Maulwurfscheuche

Maulwurfscheuche Maulwurfshügel geben vielen Gärtnern den Anlass, zur Maulwurfscheuche zu greifenMaulwurfshügel sind den meisten Gartenbesitzern verhasst. Obwohl der Verursacher nützlich ist und im Garten ansonsten nur Gutes tut, will man ihn im eigenen Garten einfach nicht haben. Da der Maulwurf unter Naturschutz steht, darf man ihn nicht jagen, fangen und töten. Verjagen ist allerdings erlaubt, wenn man ihm dabei nicht zu sehr zusetzt.

Die Maulwurfscheuche ist eine von vielen Methoden, den Maulwurf aus dem Garten zu vertreiben. Ihr Vorteil: Sie ist tier- und

umweltfreundlich.

Funktionsweise der Maulwurfscheuche
  • Das Gerät sende Schallwellen aus. Es muss permanent mit Strom versorgt werden.
  • Durch einen Intervallschalter können die Abstände, in denen die Bodenschallwelle ausgestoßen werden, eingestellt werden.
  • Der Wirkungskreis der Scheuche beträgt ca. 20 Meter im Radius oder gut 1.000 Quadratmeter.
  • Man kann mehrere Scheuche hintereinander schalten, wenn man eine größere Fläche abdecken möchte.
  • Das Gerät arbeitet 24 Stunden am Tag. Man vergräbt es 30 bis 50 cm tief, senkrecht unter der Rasenoberfläche.

  • Das benötigte Kabel verschwindet unter der Grasnarbe. Es muss mit einer 12 Volt Stromversorgung verbunden werden.
  • Die Störfrequenz ändert sich permanent im Bereich von 1.500 bis 3.500 Hz. So werden Maulwürfe dauerhaft vertrieben.
  • Seismische Schwingungen breiten sich im Erdreich gut aus und werden von den im Boden lebenden Tieren als äußerst störend empfunden.
  • Es gibt auch Geräte welche mit Batterien oder sogar mit Solarzellen betrieben werden können.
Die Preise für die Maulwurfscheuche beginnen bei knapp 20 Euro. Für die Wirksamkeit gibt es keine Garantie. Wie alle Mittel gegen den Maulwurf muss man es ausprobieren, um zu wissen, ob und wie es wirkt. Es gibt Gartenbesitzer, die schwören auf die Geräte. Es gibt aber auch negative Erfahrungen. Das Mittel, welches 100-prozentig funktioniert und gegen den Maulwurf und möglichst noch die Wühlmaus hilft, ist noch nicht erfunden!

Andere Mittel zum Vertreiben von Maulwürfen

Wenn Sie die Maulwurfsscheuche ausprobiert haben und Ihr Maulwurf sich eher amüsiert als beeindruckt zeigt, können Sie noch einige andere Mittel ausprobieren, die ihn zum Umzug bewegen könnten:
  • Molke und Milch (ein Viertel zu drei Vierteln), ein paar Tage lang regelmäßig in die Bauten geschüttet, der Geruch soll Maulwürfen überhaupt nicht
    behagen.
  • Ebenso soll Buttermilch wirken, und mehrere Tage lang gegärter Holunderblütensud, oder Knoblauch oder Meerrettich mit Wasser gemischt.
  • Wirksam, aber nicht für jeden Gartenbesitzer vorstellbar, soll das Einbringen von Kot (Meerschweinchen, Katzen, Hunde) im Maulwurfshügel sein.
  • Der Tipp für Friseure: Menschenhaare sammeln und in die Hügel streuen. Maulwürfe können uns nämlich nicht riechen!
Maulwürfe sind Nützlinge - sie reduzieren Schädlinge und lockern den BodenWenn Ihnen so viel Spaß nicht liegt, könnten Sie es auch mit Lärm und Erschütterung versuchen, für den ziemlich schlecht hörenden Maulwurf ist wahrscheinlich letzteres entscheidend. Die Vorschläge sind wieder kreativ bis ulkig, von eingegrabenem Lautsprecher über Windspiele aus leeren Dosen bis zum Pferd, diesmal nicht auf dem Flur, sondern auf Ihrem Rasen. Geradezu erleichternd vernünftig erscheint hier der Vorschlag, die Kinder ein paar Tage richtig über das Maulwurfsgebiet toben zu lassen.

Wenn Sie kinderlos sind und Ihnen die restlichen Vertreibungsideen zu arbeitsreich erscheinen, könnten Sie dann noch einfach dekorative Kaiserkronen rund um

die Maulwurfsbehausung pflanzen, der ziemlich unangenehme Geruch der Zwiebeln soll den Maulwurf verjagen.

Aber: Lassen Sie Ihren Maulwurf leben!

Während Sie finstere Pläne zur Beseitigung Ihres Maulwurfs schmiedeten, werden Sie schon mehrfach gelesen haben, dass der Maulwurf unter Naturschutz steht. Nur noch einmal zur Warnung (das Bußgeld geht bis 50.000,- Euro!):
  • Der Maulwurf ist ziemlich umfassend geschützt. Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ist es sogar verboten, den Maulwurf "mutwillig zu beunruhigen" oder seine Lebensstätte ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen.
  • Wörtlich genommen dürften Sie also noch nicht einmal eine Maulwurfscheuche benutzen, die Ihren Maulwurf in eine schwere Lebenskrise stürzen könnte (und ist es nicht immer eine schwere Lebenskrise, wenn man aus seiner Heimat vertrieben wird?).
Sicher werden Sie "Ihren" Maulwurf vor einem Vertreibungsversuch nicht zum Tee einladen müssen, um ihn zu fragen, welches Mittel er gerade noch erträgt, aber bei einigen der im Internet empfohlenen Mittel kommt man ohne jede Abgrenzungsschwierigkeit sehr schnell auf die Idee, dass sie einem Maulwurf auf recht grausame Weise zusetzen werden. Solche Mittel sind dann für Gebiete, in denen sich Menschen aufhalten, häufig ebenfalls weniger geeignet: So wird vorgeschlagen, Karbid in die Hügel zu geben, ein Stoff, der bei Feuchtigkeitskontakt explodiert oder sich selbst entzündet. Klar kann das Maulwürfe vertreiben, und nebenbei könnte es sogar noch Ihr Haus abbrennen.

Während man beim Tipp, den Gartenboden mit Chlorwasser zu tränken, damit die Regenwürmer verschwinden (und der Maulwurf verhungert), noch überlegen kann, ob man lacht oder weint über so viel Dummheit, treibt die Idee, den Maulwurf zu vergasen, dem Normalmensch eine Schamröte ins Gesicht, die so schnell nicht vergeht ...

Auf jeden Fall sollten Sie sich aber davor hüten, mit Ihren Maulwurfsvertreibungs-Versuchen in die Fußstapfen eines Norddeutschen zu treten, der für seinen Krieg gegen Maulwürfe mit dem Darwin Award geehrt wurde. Diese mehr als sarkastische Auszeichnung wird an Menschen verliehen, die sich selbst versehentlich töten oder unfruchtbar machen und dabei ein solches Maß an Dummheit an den Tag legen, dass es vorteilhaft erscheint, wenn der menschlichen Evolution diese Gene erspart bleiben. So wie eben jener Ostsee-Anwohner, der sein Grundstück unter Starkstrom setzte, um den Maulwurf zu erlegen, dieser Stromattacke aber höchstselbst zum Opfer fiel.