Pflanzen und Gartentipps

Mangold – Anbau und Ernte von Mangoldgemüse

Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) hat in den letzten Jahren ein Comeback in deutschen Gärten erlebt – völlig zurecht.

Mangold gehört zu den alten Gemüsen, die einige Zeit in Vergessenheit gerieten und heute wieder mit dem größten Vergnügen verzehrt werden. Wer Mangold bereits probiert hat, versteht das schnell, nicht nur in der üblichen spinatähnlichen Zubereitung schmeckt er wirklich delikat. Es gibt auch außergewöhnliche Rezepte, die viele Gourmets lieben, z. B. Mandoldrouladen mit Hackfleischfüllung oder mit einer Füllung, wie man sie von gefüllten Weinblättern kennt. Der Anbau des eigenen Mangold ist auch für Neugärtner kein Problem:

Grundlegendes zu Mangold im Garten

Zuerst müsstet Ihr Euch entscheiden, welchen Mangold Ihr anbauen wollt. Es gibt nämlich Schnittmangold und Stielmangold. Und das auch noch in vielen verschiedenen Sorten, die beim Blattmangold (Schnittmangold) beispielsweise “Grüner Schnitt”, beim Stielmangold “Glatter Silber”, “Walliser” (recht frostfest), “Feurio” oder “Vulkan” heißen, dem Namen entsprechend haben die Letztgenannten rote Stiele.

Oder Ihr entscheidet Euch für die Mangoldsorte “Lukullus”, die nicht nur sehr gut wächst, sondern mit ihren zarten Blättern und breiten Blattstielen als Blattmangold und als Stielmangold verwendet werden kann.

Mangold: Den richtigen Standort finden

Dann ist beim Mangold ein Auge auf den Standort empfehlenswert, er ist ein Fuchsschwanzgewächs wie auch der Spinat, noch enger verwandt ist er mit Zuckerrübe, Futterrübe und Rote Bete. Das hat zur Folge, dass er nach all diesen Gemüsen nicht angebaut werden sollte und sie auch nicht in der Nachbarschaft haben möchte, auch bei Pflanzen scheint es also nicht immer gut zu sein, wenn Verwandte zu eng zusammenziehen.

Spaß beiseite, der Grund dafür nennt sich wissenschaftlich Allelopathie. Dieses Teilgebiet der chemischen Ökologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Pflanzen gleicher oder verschiedener Arten untereinander und zu bestimmten Mikroorganismen bzw. Pilzen. Zwischen diesen Organismen wandern sogenannte Allelochemicals hin und her, selbst produzierte oder beim Zerfall freigesetzte chemische Verbindungen, die Wirkungen im empfangenden Organismus entfalten.

Das können negative Wirkungen sein, die allelopathische Wirkung des Echten Walnussbaums hemmt einfach die Keimung anderer Pflanzen rund um ihn herum, Spinat neben Mangold gedeiht nicht. Es können aber auch positive, fördernde Effekte im benachbarten Organismus ausgelöst werden. Vielleicht ist das der Grund, weshalb empfohlen wird, neben Mangold Buschbohnen, Kohl, Radieschen, Rettich, Hülsenfrüchten oder Möhren zu setzen.

Mangold möchte als Tiefwurzler in einen tiefgründigen humusreichen Boden gesetzt werden, dem vor dem Aussäen eine Kompostgabe gegönnt wurde. Die einzelnen Sorten sind unterschiedlich wärmebedürftig, demnach erfolgt die Aussaat ab Anfang Mai. Möglichst in sonniger bis halbschattiger Lage und an einem geschützten Standort. Wenn die junge Pflanze zu tiefe Temperaturen aushalten muss, neigt sie zum Schießen (in unwirtlichen Lagen sollten Sie also besser die Eisheiligen abwarten!).

Mangold pflanzen

    • Mangold-Saatgut besteht aus einer Art Knäueln, von denen jedes Knäuel einige Samen enthält und mehrere Pflänzchen hervorbringt. Von diesen Keimlingen werden nur eine oder zwei Pflanzen pro Saatstelle stehen gelassen – wenn Ihr die Eigenversorgung mit Mangold-Gemüse erreichen möchtet, solltet Ihr für jede Person drei bis fünf Mangold-Köpfe einplanen.

 

    • Blattmangold wird in einem Abstand von 25 x 25 cm gesetzt, Stielmangold braucht etwas mehr Raum, knapp 40 x 40 cm. Wenn Ihr den Mangold zu eng setzt, wird er gerne von Mehltau befallen. Ansonsten ist Mangold auch deshalb wieder eine beliebte Gemüsepflanze für den Eigenanbau geworden, weil er in Bezug auf Krankheiten und Schädlingen recht widerstandsfähig ist, den vom Spinat bekannten Ärger mit den Blattläusen werden Sie mit Mangold nicht haben.

 

  • Mangold braucht als Starkzehrer wirklich viele Nährstoffe, deshalb bekommt er auch in der Hauptwachstumszeit (Juni, Juli) alle zwei bis drei Wochen, und jedes Mal, wenn Ihr geerntet habt, eine leichte Stickstoffdüngung. Kompost und Hornspäne haben sich für die Nährstoffversorgung bewährt. Wenn er wächst, braucht der Mangold auf jeden Fall immer eine feuchte Erde. Ihr könnt die Verdunstung reduzieren, indem Ihr das Mangoldbeet mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt verseht.

Mangold – Ernte & Pflege

Mangold kann bereits im ersten Anbaujahr geerntet werden, wenn die Blätter 30 bis 40 cm groß sind. Schnittmangold ist recht widerstandsfähig, er kann im Freien überwintern und bis zum Frühjahr laufend geerntet werden. Mangold wird generell von außen abgeerntet, dann werden von innen neue Blätter nachgeschoben. Nach der Ernte sollte der Mangold zügig verarbeitet werden, da er nicht sehr lange haltbar ist. Er lässt sich aber gut einfrieren.

Um die Pflanzen vor sogenanntem Kahlfrost zu schützen, einem Frost, der bei Fehlen einer dämmenden Schneedecke unmittelbar die oberste Bodenschicht betrifft, empfiehlt sich eine Abdeckung mit Laub, Blattwerk oder Stroh. Stielmangold wird den Winter meist nicht überstehen, üblicherweise wird er deshalb im Herbst geerntet. Der zweijährige Mangold bildet im zweiten Jahr Blüten und anschließend das knäuelartige Saatgut aus, wenn er vorher einen Monat mit kühleren Temperaturen durchlebt hat (was in Deutschland ja leider immer der Fall sein wird).
(von Halina)

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