Pflanzen und Gartentipps

Mangobaum selber ziehen – Mango züchten – Mangopflanze

Beim Aufschneiden der Mango stößt man schnell auf den großen, länglichen Kern.

Wenn Ihr den Geschmack exotischer Früchte schätzt, wird die Mango sicher zu Euren Lieblingen gehören. Ihr braucht Euch aber nicht auf den Genuss des Fruchtfleischs beschränken – aus dem Kern könnt Ihr auch noch eine schöne glänzende Pflanze ziehen, an der sich bei guter Pflege noch viele Ihrer Nachfahren erfreuen können, denn ein Mangobaum kann ohne Weiteres 200 Jahre alt werden!

Den richtigen Mangokern finden

Zuerst braucht Ihr also eine Mango, reif sollte sie sein und am besten vom Bio-Händler, da die herkömmlichen Früchte möglicherweise mit keimhemmenden Wirkstoffen behandelt wurden.

Es gibt gleich einige Kennzeichen, an denen Ihr eine reife Mango erkennen könnt (zu denen entgegen anderslautender Berichte nicht die Farbe gehört, diese ist nämlich von Sorte zu Sorte verschieden):

  • Eine reife Mango gibt auf Fingerdruck leicht nach und duftet ausgesprochen aromatisch (sie müssten sie eigentlich aus einem Meter Entfernung riechen).
  • Der Stiel lässt sich leicht lösen, die Mango hat eine schöne glatte und pralle Schale.
  • Wenn die Schale verschrumpelt aussieht, ist das ein Hinweis darauf, dass die Mango geerntet wurde, bevor sie ihre volle Reife erreicht hatte.
  • Perfekt ist, wenn Ihr auf der Schale kleine dunkle Punkte erkennen könnt. Dann ist die Mango wirklich vollreif.

Wenn Ihr lest, dass man wirklich reife Mangos nur erhalten könne, wenn man eine Flugmango erwerbe, solltet Ihr bedenken, dass solche Früchte jedem gärtnerischen Gedanken an Erhaltung einer gesunden Umwelt eigentlich zuwiderlaufen. Denn die Flugware belastet nicht unerheblich das Klima. Wer für seine Nachfahren eine gesunde Atmosphäre erhalten will, sollte die typische Flugware also möglichst meiden. Wenn es Euch absolut nicht gelingt, eine vollreife Mango zu erwerben, könnt Ihr Euch auch mit einer Frucht begnügen, die dem zumindest nahe kommt. Denn die Mango gehört zu den nachreifenden Früchten. Ihr könnt Eure Mango also zuhause in einen Kunststoffbeutel geben und bei Zimmertemperatur einige Tage liegen lassen!

Den gut entwickelten Samen Eurer reifen Mango solltet Ihr am besten im Frühsommer zum Keimen bringen, dann bekommt der subtropische Bedingungen gewohnte Keimling bei uns das meiste Licht und die Wärme, die er braucht.

Im hellen Kerngehäuse verbirgt sich der eigentliche Mangokern. Man kann das Gehäuse nur mit Kraft aufknacken.

Mangokern zum Einpflanzen vorbereiten

Ihr löst den Kern aus dem Fruchtfleisch heraus, er wird anschließend gründlich und nicht zu vorsichtig gereinigt. Das Fruchtfleisch löst sich nämlich nicht glatt vom Kern wie bei einer Pflaume, sondern es bleibt faseriges Gewebe mit Fruchtfleisch zurück. Nach der Reinigung dürft Ihr zwar noch Fasern sehen, aber kein Fruchtfleisch mehr, das würde sofort anfangen zu faulen. Eine Behandlung mit einer festen Bürste ist also durchaus angebracht.

Wenn Ihr geschafft ist, solltet Ihr den Kern einige Tage trocknen lassen. Dann könnt Ihr wählen: Entweder, Ihr versucht, dieses strohgelbe Gebilde an einer Seite vorsichtig zu öffnen – denn was Ihr bisher vor Euch hattet, ist die Samenhülle, in deren Inneren sich der Samen befindet. Diese Hülle ist aber recht hart, wenn Ihr beim Öffnen Gewalt anwendet, könntet Ihr nicht nur Euch, sondern auch den Samen verletzen, der dann wahrscheinlich keine Kraft zum Keimen mehr hat.

Ihr könnt auch Samenhülle und Kern ins Anzuchtsubstrat geben. Dann braucht Ihr allerdings etwas mehr Geduld – der Kern mit Hülle kann in einer Woche keimen, aber auch in 3 Monaten. Der nackte Samen keimt bei 25 Grad meist in wenigen Tagen.

Einen Mangokeimling einpflanzen

  1. Ihr bereitet nun einen hohen Anzuchttopf (Mangos bilden lange Pfahlwurzeln aus) mit Drainageschicht (Blähton, Tonscherben) und lockerem, nährstoffarmem Substrat vor – nur bei Nährstoffhunger entwickeln sich die Wurzeln richtig!
  2. Das Substrat sollte einen pH-Wert nicht über 7 haben, gut geeignet ist Kokoshumus. Wenn Ihr andere Anzuchtsubstrate einsetzt, solltet Ihr diese leicht angefeuchtet in den Backofen stecken, bevor Ihr sie in den Topf gebt. Oder in die Mikrowelle, in einem hitzebeständigen Gefäß mit locker aufliegendem Deckel.
  3. Diese Substrate sollten für eine Viertelstunde auf mindestens 160 Grad erhitzt werden, damit alle Schimmelsporen absterben. Kokoshum ist von Haus aus frei von Krankheitserregern und hat außerdem eine leicht fungizide Wirkung, deshalb habt Ihr hier keinen Schimmel zu befürchten.
  4. Wenn der Topf fertig vorbereitet ist, legt Ihr den Samen mit Hülle flach in die Erde. Er sollte von einer Schicht von 2 bis 3 cm Dicke bedeckt sein (der nackte Samen wird nur ganz leicht mit Substrat bedeckt). Die (werdende) Tropenpflanze braucht nun einen warmen Platz zwischen 25 und 30 Grad, die Erde muss gleichmäßig feuchtgehalten werden, darf aber nie zu nass werden.
  5. Ihr könnt dazu sehr gut einen Wassersprüher einsetzen. Gewässert wird mit kalkarmem (Regen-)Wasser und nie in der prallen Sonne. Wenn Ihr eine dünne Plastikfolie ganz leicht über den Anzuchttopf legt, wird die Feuchtigkeit gehalten. Es findet aber trotzdem ein wenig Luftaustausch statt, der die Schimmelbildung verhindert. Die Folie kann abgenommen werden, wenn der Keimling ein paar Zentimeter hoch ist.

Pflege der jungen Mangopflanze

Sämlinge versorgen sich mit allen Nährstoffen aus dem Mangokern, Dünger würde die Entwicklung nur stören. Wenn der Keimling etwa zwei Monate alt ist, könnt Ihr beginnen, ihn ganz vorsichtig mit etwas Flüssigdünger zu versorgen (einmal in der Woche etwa ein Viertel der üblichen Menge). Eure neue Pflanze hat sicher einen ziemlich großen Pflanztopf bekommen, der Samen hat ja schon eine imposante Größe. Deshalb kann er eine ganze Zeit im gleichen Pflanzgefäß bleiben.

Erst nach ein bis zwei Jahren solltet Ihr ihn in eine Mischung aus Kokoshumus, Kompost und lehmhaltiger Gartenerde (je ein Drittel) setzen. Am wichtigsten ist Eurer Mangopflanze, dass sie warm und sonnig steht, auch im Winter, da Mangobäume keine Winterpause einlegen.

Fazit

Wenn Euer Mangobaum prächtig gekeimt ist, solltet Ihr trotzdem nicht der Erwartung verfallen, einmal eigene Mangos zu ernten. Das schafft die Tropenpflanze bei uns leider nicht, ein entsprechendes Klima könntet Ihr Eurer Mango nur mit künstlicher Beleuchtung, also erheblichem Energieverbrauch, im Gewächshaus bieten. Es gibt aber auch viele spannende einheimische Früchte, die aus Resten des Einkaufs entstehen können. Ihr könnt Euch z. B. einen Aprikosenbaum selber ziehen, auch einen Granatapfelstrauch kann man problemlos selber ziehen, nicht selten überlebt er auch in Deutschland im Garten.
(von Halina)

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