Pilze im Rasen bekämpfen

Pilze im Rasen, jetzt bekämpfenGerade in besonders feuchten Sommern treten vielfach Pilze auch auf dem Rasen im Garten auf. Für viele Gartenbesitzer ein unansehnlicher Zustand, obwohl die Pilze selbst den Rasen nicht beschädigen.

Pilze haben grundsätzlich die Aufgabe, eine Zersetzung von totem Holz herbeizuführen. Daher treten sie vor allem dort auf, wo sich im Boden noch Reste von Baumwurzeln befinden. Das Problem der Pilzbildung ist auch bei Rollrasen häufig zu beobachten, gerade im ersten Jahr. Meist ist dieses Problem auf den

hohen Anteil an organischem Material innerhalb des Rollrasensubstrats beim jeweiligen Hersteller zurückzuführen.

Pilze im Rasen können aber auch ein Hinweis dafür sein, dass dem Rasen Nährstoffe fehlen. Daher ist es ratsam, den Rasen ausreichend zu düngen. Es empfehlen sich Dünger, die besonders stickstoffbetont sind. Grundsätzlich empfiehlt es sich, auch den Boden an den Stellen, wo Pilze wachsen, aufzulockern. Im Boden bilden die Pilze ein dichtes Geflecht, das so genannte Myzel, welches das Erdreich durchwuchert. Mit Hilfe einer Grabgabel sollte man dieses Geflecht zerstören. Auch das Vertikutieren des Rasens kann nicht schaden. Außerdem kann man sich mit der Zugabe von Sand behelfen: Das Einarbeiten von Sand in den Boden führt dazu, dass dieser lockerer wird.

Spezielle Bodenaktivatoren, die man im Gartencenter erhält, und die aus Algen und Mineralien bestehen, regen das Bodenleben besonders an. Der Pilz tritt dabei für mehrere Jahre in den Hintergrund. Die Aktivatoren werden einfach auf dem Rasen ausgestreut.

Besonders Acht geben sollte man beim Rasenmähen. Die Pilze vermehren sich über Sporen, die sich in den Pilzköpfen befinden. Sie verteilen sich wie Staub. Daher müssen vor dem Rasenmähen alle Pilzfruchtkörper entfernt werden, um sicher zu stellen, dass keine Sporen beim Rasenmähen verteilt werden und sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann.

Besonders ärgerlich: Hexenringe

Verschiedene Pilzarten, z. B. der Nelkenschwindling, breiten sich im Rasen mit ihren unterirdischen Pilzgeflechten, den Myzelen, zu sogenannten Hexenringen aus. Diese kreisförmige Ausprägung entsteht, indem die Myzele sich von einem Punkt seitlich ausbreiten und so immer mehr Fläche einnehmen, bis erst einmal ein Kreis entsteht, der sich dann zum “Hexenring” ausdünnt. Ihre Kinder werden die Hexenringe wahrscheinlich recht interessant finden, wenn Sie Ihren schönen gleichmäßig grünen Rasen lieben, werden Sie das jedoch sicher anders sehen. Die Hexenringe sollen verschwinden, und wie das geht, wurde oben schon angedeutet. Hier das komplette Maßnahmen-Paket in der Zusammenfassung:

altHexenringen vorbeugen
  • Die Hexenringe bilden als sichtbaren Teil kleine Hutpilze von einigen Zentimetern Höhe aus, die die Sporen enthalten, mit denen sich die Pilze vermehren.
  • Die
    Hexenringe sind eigentlich anfangs volle Kreise, in deren Inneren die Myzele abgestorben sind, weil sie sich im Boden zersetzt haben.
  • Manchmal stirbt die Mitte ab, weil die stark wasserabweisenden Sporen dafür sorgen, dass der Rasen im Kreis vertrocknet.
  • Manchmal entstehen die Hexenringe auch dadurch, dass die Pilze im Inneren dem Rasen alle restlichen, ohnehin spärlich vorhandenen Nährstoffe entzogen haben. 
  • Wie auch immer, das Unheil beginnt mit dem ersten Pilz, der sich in Ihrem Rasen ansiedelt.
  • Ansiedeln tun sich die Pilze nur dann gerne, wenn sie auf Gebiete mit schlechter Bodendurchlüftung treffen, auf

    den berüchtigten Rasenfilz also.
  • Die erste Abwehrmaßnahme gegen diese kleinen Pilze ist also die gründliche Rasenpflege mit dem Vertikutierer, so wird der Boden wieder locker.
  • Wenn Sie dann noch auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung achten, haben Sie viel dafür getan, dass Ihr Rasen einiges an Widerstandskraft gegen die unerwünschte Besiedlung entwickelt.
  • Ein besonderes Augenmerk sollten Sie dabei auf die Kaliumversorgung werfen, bei Kaliummangel siedeln sich gerne Pilze an.
  • Wenn Sie einzelne kleine Pilze im Rasen bemerken, sollten Sie diese sofort (und vorsichtig, damit keine Sporen ausgestreut werden) entfernen, aus jedem könnte ein Hexenring werden.
Hexenringe bekämpfen
  • Wenn sich erst einmal ein Hexenring gebildet hat, ist er nicht ganz so leicht wieder zu entfernen, ausreichend giftige Fungizide sind für Rasen im Haus- und Kleingarten nicht zugelassen.
  • Ihnen bleibt nur dauerndes lockern, bei dem Sie mit Grabegabel oder Vertikutierer möglichst gründlich und häufig die Myzele beschädigen, auf jeden Fall im Frühjahr und im Herbst.
  • Nach dieser Kur können Sie versuchen, die Pilze zu “ertränken”, indem Sie im Bereich der Pilze den Boden gründlich wässern, bzw. übergründlich, er sollte etwa eine Woche richtig schön nass gehalten werden.
  • Zeigt der Rasen im Bereich der Pilze trotzdem Trockenschäden, hilft ein Benetzungsmittel im Wasser dabei, auch ein wasserabweisendes Pilzgeflecht gründlich zu durchnässen. 
  • Nach einiger Wiederholung sollten Sie einen Erfolg sehen, parallel dazu sollten Sie versuchen, die Myzele durch stetiges Bekämpfen der Filzbildung im Rasen und nachfolgendes Auftragen einer dünnen Sandschicht auszuhungern.
  • Sollte Ihnen all das nicht schnell genug gehen, bleibt Ihnen nur noch der komplette Austausch des Bodens, eine aufwendige Arbeit.
Rasen düngen gegen PilzeWenn Sie sich die Mühe machen zu erkunden, welcher Pilz denn da Ihren Rasen besiedelt, können Sie durchaus eine Überraschung erleben: Der sich wellig ausbreitende, ziemlich große Pilz mit glatter dunkelbrauner Hutoberfläche, der dort wächst, wo die Reste eines Baumes vermodern, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Austernseitling, und somit ziemlich lecker. Sie sollten aber schon ganz genau wissen, was Sie auf Ihrem Rasen ernten, auch hochgiftige Knollenblätterpilze siedeln sich auf Rasenflächen an.alt

Fazit

Zwar essen viele Naturfreunde Pilze sehr gerne, auch und vor allem selbstgeerntete, aber im Garten sind sie nur selten willkommen und das, obwohl sie gar nicht schädlich sind, zumindest in den allermeisten Fällen. Es ist ein optischer Fehler. Bevor man zur Chemie greift, sollte man überlegen, ob das wirklich sein muss. Besser ist es, die Fruchtkörper zu entfernen, das vorsichtig und regelmäßig. Rasenfilz sollte vermieden werden, damit dem Pilz die Nahrung entzogen wird.
Ansonsten ist vorbeugen immer noch die beste Medizin. Regelmäßiges Vertikutieren und Düngen hilft, den Rasen zu stärken. So können Pilze erst gar nicht auftreten. Staunässe fördert Pilzbewuchs, also muss man dafür sorgen, dass der Boden durchlässig ist. Wasser muss schnell ablaufen können.

Wichtig ist, die Vermehrung der Pilze zu verhindern!

Zur eigentlichen Bekämpfung eignen sich Fungizide. Das jedoch sind Gifte und die sollte man im Hausgarten besser vermeiden. Im Allgemeinen helfen sie nicht bei einmaliger Anwendung, mehrere Behandlungen sind notwendig. Besser ist, Bodenaktivator zu verwenden. Dieser besteht aus Algen und Mineralien. Die Bodenaktivität wird angeregt, das Erdreich wird so gelockert. Das Pilzgefleckt wird zerstört. Wenn der Boden intakt ist, siedeln sich keine Pilze mehr an. Bodenaktivator kann einfach ausgestreut werden. Allerdings ist er nicht billig.

Ganz wichtig ist, die Pilze nicht mit dem Rasenmäher zu zerhäckseln. Dann verbreiten sich die Pilzsporen und das Pilzproblem wird größer. Besser ist, die Köpfe abzuschneiden, denn die Sporen sitzen an dessen Unterseite. Dann kann gemäht werden.