenfalls den Befall, innerhalb kurzer Zeit überzieht eine gallertartige, grünbraune Oberfläche Gras und Boden. Wie auch in Gewässern sind Algen im Rasen schwer zu entfernen. Mit der manuellen Beseitigung des schleimigen Materials ist es nicht getan. Treffen Sie Vorkehrungen, um den Algenbefall schnell zu dezimieren und dauerhaft zu beseitigen.

Schädlinge der etwas

anderen Art


Die beiden Worte "Algen" und "Garten" können von vielen Menschen in keinen direkten Zusammenhang gebracht werden. Doch das Gewächs, welches sich Gewässern häufig zu einer Plage entwickelt, ist nicht nur auf Teiche und Seen beschränkt. Unter ungünstigen Bedingungen sind Algen durchaus auch auf dem eigenen Rasen anzutreffen. Die gallertartige, grün-schwarze Masse befällt die einzelnen Graspflanzen in den seltensten Fällen, dennoch kann bei einem massiven Befall Schäden darauf entstehen. Bei dem schleimigen Material handelt es sich entweder um Blaualgen (Cyanobakterien), Kiesel- oder um Grünalgen (Chlorophyta). Selten, dass alle drei Arten auf einmal im Garten auftreten. Besonders Cyanobakterien stehen im Verdacht, für Tiere und Pflanzen giftige Stoffe abzusondern und sollten deswegen schnell beseitigt werden. Im Allgemeinen konkurrieren Algen mit den Graspflanzen jedoch um Licht, Nährstoffe und Sauerstoff. Die befallenen Grasflächen werden kahl und können ohne zusätzliche Hilfe des Gärtners sich nicht von selbst regenerieren.

Algenwuchs wirksam entfernen


RasenEin Algenbefall auf dem eigenen Rasen ist mehr als nur lästig. Denn das schmierige Material "konserviert" den Boden und verhindert die für Pflanzen wichtige Luftzirkulation. Auch Sonnenlicht und wichtige Nährstoffe können nicht mehr bis zu den Wurzeln der Rasengewächse vordringen. Das unvermeidliche Ergebnis: Der Rasen stirbt an den befallenen Stellen ab, unschöne kahle Stellen entstehen. Auch sind durch die rutschige Oberfläche Unfälle häufig vorprogrammiert. Mit dem mechanischen Entfernen des schmierigen Belages allein ist es nicht getan. Und auch eine längere Schönwetterphase lässt die Algen keineswegs verschwinden. Sie können die trockenen Tage jedoch nutzen, um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Der erste Schritt besteht darin, dass Sie die trockene Algenkruste großflächig aus dem Rasen beseitigen. Diese Arbeit lässt sich mit leicht mit einem Rechen oder einem Spaten bewältigen, welcher flach über die Grünfläche gezogen wird. Entsorgen Sie die verkrusteten Algen keinesfalls über den Kompost, denn damit dämmen Sie den Befall und die Vermehrung keineswegs ein. Gehen Sie auf Nummer sicher und führen Sie den Algenrückstand, eingewickelt in eine Plastiktüte, dem Restmüll zu.

Tipp: Auf befestigten Flächen können Sie den Algenfilm mit einem Hochdruckreiniger beseitigen. Entfernen Sie die so gelösten Krusten umgehend, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.

Algen besitzen die Fähigkeit, sich unter günstigen Umständen selbst aus mikroskopisch feinen Resten rasend schnell zu vermehren. Aus diesem
Grund sollten Sie den befallenen Boden ausreichend aufbereiten. Nachdem Sie die Algenkruste ausreichend entfernt haben, benötigt das Erdreich Sauerstoff. Mit einem Vertikutierer können Sie abgestorbene Pflanzen zerkleinern und gleichzeitig den Boden auflockern. Effektiver ist es jedoch, wenn Sie die befallenen Stellen großflächig mit einem Spaten auflockern oder sogar umstechen. Die gesunden Wurzeln erhalten dadurch ausreichend Luft

und können sich schneller regenerieren. In dieser Phase ist der Rasen jedoch sehr anfällig, nicht nur Algen, sondern auch Moos und andere Unkräuter können ihn noch schädigen. Erst der nächste Arbeitsschritt trägt dazu bei, dass optimale Grundlagen für die Regenerierung des Rasens geschaffen werden. Füllen Sie unebene Stellen im Boden zum Begradigen mit Sand auf. Im Anschluss Rasensamen ausbringen und die gesamte Fläche ausreichend wässern. Für einige Wochen sollten Sie das Betreten des Rasens vermeiden, damit dieser sich optimal entwickeln und festigen kann. Die frisch gekeimten Pflanzen verbessern die Bodenstruktur und verleihen der stark in Mitleidenschaft gezogenen Fläche ein neues Erscheinungsbild. Sollten sich trotz aller Mühe und Zeit dennoch wieder Algen bilden, so entfernen Sie diese umgehend und lockern Sie den Boden erneut ausreichend auf.

Vorbeugende Methoden


Rasen vertikutierenDas Entfernen der Algen ist langwierig und nimmt einiges an Zeit und Pflege in Anspruch. Besser ist es in jedem Fall, wenn Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Grün- und Blaualgen entstehen dort, wo ein verdichteter Boden das Versickern von Feuchtigkeit verhindert. Besonders ein niederschlagsreicher Sommer oder ein feuchtwarmer Herbst trägt zu einem massiven Befall bei. Mit folgenden Tipps können Sie einem Befall von Algen im Rasen entgegenwirken:
  • Boden mehrmals pro Jahr vertikutieren.
  • Geeignete Rasensorte wählen.
  • Regelmäßig mähen.
  • Bei der Bewässerung Staunässe vermeiden.
  • Wichtige Nährstoffe dem Boden zuführen.
Ein gesunder Rasen präsentiert sich nicht nur in einem gleichmäßig grünen Erscheinungsbild, sondern kann sich auch erfolgreich gegen eine Vielzahl von Krankheiten und gegen Algen behaupten. Den Grundstein dafür können Sie bereits bei der Planung und Aussaat der heimischen Grünfläche legen. Mit kleinen Kieselsteinen im Substrat beispielsweise wirken Sie einer Verdichtung des Bodens entgegen. Schattige Standorte sind prädestiniert für einen Algenbefall. Um dieses Problem zu umgehen, stehen Ihnen zwei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Bodendeckende Pflanzen setzen.
  • Schattenrasen aussäen.
  • Statt Rasen einen Steingarten anlegen.
Chemische Behandlungsmethoden

Bei einem Schädlings- und Unkrautbefall ist es verlockend, zu chemischen Produkten aus dem Fachhandel zu greifen. Häufig lassen sich die Symptome von Problemen dadurch rasch bekämpfen, die Ursache selbst verschwindet jedoch nicht. Einige Mittel gegen Moos wirken durchaus auch gegen Algen. Wenn Sie trotz aller Bemühungen wiederholt Algen auf dem Rasen bilden, so können Sie auf die kurzzeitigen Maßnahmen zurückgreifen. Zu diesen gehört beispielsweise das Ausbringen von Eisen - oder kalkhaltigen Stickstoffdünger. Dauerhaft werden Sie den unerwünschten Rasenbewuchs durch diese Mittel jedoch nicht los.
Mehr Erfolg erzielen Sie, wenn Sie mehrere Maßnahmen miteinander kombinieren. Diese könnten beispielsweise so aussehen:
  • RasenaussaatAlgenkruste entfernen.
  • Boden vertikutieren.
  • Sand ausbringen.
  • Rasen säen.
  • Geeigneten Stickstoffdünger gleichmäßig verteilen.
Um eine Bearbeitung des Bodens selbst kommen Sie allerdings nicht herum. Nur so entziehen Sie die für Algen idealen Lebensbedingungen.

Fazit

Algen im Rasen sind ein lästiges Ärgernis, welches sich nur mit viel Mühe und Aufwand beseitigen lässt. Dennoch stehen Sie einem Befall keineswegs machtlos entgegen. Mit den richtigen Pflegemaßnahmen und einer Aufbereitung des Bodens gehört der glitschige Belag schon bald der Vergangenheit an. Selbst unerfahrene Hobbygärtner können ohne spezielle Kenntnisse innerhalb weniger Wochen die Algen zuverlässig und langfristig aus dem Rasen entfernen.