Heimwerkertipps

Beton mischen – richtiges Mischungsverhältnis & Kosten

Beton selber zu mischen ist für Heimwerker eigentlich alternativlos. Erst bei größeren Vorhaben lohnt sich Lieferbeton.

Manche Bauprojekte verselbständigen sich – und werden dabei gerne größer. Aus zwei schlichten Mäuerchen aus einfachen großen und leicht zu verarbeitenden Schalungssteinen werden bei uns gerade Mauern mit Säulen aus Beton dazwischen, die später einmal eine Überdachung bekommen könnten oder sich sogar in einen richtigen Raum verwandeln. Das liegt daran, dass wir jetzt einen gestandenen Maurer mit dabei haben, für den die Verwirklichung solcher Projekte kein Problem ist. Er bringt auch Schalungsrohre für die Säulen mit und natürlich einen Betonmischer, das klingt schon gut.

Trotzdem wollte ich mehr zum Vorgehen wissen (ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Angst, dass es sich als wahnsinnig kompliziert herausstellt und ewig dauert). Er hat mir deshalb einen Anleitung über den genauen Ablauf gegeben, von dem ich Euch hier alles Wichtige zum Betonmischen weitergeben möchte:

Das selbstständige Betonmischen
1. Ich habe zuerst gelernt, dass Beton der Baustoff ist, der verwendet wird, wenn etwas ganz alleine stabil werden soll (und vielleicht später ein Dach tragen soll), während der ähnlich aussehende Mörtel viel feiner ist und genommen wird, um eine Verbindung zwischen Ziegeln zu schaffen oder diese zu verputzen.

2. Außerdem erfuhr ich mehr darüber, wie preiswert es ist, Beton selbst zu mischen. Es müssen im Grunde nur Zement und Kies-Sand gekauft werden, die dann etwa im Verhältnis 1 zu 3 gemischt werden.
Der 25-kg-Sack Zement kostet um 3,- €, gesiebter und gewaschener 0/16a-Kies-Sand pro Kubikmeter (1,6 Tonnen, 1.600 kg) um 30,- Euro. Dann braucht Ihr für 25 kg Zement noch ca. 10 l Wasser, das hier nur für die Mengenberechnung, im Preis nicht berücksichtigt. Ein Kubikmeter Beton besteht aus ca. 2.200 kg, je nach Mischung bezahlt Ihr für den Kubikmeter:

  • Mischungsverhältnis 3 zu 1: 20 Säcke Zement (500 kg) + 20 x 75 kg Sand (1.500 kg) + 20 x 10 l Wasser (200 kg) ergeben zusammen um 2.200 kg für etwa 90,- €.
  • Mischungsverhältnis 6 zu 1: 12 Säcke Zement (300 kg) + 12 x 150 kg Sand (1.600 kg) + 12 x 10 l Wasser (120 kg) ergeben zusammen etwas mehr als 2.000 kg für ca 66,- €.

3. Fertig gemischter, nur noch mit Wasser anzurührender zementgebundener Werkstrockenmörtel im Sack würde das Mischen sparen – Ihr müsst nur noch Wasser zugeben. Er ist aber um ein Vielfaches teurer! Solcher Mörtel wird durchaus für etwa 0,50 € pro kg angeboten, für Euren Kubikmeter mit rund 2.200 kg müsstet Ihr also je nach zuzugebender Wassermenge mit hoher Wahrscheinlichkeit Summen ausgeben, die hoch in den dreistelligen Zahlen liegen. Diese Variante ist eher für wirklich kleine Projekte denkbar.

4. Auch ein gelieferter Beton erscheint gegenüber der Selbstmisch-Variante recht teuer: Ihr müsst hier damit rechnen, etwa ab 140,- € pro Kubikmeter zu zahlen. Wenn Ihr weniger als 5 Kubikmeter bestellt, kommt meist noch ein Mindermengenaufschlag dazu, der schnell einmal 80,- € pro Kubikmeter beträgt. Der Kubikmeter kostet Euch dann also rund 220,- €.

Lieferbeton hat den Vorteil, dass Ihr eine exakt den Anforderungen entsprechende Mischung erhaltet. Dazu muss man sich allerdings gut auskennen.

Bauen mit Lieferbeton – Vor- & Nachteile
5. Allerdings ist unser Fachmann der Meinung, dass es sich nicht in jedem Fall lohnt, seinen Beton selbst zu mischen. Denn der Lieferbeton hat auch große Vorteile:

  • Ihr könnt jeden Beton in jeder gewünschten Qualität bestellen, auch mit allen möglichen Zuschlagstoffen, die dem Beton bestimmte Eigenschaften geben.
  • Der Beton wird einfach mit einem Förderband oder einer Pumpe direkt aus dem Mischwagen an fast jede gewünschte Stelle transportiert. Ihr spart also eine Menge Arbeit, könnt Euer Projekt schnell vollenden …
  • … und bekommt vor allem immer eine gleichbleibende und der Norm entsprechende Qualität, was für größere Projekte mit Beton und für alle Betonarbeiten, die erhöhten Ansprüchen in Bezug auf Statik oder Dichte z. B. unterliegen, eine echte Erleichterung ist.

6. Dennoch, unter bestimmten Umständen ist es möglich und angebracht, Beton selbst zu mischen. Vor allem, wenn es um kleine Arbeiten wie eine kleine Mauer oder ein Fundament geht, ist selber Mischen möglich und mit Abstand die preiswerteste Variante. Wenn Ihr noch Zweifel habt, braucht Ihr Euch nur vor Augen halten, dass die Generation Eurer Eltern oder Großeltern noch ganze Keller mit Mischungen aus dem Bottich gegossen haben, und die stehen auch meist noch.

Wie man Beton richtig mischt
7. Ihr braucht also Zement, der im 25-kg-Sack verkauft wird. Auf diesem Sack sind jede Zahlen aufgedruckt, die die Eigenschaften des Zements genauer beschreiben. Interessant für Euch ist vor allem die Festigkeitsklasse (32,5, 42,5 oder 52,5): Ein 32,5-Zement härtet in dem ersten Tagen nämlich langsamer aus als ein 52,5er. Das braucht Euch aber auch nur zu interessieren, wenn Ihr bei kalten Temperaturen betonieren wollt, dann kann ein schnellhärtender Zement eventuell Frostschäden vermeiden.
Die Endfestigkeit ist jedoch gleich, normalerweise reicht der 32,5er-Zement, der standardmäßig in den Baumärkten verkauft wird, vollkommen aus. Eine CE-Kennzeichnung (im Baumarkt wohl immer vorhanden) bescheinigt die normgemäße Herstellung, ansonsten werden noch Zuschlagstoffe angegeben, über deren Kürzel Ihr Euch informieren müsstet, wenn Ihr sie braucht.

8. Außerdem Sand, genauer gesagt Kies-Sand, für alle üblichen Zwecke ist ein 0/16er Kies-Sand-Gemisch (das heißt, dass die enthalten Körner eine Größe zwischen 0 und 16 mm haben). Eine größere Körnung wie 0/22 oder 0/32 bewirkt eine etwas höhere Festigkeit des fertig ausgehärteten Betons. Er lässt sich aber auch schwerer verdichten und in mit Stahl bewehrte Schalungen einbringen, alle Feinarbeiten sind generell schwieriger mit dieser Mischung.

9. Das alles muss nun mit Wasser gemischt werden, und zwar in einem Verhältnis von drei Teilen Betonkies, einem Teil Zement und ca. 10 Liter Wasser auf einen Sack Zement. Und mit Gummihandschuhen an den Händen bei allen Zementarbeiten – Zement ist nicht gerade hautschonend. Die Wassermenge wird bewusst nur ungefähr angegeben, es soll eine nicht zu flüssige, dicke Pampe entstehen, lieber zu dick als zu dünn. Das soll weitgehend Gefühlssache sein, kann aber im Extremfall die Festigkeit des Betons beeinflussen, deshalb bin ich froh, dass hier ein Profi ans Werk geht.

10. Wichtig ist hierbei vor allem, dass Ihr darauf achtet, dass wirklich alles gut gemischt wird. Ihr sollt Euch dabei vorstellen, dass der Zement mit dem Wasser zu einer Art Leim verrührt werden muss, der jedes Gesteinskörnchen umhüllen muss, um sie so zu verbinden und dann in dieser Struktur auszuhärten, meinte der Fachmann. Dieses Aushärten ist übrigens eine chemische Reaktion, kein “Trocknen”, was man daran sehen kann, dass man auch unter Wasser betonieren kann.
Das richtige Gefühl für die Wassermenge bewirkt eine optimale Härtung. Wenn Ihr zu viel zugeben würdet, würde das später verdunsten und Poren hinterlassen, zu wenig Wasser verursacht Nester von trockenem Zement, die natürlich nicht aushärten. Aber die Faustregel 10 Liter Wasser pro Sack Zement klappt recht gut und ist auch recht einfach zu bewerkstelligen: Ihr gebt einfach den ganzen Sack Zement mit einem 10-Liter-Eimer Wasser in die (genügend große) Mischmaschine.

11. Sand muss natürlich auch noch dazu, wobei Ihr das Mischungsverhältnisse hier viel entspannter sehen könnt als beim Wasser. Zement ist der wichtige Teil, es geht vor allem darum, die Hohlräume zwischen den Steinkörnchen komplett mit Bindemittel zu füllen. Allerdings senkt viel zu viel Bindemittel auch wieder die Qualität. Außerdem ist es verschwendet, weil es nichts mehr bewirkt, meistens werden bei uns die Mischungen viel zu “fett”, also mit zu viel Zement gemacht – so sagen viele Fachleute, dass 3 zu 1 schon zu zementlastig sei. Das hängt auch von Sand ab, mit guten Sand lässt sich ein guter Beton mit einem Mischungsverhältnis 1 zu 6 (Zement zu Sand) herstellen.

Beton maschinell mischen
12. Eine genügend große Mischmaschine wird in folgender Reihenfolge befüllt:

  • Zwei Drittel des Wassereimers, 75 (oder mehr) kg Kiessand, ein Sack Zement.
  • Nun kommt der Rest des Wassers dazu. Bei einer kleineren Mischmaschine müsstet Ihr die Mengen entsprechend halbieren.
  • Dann wird die Mischmaschine drei bis vier Minuten laufen gelassen, und der Beton ist fertig!
  • Nach dem Einbringen müsst Ihr den Beton noch richtig verdichten und und unter den richtigen Bedingungen erhärten lassen – auch hier gibt es einiges zu beachten!

(von Halina)

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