Bewässerung für Neubau - 1350qm Rasen - Anzahl Brunnen

B

BiancaS

Neuling
Hallo und danke für die Aufnahme.

Wir bauen demnächst ein Haus auf einem 1845m2 Grundstück. Die Rasenfläche wir nach dem Bau wird ca 1350m2 betragen. Da wir im derzeitigen Mietshaus eine Beregnungsanlage mit Frischwasserzufuhr haben, wo uns die Wasserrechnung quasi erschlagen hat (dazu erstelle ich ein anderes Thema - der Verbrauch erscheint mir da extrem), wollen wir bei der Fläche im Neubau einen Brunnen bohren lassen. Grundwasser liegt bei uns bei ca 45m Tiefe, somit ist der Brunnen nicht ganz günstig.

Jetzt habe ich hier gelesen (aber verstehen tue ich noch nicht alles, um ehrlich zu sein), dass bei so einer Fläche 1 Brunnen wahrscheinlich zu wenig sein wird? Als Pumpe wurde mit die Grundfos SQ 2-55 max. 6.8 bar und max 4.5 m3/h empfohlen. Der Brunnen mit der Pumpe wird ca 5.500EUR kosten, die Bohrung übernimmt das Unternehmen, welches auch die Bohrung für unsere EWP macht.

Jetzt habe ich natürlich bedenken, dass 1 Brunnen hier uU eine Fehlplanung sein könnte. Gibt es da Empfehlungen, wie man feststellen kann, ob man 1 oder 2 Brunnen benötigt?

Lageplan des Grundsücks anbei

Vielen Dank

Bianca
lageplan-jpg.660047
 
  • B

    BiancaS

    Neuling
    Sorry - die Pumpe war eine Grundfos 3-55 max 6.8bar und max 4.5m3/h oder alternativ Grundfos SQE 3-65 als Konstantdruckpaket mit Steuereinheit CU301. Verrohrung waren 35m Aufsatzrohr 3" und 20m PE-Rohr 1". Bohrung 250mm.
     
    T

    Tuatara

    Mitglied
    Moin!
    Jetzt habe ich natürlich bedenken, dass 1 Brunnen hier uU eine Fehlplanung sein könnte. Gibt es da Empfehlungen, wie man feststellen kann, ob man 1 oder 2 Brunnen benötigt?
    Ich nehme an, du hast den Thread von @Jagger gelesen? Er hat halt schon zwei Brunnen, daher macht es schon Sinn beide zu nutzen.
    Bei Neuanlage lässt man einen Brunnen bohren. Besser eine Nummer größer als zu klein. Einen etwas größeren Brunnen herstellen zu lassen dürfte auch günstiger sein als zwei kleinere.

    Und wenn wir schon bei zu klein sind: die Pumpe erscheint mir etwas schwach. Bei Wasser 45m unter Gok und 3-3,5 bar (=30 - 35m Förderhöhe) Druck für die Regner müsste der Betriebsdruck der Pumpe bei 7,5-8 bar liegen, da kommt die SQ3-55 nicht mal hin...
    Was für Boden habt ihr denn (oberflächlich) und in welcher Region liegt das Grundstück?
    (Zur Bestimmung der wöchentlichen Niederschlagsmenge und damit Förderdaten für die Pumpe)

    Gruß Steffen
     
  • T

    Tuatara

    Mitglied
    Ergänzung: Kennlinie der SQ3-55
     
  • merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Liebe Bianca,
    wie schon erwähnt wurde ist die empfohlene Grundfos völlig ungeeignet für eine Bewässerungsanlage.
    Nach dem Heraufpumpen des Wassers aus über 45m Tiefe (4,5Bar) bleiben von den 6,8Bar die die Pumpe maximal schafft gerade noch 2,3Bar übrig. Wenn sie noch 5meter unter Wasser spiegel sitzt noch weniger.

    Du brauchst aus dieser Tiefe eine Pumpe die locker mal 90-100m Förderhöhe hat. Zusätzlich dazu für diese riesige Rasenfläche auch noch möglichst hohen Wasserdurchfluss, denn sonst kommen zwar oben noch 5 bar an, jedoch kannst du dann bei schwächeren Pumpen noch 500l/h abnehmen sonst bricht der Druck stark zusammen und die Regner kommen nicht mehr alle hoch.

    Bei so einem Tiefen Brunnen muss die Pumpe entsprechend Leistungsfähig sein sonst wird das nix.
    Wir reden hier also von Pumpen mit 2,2kw/h Leistung aufwärts.

    Auch würde ich lieber 4 oder 5 Zoll bohren statt nur 3" denn die besten 3" Pumpen schaffen einfach nicht genug Durchsatz. Die liegen bei nem Druck von 8-9Bar irgendwo bei unter 1m³ Wasser.
    Bei deiner Fläche bräuchtest du locker 10 Stränge oder mehr. Und die Pumpe rennt quasi 24/7 um alle irgendwie zu bewässern.

    Von den Leistungsdaten her brauchst du in etwa sowas:

    2200Watt Leistung
    96m Förderhöhe bleiben nach dem Hochpumpen 4,5-5Bar max Druck. Wenn sie nur 85m Förderhöhe Leisten muss schafft sie also 3,5-4Bar oben am Brunnenausgang un dliefert dabei ~3-4m³. Damit lässt sich was anfangen.
    Ob der Herseller was taugt weiss ich jedoch nicht. Jedoch gibt es nicht viele Pumpen mit diesen Leistungsdaten.
    Und in 3" schon gar nicht.


    Was die Regnerplanung angeht, so brauchst du mindestens 3 mal mp3500 360° Regner in der MItte der großen Fläche.

    Auch hier empfehle ich wieder alle Flächen in Rechtecke aufzuteilen und dann wie im Hunter Planungshandbuch beschrieben die Regner zu platzieren. In Jeder Ecke einen und dann sauber Kopf zu Kopf beregnen und entsprechend viele Zentralregner in der Mitte zu Platzieren.

    Sonst ist die ganze Mühe für die Katz
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Wow, erstmal vielen Dank für die Rückmedungen!
    Ja, ich habe den Beitrag von @Jagger gelesen und deshalb gefragt - bevor ich da was falsches mache.

    Das Grundstück ist in Brandenburg, westlich an der Stadtgrenze zu Berlin. Der Boden ist lehmhaltig. Bodengutachten hat hier "aufstauendes Sickerwasser" prognostiziert.

    Danke für die Pumpenempfehlung! ich schaue mir auch nochmal die Regner an - das war nur der Vorschlag aus dem VDS Tool. Ich versuche es mal selbst zu machen, ansonsten lasse ich es professionel planen.
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Wie wäre es mit soetwas? Scheint von der Tiefe und Leistung OK zu sein. Gibt auch "kleinere" oder "grössere" Versionen:

    (ich darf leider noch keine Links posten - ist aus dem pumpen-netshop)

    LOWARA 8GS (4,0-11,0 m3/h)
    Mehrstufige 4" Unterwasserpumpe

    Fördermenge: bis zu 186 l/min
    Förderhöhe: bis zu 189 m
    Leistung: 4,0 kW
    400 V Drehstrom-Motor
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Oder
    LOWARA 12GS (6,0-15,0 m3/h)
    Mehrstufige 4" Unterwasserpumpe
    Fördermenge: bis zu 236 l/min
    Förderhöhe: bis zu 135 m
    Leistung: 4,0 kW
    400 V Drehstrom-Motor (ist etwas günstiger als die erste bei gleicher Leistung - dafür hat sie nur eine max Förderhöhe von 135m aber eine höhere Fördermenge als die erste)
     
  • merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Förderhöhe: bis zu 189 m = 18,9Bar Druck abzüglich der 4,5Bar durch die 45m Förderhöhe wärst du ja immernoch bei 14Bar Statischem Druck bei keiner Wasserabnahme. das is zuviel die normal bezahlbaren Fittinge und co gegehn maximal bis 10-12Bar...

    LOWARA 12GS (6,0-15,0 m3/h)
    Fördermenge: bis zu 236 l/min
    Förderhöhe: bis zu 135 m

    ist hier mit 4KW Leistung meines erachtens auch ein bisschen heftig.
    bei nem Fließdruck von 4Bar haut die 13m³ raus. Das muss dein Brunnen erst mal schaffen.
    Völlig überdiemensioiert und mit 1300€ auch ne NUmmer zu teuer.

    Der Brunnenbauer muss dir bevor du weiter suchst erst mal sagen können wieviel m³ der Brunnen leisten könnte in 4". (3" kannst du bei dieser Förderhöhe vergessen)
    Vorher brauchst du gar keine Pumpe suchen.

    Von den Daten her dürfte am ehesten diese hier in betracht kommen
    4 Zoll Tiefbrunnenpumpe Lowara 8GS 30, 11000 l/h, 138m, 13,8 bar
    die hat dann bei 4 Bar Fließdruck rund 3-5m³ bei 2200Watt Leistung was schon schwer in ordnung wäre.
    Und das für 650€ (was Peislich aber auch schon eher premium ist)

    Ruhedruck von knapp 9 Bar ohne Wasserabnahme, die man mit nem Druckminderer auf angenehme 4-5Bar Drossel kann um dann mit 5m³/h ne solide Bewässerungsplanung zu machen.

    Schätze für das doppelte Geld bekommst du bei der Lowara etwa 1-2m³/h mehr raus als bei der günstigeren die ich oben verlinkt hab.

    Aber wie gesagt alles Abhängig davon was der Brunnenbauer an Wasserabnahme Menge für ne 4" Bohrung angibt. Bringt nix den Brunnen zu überfordern und ihn in wenigen Jahren zu schrotten.
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Verstanden, danke. Wie kann der Brunnenbauer feststellen, was der Brunnen bei 4" leisten kann?

    Ich habe mal die 8 GS 30 gesucht - komme da aber zwar auf die gleiche Fördermenge und Förderhöhe, aber auf eine Leistung von 3kw und einem Preis von EUR 1.2t?
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Und noch eine Frage - wo auf diesem Grundstück wäre ein guter Standort für diesen Brunnen? Wahrscheinlich irgendwo im Westen, dh ggü der Terasse?
     
    R

    rspecht

    Mitglied
    Wenn sie noch 5meter unter Wasser spiegel sitzt noch weniger.
    Da muss ich ein Veto einlegen.... Wasseroberkante zählt.
    Bildlich dargestellt dückt das Wasser über der Pumpe in die Pumpe rein und das Wasser steigt in der Pumpe durchs Förderrohr bis ein Gleichgewicht eingestellt ist. Das ist genau der Fall wenn der Pegel im Rohr dem Pegel des Wassers außen annimmt. Es herrscht ein statisches Gleichgewicht.
    Die Pumpe muss nun die Arbeit tragen um diesen Pegel im Rohr zu erhöhen. Somit zählt nur der Weg von der Wasseroberfläche zur Abnahmestelle. Wenn du magst kannst du die Pumpe 100m tief hängen. Das einzige was wir dynamisch verlieren sind die Reibungsverluste im Schlauch. 5m Sind da egal - aber das wirst du merken wenn die Pumpe 100m unterm Wasser liegt :)
    Also vergiss die 100m und häng die Pumpe auch gerne in den Filtersumpf.

    Du brauchst aus dieser Tiefe eine Pumpe die locker mal 90-100m Förderhöhe hat.
    45m + 3,5 bar + Reserve

    80m Wäre das Minimum - 90m wäre gut. Zumal eine 100m Pumpe einen gegendruck von nur 9 bar mit wesentlich mehr Volumenstrom dankt :)
    Häng dich an die Empfehlungen von Torsten - das passt.

    Gruß Raphael
     
    R

    rspecht

    Mitglied
    Verstanden, danke. Wie kann der Brunnenbauer feststellen, was der Brunnen bei 4" leisten kann?

    Ich habe mal die 8 GS 30 gesucht - komme da aber zwar auf die gleiche Fördermenge und Förderhöhe, aber auf eine Leistung von 3kw und einem Preis von EUR 1.2t?
    Das wird dir der Brunnenbauer sagen. Er entscheidet welchen Filter er einbaut und ebenso die Länge. Geh mit dem Datenblatt deiner Pumpe zu ihm und kläre es. Er weis wie lang die Strecke werden muss bei dem Gestein was er gedenkt vorzufinden.
    Und ja, eine gute Pumpe ist teuer. Denk immer dran: Dein Vorhaben ist an der Grenze der normalen Technik. Option B wäre eine Zisterne zu füllen und daraus zu Beregnen. Da kosten die Pumpen halt wenig, dafür die Instandhaltung und das Erbauen sehr viel.

    Der Standort für den Brunnen sollte gut zu erreichen sein. Und mach dir schon jetzt Gedanken wie du ihn "verstecken" willst. Bis zu einmal im Jahr musst du dran. Wenn du nach 5 Jahren einen Baum fällen musst um die Pumpe zu ziehen ärgert du dich. Ebenso ärgert dich eine Betonplatte in der mitten Terrasse. Also plane es in die Gestaltung ein. Denk auch an Strom aus dem Haus dort hin zu legen. Evtl. willst du auch eine Wasserleitung zurück ins Haus legen - das muss dann frostfrei passieren. Somit würde ich in gesunder nähe zum Haus arbeiten. 5m klingen gut. Mit Bagger kannst du auch 30m Leerrohr verscharren.
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Danke. Geplant habe ich, den Brunnen in einem Gartenhaus zu "verstecken". Für die Aussenanlagen ist ein eigener UV geplant (im Gartenhaus oder in der Garage) - der Brunnen und ide Bewässerungsanlage bekommen einen eigenen Stomkreis mit eigenem FI Schalter.

    Bäume gibt es (noch) keine, da unser Neubaugebiet auf einer ehemaligen Ackerfläche liegt.

    Zisterne wäre die Frage - bei 1350qm Rasenfläche - dann lieber einen Brunnen.

    Ach so, bei einer 4" Pumpe, brauche ich dann ein 115er Rohr?
     
    R

    rspecht

    Mitglied
    Danke. Geplant habe ich, den Brunnen in einem Gartenhaus zu "verstecken". Für die Aussenanlagen ist ein eigener UV geplant (im Gartenhaus oder in der Garage) - der Brunnen und ide Bewässerungsanlage bekommen einen eigenen Stomkreis mit eigenem FI Schalter.

    Bäume gibt es (noch) keine, da unser Neubaugebiet auf einer ehemaligen Ackerfläche liegt.

    Zisterne wäre die Frage - bei 1350qm Rasenfläche - dann lieber einen Brunnen.

    Ach so, bei einer 4" Pumpe, brauche ich dann ein 115er Rohr?
    Ja, das klingt schon mal sehr vielversprechend. Denke daran das du hartes PE Rohr an der Pumpe hast und beim herausziehen evtl. durch das Dach des Schuppens musst.
    Das ist bei 20m schon wild - bei 45m wirds richtig lustig.
    4'' sind ca. 93cm und brauchen min. ein 100er Rohr. Ich würd aber min. ein 1 1/4 Zoll, also 115er Rohr setzen. Rede mit dem Brunnenbauer - der wird schon wissen welche Rohrdurchmesser bei dieser tiefe er sonst so einbaut.
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Danke - dh ich muss 1x pro Jahr das Ding komplett rausziehen? Dann fällt natürlich Gartenhaus aus. Dann lieber in der Nähre des Gartenhauses....

    Was Rohr betrifft, wollte ich ein Rohr kaufen, was in den einschlägigen Brunnen online shops angeboten werden.

    Ich versuche schon seit heute morgen, den Brunnebauer mit meinen neuen Erkenntnissen zu erreichen ;-)))

    Eigentlich hat der in diesem Neubaugebiet einige Pumpen eingebaut. Die grundfos....... Aber die zu beregnende Fläche ist da auch etwas kleiner (wir haben 2 Grundstücke vereint). Der sollte also wirklich wissen, was er da vorfinden wird.
     
    R

    rspecht

    Mitglied
    Danke - dh ich muss 1x pro Jahr das Ding komplett rausziehen? Dann fällt natürlich Gartenhaus aus. Dann lieber in der Nähre des Gartenhauses....
    Nein, du musst es nicht 1x im Jahr rausziehen.
    Je nach aufbau musst du evtl. das Wasser im Winter ablassen.
    Rausziehen nur bei defekt - dann muss es aber machbar sein.
    Denk halt dran wenn das Haus gestellt wird damit das Dach mehr oder weniger einfach abnehmbar ist. So eine gute Pumpe hält auch gerne 20..30 Jahre - kann aber auch nach 5 Jahren den Geist aufgeben.
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    OK, mit Brunnenbauer gesprochen - er meinte, dass er mir die Paramenter erst geben kann, wenn der Brunnen gebohrt wurde. Bei uns im Neubaugebiet sind Tiefen zwischen 45-60m gewesen. Also ja - an den Grenzen der normalen Technik.
     
    B

    BiancaS

    Neuling
    Aber er bohrt auch 4" wenn ich das will - bislang waren es alles 3"
     
    T

    Tuatara

    Mitglied
    Bei uns im Neubaugebiet sind Tiefen zwischen 45-60m gewesen.
    Moment! Brunnentiefe oder Wasserspiegeltiefe? Das kann einen großen Unterschied machen. Oben sprachst du von Wassertiefe, hier hört es sich nach Brunnentiefe an.

    Die mindestens erforderlichen Pumpendaten würde ich rückwärts ermitteln, in dem man den wöchentlichen maximalen Wasserverbauch ermittelt und sich dann anschaut, wie man diesen aufteilt.
    Ich würde mit 30mm Niederschlag pro Woche rechnen (lehmhaltiger Boden), macht bei 1350m² ca. 40m³ Wasser pro Woche.
    Bei 6 Beregnungstagen sind das 6,75m³ Wasser pro Beregnungstag, gerundet also 7m³/d. Aufgeteilt auf 2 Stunden Laufzeit sind das also min. 3500l/h Förderkapazität bei 3,5 bar Druck (am Brunnenkopf).
    Der Druck an der Pumpe wird natürlich durch den Förderhöhenunterschied Wasserspiegel bis Brunnenkopf entsprechend höher ausfallen (10m ~ 1 bar).

    Ob der Brunnen dann auch die 3500l/h leistet,steht natürlich auf einem anderen Blatt. Empfehle aber auch mindestens eine Nummer größer als 3" bohren zu lassen.

    Gruß Steffen
     
    R

    rspecht

    Mitglied
    Moment! Brunnentiefe oder Wasserspiegeltiefe? Das kann einen großen Unterschied machen. Oben sprachst du von Wassertiefe, hier hört es sich nach Brunnentiefe an.
    Ich geh mal von 3...5m Varianz durch die Filterstrecke aus. Somit <10% :)

    Bei 6 Beregnungstagen sind das 6,75m³ Wasser pro Beregnungstag, gerundet also 7m³/d. Aufgeteilt auf 2 Stunden Laufzeit sind das also min. 3500l/h Förderkapazität bei 3,5 bar Druck (am Brunnenkopf).
    Der Druck an der Pumpe wird natürlich durch den Förderhöhenunterschied Wasserspiegel bis Brunnenkopf entsprechend höher ausfallen (10m ~ 1 bar).
    Nunja... Rasen mag keine Dauerberegnung.
    Ich würde die 40m^3 an einem Tag ausbringen mit ca. 10mm/h ausbringen. Somit sind wir bei 13,5m^3/h für 3h. Brechen wir es nun auf 4 Regnerkreise sind wir bei guten 3,3m^3/h für 3h Pro Kreis.
    Prinzipiell kommt das gleiche raus wie bei dir, nur ein anderer Ansatz :)
    Wie man sieht kann man durch die Kreisanzahl ein gewisses Defizit der Pumpe kompensieren - nur die Gesamtlaufzeit sollte man auch immer im Auge behalten. 3h Regnen am Tag und 6h Robotterfahrt und schwupp kommt man nicht mehr auf seinen Rasen :)
    Tipp: Regnen kannst du auch nachts. Mährobottern ist nachts schwierig wegen den Igel.

    Zum Durchmesser: definitiv 4 oder besser 4 1/2 Zoll. Frag mal deine 3'' Nachbarn was sie mit den Brunnen machen. Bluten musst du eh - der Brunnen wird gut Geld kosten. Dann hast du aber lange Ruhe. Selbst wenn du eine gute 3'' Pumpe findest wird die hohe Fließgeschwindigkeit nicht grade zuträglich für die Filterlebensdauer sein.

    Gruß Raphael
     
    merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Hier noch ein paar Denkanstöße:

    - Bei uns rund um Frankfurt ist es zum Teil so, dass bei Neubauten grundsätzlich eine Zisterne verbaut werden muss. In manchen Gegenden sogar so groß das fast der komplette gemittelte Niederschlag im jahr aufgefangen werden kann. Wir reden also von 10-20m³ großen Zisternen. Das ist nicht überall so, sollte man aber mal in Erfahrung bringen.

    - Denn wenn ihr eh eine Zisterne bauen müsst, so würde ich diese grundsätzlich mit einbinden und den Brunnen nur zur Nachspeisung nutzen. Das hat folgende Vorteile:

    - Ihr nutzt soviel Regenwasser wie es nur geht
    - Die Tiefbrunnenpumpe muss keinen hohen Druck bringen sondern nur die 45-60m Tiefe überbrücken
    - sie kann vieeeel weniger Leistung haben und kann mit einem deutlich niedrigerer Wassermenge und damit viel niedrigerer Wassergeschwindigkeit in der Filterstrecke arbeiten (was den Brunnen um viele Jahre länger leben lässt)
    - es gibt um aus Zisternen zu saugen sehr Leistungsstarke Pumpen für deutlich weniger Geld als Leitungsstarke Tiefbrunnenpumpen die 10-13bar bringen müssten.
    - Der Zisternenpumpe reichen 4-5Bar und 4-5m³ Wasserdurchsatz
    - Aus der Zisterne kannst du nahezu beliebig große Wassermengen entnehmen da du nicht auf die
    Leistungsfähigkeit des Brunnen achten musst.

    Dann wiederrum könnte man sich tatsächlich überlegen statt dem 4 oder 5" Brunnen nur einen 3" Brunnen zu bauen. Sollte dann aber nur die halbe Leistungsfähigkeit des Brunnens zum auffüllen der Zisterne nutzen.
    Sprich sagt der Brunnenbauer ihr könnt 4m³/h entnehmen so nimmt man nur 2m³/h ab zum auffüllen der Zisterne und lässt die Brunnenpumpe lieber etwas länger laufen. Überhitzen können die quasi nicht da sie unten im kalten Wasser hängen und dauergekühlt sind.

    Ohne Zisterne mindestens 4" besser sind 5" die Mehrkosten werden denke ich erträglich sein aber in 10 Jahren nen neues Loch bohren weil der alte Brunnen dicht ist kostet vieeel mehr.

    Standort: Innerhalb der Gartenhütte ist meines Erachtens quatsch. bei den Längen brauchst du zwingend ein durchgängiges PE Rohr bis runter zur Pumpe. Da die Pumpen nen 2 Zoll Anschluss haben sollte es auch mindestens ein 40mm besser 50mm PE Rohr PN16 (bis 16Bar) sein.
    Die Dinger sind ziemlich starr und lassen sich nur sehr schwer biegen. Bei 45-50m Länge sollte darüber absolut nichts sein. Also Brunnen lieber hinter die Gartenhütte verlegen und dann von dort aus die Bewässerung mit Ventilschacht etc. realisieren.

    Mähroboter und Bewässerung verträgt sich nicht gut. Mein Robi fährt an den beiden Tagen wo bewässert wird nicht. Es dauert ausser im Hochsommer einfach zu lange bis der Rasen abgetrocknet ist, und ich will den Robi z.b. nicht fahren lassen wenn die kleine ausm Kindergarten zurück ist.
    Daher sollte die Bewässerung möglichst kurz laufen also nicht zu viele Stränge haben die nacheinander bewässert werden müssen, das zieht die Bewässerungsdauer nämlich drastisch in die Länge.

    -Sinnvolle Werte sind ~3m³/ Strang. Das schafft das 32mm PE Rohr ohne nennenswerte Verluste, darüber steigen Druckverluste durch Reibung und du solltest 40mm nehmen..

    Deine Regnerplanung solltst du händisch erweitern und schaun das ein Regner immer den Kopf des anderen erreicht. Auch solltet ihr euch Gedanken machen welche Teile im Schatten liegen und welche praller Sonne ausgesetzt sind um verschiedene Bereiche auszumachen die als eigene Fläche angesetzt werden (sprich keine Regner mit 180° verbauen wenn er damit 2 Bereiche mit unterschiedlicher Sonneneinstrahlung beregnen würde)

    Bin gespannt auf deine nächsten Schritte.
     
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