Anfängerfragen, Hajo's Bonsaiträume

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Pflanzbert

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Ich bin noch nicht bereit es tatsächlich mit inem Bonsai zu versuchen, zuerst muss ich etwas lernen.

Als Kind habe gerne Bäume gepflanzt, vor allem Ahorn, weil die Samen reichlich verfügbar waren, und zuverlässig gekeimt haben. Das Problem war, einen Ahorn über den Winter zu bekommen. Ich Freien, kein Problem. Im Topf? Keiner davon hat im Frühjahr wieder ausgetrieben.

Bevor ich also einen Bonsai einer echten Baumart versuche, muss ich zuerst mal Fragen, wie man so kleine Bäumchen sicher über den Winter bekommt?

PS: Habe gegoogelt und es scheint, als müssen richtige "Bäume" auch als Bonsai nach draussen. Oder im Winter zumindest in den Keller wo es kühl oder sogar kalt ist.
 
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    Pflanzbert

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    Im Moment schwebt mir ein Birnbaum vor. Ich könne versuchen einen der Wasserschosse des Birnbaums im Garten zu bewurtzeln, und zunächst mal über den Winter zu bekommen. Im nächsten Jahr dann mit der Bonsai-Erziehung beginnen. Ist das eine vernünftige Idee?

    Bis dahin könnte ich auch versuchen das nötige Werkzeug und Substrat zu bekommen. Bimskies ist hier irgendwie schwer erhältlich, weder der OBI noch der Bauhaus in meiner Nähe haben den.

    Edit: Habe gelesen, dass für Laubbaum-Bonsais eine Mischung aus Lehmboden und Sand geegnet sein. Das ist so ganz anders als Rentners Vorschlag aus der Bonsai-Schule?
     
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    Pflanzbert

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    Ich habe heute eine leicht beschädigte junge Eiche entdeckt, die sich eventuell auch als Bonsai eignen würde. Die Birne möchte ich trotzdem auch versuchen, aber für den Steckling scheint es mir noch etwas früh zu sein.

    eiche_1.jpg eiche_2.jpg

    Ich hatte sie heute Nachmittag etwas in Eile in den nächstbesten Topf gesetzt, und dann am Abend als ich vom Pflegeheim zurück war, noch mal in einen größeren Topf versetzt, in dem sie hoffentlich bleiben kann, bis sie nächsten Jahr in eine Bonsai-Schale kommt.

    Aber zuerst einmal möchte ich die Eiche übers Jahr bringen. Meine größte Sorge gilt dem Winter, und dem Neuaustrieb im Frühjahr. Aber zunächst mal soll sie etwas wachsen und sich erholen.
     
    Mr.Ditschy

    Mr.Ditschy

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    Hallo Haio,

    schön das dich auch das Bonsaifieber gepackt hat, hab ja auch schon zwei Erstversuche hinter mir.

    Überwintern tu ich meine normalen Bäumchen im Topf und der Standort ist im Schatten einer winddichteren Hecke. So bleiben die immer Feucht und trockenen nicht aus.
    Manche setzte ich auch in den Sandkasten, die überleben es zu 100%! ;)


    Wie ich aber nun die im Bonsaitopf überwintere... hab mir noch gar keine Gedanken gemacht?
     
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    Pflanzbert

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    Ich hatte vor die Bonsai dann im Keller zu überwintern. Dort ist es kühl, aber frostfrei. Ich hoffe es ist kühl genug, letzten Winter hatte es fast immer über 10° im Keller. Aber bei so einem Winter kann man die Bonsai-Schale vielleicht auch draussen lassen?

    Für den kommenden Winter werde ich den Topf in einem leeren Beet eingraben, denke ich.

    Ich hoffe ich bekomme den Schnitt so hin, dass es dann auch ein schönens kleines Bäumchen wird. Ich glaube, das ist der schwierigste Teil.

    Edit sagt:

    Nach Rentners Antwort wird die Eiche erst mal 6 bis 8 Jahre als ganz normales Bäumchen wachsen dürfen. Eichen wachsen langsam, aber ich denke, ohne Schnitt bedeutet das etwa 2 Meter Höhe. Vermutlich werde ich ich also jährlich zurückschneiden müssen, und schon mal die Form des Baumes vorbereiten.

    Und auch wenn sie mickrig und krank ist, diese Eiche hat mein Mitleid erweckt, und jetzt empfinde ich es als Herausforderung, gerade diese Pflanze großzuziehen.
     
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    Pflanzbert

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    Ich habe da eine Frage zu der kleinen Eiche. Soweit ich gelesen habe, darf sie jetzt erst mal mindestens drei Jahre normal wachsen. Eichen wachsen sehr langsam, aber so einen dreiviertel Meter wird sie nach drei Jahren wohl haben. Soll ich sie trotzdem in der Zeit nicht schneiden?

    Die andere Frage ist zur Kronengestaltung. Echte Eichen haben oft Kronen mit drei oder vier Leitästen und einem kräftigen Stamm, weiter oben weitere Verzweigungen, insgesamt bildet das eine kugelig-eiförmige oben besenartige Krone.

    Bei Bonsais sollen keine zwei Äste auf gleicher Höhe am Stamm ansetzen. Das beisst sich mit der Form der Eichen, deren Leitäste oft ziemlich auf der gleichen Höhe sitzen. Was soll ich vorrang geben, der "asymmetrie" Regel, oder der natürlichen Form der Eiche?

    Vielleicht stellt sich die Frage auch erst gar nicht, weil in drei Jahren keine passenden Äste da sind ...
     
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    gardener02

    Guest
    Eichen wachsen sehr langsam, aber so einen dreiviertel Meter wird sie nach drei Jahren wohl haben. Soll ich sie trotzdem in der Zeit nicht schneiden?

    Ich würde sie in dieser Zeit in Ruhe lassen, einfach drum, weil du ja erst mal eine Basis brauchst für die spätere Gestaltung.
    Ich glaube aber, ich bin mehr Anfängerin als du...:grins:Wart halt ab, was der Spezialist meint.

    Was soll ich vorrang geben, der "asymmetrie" Regel, oder der natürlichen Form der Eiche?

    Was würde dir persönlich mehr entsprechen? Ich stelle es mir schwierig vor, sich nur an äusseren Vorgaben zu orientieren.
     
    P

    Pflanzbert

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    Ich habe noch nie einen Bonsai erzogen, und da es so lange dauert bis die Plänzchen wachsen, lese ich recht viel über die Bonsais. Das täuscht aslo, ist alles nur graue Theorie für mich im Moment :)

    Die natürliche Besenform der Eichen gefällt mir nicht so recht. Ich würde den Baum eher teilen, in mehrere dicht belaubte Büschel, mit kahlen Aststücken dazwischen. Das ist aber vollig untypisch für eine Eiche.

    Vielleicht mache ich einfach mal Skizzen zu Kronenformen auf einem Blatt, und schaue wie die einzelnen Formen wirken. So im Kopf fällt es mir schwer, mir die Ergebnisse vorzustellen.

    Ich will versuchen geduldig zu sein, und lasse das Bäumchen. Zum Üben habe ich ja so lange den Benjamini :)
     
    P

    Pflanzbert

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    Das ist mein erster Versuch, mit einem Bonsai. Ein Benjamini, den ich schon längere Zeit habe, nicht der Steckling von dem ich weiter oben sprach - der muss erst noch etwas wachsen.

    Dieser Benjamini war Teil einer Gruppe von vieren, die ich vor einiger Zeit getrennt habe. Damals war Bonsai für mich noch kein Thema, und die Frage nach einem schönen Wurzelansatz stellte sich mir erst gar nicht, da ich darüber nichts wusste.

    Da die vier Benjamini wurzeltechnisch hoffunglos ineinander verwachsen waren, fand ich damals keine andere Möglichkeit, als den Wurzelballen durchzusägen, um sie zu trennen. Da ich recht nah am Stamm sägen musste, gingen damit auch einige schöne Wurzelansätze verloren. Damals galt meine Sorge aber eher der Frage, ob der Benjamini so eine Operation überhaupt überlebt.

    Er hat, und wurde damit, nachdem ich mich in den letzten Wochen zunehmend für Bonsai zu interessieren begann, zum Kandidaten für meinen ersten echten Versuch, eine normal wachsende Pflanze in einen Bonsai zu transformieren.

    kandidat.jpg

    Zuerst habe ich einige kleine Korrekturen an den Ästen vorgenommen, aber nichts dramatisches, da das Astwerk bereits sehr licht ist - in der Gruppe der vier war dieser hier wohl etwas unterdrückt, daher auch der lange kahle Stammbereich. Ich hoffe, der Benjamini wird dort Äste treiben, die kahle Stelle ist relativ weit oben am Stamm, dort treiben Pflanzen eigentlich gerne.

    Beim auskämmen der Wurzeln zeigten sich dann die Probleme. Hier die Stelle an der ich gesägt habe, um die vier Benjamini zu trennen. Daraus einen schönen Wurzelansatz zu basteln wird schwer.

    abgesaegt.jpg

    Dann kamen Pfahlwurzeln zum Vorschein, richtig dicke Dinger sogar. Ich hatte keine Ahnung dass ein Benjamini so etwas macht, und wollte eigentlich unterirdisch keine so großen Schnitte machen. Aber was blieb mir übrig? Die Pfahlwurzeln mussten weg. Die auf dem Bild war die dickste, eine weitere war fast so dick. Hoffentlich verheilt das gut, sonst ist der Benjamini hinüber.

    pfahlwurzel.jpg

    Nach dem Auskämmen blieben nicht mehr viele Wurzeln übrig, und da ich durch die Pfahlwurzeloperationen schon viele Wurzeln entfernt hatte, beschloss ich für diesmal die Wurzeln zu belassen. Das ganze ist sowieso ein recht radikaler Umbau, und ich wollte den Benjamini im Moment nicht noch mehr stressen.

    restwurzeln.jpg

    Schliesslich kam der Benjamini dann in eine Schale. Ich hatte Probleme eine halbwegs geeignete Schale zu finden, hier in der Nähe scheint überhaupt niemand Bonsai-Schalen zu verkaufen.

    Das sind Ansichten von vorne und von hinten. Die eine Seite ist fast astlos, aber ich denke auch dort werden in Zukunft wieder ein paar Äste wachsen.

    resultat_2.jpg resultat_1.jpg

    Jetzt hoffe ich, dass der Benjamini überlebt, und nächstes Jahr will ich dann mal sehen, wie es weitergeht mit der Gestaltung.
     
    Mr.Ditschy

    Mr.Ditschy

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    Na dann hoffe ich mal, dass das Bäumchen durchhält.
     
  • P

    Pflanzbert

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    Danke. Eigentlich bin ich zuversichtlich, das Wetter soll moderat warm bleiben und bewölkt. Das ist eigentlich gut für neu getopfte Pflanzen. Aber das war schon brutal heute, mit der Operation am Wurzelstock. Tja, jetzt heisst es warten, auch wenn das nicht so meine Stärke ist.
     
    Mr.Ditschy

    Mr.Ditschy

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    Ja, warten muss man lernen... wann gedenkst du nun oben den Schnitt zu machen?
     
    R

    Rentner

    Guest
    ...der lange kahle Stammbereich. Ich hoffe, der Benjamini wird dort Äste treiben, ...

    Hallo,
    nur mit einem beherzten Rückschnitt erreicht man bei Birkenfeigen einen zuverlässigen und vor allen Dingen befriedigenden Austrieb aus dem alten Holz.

    So sieht das dann aus, wenn er neue Triebe schiebt:




    Dann kamen Pfahlwurzeln zum Vorschein, richtig dicke Dinger sogar. Ich hatte keine Ahnung dass ein Benjamini so etwas macht,... Die Pfahlwurzeln mussten weg.

    Das macht er auch nicht!
    Das, was du da weggeschnitten hast, waren seine Speicherwurzeln...:grins:
    Pfahlwurzeln hat die Birkenfeige nicht.

    Ich hoffe, dein Pflegling nimmt dir das nicht zu krumm.

    P.S. Die Jahreszeit ist übrigens nicht gerade die optimalste für solche Eingriffe, aber der Ficus ist ja eigentlich ein sehr robuster Geselle.
     
    P

    Pflanzbert

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    Ich habe gesten abend noch ein bischen Blattwerk reduziert, aber ich wollte noch mal etwas abwarten, bis ich mich entscheide was ich mit den Ästen mache. Aber Du hast recht, ohne Rückschnitt ist es eher unwahrscheinlich, dass er innen wieder treibt. Wahrscheinlich kürze ich die Seitenäste noch etwas ein.

    Ich wusste nicht, dass ein Fucus Speicherwurzeln macht. Wieder was gelernt! Biegen hätte ich sie nicht können, und um den Ficus mit den Wurzeln in Schale zu setzen, waren sie zu lang. Dumm, das. Jetzt kann ich nur hoffen ... heute Morgen sah der Ficus noch ganz gut aus, also keine welken Blätter oder so.

    Ja, die Jahreszeit ist vermutlich sogar die ungünstigste, wenn man unseren Jahresrhythmus nimmt, und der Ficus war nie etwas anderes gewohnt. Hier spielten mehrere Faktoren zusammen, zum eeinen meine Ungeduld, zum anderen habe ich den Platz an dem der Ficus stand umgestaltet, und es bot sich an, die Operation zusammen mit den anderen Arbeiten zu machen. Aber nachdem der Ficus das Durchsägen des Wurzelballen übelebt hat, muss ich sagen, habe ich recht viel Vertrauen in die Fähigkeiten des Ficus, sich wieder zu erholen. Zumindest ist das Wetter im Moment eher kühl, feucht und bewölkt, das reduziert den Stress für die Pflanze etwas.

    @Ditschy

    Da die Äste so ungünstig stehen, versuche ich etwas ganz einfaches, eine etwas schlankere Dreiecksform. Das passt auch zu Renters Vorschlag, die Äste einzukürzen, um den Austrieb im inneren anzuregen. Falls es klappt, will ich die Äste leicht hängend gestalten, zumindest im unteren Bereich.
     
    P

    Pflanzbert

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    Ein gutes Jahr ist vergangen, irgendwie kommt es mir viel länger vor. Immer wieder war ich recht unzufrieden mit dem Benjamini, aber von allen meinen Bonsai-Versuchen schien er trotz aller Mängel der beste, und ich habe ihm imemr wieder eine neue Chance gegeben.

    So sieht er heute aus:

    2015_11-ficus.jpg

    Es fehlen immer noch Äste, an einigen Stellen treibt er einfach nicht. Aber der Stamm hat enorm an Dicke zugekegt, und auch eine Art Nebari ist vorhanden, wenn auch im Moment teilweise abgedeckt.

    Durch die Art und weise wie ich den Benjamini damals von der Topfpflanze zum Bonsai-Anwärter gemacht habe, gibt es im Wurzelbereich viele Stellen, die nicht gut aussehen. Aber mit all seinen Fehlern, das ist der erste meiner Bonsai-Versuche, der ein wenig Character entwickelt, der ein wenig nach Baum aussieht.

    Mal sehen was aus dem Rest wird. Es sind alles noch junge Bäume, und so wie ich die letzten zwei Jahre erlebt habe, wird es sicher noch sehr lange dauern, biss sich da etwas tut. Spannend ist eine kleinblättrige Feige, die meinen Wünschen, die Pflanze wenigstens zeitweise in der Wohnung zu halten, und einer größe möglichst unter 30cm, entgegenkommt.
     
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