Duftrasen anlegen - geeignete Kräuter und Pflanzen

Mit Blumensamen beleben Sie Ihren Rasen mit einer Blüten- und DuftprachtDer heutige Trend geht weg vom gepflegten Rasen ohne ein "Unkräutchen", hin zum Naturrasen, der nicht nur zum Ansehen dient, sondern zum Betreten. In den im Sommer der Liegestuhl gestellt werden kann und noch besser, man legt sich direkt auf die Rasenfläche.

Bei einem Duftrasen bietet sich das "Hineinlegen" direkt an und ist sicher ein wunderbares Geruchserlebnis.

Der duftende Naturgarten

Ein Duftrasen lockt Insekten an, die hier einen gedeckten

Tisch vorfinden. Zum Beispiel werden sich ganz sicher Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Heuschrecken, Grashüpfer und die Feldgrille einstellen und falls ein Wasserbecken vorhanden ist auch Libellen mit ihren wunderschönen Farben. Falls Sie ein Steinmäuerchen bauen können, siedeln sich Eidechsen und Kröten an.

Vorbereitungen zur Neuanlage des Duftrasens

  1. Umgraben der vorgesehenen Fläche 1 Spaten tief - möglichst im Herbst
  2. Einebnen der Fläche mit einer 2-3 m langen Latte, entfernen von Unkräutern, Wurzeln und Steinen
  3. In den Lehmboden Quarzsand einbringen, das heißt, der Boden muss abgemagert werden
  4. Der Boden setzt sich in ca. 3-4 Wochen, dann noch einmal durchharken

Bevor Sie im Frühjahr oder Sommer den Duftrasensamen aussäen, sollten Sie Trittsteine für Wege planen, einen Platz für den Komposthaufen festlegen und eventuelle Holz- und Steinhaufen für Kleintiere gestalten. Dann kann der Duft- oder Kräuterrasen ausgesät werden. Wie das genau gemacht wird, kommt darauf an, welchen Samen sie ausgesucht haben. Aber zu jedem Kauf erhalten Sie eine Anleitung.

Sie sollten sich, bevor Sie Samen kaufen, damit beschäftigen, ob die Gegend trocken ist, oder moorig, feucht. Ob der Platz schattig oder in der prallen Sonne liegt. Außerdem ist es für unsere Insekten wichtig, dass Sie nur Samen mit heimischen Arten auswählen. Der günstigste Zeitpunkt für das Aussäen sind die Monate April und Mai. Grundsätzlich kann aber bis August gesät werden, wichtig ist dabei die Wasserversorgung im Sommer. Sie sollten darauf achten, dass nach dem Aussäen und Keimen der Saat, der Boden immer feucht gehalten wird, denn die Keimdauer der Duftkräuter dauert länger als bei normalen einjährigen Blumen. Manchmal bezeichnet man den Duft- oder Kräuterrasen als Blumenwiese, was aber nicht stimmt, denn der Duftrasen wird nicht so hoch und hat eine ganz andere Artenvielfalt.

Neben Blumen verwandeln auch Kräuter und Wildstauden Ihr Grün in einen Duftrasen Pflege der "Wiese für Faule"

Sie erhalten einen Duftrasen, der keine Ansprüche stellt und nur zweimal im Jahr (Juli und Oktober) gemäht wird. Zum Mähen ist eine Sense am besten geeignet, aber damit kann nicht jedermann umgehen. Das Rasenmähen im 1 Jahr bitte vorsichtig ausführen, eventuell nur mit einer Schere abschneiden, damit die zarten Pflänzchen nicht aus der Erde gerissen
werden. Auf jeden Fall darf die Duftrasenfläche nicht bis zum Grund abgemäht werden, sondern es sollten immer 5 - 10 cm stehen bleiben. Das Schnittgut muss abgeräumt werden, es darf nicht auf dem Rasen liegen bleiben. Es lässt sich gut kompostieren. Das Vertikutieren (Rasen belüften) und auch das Düngen des Duftrasens entfällt. Im ersten Jahr des Wachsens, sollte der Duftrasen nicht oft betreten werden.

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Duftrasen mit Wildstauden bepflanzen

Eine ganz andere Art einen Duftrasen anzupflanzen ist, wenn Sie Wildstauden mit niedrigem Wuchs und gutem Geruch anpflanzen. Diese Stauden sollten immer in größerer Anzahl zusammen gepflanzt werden, damit der Duft intensiv ist. Eine Reihe der möglichen Stauden ist nachstehend aufgeführt:
  • Steppenthymian, Thymus pannonicus - aromatisch duftend, rosablühend
  • Teppich-Poleiminze, Artemisia assoana - stark aromatisch, bildet dichte Matten, Betreten problemlos    
  • Wiesenkümel, Carum carvi - blüht weiss-rot        
  • Wiesenrispe, Poa pratensis - grün
  • Zitronenthymian, Thymus x citriodurus - Zitronenduft, aromatisch, Blüte weiss
  • Römische Kamille - immergrün, sonniger Standort, auch die Blätter duften
  • Fiederpolster (Laugenblume) - sehr trittfest,
  • niedrige Pfefferminze - milder Mentholgeruch
  • Quendel, griechender Thymian, Thymus pulegioides -  begrenzt begehbar, braucht Sonne!
  • Kümmelthymian, Thymus herba-barona -  kriechend, begehbar, durnkelgrün, Duftteppich
Dies alles sind Duftpflanzen, die sich für den Duftrasen eignen und in die vorbereitete Fläche im Frühjahr in jeweils größerer Anzahl eingepflanzt werden. Hochwachsende Wildpflanzen sind ungeeignet, da diese beim ersten Betreten der Wiese umgetreten werden und nicht wieder aufstehen. Auch hierbei ist nach der Anpflanzung darauf zu achten, dass die Fläche in den ersten Wochen feucht gehalten wird. Gemäht wird ebenfalls nur zweimal im Jahr und das Vertikutieren entfällt ganz.
  • Beim Mähen im 1. Jahr auch hier darauf achten, dass die Pflänzchen nicht aus der Erde gerissen werden.
  • Und jetzt brauchen Sie Geduld, denn die Wildpflanzen müssen sich eingewöhnen und wohlfühlen.
  • Aber bereits im 2. Jahr bemerken Sie ein zusammenwachsen der einzelnen Stauden ...
  • ... und im 3. Jahr wird sich ein Teppich von duftenden Wildstauden gebildet haben.
Blumiger Duftrasen in voller BlüteSollten sich nicht alle Wildpflanzen wohlfühlen und weiter wachsen, haben sie eventuell den falschen Standort, denn für jede Wildpflanze sind vier Dinge zum Wachsen wichtig: Boden, Feuchtigkeit, Klima und Licht. Sind diese vier Voraussetzungen nicht erfüllt und die Pflanze geht ein, hilft Nichtstun und ein wenig Geduld weiter. Denn die Natur wird sich die leeren Stellen erobern und neuen Samen kostenlos durch Vögel und Wind aussäen.
Sie werden erstaunt sein, wie viele Wildstauden sich im Laufe der Zeit einfinden. Und wenn Sie den meisten bedrohten Insekten, Vögeln und Schmetterlingen auch nur wenig helfen können, so wird es Sie trotzdem freuen, wie vielen verschiedenen Tieren Sie mit Ihrem Duftrasen einen Lebensraum bieten.

Wissenswertes zu Duftrasen in Kürze

Wie herrlich schön anzusehen ist doch eine üppige Blumenwiese, welche sich bunt blühend von grünen Sträuchern und Grünflächen imele Hobbygärtner, die es hingegen vorziehen, ihren Rasen auch weiterhin in einem einheitlichen Grün wachsen zu lassen, aber dennoch nicht auf blühende Pflanzen und Kräuter zu verzichten, können den Blumenwiese-Samen beispielsweise am Rande ihrer Grünfläche aussähen und diesen Bereich hernach mit Steinen oder einer anderen dekorativen Randbegrenzung versehen. Somit wird ganz nebenbei - zumindest weitestgehend - eine Streuung der Blümchen auf andere Teile des Rasens vermieden.

In der Regel hat ein solch bunter Rasen eine recht trittfeste und sehr robuste Beschaffenheit, wobei sich die Grashalme und speziellen Blumensorten, wie z. B. die Wiesenmargerite, die Frühlingsschlüsselblume, das rote Straußgras oder die Wiesenrispe durch einen besonderen Niederwuchs auszeichnen und daher auch das regelmäßige Rasenmähen(sprich: etwa vier bis neun Mal pro Gartenjahr) ihrem gesunden Gedeihen keinen Abbruch tut. Zu beachten ist jedoch dabei, dass die entsprechende Schnittlänge nicht unter 3 bis 4 cm liegen sollte, weil sich so nach dem Mähen die enthaltenen Blümchen und Kräuter besonders rasch wieder regenerieren können.