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Birkorinne (Birco-Rinne) zur Drainage & Entwässerung – 9 Tipps für den Einbau

Oft als Birkorinne bezeichnet wird die gewöhnliche Entwässerungsrinne für den privaten Bauherrn.

Meine Freundin Andrea baut, und gelegentlich bleibt der Baustress nicht aus. Gestern rief sie ganz verzweifelt an und erzählte, der Architekt habe ihr gerade zugerufen, er werde jetzt mit dem Haustechniker über Drainage und die “Birkorinne” sprechen und ihr nächste Woche berichten. Ob ich ganz schnell einmal ein paar Fakten über eine Birkorinne zusammentragen und mailen könnte, sie habe diese Woche noch so unheimlich viel zu tun? Ich konnte:

  1. Wenn von Birkorinne gesprochen wird, ist meist die gewöhnliche Entwässerungsrinne für den privaten Bauherren gemeint, die gebraucht wird, um das anfallende Regenwasser auf befestigten Flächen rund um das Haus aufzunehmen und abzuleiten (in der Regel in die Kanalisation).
  1. Ob eine Entwässerungsrinne benötigt wird und wer sich darum kümmert, solltet Ihr rechtzeitig bei der Bauplanung klären. Wenn dieser Punkt nicht angesprochen wurde und sich später beim Bau herausstellt, dass eine Entwässerungsrinne eingebracht werden muss, gibt es häufig Streit. Zu solchen Versäumnissen bei der Planung kann es gerade im Bereich Entwässerung im Außenbereich schnell kommen, weil hier die Abgrenzung zwischen dem ureigensten Tätigkeitsgebiet des Architekten und dem des Haustechnikers nicht ganz klar definiert ist. Also solltet Ihr beim Hausbau besser selber mit daran denken.
  1. Die Entwässerungsrinnen gibt es in unzähligen Bauformen, mit sehr vielen verschiedenen Abdeckgittern (es sind durchaus beachtliche Designvarianten dabei) und in den unterschiedlichsten Größen. Gerade über das Design solltet Ihr Euch ein wenig vorher informieren, damit Ihr Zeit habt, Euch die verschiedenen Möglichkeiten am Objekt vorzustellen. Bauform und Größe werden meist zusammen mit dem zuständigen Planer festgelegt.
  1. Die Firma Birco Baustoffwerk GmbH aus 76532 Baden-Baden ist einer der großen Hersteller auf diesem Gebiet (der auch eine eigene Objektmanagementabteilung unterhält, die individuelle Lösungen entwickeln und realisieren hilft). Andere Anbieter sind zum Beispiel die ACO Tiefbau Vertrieb GmbH aus 24755 Rendsburg, die Hauraton GmbH & Co. KG aus 76437 Rastatt und die WOLFA Bauelemente aus Stahl und Kunststoff Friedrich Wolfarth GmbH & Co. KG aus 97990 Weikersheim-Neubronn. Wohl alle Anbieter haben spezielle Lösungen für den privaten Baubereich entwickelt, bieten Sonderbauteile wie Eckverbindungen und Kreuzungen an und fertigen auf Wunsch im Zuschneideservice individuelle Bauteile.
  1. Wichtig bei einer Birkorinne ist die Neigung, hier geht es ja um die Entwässerung ebener Flächen, die den Ablauf ermöglichen müssen. Der nächste entscheidende Punkt ist die Belastung, für die der Rinnenkörper ausgelegt sein muss. Die Belastungsklassen werden in der DIN EN 1433 beschrieben, von Verkehrsfläche für den Fußgängerbetrieb bis zur Fläche, die mit besonders hohen Radlasten befahren wird.
  1. Weitere Punkte, die zu beachten sind: Durch den Einsatz von Abflussrinnen kann die vorgeschriebene Anschlusshöhe einer Tür über der Belagsoberfläche reduziert werden (die meisten Firmen bieten natürlich auch die Konstruktion vollständig barrierefreier Übergänge an). Wenn der Rinnenstrang an einen Sinkkasten angeschlossen werden soll, sind besondere Überlegungen zu Länge und Gefälle erforderlich.
  1. Mit zur Planung der Entwässerung gehört die Berechnung der Anzahl der einzubringenden Sinkkästen, die Beurteilung des Grundstückes auf Versickerungsfähigkeit und die Planung der anzusetzenden Regenspende.
  1. Im Rahmen eines Hausbaus erfolgt der Einbau meist durch eine Firma, wenn Entwässerung z. B. bei nachträglichem Garagenbau notwendig wird, könnt Ihr die Entwässerungsrinne auch selbst einbauen.
  1. Eine Drainage dagegen bezeichnet die Entwässerung des gesamten Grundstücks. Zum Beispiel muss eine Drainage neben den Gartenwegen angelegt werden, wenn die Erde nicht wasserdurchlässig genug ist, sodass auf dem Grundstück nach jedem Regen Pfützen entstehen. Die Dränung des Gartenweges kann dann bewirkt werden, indem ein etwa 30 cm tiefer Graben parallel zum Weg angelegt wird und mit Kies gefüllt wird. Voraussetzung ist hier ein entsprechendes Gefälle von Weg und Drängraben, das Wasser kann einen Sickerschacht oder in die Kanalisation geleitet werden. Ihr könnt aber auch flexible Dränrohre einbuddeln, das sind gelochte PVC-Rohre oder Tonrohre, durch die das Oberflächenwasser in das Rohr sickert. Bei der Verlegung der Drainagerohre sind ebenfalls einige Besonderheiten zu beachten.

Diesen Überblick habe ich Andrea vorhin geschickt, ich hoffe, sie hat jetzt eine Ahnung davon, worüber sie mit dem Architekten spricht.

 

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