Bewässungsplanung: Druck berechnen

P

popcb

Neuling
Hallo zusammen, ich bin seit 2 Monaten dabei, meine Bewässerung zu planen. Jetzt komme ich allerdings seit ein paar Tagen nicht weiter und finde auch leider keine passende Antwort im Internet.

Ich möchte den Garten mit Hunter Rotatoren bewässern.
Ausgangssituation:
- 4,5 bar statischer Druck
- 2400 l/h mit "Eimer Test"
- 3,25 bar Fließdruck (Berechnung gemäß Hunter Handbuch (Berechnung mit Größe der Wasseruhr + Rohrdurchmesser))
- 2000 l/h Anschlussleistung gemäß Hunter Handbuch Berechnung

Ich habe drei Bewässerungskreise mit max. 1400l/h gebildet und plane die Pipelines mit 3/4" zu verlegen. Eine Zone davon (im Bild ganz rechts - orange Zone) bereitet mir die Kopfschmerzen :-( Der am am weitesten entfernte Regner ist 50 m entfernt.
Ich müsste also 1 bar Druckverlust aufgrund der Leitungslänge einrechnen sowie nochmal 0,2bar aufgrund der Winkel und Kurven.

Muss ich nun 3,25 bar - 1 bar (Leitungslänge) - 0,2 bar (Winkel) = 2,05 bar rechnen!?
Heißt das, dass ich in dieser Zone nicht die Pro-Spray PRS40 Gehäuse (Druckregulierend auf 2,8 bar) nehmen kann sondern die Pro-Spray PRS30 (Druckregulierend auf 2,1 bar) nehmen muss? Oder habe ich einen Denkfehler?
 

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  • Faxe59

    Faxe59

    Mitglied
    Hallo Bobcb
    Ich komme bei 50m PE 25 Rohr und ca. 1500lh auf 0,6 Bar Verlust.
    In Summe also ca. 0,8 Bar.
    Kommen am Regner noch 2,45 Bar an.
    Deine Berechnungen lt. Hunter würde ich trotzdem einem Praxistest unterziehen.
    Mit einem 3/4 Zoll T-Stück einem 3/4 Zoll Kugelhahn und einem Manometer 1-6 Bar
    baust du dir eine Vorrichtung und misst noch mal deine Wassermenge bei 3,5 Bar
    Fliesdruck.
    Schau mal wie weit du dann zu den Theoretischen Werten auseinander liegst.
    LG Herbert
     
    P

    popcb

    Neuling
    Hallo Herbert, vielen Dank für deine Antwort!

    Ich habe mir ein "Messgerät Druck / Durchfluss zur Bestimmung der verfügbaren Wassermenge" bestellt, sobald es geliefert wird werde ich das Ergebnis posten.
     
    P

    popcb

    Neuling
    Meine Messungen (jeweils mind. 3 Messungen) haben folgendes ergeben:

    2,5 bar: 1800 l/h
    3,0 bar: 1620 l/h
    3,5 bar: 1377 l/h

    Warum wird der "Betriebsdruck" immer mit 3,5 bar angenommen? Wenn ich ausschließlich die Pro-Spray PRS40 Gehäuse (Druckregulierend auf 2,8 bar) nehme, ist dann mein Betriebsdruck nicht ebenfalls 2,8 bar?

    Auf Grundlage von welchem Druck soll ich den individuellen Druckverlust (Leitungslänge) in meinen Leitungen ausrechnen? Statischer Druck (4,5 bar) oder Betriebsdruck (3,5 bar oder 2,8 bar?)?

    Meine Erkenntnis ist aber schonmal, dass ich bei einem Betriebsdruck von 3,5 bar (auch wenn mir dieser Wert an sich noch nicht klar ist) ich nun mehr als die o.g. drei Bewässerungskreise mit max. 1400l/h bilden muss.
     
  • Faxe59

    Faxe59

    Mitglied
    Hi Popcb
    Da die meisten Regner einen Betriebsdruck zwischen 2 und 3 Bar haben , kommt man abzüglich von Druckverlusten durch Leitungslänge, Filter, Fittinge und Ventilen bei ca. 3,5 bar auf einen Arbeitsdruck von ca. 2,5 bar bei den Regnern.
    Der statische Druck sagt nur aus , was deine Wasserversorgung gegen geschlossenen Schieber leistet.
    Je höher dein statischer Druck ist und je größer deine Versorgungsleitung um so mehr Menge hast du bei 3,5 bar.
    Bei sehr hohen statischen Druck ergibt sich auch bei 4 bar dynamischen Druck noch eine beachtliche Menge.
    Die regulierenden Gehäuse sind also nur nötig wenn du mehr als 2,8 bar an das Gehäuse bekommst.
    Bei dir eher unwahrscheinlich.
    Am besten die weitest entfernte Leitung oberirdisch legen und vor dem Gehäuse nochmals mit dem Manometer messen.
    LG Herbert
     
  • P

    popcb

    Neuling
    Da die meisten Regner einen Betriebsdruck zwischen 2 und 3 Bar haben , kommt man abzüglich von Druckverlusten durch Leitungslänge, Filter, Fittinge und Ventilen bei ca. 3,5 bar auf einen Arbeitsdruck von ca. 2,5 bar bei den Regnern.
    Hallo Herbert - das verstehe ich noch immer nicht. Wenn ich ausschließlich Hunter Rotator mit PRS40 Gehäuse (2,8 bar) verbauen würde, dann ist doch mein Betriebsdruck nicht zwischen 2 und 3 bar sondern bei 2,8 bar, oder?

    Rechnung: Bei 3,5 bar (1377 l/h) komme ich auf einen Druckverlust von 0,76 bar (0,36 Leitungslänge bei 1377l/h + 0,2 Ventil + 0,2 Winkel) und wäre knapp unter 2,8 bar. Ist das problematisch für die PRS40 Gehäuse? Ist das richtig gerechnet?
    Warum wird 3,5 bar als Ausgangswert dieser Rechnung genommen?

    Wenn ich von bei den 50m Rohr 3/4" auf 1" gehe, dann ist der Druckverlust bei der Leitungslänge rechnerisch deutlich geringer, ist das 1" Rohr hier empfehlenswert? Oder bringt das gar nichts, wenn der Start (Wasserstelle und Ventile) in 3/4" sind?
     
  • merls

    merls

    Foren-Urgestein
    @popcb
    3,5Bar sind ein Erfahrungswert. Abzüglich der Druckverluste durch Magnetventile, Fittinge, Rohrreibung etc. kommt am Ende bei den Regnern noch genug an damit sie sauber arbeiten.

    Wenn du es genau machen möchtest, musst du deinen benötigten Druck anhand der benötigten Reichweite festlegen und dann alle Verluste durch Rophrreibung, Fittinge, Kurven, Winkel, Ventile etc draufrechnen.

    Dieser Wert sind dann deine persönlichen 3,5bar oder 3,7bar oder 3,3bar.

    Die Druckkompensierenden Gehäuse kommen erst dann ins Spiel wenn du mehr Druck hast als du benötigst und verschiedene Reichweiten durch verschiedene Drücke in einem Strang hinbekommen musst.
    Hast du weniger druck als die 2,8Bar, so wird nix kompensiert und es liegt einfach der niedrigere Druck an.
    Stören tut das die Gehäuse nicht. Das einzige ist die Reichweite die unter Umständen geringer ausfällt als mit 2,8bar geplant.

    Wenn du lange Strecken und nur gerade soviel Eingangsdruck hast das es läuft, so empfiehlt es sich natürlich jegliche Druckverluste auf dem Weg zu den Regnern zu vermeiden. Dann nimmt man 32mm PE Rohr (DN32) und hat die Druckverluste minimiert. Hat man genug Eingangsdruck und kann mit den Druckverlusten gut leben so kann man auch DN25 rohr verlegen.

    Größeres Rohr bringt dir immer den geringeren Druckverlust auf dem Weg im Vergleich zu einem dünneren.
    die Druckverluste durch die Verengungen in 3/4" bleiben die gleichen ob ein dickes oder dünnes Rohr dran hängt.
    Daher kannst du sie bei der Entscheidung DN25 oder DN32 einfach vergessen. Am Ende kommt aus dem DN32(1" Innendurchmesser) halt mehr Druck am Regner an als beim DN25 (3/4" Innendurchmesser).
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Das Hunter Planungsbuch finde ich für die Berechnung des Fließdruckes zu gewagt, ich würde das mit einem Manometer verifizieren. Die Methode die ich für die Zertifizierung pauken musste, sah diese Rechnung nur zum Leitungsschutz vor, nicht als Berechnung ob man so auch genug Druck hat. Leitungsschutz meint dabei, dass die Hauptleitung vor Schäden durch Erosion und Druckschläge bei hoher Fließmenge zu schützen ist.

    Wenn sich die Werte Bei deiner Situation bestätigen, ist der Druckverlust mit 3/4"-Rohr grenzwertig, mit 1"-Rohr (32er) wird er massiv reduziert und Du kommst ungefähr beim Solldruck der Regner raus. Der Preisunterschied ist gering, nimm 32er.
     
    P

    popcb

    Neuling
    @popcb

    Wenn du es genau machen möchtest, musst du deinen benötigten Druck anhand der benötigten Reichweite festlegen und dann alle Verluste durch Rophrreibung, Fittinge, Kurven, Winkel, Ventile etc draufrechnen.


    Dieser Wert sind dann deine persönlichen 3,5bar oder 3,7bar oder 3,3bar.
    Wie rechne ich das?
    Ich stelle mir das so vor: Solldruck am Regner: 2,8 bar + Druckverlust von 0,76 bar = 3,56 bar.
    Und für die 3,56 bar gilt dann der individuell gemessene Wasserdurchfluss? (ca.1377 l/h) Mit diesem Wert plane ich meine Bewässerungskreise (inkl. Puffer).

    Aber der echte Druck am Regner ist dann deutlich höher als 2,8 bar? Ich mache diese Rechnung nur um zu wissen, wieviel l/h ich einplanen kann?
     
  • merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Wie rechne ich das?
    Ich stelle mir das so vor: Solldruck am Regner: 2,8 bar + Druckverlust von 0,76 bar = 3,56 bar.
    Und für die 3,56 bar gilt dann der individuell gemessene Wasserdurchfluss? (ca.1377 l/h) Mit diesem Wert plane ich meine Bewässerungskreise (inkl. Puffer).
    Absolut korrekt

    Aber der echte Druck am Regner ist dann deutlich höher als 2,8 bar? Ich mache diese Rechnung nur um zu wissen, wieviel l/h ich einplanen kann?
    Am ersten Regner ist der Druck noch höher als 2,8Bar (wird aber von den Druckregulierten gehäusen auf 2,8Bar innerhalb des Gehäuses reduziert) und beim letzten wird er wenn du deine 1377l/h nicht überschreitest genau 2,8 Bar sein.
    Bleibst du unter 1377l/h wird der Druck auch am letzten Regner noch etwas höher sein.
    Überschreitest du die 1377l/h wird der Druck unter 2,8Bar fallen.

    Das sind dann die Leute, die Probleme haben, und erzählen das der letzte Regner nicht mehr hoch kommt und der davor immer mal mehr oder weniger spritzt :)
     
    S

    SebDob

    Mitglied
    Warum nimmst du keine 32er Leitung? Dann hast du 0,15Bar druckverlust.

    In deiner Hauptleitung ist der Fliesdruck den deine Versorgung herstellt. "Nach" dem eingebauten Minderer ist der Druck dann 2,8BAR. Sozusagen hinter dem Minderer bis zur Düse.
     
    P

    popcb

    Neuling
    Ich habe die Planung jetzt angepasst (1 Kreis mehr, 1" statt 3/4") und bin mit der Planung fertig,

    Ich werde meine Beregnungsanlage am Außenwasserhahn anschließen. Ich habe mich nun in das Thema Systemtrenner eingelesen und festgestellt, dass ich einen Systemtrenner der Kategorie 4 (Typ BA) benötige. (Vergleichbar mit der Installation auf dem Foto:
    wasser-systemtrenner-aufmacher-jpg.653843

    > dort verbaut Typ Honeywell BA 295 STN )

    Da ich meine "Druckplanung" schon fertig habe stelle ich mir nun die Frage, ob / wie viel Druckverlust ich für ein solchen Systemtrenner einplanen muss? Ein normales Ventil wird ja mit 0,2 bar Druckverlust angesetzt, ist das bei dieser Art Systemtrenner ähnlich?
     
    merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Da muss ich passen. Keine Ahnung.
     
    B

    benningmk

    Mitglied
    Ich möchte auch eine Bewässerung über einen Außenwasserhahn installieren.
    Uns sagte man, dass ein Systemtrenner der Kat 5 bei einer unterirdisch verlegten Bewässerungsanlage sein muß, allerdings gibt es da Unterschiede in den verschiedenen DIN Normen.
    Wir werden auch im Keller einen BA Trenner von Honeywell gefolgt von einer Garzenwasseruhr verbauen und dann 1" PE in den Garten.

    Bei dem Trenner habe ich nur die Daten, welcher Durchsatz in m3 maximal möglich ist, zum Druckverlust habe ich nix gefunden.
    Aktuell sind wir dabei die Angebote der Installateure zu vergleichen, es fehlen noch zwei.
     
    S

    SebDob

    Mitglied
    Ich habe die Planung jetzt angepasst (1 Kreis mehr, 1" statt 3/4") und bin mit der Planung fertig,

    Ich werde meine Beregnungsanlage am Außenwasserhahn anschließen. Ich habe mich nun in das Thema Systemtrenner eingelesen und festgestellt, dass ich einen Systemtrenner der Kategorie 4 (Typ BA) benötige. (Vergleichbar mit der Installation auf dem Foto:
    Den Anhang 653843 betrachten
    > dort verbaut Typ Honeywell BA 295 STN )

    Da ich meine "Druckplanung" schon fertig habe stelle ich mir nun die Frage, ob / wie viel Druckverlust ich für ein solchen Systemtrenner einplanen muss? Ein normales Ventil wird ja mit 0,2 bar Druckverlust angesetzt, ist das bei dieser Art Systemtrenner ähnlich?
    Druckverlust ist abhängig vom Durchfluss.

    Steht überall nur "geringer Druckverlust".

    Was hast du jetzt an Planung? Durchsatz pro Kreis, bei welchem Druck?
     
    H

    HaikoB

    Mitglied
    Ich möchte auch eine Bewässerung über einen Außenwasserhahn installieren.
    Uns sagte man, dass ein Systemtrenner der Kat 5 bei einer unterirdisch verlegten Bewässerungsanlage sein muß, allerdings gibt es da Unterschiede in den verschiedenen DIN Normen.
    Wir werden auch im Keller einen BA Trenner von Honeywell gefolgt von einer Garzenwasseruhr verbauen und dann 1" PE in den Garten.
    Soweit ich das verstanden habe, ist die Deutsche DIN 1988-100 der Europäischen DIN EN 1717 übergeordnet. Zur Absicherung bei Flüssigkeitskategorie 5 muss in DE also eine Trinkwassertrennstationen für Flüssigkeitskategorie 5 verwendet werden.
    Der BA von Honeywell ist doch nur Kat4, oder?
     
    B

    benningmk

    Mitglied
    Vor zwei Tagen war endlich unser Bekannter Installateur da und wir haben zusammen die neue Wasserleitung aus dem Keller gelegt in 1" mit einem Systemtrenner BA von Honeywell.
    Kann gerne ein paar Fotos nachreichen.

    Jetzt muß ich erst einmal auf meine Bestellung warten, damit ich alles zusammenbauen kann und den Durchfluss mal messen kann.
    Sobald ich da Werte habe reiche ich diese ebenfalls nach.
     
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