Heimwerkertipps

Carport-Fundament – Anleitung zum selber bauen

Punktfundamente müssen höher sein als der umgebende Boden, allerdings sollte man den Beton nicht „verschwenden“.

Mein Mann wurde vor dem letzten Wochenende gefragt, ob er mithelfen könne, das Fundament für einen Carport zu legen. Klar konnte er, der anfragende Freund hat uns auch schon mehrfach bei Bauprojekten geholfen.

Ich habe mich zur Frau des Hauses, meiner Freundin, in den Wintergarten gesetzt und mir das Wichtigste notiert, da wir uns demnächst einen Carport an unser Ferienhaus stellen möchten. Hier ist der Ablauf, bis die Fundamente fertig vorbereitet sind, sodass die Pfähle für den Carport aufgestellt werden können:

Ist der Carport genehmigungspflichtig?

  1. Am Anfang steht die Baugenehmigung – vielleicht. Denn unser Baurecht wird von den Ländern gemacht, die ihre Landesbauordnungen gerne recht individuell gestalten. Das hilft dabei, den baurechtlichen Besonderheiten in jedem Bundesland gerecht zu werden, was sicherlich sehr wichtig ist, stellt Euch aber auch bei jedem Projekt in Haus oder Garten vor die Pflicht, Euch nach den einschlägigen Bestimmungen zu erkundigen. Vielleicht müsst Ihr für den Carport einen Bauantrag genau wie für ein Haus einreichen, mit Statikberechnungen und so weiter. Vielleicht braucht Ihr auch nur einen formellen Antrag mit Baubeschreibung, dem noch ein Lageplan und eine Bauzeichnung angelegt werden müssen. Vielleicht könnt Ihr den Carport an Eurem Wohnort auch völlig ohne jegliche Genehmigung aufstellen. Laut Berliner Bauordnung sind z. B. Garagen und Carports bis 30 Quadratmeter Grundfläche genehmigungsfrei, Gewächshäuser sogar bis 100 Quadratmeter.

Ihr könnt Euch die Erkundung dieser Vorschriften natürlich entscheidend einfacher machen, wenn Ihr Euch vorher erst einmal in der Nachbarschaft umseht. Bestimmt hat schon mal jemand einen ähnlichen Carport aufgestellt, dort könnt Ihr dann einfach klingeln und Euch erkundigen, was der Bauherr im Vorfeld unternehmen musste. Wenn der Nachbar auf die Frage in ärgerliches Fluchen ausbricht und eine Menge Erklärungen hervorbringt, wisst Ihr, dass Ihr wahrscheinlich einen Fachmann beschäftigen müsst. Winkt er lässig ab und sagt: “Dafür brauchen Sie keine Genehmigung!” müsst Ihr Euch diese Aussage meist nur noch einmal telefonisch von Eurem Bauamt bestätigen lassen, wenn Ihr die Unterlagen für Euren Carport zusammenhabt und könnt dann loslegen.

Was ohne Genehmigungspflicht zu beachten ist …

Genehmigungsfrei bauen heißt aber nicht, dass keine Vorschriften beachtet werden müssen. Euer Bauvorhaben muss auch ohne jede behördliche Einmischung dem gesamten sonstigen geltenden Recht entsprechen, Ihr dürft z. B. keinen Carport bauen, der sofort vom nächsten Wind weggefegt wird und dann einen Passanten verletzt. In Bezug auf das Fundament geht es vor allem um die Beachtung nachbarrechtlicher Grenzabstände, unter Umständen kann auch Planungsrecht eine Rolle spielen, das in einer Straße einen Carport erlaubt, in einer anderen nicht. Auf jeden Fall solltet Ihr Euch noch vor der Planung Eures Carport-Fundaments um die Vorschriften kümmern – vielleicht stellt Ihr fest, dass sich bei Verzicht auf einige Quadratmeter Fläche eine Baugenehmigung umgehen lässt, und im Zweifel einen frisch gebauten Carport wieder abreißen zu müssen, ist wohl wirklich keine sinnvolle Option.

Der fertige Carport mit kleinem Anbaugerätehaus.

Von der Planung zur Umsetzung

Parallel dazu wird entschieden, welcher Carport es denn werden soll, davon hängt dann ab, wie das Fundament gestaltet wird. Vielfach wird in den Carport Bauanleitungen das Fundament vorausgesetzt, in anderen wird vorgeschlagen, die Ständer des Carports einfach in Beton zu stecken. Das ist aber keine sehr stabile und auch keine besonders langlebige Konstruktion, Ihr könnt davon ausgehen, dass Holzständer irgendwann faulen werden.

    1. Unsere Freunde haben deshalb für Ihren Carport Punktfundamente erstellt, eines für jeden der sechs Ständer. Dazu muss zuerst sichergestellt werden, dass der Untergrund ganz gerade ist. Das stellt Ihr fest, indem Ihr ein Schnurgerüst erstellt und mit einer Wasserwaage den möglichst eben gestalteten Untergrund nachmesst.
    2. Dann müsst Ihr die Lage der Fundamente bestimmen und an diesen Stellen Gruben von mindestens 40 x 40 cm ausheben, die Tiefe richtet sich nach dem Bodenbelag vom zukünftigen Carport, insgesamt solltet Ihr 80 cm in die Erde gehen, damit das Fundament frostsicher steht. Sonst könnte sich unter dem Boden des Fundaments Wasser sammeln, das könnte gefrieren und dann den ganzen Carport anheben. Dass er schief steht, möchte wohl keiner haben. Die Höhe der obersten Kante wird so gewählt, dass sie später auf einer Höhe mit dem geplanten Bodenbelag liegt.
    3. Wenn der Boden bei Euch sehr fest ist, braucht Ihr in der Erde keine Schalung. Ist der Boden sandig und bröcklig, muss er vor dem Gießen gestützt werden, Ihr könnt Euch eine Art Schalung aus allem bauen, was der Baumarkt hergibt und was im Boden bleiben kann, nachdem es Beton auf den Kopf bekommen hat. Bei uns waren es alte Betonsteine, die entsprechend aufgestapelt wurden. Da die Punktfundamente etwas höher als der Boden sein sollen, haben wir für den oberen Bereich eine Schalung aus Spanplatten gebaut, die einfach aufgesetzt wurde (und mit Schnurgerüst und Wasserwaage ausgerichtet). Beide Teile wurden mit Beton gefüllt, den unser Freund im Betonwerk bestellt hat, er hat Beton „B25“ mit Körnung 0/16 genommen.
    4. Nachdem der Beton leicht angezogen hatte, wurde die Oberfläche geglättet. Wenn die Schalung entfernt werden kann, geht der Bau mit dem Carportboden weiter. Erst wenn der fertig ist, werden Balkenschuhe auf das Fundament geschraubt, in die dann die im unteren Bereich mit einer Holzschutzlasur behandelten Ständer gesetzt werden.

Warum Balkenschuhe zu empfehlen sind

Unser Freund hat uns nach der Arbeit noch erzählt, dass es viele andere Möglichkeiten gibt, das Fundament für einen Carport zu erstellen. Teilweise werden lediglich Bodenhülsen einbetoniert, teilweise werden Punktfundamente eingebracht und dünne Böden gegossen, teilweise werden Einschlaghülsen aus Metall einfach nur in den Boden geschlagen. Seine Methode, bei der der Ständer auf einem Balkenschuh ruht, der auf das Fundament geschraubt wird, habe aber mehrere Vorteile:

  • Wasser kann ablaufen, der Ständer kann trocknen und fault nicht.
  • Der Ständer könnte von einer alleine arbeitenden Person aufgestellt werden, die dabei auch nicht unter Zeitdruck steht.
  • Es ist sogar möglich, die Höhen nachträglich anzupassen, weil die Ständer zur Bearbeitung wieder aus den Pfostenankern gehoben werden können.

Eure Kommentare

1 Kommentar zu “Carport-Fundament – Anleitung zum selber bauen”

  1. kein Kommentar bisher, ist schade.
    Weil: hier hat Halina mit klaren Worten anschaulich und auf sehr sympatische Art und Weise erklärt.
    Mir gefällt die Beschreibung sehr gut. Übrigens auch der ( nicht das? ) Carport.
    Hilsen von Bornholm
    Wolfgang

    Geschrieben von wolfgang Stolpe | 9. Oktober 2012, 19:10

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