Aprikosenbaum radikal zurückschneiden

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EinGartenUndKeineAhnung

Neuling
Hallo liebe Leute,

wir haben vor zwei Jahren einen Schrebergarten mit einem ganz tollen Aprikosenbaum übernommen. Leider hat er dieses Jahr nach der Blütezeit angefangen abzusterben. Alle Blätter kräuseln sich und fallen ab, er hat wahrscheinlich die Kräuselkrankheit.

Es sind schon fast alle Blätter abgefallen, weil wir durch den Dauerregen nicht früher was machen konnten. Nun wollen wir einen Radikalschnitt vornehmen. Hat jemand damit Erfahrung, wie weit wir ihn zurückschneiden müssen, um ihn zu retten. Gibt es überhaupt noch Rettung? Hat jemand so sein Bäumchen retten können?

Danke schon mal für Eure Antworten.
Gruß
Nevi
 
  • F

    feiveline

    Foren-Urgestein
    Natürlich kannst Du den Baum kräftig zurückschneiden, nur verhindert das nicht die Kräuselkrankheit. Die wird den Baum allerdings über kurz oder lang so sehr schwächen dass er irgendwann abstirbt.

    Wichtig ist also, dass Du einen erneuten Ausbruch der KK verhinderst, dafür musst Du vor bzw. zur Knospenschwelle (je nach Lage kann das schon im Januar sein) mit einem geeigneten Mittel vorschriftsmäßig spritzen.
    Eigentlich müsste er auch dieses Jahr trotzdem noch einmal wieder Blattwerk treiben.

    Wenn ich mir das Bild so angucke, solltest Du den Baum aber auf jeden Fall in Form schneiden, da warte mal auf unseren "Schnitt- und Obstbaumexperten @fruitfarmer".
    Was er Dir rät hat immer Hand und Fuß.
     
    fruitfarmer

    fruitfarmer

    Foren-Urgestein
    Ein Garten und keine Ahnung, und das nach 2 Jahren? Toller Nickname.

    Also, Kräuselkrankheit bekommt lediglich Tante Emmi (wenn sie bei feuchtem Wetter Alfredo Gassi führt), Nektarine, Pfirsich und Mandelbaum.

    So, das waren dann die guten Nachrichten, Deine Aprikose hat definitiv keine Kräuselkrankheit!
    Grundlegend:
    Einfach mal prophylaktisch einen Radikalschnitt zu diagnostizieren finde ich per se für einen Gartenneuling sehr gewagt und zeugt wahrlich von manch Wissenslücke. Also bitte Finger weg von solch voreiligen Schlüssen, bei allen Pflanzen, auch wenn die eine oder andere Pflanze dies durchaus verlangt oder gar benötigt. Aber alles hat auch immer seine Zeit, also den richtigen Zeitpunkt um mit dem jeweiligen Schnitt das bestmögliche Ziel zu erreichen. Immer erst den Fehler ergründen und dann kann meinet wegen geschnippelt werden. Das mal so allgemein.
    Was mag die schöne Aprikose dann also haben? Nun, Dein Foto macht es durchaus nicht leicht, betroffene Partien explizit zu benennen. Aber mir schwant da leider nix Gutes.

    Pseudomonas
    In dem Fall leider besser bekannt unter dem Begriff Aprikosensterben. Warum weshalb das plötzliche, schnelle Absterben der Bäume passiert, ist eigentlich im Großen und Ganzen nicht eindeutig geklärt. Aber z.B. Schneiden zu Unzeiten wird oft im Zusammenhang mit dem Absterben erwähnt. Natürlich handelt es sich hier um eine Bakterien Erkrankung und der Schnitt ist dafür nicht primär verantwortlich, aber es spielen immer verschiedene Faktoren zusammen. Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, so z.B..

    Ob es sich hier nun um das Aprikosensterben handelt, kann ich nicht eindeutig an Hand dieses Bildchens klären, es spricht jedoch arg viel dafür. Gab es Gummifluss, mal nebenbei gefragt?

    Was kann man tun? Was muss man tun! Und da kommen wir wieder zu den Eingang fälschlicher Weise richtig diagnostizierten Aufgabe, dem Schnitt! Jetzt zunächst nicht radikal, aber alle bereits abgestorbene Äste zügig, zeitnah, also sofort entfernen! Sche....ß auf den falschen Zeitpunkt, es muss jetzt gehandelt werden. Wenn es nicht schon zu spät ist, weil es nicht umsonst das plötzliche Aprikosensterben heißt, es geht rasend schnell. Also Abschneiden, entfernen, verbrennen, raus aus dem Garten! Es sind halt Bakterien. Um einen Formschnitt können wir uns später kümmern, wenn es der Baum noch geschafft hat.

    Also entferne alles kranke Gedöns.
    Und, Gärtnerjung! Es gibt kein schlechtes Wetter!

    P.S. Ein schöner Baum, auf jeden Fall ein Versuch wert.
     
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