Unkrautvernichtung im Rasen

Es ist wohl jedem (Hobby-)Gärtner ein Dorn im Auge, wenn der Moos- und Kleeteppich im Rasen stets größer wird, der tatsächliche Grasanteil hingegen immer weiter schrumpft. Freilich, der Rasen im heimischen Garten muss mitnichten einem so genannten Englischen Rasen gleichen, jedoch sollte er wenigstens sattgrün, gepflegt und unkrautfrei sein.

Eines ist allerdings gewiss: für einen Rasen, der allgemein über einen recht hohen Unkrautanteil verfügt (sprich: Ehrenpreis, Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen, Wicken, Hederich oder Vogelmiere etc.), mag hochwirksames Unkrautvernichtungsmittel zwar eine sehr gute Lösung sein, jedoch

wird der Effekt aller Wahrscheinlichkeit nach lediglich von kurzer Dauer sein.

Außerdem ist das alleinige Verwenden von Unkrautvernichtungsmitteln einerseits unnütz und andererseits sehr zum Nachteil der nützlichen Insekten (Bienen & Co). Denn um den Grund allen Übels effektiv an der Wurzel packen zu können, muss sich der Hobbygärtner darüber im Klaren sein, was
denn überhaupt die Ursache für den Unkrautbefall ist.

Moose etc. machen sich üblicherweise nur an den Stellen in rasantem Tempo breit, an denen gewissermaßen ein akuter Nährstoffmangel vorherrscht: in der Regel spielt eine kontinuierliche, ungenügende Vitaminversorgung des Rasenbodens in Verbindung mit unzureichender Wassergabe eine entscheidende Rolle, denn wenn das Gras nicht mit dem richtigen Maß geeigneter Nährstoffe versorgt wird, lassen buchstäblich die Kräfte nach, um sich gegen andere Pflanzen zur Wehr zu setzen.

Die logische Konsequenz ist dementsprechend ein akuter Moos- und Unkrautwuchs. Sollen nunmehr allerdings diese dringend benötigten Nährstoffe nachträglich zugeführt werden, so ist in jedem Fall ein vorheriges Auflockern des Untergrundes erforderlich. Allein bei diesem ersten Arbeitsgang (sprich: dem Vertikutieren) wird bereits ein hoher Moosanteil entfernt.

Übrige Unkräuter können freilich gleichermaßen beim Vertikutieren mit einem Vertikutierer herausgenommen werden, bei kleinen Unkrautmengen genügt selbstverständlich auch das Entfernen mit der Hand. Hiernach ist es ratsam, eine Mischung aus Nährstoffen (am besten in Form eines Konzentrates) und Moosvernichter gleichmäßig auf dem Rasenbereich zu verstreuen.

Übrigens sind im Bau- oder Gartenfachhandel effektiv wirkende Kombi-Präparate erhältlich, die in genau abgestimmter Dosis beste Erfolge garantieren. Nun muss in jedem Fall eine Neuwucherung von Unkraut im behandelten Rasenbereich erfolgen: dazu wird einfach Erde auf die betreffenden Stellen verteilt, angedrückt und mit Rasensamen bestreut.

Die entsprechenden Bereiche sollten sinnvollerweise mit provisorischen Abgrenzungen versehen werden, um ein versehentliches Plattdrücken der empfindlichen Rasensamen bzw. Grassamen durch Menschen oder Vierbeiner zu verhindern.