Heimwerkertipps

Tapezieren von OSB-Platten – Hierauf müsst Ihr achten!

Das Tapezieren von OSB-Platten erfordert einiges an Vorarbeit.

Wir standen im letzten (Arbeits-) Urlaub vor der Aufgabe, zwei OSB-Platten wohnfein zu machen. Sie bildeten den äußeren Abschluss einer neu eingefügten Zwischenwand, die einen großen Raum in Zukunft besser nutzbar machte. Mein Mann schlug eine einfache glatte Vliestapete vor, die halte lange und sei auch umweltfreundlich, wenn sie ohne Kunststoffbeschichtung gewählt werde. Ich durfte eine Liste vorbereiten, worauf beim Tapezieren der OSB-Platten zu achten ist:

  • OSB-Platten brauchen eine spezielle Vorbehandlung. Denn sie gehören zu den kritischen Untergründen, die ohne Bearbeitung nicht ausreichend saugfähig für den erfolgreichen Einsatz von Tapetenkleister sind. Tapetenkleister muss immer ein wenig in die Wand eindringen können, während er trocknet, entsteht die Verbindung zwischen Wand und Tapete.
  • Als erste Schicht bekommt die OSB-Platte eine Grundierung mit Tapeziergrund, in diesem Fall einem Tapeziergrund, der für Renoviervlies geeignet ist. Denn eine OSB-Platte ist in der Regel nicht grundiert, solche Holzplatten könnten später farbige Holzinhaltsstoffe, zum Beispiel Harz, abgeben. Dieses Harz könnte dann durch die Tapete zu sehen sein.
  • Als Nächstes müsst ihr einen glatten Untergrund herstellen. Denn OSB-Platten sind meist nicht gerade eben an der Oberfläche. Leichte Unebenheiten verschwinden in der Regel, wenn ein Renoviervlies aufgebracht wird, siehe unten.
  • Wenn es sich um stärkere Unebenheiten handelt, die Millimeter groß sind, müssen diese verspachtelt werden.
  • Auch alle Stöße und Schraubenlöcher sollten sorgfältig mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Das geht am besten mit einem Handspachtel, ihr tragt immer ein bisschen Spachtelmasse auf, drückt die Masse in den Stoß oder das Loch und zieht den überstehenden Rest möglichst glatt ab.
  • Nach etwa einem halben Tag Trockenzeit könnt ihr die Fugen glatt schleifen. Erst wird dazu Schleifpapier mit Körnung 80 auf Schleifklotz oder auf die Schleifmaschine gespannt, dann kommt ein nächster Schleifgang mit Körnung 100.
  • Um die OSB-Platten ausreichend saugfähig für den Tapetenkleister zu machen, wird als Nächstes ein Renoviervlies geklebt. Das bildet später die ideale Unterlage für die Tapete.
  • Feine Unebenheiten, die nach dem Spachteln noch auf der OSB-Wand zu sehen sind, können ausgeglichen werden, wenn das Renoviervlies mit einem besonderen Dispersionskleber mit guten Fülleigenschaften auf der Spachtelmasse verklebt wird.
  • War die OSB-Platten ohnehin so eben, dass nicht verspachtelt werden musste, reicht eine Verklebung mit einem normalen Kleber für Renoviervlies.

Mein Mann hat ganz schön geflucht beim Glattspachteln, ein Freund hatte uns gesagt, man würde durch eine Vliestapete jede Unebenheit sehen. Aber wahrscheinlich war das ein wenig übertrieben, mit dem Renoviervlies darunter ergab sich auf jeden Fall nach dem Tapezieren eine schöne, glatte, weiße Wand. Genau so wollten wir es haben.

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