Haus & Garten

Steinmarder vertreiben – 9 Tipps, um den Hausmarder loszuwerden

Possierliche Tierchen, die dennoch großen Schaden anrichten können: Marder.

Die Freundin, der ich gerade einen tollen Mosaiktisch geschenkt habe, hat sich bitter beklagt, dass ein Marder auf ihrem Dachboden eingezogen sei. Da ich ja schon einmal Erfahrung mit den Tierchen gemacht hätte, könne ich ihr vielleicht helfen. Natürlich habe ich ihr meine Erfahrungen zusammengestellt:

  • (1) Der Steinmarder (Martes foina) ist ein Raubtier, das als Kulturfolger häufig in der Nähe des Menschen lebt. Er schläft meist tagsüber und zieht sich dazu gerne auf Dachböden zurück, wo er dann in der Nacht einen Höllenlärm veranstalten kann. Dort geht er aus und ein,  mit Pausen zwischendurch, vorschnell darf man sich also nicht darüber freuen, einen Marder vertrieben zu haben.
  • (2) Zahlreiche Hausmittel werden angepriesen, von Hundehaaren und Katzenhaaren, Toilettensteinen und Mottenkugeln bis hin zu übel riechenden Duftstoffen. Viele der Ekeldüfte sollen die Marder aber sehr lecker finden, als letzte Geheimmittel werden Salmiakgeist und Bärenkot angepriesen, Bären sind die natürlichen Feinde des Marders.
  • (3) Manche schwören auf Ultraschall, in wissenschaftlichen Tests, die die Justus-Liebig-Universität in Gießen zur Marderabwehr angestellt hat, verschlief ein Marder allerdings einen ganzen Tag direkt unter dem Ultraschallgerät. Aber vielleicht war er ja schwerhörig, außerdem werden Ultraschallgeräte mit sehr verschiedenen Schalldruckwerten angeboten. Um 120 Dezibel sollten es mindestens sein, bei Einsatz auf dem Dachboden braucht man wenigstens keine Angst haben, dass das Baby durch den Ultraschall Gehörschäden bekommt. Denn es kann durchaus passieren, dass nicht durchdachte Ultraschallgeräte Frequenzen im Hörbereich des Menschen aussenden, der im oberen Bereich bei Babys bis 21.000 Hertz geht. Wirkung bei Mardern soll der Duo Pro-Pestrepeller zeigen, den man z. B. bei der Funkcenter Mitte GmbH 41363 Jüchen über www.funkcentermitte.de bestellen kann. Das Gerät arbeitet mit einem Schalldruck von 135 dB, das entspricht etwa dem Lärm beim Start eines Jumbojets (die menschliche Schmerzgrenze liegt bei 130 dB). Es sendet in einem Frequenzbereich von 25.000 bis 65.000 Hertz, also deutlich über dem Wahrnehmungsbereich auch junger Menschen. Der Hörbereich von Nagetieren setzt hier gerade erst ein, sie hören zwischen 20.000 und 60.000 Hertz oder mehr.
  • (4) Das nächste denkbare Mittel sind Lebendfallen mit schönen Leckerbissen, empfohlen werden frische Hühnereier, Körnerfutter, Nutella, es werden auch spezielle Marderköder angeboten. Wenn Euer Marder all diese Leckereien verschmäht, wird noch empfohlen, die Köder ganz kurz mit einem Feuerzeug abzufackeln, dann gehe der Menschengeruch verloren, der dem Marder den Appetit verdirbt. Fallen darf aber nicht jeder aufstellen, siehe unten.
  • (5) Der Steinmarder mag auch keine Lautstärke und kein Licht, manche Mardergastgeber hatten schon Erfolg mit einem Bewegungsmelder, der Licht und Radio auslöst. Vor der Installation solcher Anlagen kann jeder Lärm zwischendurch dem Marder besonders eine gerade frisch bezogene Behausung ungemütlich machen, bis hin zum Klopfen an die Decke.
  • (6) Das letzte sichere Mittel ist nach Erfahrung zahlreicher Hausmarder-Geplagten, wenn Ihr alle Schlupflöcher dichtmacht, über die die Marder ins Haus kommen. Das kann dauern, man kann von Zeiträumen bis zu 2 Jahren lesen, bis das letzte Löchlein verschlossen war. Marder kommen durch jedes Loch, das 5 cm Durchmesser hat. Es gibt Menschen, die das ganze Dach abgedeckt und mit Holzplatten zugenagelt haben, bis die Marder Abstand hielten. Dachpfannen können Marder nämlich anheben …
  • (7) Denkbar wäre noch, eine Art Elektrozaun um den Dachboden zu legen, der mit geringer Stromstärke betrieben wird. Die Elektroschock-Methode ist auf jeden Fall eines der wenigen Mittel, das gegen Marder unter der Motorhaube hilft. Damit der Stromschlag den Marder nicht verletzt, sondern nur vertreibt, müsste hier aber die richtige Stromstärke für den “Weidezaun um den Dachboden” gewählt werden.
  • (8) Allerdings müsst Ihr bei den meisten Abwehrmaßnahmen die Schonzeit der possierlichen Tierchen beachten, schon ein „Nachstellen” (auch mit Lebendfalle) ist dann ein Straftatbestand. “Nachstellen” darf nur ein Jagdscheininhaber, in der Zeit freien Zeit vom 16. Oktober bis zum 28. Februar. Tierschutzwidrig ist übrigens auch das Abdichten der Schlupflöcher, wenn der Marder noch im Haus ist, er würde ja dann auf dem Dachboden verhungern (und auch nicht gut riechen). Also erst vertreiben, dann zumachen.
  • (9) Professionelle Hilfe für alle Nichtjäger bieten Jagdpächter, Schädlingsbekämpfer und Dachdeckerbetriebe, die sich auf Marderabdichtung spezialisiert haben. Diese Hilfe ist aber leider meist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden.

Wir hatten damals Glück, ein Marder hatte gerade erst “den ersten Fuß in den Dachboden gesetzt”. Mit viel Lärm und einige Tage Energie verschwendendem Dauerlicht haben wir ihm sofort klargemacht, dass es bei uns wirklich nicht gemütlich ist.

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