Heimwerkertipps

Fensterkitt erneuern & ausbessern – 6 hilfreiche Tipps

Zum Erneuern des Kitts sollte man die Fenster lieber abmontieren. Sonst bekommt man Schwierigkeiten, alle Ecken zu erreichen.

In Zeiten von Silikonmasse und Dichtungsstoffen auf Hybridbasis ist der gute alte Fensterkitt bei manchem sicher schon in Vergessenheit geraten. Wer in seinem Haus über Kunststoff- oder Aluminiumfenster verfügt, kann getrost auf ihn verzichten. Nur beim Abdichten von Holzfenstern ist Kitt immer noch erste Wahl. Er haftet am besten auf Holz.

Schlechtes Image des Fensterkitts

Zwar hat man bei dem Gedanken an gekittete Fenster meist nur Bilder von gerissenen oder abgebröckelten Kittstellen im Kopf, doch das liegt wohl daran, dass oft zu lange mit der Erneuerung gewartet wird. Sobald der Kitt sich von Fensterglas- und rahmen abzulösen beginnt, wird es kritisch: Der Wärmeverlust an der Dichtungsstelle nimmt zu und es dauert nicht mehr lange, bis der Kitt abplatzt und das Fenster undicht wird.

  1. Das Entfernen des alten Kittes geht am besten mit einem Spachtel, der natürlich keine Kratzer auf dem Glas hinterlassen sollte. Falls der Kitt störrisch ist, könnt Ihr ihn mit einer Heißluftpistole leicht anwärmen und aufweichen. Zum Abreiben aller Rückstände empfiehlt sich eine Wasser-Ammoniak-Mischung (10:1), die mit Handschuhen und Schwamm aufgerieben wird.
  2. Ist der Kitt rückstandslos entfernt, müsst Ihr nun die Grundlage für die neue Abdichtung schaffen: Das Holz des Fensterrahmens muss entlang der Falz mit Leinhalböl eingestrichen werden. Ein mehrfacher Auftrag ist nötig, wenn das Holz nach dem ersten Mal weiter aufsaugt. Ist das Öl satt genug aufgetragen, muss es richtig eintrocknen.
  3. Nun klebt Ihr die Glasfläche und den Fensterrahmen zur Falz hin mit Kreppband ab, damit die Arbeit sauber vonstatten geht.

Traditioneller Kitt wird bevorzugt

Es gibt zwei Sorten Fensterkitt: Der traditionelle besteht seit jeher aus Schlämmkreide und Leinölfirnis. Er muss also genauso verarbeitet werden wie vor zehn oder fünfzig Jahren und trocknet langsam. Der moderne hat eine synthetische Basis, kann direkt aus der Dose oder Druckpistole auf die Falz aufgezogen werden und trocknet schnell.

  1. Fachleute empfehlen den traditionellen Kitt. Er wird mit einem Kittmesser auf die Falz aufgetragen und dort verstrichen. Zuvor muss jeweils ein Teil der Masse mit beiden Händen weich geknetet und gerollt werden. Die Rolle kann ruhig so dünn und lang werden, dass Ihr sie wie einen Strang in die Falz legen könnt, der dann einfach nur mit dem Messer zurechtgedrückt wird.
  2. Ist ein Eckbereich oder eine Falzkante fertig eingekittet, könnt Ihr ein wenig Kreidepulver mit einem feinen Pinsel über die Falz streichen. Dies sorgt dafür, dass kleine Unregelmäßigkeiten der Falz ausgeglichen werden, und hellt den Kitt auf. Bevor Ihr die Kreide einsetzt, ist es auch günstig, mit einem angefeuchteten Finger über den Kitt zu gleiten, um ihn zu glätten.
  3. Die Trockenzeit des Leinölkitts wird auf 2 bis 4 Wochen beziffert. Synthetischer Kitt benötigt ein bis zwei Tage.

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