Zierrasen - so halten Sie ihn schön

Ein moderner gezüchteter Zierrasen wächst langsam und erspart so das wöchentliche Mähen. Allerdings ist der Rasen sehr empfindlich gegenüber häufigem Betreten. Aufgrund des mitteleuropäischen Klimas beträgt die optimale Schnitthöhe vier Zentimeter. Wird dies als zu lang empfunden, setzt ein Schnitt von einem bis zwei Zentimeter eine hervorragende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen voraus.

Ein Abschnitt bis zur Bodenoberfläche ist sehr schädlich, da so die Wurzen freigelegt werden und absterben. Dadurch verzögert sich der Wiederaustrieb und die kahlen Stellen werden von Unkraut besiedelt.

Wie oft der Zierrasen gemäht werden muss, ist nicht allgemeingültig festgelegt. Mindestens 40 bis 50% der Blattmasse sollten belassen werden.


Wird ein Mulchschnitt bevorzugt, d.h. das Schnittgut verbleibt auf dem Rasen, muss wesentlich öfter gemäht werden, damit das Bodenleben das Schnittgut verarbeiten kann. Verklumpt das Schnittgut oder liegt zuviel auf dem Rasen, entsteht ein Rasenfilz, der Wasser und Nährstoffe bindet und die Wurzelbildung so beeinträchtigt.

Die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wird durch eine regelmäßige Dünung gewährleistet. Hierbei wird zwischen mineralischen und organischen Düngern unterschieden. Welcher Dünger der richtige ist, hängt vom Boden ab. Hierzu sollten alle vier bis fünf Jahre Bodenanalysen durchgeführt werden.

Die beste Zeit für die Düngung ist das Frühjahr oder der Sommer. Um Ätzschäden zu vermeiden, sollte die Düngung nach dem Rasenmähen erfolgen. Nach der Düngung muss für eine ausreichende Bewässerung gesorgt werden.

Für einen schönen Zierrasen ist grundsätzlich eine gute Bewässerung notwendig. Ein solcher Rasen benötigt ca. 800 Liter pro Quadratmeter pro Jahr. Je nach lokalem Klima besteht in Deutschland ein Niederschlagdefizit von 50 bis 300 Litern pro Quadratmeter, sodass zwingend zusätzlich bewässert werden muss.

Befindet sich auf dem Rasen eine Rasenfilzschicht von mehr als einem Zentimeter, sollte durch das Vertikutieren das Mähgut beseitigt werden.
Vertikutiermaschinen ritzen den Boden ein bis zwei Millimeter an, sodass Gräser nicht beschädigt werden. In jedem Fall sollte für einen Zierrasen kein preiswerter Vertikutierer verwendet werden, da hierbei die Gefahr besteht, den Rasen zu beschädigen.

Was ist Zierrasen?

Ein Zierrasen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine echte Augenweide. Eine nahezu teppichähnliche Grünfläche mit feinblättrigen Grashalmen bestehend aus wunderbar sattem Grün, ein kurzer, gepflegter Schnitt, selbstverständlich keine kahlen Stellen oder Unebenheiten und noch dazu gänzlich ohne UnkräuterGänseblümchenKlee & Co - das sind im Groben und Ganzen die grundlegenden Eigenschaften, die einen Zierrasen ausmachen. 

In diesem Zusammenhang stellt sich für den eher unerfahrenen Hobbygärtner häufig natürlich die Frage, wie so ein Erfolg überhaupt - wenn auch nur ansatzweise - hinzubekommen ist. Woraufhin der - übrigens zu Recht - stolze Ziergartenbesitzer sicherlich ausführlich zu berichten weiß, wie zeitintensiv die Behandlung eines Zierrasens ist und welche Mittelchen und Tricks diesbezüglich Wunder wirken können, damit im Endeffekt ein solch perfekt anmutender Rasen in voller Pracht den Garten schmückt. 

Das regelmäßige Rasenmähen in relativ geringen Zeitabständen, intensives Düngen, eine kontinuierliche Unkrautbekämpfung und zusätzlich eine exakt dosierte Bewässerung sind da nur einige der Faktoren, welche mit viel Liebe und Leidenschaft für den Zierrasen durchgeführt werden müssen. 

Da sich ein  derartiger Aufwand jedoch für viele (Hobby-) Gärtner zum einen

ganz und gar nicht lohnt und möglicherweise das makellose Aussehen des so genannten Repräsentationsgrüns wohl über kurz oder lang nicht kontinuierlich beizubehalten ist, wird einem normalen Rasen somit kurzerhand der Vorzug gegeben. 

Zu bedenken ist natürlich auch, dass die Anschaffung, die Pflege und die Aufrechterhaltung des Zierrasens zum Teil mit überaus hohen Kosten verbunden ist, woraus folgt, dass Zierrasen in den normalen Hausgärten in der Regel nur verhältnismäßig selten zu sehen sind. Hinzu kommt in den meisten Fällen auch ein großer Bedarf an Düngemitteln und Chemikalien zur Insektenvertreibung, was natürlich aus umweltschutztechnischen Gesichtspunkten oftmals sehr ungünstig ist. 

Zierrasen sind aus den genannten Gründen beispielsweise überwiegend in Parkanlagen, Schlossgärten, auf Golfplätzen oder ähnlichen Bereichen zu finden, da hier eher eine professionelle Rasenpflege gewährleistet werden kann.  

Zugegeben: es ist doch eigentlich immer wieder hübsch anzusehen, wie Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und das übrige nützliche Getier summend den heimischen Garten bevölkern. Und wer lauscht nicht gern dem hellen Zwitschern der Drossel, dem Gesang der Amseln, der kleinen Spatzen oder der niedlichen Rotkehlchen? Soll auf all das rege Treiben und die entsprechenden Naturgeräusche lediglich wegen eines perfekt getrimmten Rasens verzichtet werden?