Bienen sind gesteuerte Lebewesen.
Ihr Instinkt (nicht der, eines einzelnen Individuumms, sondern der, eines Superorganismus) steuert sie in der Natur dorthin, wo es sich für ein Überleben des gesamten Volkes sehr aussichtsreich darstellt.
Je nach Witterung und jahreszeitlich abhängig, suchen die Bienen dort, wo es Blüh-Zustände (Tracht) gibt.
Über den Winter hat sich ein Volk ja einen [normalerweise] ausreichenden Vorrat angelegt. Die Insekten (besonders die, die Blüten aufsuchen) haben einen inneren Kalender. Der Imker hat den auch. Die Bienen hat in im "Kopf". Der Imker auf Papier.
Je nach Außentemperatur kann es dann ab Januar/Februar schon mit dem sammeln in der Natur losgehen. Schneeglöckchen, Krokus oder Huflattich. Nur mal, um ein paar zu nennen.
Im weiteren Verlauf und mit dem einsetzen des Frühlings, setzt die Tracht ein.
Salweide (ganz früh) dann Kirsche, Raps, Apfel usw. usw.
Das sind sehr große Angebote und dorthin schickt ein Volk schon mal all seine Flugbienen.
Ob im Nachbarsgarten beim Schmitz jetzt mal 3 Gänseblümchen stehen, ist für ein Volk nicht von Bedeutung. Vielleicht verirrt sich mal eine Biene dorthin aber das dürfte eher eine Ausnahme und Zufall sein.
Im späteren Verlauf des Sommers, wenn die großen Blütezeiten vorüber sind, werden dann auch schon mal kleinere "Biotope" abgegrast. Jetzt stehen Müllers
Blümchen höher im Kurs. Wenn man dann auch noch ein Schälchen Zuckerwasser hinstellt, kann man eine ordentliche Menge der Sammler auf einem Haufen sehen.
Egal was die Biene sammelt, ob das Pollen, Nektar oder Weißer-Zucker-Saft ist,
es wird erst umverarbeitet, angereichert und "brauchbar" gemacht. Am Schluß schreiben wir " Honig " auf´s Glas.
Ab August füttern wir den Bienen wieder zu, damit sie sich einen Vorrat für den Winter anlegen können.
In unserer Natur, gibt es für gewöhnlich keine wilden Honigbienen.
Wie oben beschrieben, kann man durch bereitstellen von Angeboten, Bienen anlocken. Es würde aber keinen Sinn machen, sich mal eben 3 - 4000 zu fangen.
Ohne eine Königin läuft da gar nix. Die Königin verläßt nur im Frühjahr mal ihren Stock. Dazu nimmt sie sich den größeren Teil des Staates mit. Der Hofstaat hat sich dann so die Bäuche vollgeschlagen, denen steht nicht mehr der Sinn nach stechen oder gar sammeln.
Mit wilden Bienen (die allermeisten solitär, also einzel lebend) hat der Imker so viel - oder so wenig - zu tun, wie die meisten auch. Sicher, ohne eine gewisse Liebe oder Verbundenheit mit der Natur, wird man mehr oder weniger stümperhaft bleiben. Wilde Bienen lassen sich aber weder vom einfachsten Stadtmenschen - noch vom besten Imker halten - oder was auch immer.
Sie anlocken, ihnen beste Bedingungen schaffen, kann jeder.