Alter Kirschbaum, was tun?

  • Ersteller des Themas *Mirjam*
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*Mirjam*

*Mirjam*

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Hallo liebe User, ich hoffe inständig, dass ich den alten Kirschbaum retten kann. Nach Rentners Anleitung zum Abmoosen wollte ich einen geeigneten Ast heraussuchen. Bei der Inspektion entdeckte ich mehr oder weniger zufällig große Schäden am Stamm. Ich bin echt geschockt. Gerissenes Holz. Borke schält sich in Fetzen ab. Es gibt sogar Löcher ins Holz. Also ich würde sagen, es sieht gar nicht gut aus. Aber ich hänge wahnsinnig am Baum meiner Oma. (Deshalb wollte ich ihn auch abmoosen, damit immer ein Stück von ihr bei mir ist. In den OmaGarten komme ich nicht jeden Tag)
Hoffentlich könnt ihr mir Rettungstipps geben und damit etwas Mut machen.
Lieben Dank schön mal, Tilda
 
  • Wasserlinse

    Wasserlinse

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    Manchmal sieht es schlimmer aus, als es ist.

    Mach aber bitte vorher noch Fotos vom ganzen Baum und den erwähnten Details.
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    Danke, hab ich schon gemacht, Linserich. Es kann nur noch ne Weile dauern mit dem Hochladen * lach* (Unvermögen, Abendbrot...)
    LG, Tilda:paar:
     
  • *Mirjam*

    *Mirjam*

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  • Wasserlinse

    Wasserlinse

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    Da war ich mal wieder zu ungeduldig. 😊

    Die Krone ist nicht allzu gross, so dass keine Gefahr vom Baum aus geht. Die Schäden sind da, keine Frage, aber meines Erachtens nach ist keiner davon akut lebensbedrohlich. Die Tiere haben etwas zum schnabulieren, der Baum selber lebt aber noch gut und sieht auch vital aus, was sich natürlich auch schnell ändern kann.

    Du redest ja vom abmoosen. Da gibt es meiner Meinung nach viele gute Äste, die sich dafür eignen.
     
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    Desperado

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    Du kannst den Baum nicht mehr "retten", weil die Schäden im Stammbereich schon zu groß sind. Andererseits hält der aber auch noch 10-15 Jahre durch.
    Setz' doch einfach im Herbst einen neuen, der dann in Ertrag kommt, wenn der alte wegkann. Kirschbäume auf Sämlingsunterlage wachsen ja recht stark.
     
    Pyromella

    Pyromella

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    Desperado, ich glaube, ein anonymer, tragender Kirschbaum ist hier nicht gefragt. :)

    Es geht um die Rettung eines emotionsbehafteten Baums, der noch von der Oma stammt.

    Aber wenn deine vermutete Lebenserwartung für den alten Baum stimmt, dann sollte zum Abmoosen noch ausreichend Zeit sein.
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    Danke Desperado und Danke Pyromella. Pyromella hat es genau richtig beschrieben: ich hänge an dem Baum.
    Wenn es der Nachbarschaft nach ginge, wäre der Baum schon laaange weg. Leider hat ihn meine Oma sehr dicht an den Zaun gesetzt und obwohl dahinter ein Weg verläuft, wirft der Kirschbaum seinen Schatten weit in den Nachbargarten. (Aber sich im Sommer über den Schatten freuen und das Auto darunter stellen, das geht dann schon :D)
    Hat denn keiner eine Idee, was ich nun tun kann, damit er noch recht lange stehen bleibt? Soll ich vielleicht die losen Rindenteile abpulen oder mit der Bürste den Stamm bearbeiten? Klar, Mist, dass ich mir den Stamm nicht schon länger genauer angeschaut habe. Aber es tut mir weh, wenn ich jetzt nichts tun kann, um den Abbau abzubremsen.

    LG, Tilda traurig
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

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    Die losen Rindenteile, ausser sie sind wirklich komplett lose, würde ich nicht abpulen. Aber den Mulch und Erde, der sich darin gesammelt hat, kannst du schon mit einer Bürste entfernen, so entsteht nicht so schnell Fäulnis.

    Wie erwähnt: soweit ich das sehe, ist keiner der Schäden derzeit lebensbedrohlich. Der Baum wird es also bei guter Pflege noch ein paar Jahre machen.
     
  • D

    Desperado

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    Es bleibt Dir doch völlig unbenommen, mit der Drahtbürste den Stamm zu putzen - das mach ich gelegentlich auch mal, wenn's mit dem Moos zu viel wird - aber damit kannst Du keinen Baum retten, wenn der Pilz schon ins Kernholz gewandert ist. Da hilft auch anschließend kein Wundverschluss.

    Ich hab vor kurzem durch die Flurbereinigung zwei Streuobstwiesen, die keiner so wirklich haben wollte, dazubekommen, aber da kann ich die Hälfte der Bäume wegmachen, weil die innen schon total ausgehöhlt sind. Die wurden aber auch nie wirklich gepflegt. Ich kann zwar das Totholz wegmachen und sie etwas zurückschneiden, damit sie vielleicht noch ein paar Jahre tragen, aber in die Pflege solcher Bäume brauch ich nicht mehr viel Zeit und Geld investieren. Die kommen weg und werden durch neue ersetzt. Die stehen dann aber nicht mehr mitten auf der Wiese, wo man mit dem Mähwerk und den Heumaschinen immer drumrumfahren muss, sondern auf einem Grünstreifen, mit dem ich nichts anderes anfangen kann.

    Ich find's übrigens auch schön zu sehen, wie die Bäume, die man selbst vor 25-30 Jahren gepflanzt hat, sich entwickeln. Das waren schon mehrere 100 Stück - die meisten allerdings im Wald.
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    Hallo liebe User, das Thema lässt mich nicht in Ruhe und ich habe versucht an alle möglichen Infos zu kommen. Was man früher mit Bäumen baumchirurgisch gemacht hat, hat sich scheinbar nicht so bewährt. Aber an Bonsais bearbeitet man Totholz mit bestimmten Techniken. Was spricht dagegen, den großen alten Kirschbaum auch so zu behandeln?
    Ich bin sehr gespalten. Auf der einen Seite kenne ich mich und werde wohl nicht den Baum so stehen lassen, wie er ist, weil ich denke, dass Schadpilze, Tierchen dann noch leichteres Spiel haben werden. Gleichzeitig möchte ich natürlich mein Ziel, ihn abzumoosen, nicht unterlassen. Große Frage: wird der Baum das gleichzeitig aushalten oder soll ich erst das Eine, dann das Andere angehen?
    Ziemlich schwierige Entscheidung.
    Trotzdem sonnige Grüße an euch, Tilda:paar:
     
    Rentner

    Rentner

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    ...Aber an Bonsais bearbeitet man Totholz mit bestimmten Techniken. Was spricht dagegen, den großen alten Kirschbaum auch so zu behandeln?...
    Absolut nichts,
    obwohl man das eigentlich vorzugsweise nur an Nadelgehölzen macht. Aber ich denke, dass es bei deinem Vorhaben eher um die Totholzkonservierung als um die Totholzgestaltung geht.

    ...Gleichzeitig möchte ich natürlich mein Ziel, ihn abzumoosen, nicht unterlassen. Große Frage: wird der Baum das gleichzeitig aushalten oder soll ich erst das Eine, dann das Andere angehen?..
    Den Baum wird das nicht sonderlich beeindrucken.
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    Hallo Rentner, Danke! Deine Aussagen werte ich jetzt mal als Zustimmung. Das macht mir Mut und außerdem machts me happy.
    Pack mers, übermorgen geh ich dran.
    Gute neue Woche wünsch ich, Tilda :paar:
     
    Taxus Baccata

    Taxus Baccata

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    Tilda, noch einen Tipp... sollte der Baum auf Dauer nicht zu retten sein und sollte es dir vor Allem darum gehen, dass etwas davon überlebt, könntest du Anfang des kommenden Jahres Edelreiser schneiden und auf eine passende Unterlage selbst veredeln oder veredeln lassen.
    So hättest du in einigen Jahren einen neuen, gesunden Baum und dennoch auch weiterhin etwas vom Kirschbaum deiner Großmutter im Garten.
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    Danke Taxus, das ist lieb, dass du das ins Gespräch wirfst. Auch das habe ich schon ins Auge gefasst. Die Baumschule Eggert soll's werden. Denn auch bei allem Bemühen weiß ich natürlich nicht, ob das Abmoosen bei mir gelingt. ( Zumal ich nicht weiß, wo das Kambium anfängt. Ich werde also üben und dann noch viel Glück haben müssen)
    LG, Tilda;)
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    So ihr Lieben, ich wollte euch mal zeigen, was ich so fabriziert habe. Um das alte Holz so zu bearbeiten, damit ich zufrieden bin, muss ich sicher noch Stunden dran hängen. Obwohl furchtbar geschädigt, ist das Ganze noch so hart, man kanns eigentlich nicht glauben.
    Gesamtschaden unten am Stamm
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    Das Faserige helle, gelblichorangige muss ich auf jeden Fall noch nachbearbeiten. Und am oberen Ende des 'Ovals' auch

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    Und weitere Schäden oben am Baum. Hier (noch) nicht zu sehen. Alles irgendwie ziemlich katastrophal und deprimierend.

    @Rentner: magst du mal schauen ob das quasi Versuche von der Kirsche sind (Überwallungen), diese Schädigungen zu verheilen? Ich meine das, was so in der Tiefe seitlich von oben bis unten wie daumendicke Wülste verläuft. Ich weiß, saublödes Deutsch, aber weiß grade nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll. Sorry! :giggle: Dankeschön!
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    Jetzt zum Abmoosen: ging leichter und schneller als gedacht. Nun hoffe ich, dass ich es gut genug gemacht habe. Die Devise ab jetzt: hoffen und warten. ( Rentner, wenn du denkst, es ist gestümpert, dann rüge bitte schnell. Schließlich möcht ich was lernen und vielleicht kann man noch was ausbügeln.)
    20200610_164134.jpg
    20200610_164819.jpg
    Und weil's so schön war, hab ich gleich noch nen Abmoosversuch an einer Mirabelle unternommen.
    20200610_161826.jpg
    (Jaja, typisch Mädchen, mit Schleifchen *lach*)

    Ach würd ich mich freuen, wenn es klappte! Danke auf jeden Fall für alle Hilfestellungen eurerseits.
    Schönen Restfeiertag, Tilda (y):paar:
     
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    Rentner

    Rentner

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    ... magst du mal schauen ob das quasi Versuche von der Kirsche sind (Überwallungen), diese Schädigungen zu verheilen? Ich meine das, was so in der Tiefe seitlich von oben bis unten wie daumendicke Wülste verläuft....
    Hier hatte der Baum mal mit der sogenannten Kallusbildung angefangen, diese dann aber eingestellt. Du kannst versuchen den Vorgang wieder anzuschieben, indem du die ehemaligen Wundränder verletzt, also vorsichtig bis ins gesunde Gewebe abträgst (schleifen, raspeln, abbürsten oder schneiden).

    ...Jetzt zum Abmoosen: ging leichter und schneller als gedacht. Nun hoffe ich, dass ich es gut genug gemacht habe. Die Devise ab jetzt: hoffen und warten...
    Und weil's so schön war, hab ich gleich noch nen Abmoosversuch an einer Mirabelle unternommen...
    Das sieht schon mal sehr gut aus, das würde ich so lassen.(y)
    Bitte daran denken - ab und zu mal kontrollieren, ob das Moos noch feucht ist.
     
    *Mirjam*

    *Mirjam*

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    Ok, Danke lieber Rentner Pit. Das gibt eine gewisse Hoffnung.
    Wie schon gesagt, werde ich jetzt sukzessiv das alte morsche Zeugs an allen möglichen Stellen versuchen abzutragen, was wirklich nicht leicht ist, bei den Flächen. Dabei hoffe ich, das alles richtig zu berücksichtigen, mit den Wundrändern, was du mir erklärt hast.
    Ist es wirklich nötig, das freigelegte Altholz mit etwas zu bepinseln, was es konserviert, oder sind das eher kosmetische Gründe (wie vielleicht bei einem Bonsai). Das Zeugs müsste ich dann nämlich erst noch besorgen und würde dich dann noch um den Namen bitten (gerne auch per PN, wenn hier nicht gern gesehen).

    Recht herzlichen Dank nochmal, Tilda:paar:
     
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