Garten

Kaltkeimer: Liste & Anleitung zur Aussaat

Zählt zu den Kaltkeimern: das Tränende Herz

Beim Einkaufen kann ich an keinem Display mit Sämereien vorbei gehen. Nicht immer werde ich fündig, aber manchmal ist dann doch etwas dabei, was mir gefällt. So wanderte auch mal vor Jahren Bärlauchsamen in den Einkaufswagen. Den ich damals dann auch direkt ausgesät habe. Diese Pflanze gehört zu den so genannten Kaltkeimern. Das heißt, sie benötigen,  um keimen zu können, niedrige Temperaturen  – das muss nicht unbedingt Frost sein – sowie Feuchtigkeit, etwa in Form von geschmolzenem Schnee. Kaltkeimer, die mitunter auch noch unter der alten Bezeichnung Frostkeimer geführt werden, sind oftmals Stauden und Gehölze, welche aus winterkalten Gebieten stammen.

Übersicht von Zier- und Nutzpflanzen, welche zu den Kaltkeimern gehören

Zierpflanzen unter den Kaltkeimern

Nutzpflanzen unter den Kaltkeimern

Braucht Kälte, um zu keimen: die Pfingstrose

Hinweise zur Aussaat

Auch wenn Kaltkeimer erst nach einer Kältephase aufgehen, kann man sie trotzdem bereits kurz nach der Samenernte aussäen. Am besten gibt man sie in ein vorbereitetes Saatbeet ins Freie oder in Saatschalen. Wichtig ist es, gutes Vermehrungssubstrat zu verwenden. Ungeeignet ist nährstoffreiche und grobe Erde. Die Aussaat wird mit der feinen nährstoffarmen Vermehrungserde zugedeckt. Die angegossenen und durchdringend feuchten Saatkisten gibt man in einen Frühbeetkasten bzw. ein Kleingewächshaus. Die Vorteile sind geringere Temperaturunterschiede und Vorbeugung von Dauernässe.  Für die meisten Kaltkeimer sind Temperaturen von -4°C bis +4°C ideal. Samen im Freiland profitieren von schmelzendem Schnee, wodurch die Samenschale porös wird.

Dieser Winter ist recht mild. Was sollte man also tun, damit die Samen der Kaltkeimer trotzdem aufgehen? Kaltkeimer können auch stratifiziert werden. Das heißt, die Samentütchen werden für ein bis drei Wochen in den Kühlschrank (keinesfalls in den Gefrierschrank) gelegt. Je nach Samenanbieter kann die genaue Dauer auf den Tütchen aufgedruckt sein. Eine Freundin hat mir erzählt, sie wässert ihr Saatgut, bevor sie diese in den Kühlschrank stellt. Dann können die Samenhüllen im Kühlen auch gleich noch quellen, so wie es im Freien unter der Schneedecke auch der Fall wäre.

Leider ist mein Bärlauch damals nicht aufgegangen. Ich weiß heute aber nicht mehr genau, ob es eventuell an einer geringen Kälte oder an etwas anderem lag.

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