Heimwerkertipps

Tipps zum Streichen von MDF-Platten

MDF-Platten sind ein beliebtes Material beim Innenausbau. Wie lassen Sie sich am besten streichen?

MDF-Platten sind prima geeignet, um sich in kurzer Zeit eigene Wohnaccessoires zu bauen, die genau die Maße haben, die man gerade braucht.  Aber farblich sollen diese Eigenbauten dann meist ein neues Gesicht bekommen, so furchtbar dekorativ ist die Oberfläche einer MDF-Platte ja nicht. Wie kann man MDF-Platten streichen?

Was sind MDF-Platten?

    1. MDF heißt mitteldichte Faserplatte. Diese Platten bestehen aus einem Holzfaserwerkstoff, der in einem normierten Herstellungsverfahren gefertigt wird. Das Adjektiv “mitteldicht” beschreibt eine bestimmte Dichte: Die aktuell geltenden Normen definieren verschiedenste Platteneigenschaften für verschiedenste Anwendungszwecke. Kennzeichnend ist aber, dass die Dichte in der Regel zwischen der von hochdichten Faserplatten (HDF) und der Dichte der meisten geschnittenen Hölzer liegt (eine Fichtenplatte hat z. B. nur eine Rohdichte von rund 470 kg pro Kubikmeter).
      MDF wird hergestellt, indem ganz fein zerfasertes, größtenteils rindenfreies Nadelholz schonend gepresst wird. So entsteht ein längs und quer betrachtet gleichmäßig homogener Holzwerkstoff mit festen und glatten Kanten. Ihr könnt im Handel MDF-Platten mit einer Stärke von 2 bis 60 mm erwerben, die Dichte beträgt zwischen 600 und 1000 kg pro Kubikmeter.

 

    1. MDF-Platten überzeugen durch eine Fülle guter technischer Eigenschaften, sie sind langlebig und tragfähig, Ihr könnt sie streichen und beschichten und furnieren und sie lassen sich leicht zuschneiden. Sie können also ganz ähnlich wie Spanplatten eingesetzt werden, mit dem Unterschied, dass sie so homogen aufgebaut sind, dass sowohl die Flächen als auch die Kanten direkt bearbeitet werden können. Ihr braucht also keine Anleimkante anbringen.

 

  1. Die Oberfläche einer MDF-Platte ist durch das Hochdruck-Pressen ganz glatt, aber trotzdem sehr saugfähig. Wenn Ihr also einfach mit Lack drauflosstreicht, würde jede Menge Lack in der Platte verschwingen.

Auf MDF streichen – so geht’s

    1. Die Oberfläche muss also zunächst auf den Anstrich vorbereitet werden, und welchen Anstrich Ihr wählt, hängt ab von den Belastungen, denen Euer Werkstück ausgesetzt sein wird.

 

    1. Ein eher dekoratives Objekt, das außer gelegentlichen Reinigungsarbeiten nicht berührt wird (z. B. eine Lautsprecherbox) könntet Ihr schlichtweg mit Wandfarbe (Dispersionsfarbe) streichen. Diese Farbe wird vom MDF nicht so aufgesaugt, und wenn, ist es auch nicht so schlimm, weil sie recht preiswert ist.

 

    1. Aber schon die Lautsprecherbox soll wahrscheinlich eher glänzen, und jeder Gegenstand aus MDF-Platten, der benutzt wird, braucht eine härtere Farbbeschichtung, also Lack. Damit Ihr mit Lack eine schöne und belastbare Beschichtung Eurer MDF-Platten herstellt, bedarf es einiger Vorarbeiten:

 

    1. Zuerst muss die glatte Oberfläche aufgeraut werden, damit ein Anstrich überhaupt haften kann. Ihr müsst die MDF-Platte also anschleifen – mit recht feinem Schleifpapier (Körnung 150 bis 180) und nur so lange, bis die Oberfläche der Platte nicht mehr glänzt. Das könnt Ihr gut sehen, wenn Ihr die Fläche gegen das Licht betrachtet. Wichtig ist auch das Anschleifen der Kanten, damit eine Lackierung später nicht aufplatzt an den glatten Kanten.

 

  1. Auch diese aufgeraute Oberfläche bleibt jedoch bei der MDF-Platte enorm saugfähig, es empfiehlt sich also ein füllender Voranstrich, mit einer Farbe, die größere Partikel enthält als die Poren der MDF-Platte durchlassen. Ein solcher Voranstrich stellt eine gleichmäßige Beschichtung her, der die gepresste Holzmasse als geschlossener Verbund überdeckt.

Feinarbeiten

    1. Wer eine besonders glatte Oberfläche möchte, geht mehrfach mit Voranstrich darüber, zwischendurch wird jedes Mal mit immer feinerem Schleifpapier geschliffen, bis Körnungen von 240 bis 280 erreicht sind. Zwischendurch muss auch jeweils der Staub mit einem feuchten Tuch entfernt werden. Am besten lassen sich Voranstriche und Lack mit einer Rolle gleichmäßig auftragen. Auch der Lack kann mehr als einmal aufgetragen werden. Am leichtesten lässt sich übrigens seidenmatter bzw. seidenglänzender Lack auftragen, der auch am beständigsten gegen Verschmutzung ist.

 

    1. Wenn Ihr unbedingt eine hochglänzende Oberfläche wollt, wird die wohl nur perfekt werden, wenn Ihr eine Spritzpistole benutzt und Euch bis zu 600er und am Ende 1200er Schleifpapier herunterarbeitet, solche feinen Schliffe werden nass geschliffen.

 

    1. Wenn die Oberfläche besonders strapazierfähig werden soll, empfiehlt sich die Verwendung von Zweikomponenten-Lacken, die besonders gut aushärten.

 

  1. Ein Geheimtipp, der auch ohne Spritzen optimale Ergebnisse bringt, soll die Verwendung von Lacken sein, die besonders gute Verlaufeigenschaften haben. Zu diesen Lacken sollen z. B. die Delta-Lacke der CD-Color GmbH & Co. KG aus 58313 Herdecke/Ruhr gehören, unter www.cd-color.de findet Ihr die Lacke und Händlernachweise.

Mein Fazit
Mir hat aber einmal ein alter Malermeister verraten, dass ich mir nicht so viele Gedanken machen solle, wenn ich Lack verarbeiten wolle, den ich noch zu Hause habe. Hauptsache, die Produkte (Grundierung, Vorlack, Lack) passen vom System her zusammen. Dann würde ich zur Not auch mit der Rolle eine völlig glatte Fläche hinbekommen, wenn ich nur ausreichend viele Male mit immer feinerem Papier schleife und erneut streiche. Ein weiterer guter Tipp war, dass ich die Haltbarkeit einer Lackoberfläche erhöhen könne, wenn ich ganz zum Schluss eine oder zwei Schichten durchsichtigen Lack darüber gebe.
(von Halina)

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