Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

Cerifera

Cerifera

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Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

Immer häufiger kommen in Gärten künstliche Dünger wie Blaukorn zum Einsatz. Die Folgen der Verätzung (durch die hohe Konzentration der Salze) werden oft falsch gedeutet und es wird noch mehr auf die Beete ausgebracht. Die überschüssigen Nährstoffe im Boden werden ins Grundwasser ausgewaschen und vergiften es. Überleben die Pflanzen einer Kultur eine derartige Versorgung, haben sie häufig sehr hohe Nitritwerte und können Krankheiten verursachen. Gerade Spinat, Salat und andere Grünpflanzen die wir frisch verzehren sind besonders stark betroffen.

Es ist nicht schwer auf natürliche Weise seinen Garten zu bestellen, man kann hier sogar bares Geld sparen, denn Kunstdünger sind meist sehr teuer. Billiger hingegen ist das Ausbringen von Hornspänen, Hornmehl, Urgesteinsmehl.
Wer genügend Platz in seinem Garten hat, kann sich seinen eigenen Kompost bereiten. Wer sich keine Holzkonstruktion bauen möchte kann auch eine Kompostmiete anlegen. Alle Materialien werden hier schichtweise aufeinander gestapelt bis ein Hügel entstanden ist. Eine richtige Aufschichtung ist genauso entscheidend wie die richtige Auswahl der Materialien. Keinesfalls dürfen Plastik, Metall oder farbig bedruckte Zeitschriften auf den Kompost. Samentragende Unkräuter und kranke Pflanzenteile sollten nur in der Mitte des Haufens einen Platz finden, da diese durch die hohe Temperatur im Inneren zersetzt werden. Bestimmte Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke vergräbt man besser in einem 50 cm tiefen Loch und schüttet Erde auf, da diese sehr hartnäckig sind. Es empfiehlt sich zudem eine dünne Lage Urgesteinsmehl oder Hornspäne auf jede Kompostlage zu streuen, weil die Bodenlebewesen beim Zersetzungsprozess sehr viel Stickstoff benötigen. Ein guter Kompost sollte immer so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm, im Sommer muss man für Feuchtigkeit und im Winter für ein Dach sorgen. Für handwerklich nicht begabte gibt es im Handel Thermokomposter zu erwerben.

Eine weitere naturnahe Methode ist das Ansetzen von Jauchen. Für diese braucht man nur wenige Pflanzenteile, die man in einem Eimer oder einem Regenfass mit Wasser ansetzt und gären lässt. Täglich wird das Gefäß mit einem Holzstecken umgerührt, damit alle Pflanzenteile völlig verwesen und Luft zugeführt wird. Das grüne Gold ist in weniger als einer Woche fertig wenn es um 20 Grad Außentemperatur tagsüber hat. Diese Jauchen werden im Verhältnis 20:1 mit temperiertem Wasser (am besten Regenwasser) verdünnt und spät abends oder bei bedecktem Himmel vergossen. Durch das Jauchen mit verschiedenen Pflanzenarten ist eine optimale Nährstoffversorgung gewährleistet.
Ein perfekter Kalilieferant ist die Beinwellstaude, sie kann z. B. mit Ackerschachtelhalm oder Tomatenblättern gemischt werden. Da Kali in so hoher Konzentration nur in Holzasche (oft schwermetallbelastet) enthalten ist sollte sich jeder dieses Kraut in den Garten holen. Die Pflanze treibt das ganze Jahr neu aus, so ist man mit den Blättern versorgt. Im Herbst trocknet man das Kraut, damit man es zeitig im Frühjahr sofort zu einer neuen Jauche ansetzen kann.
Diese Form der Düngung hat den Vorteil, dass man gleichzeitig Schädlinge vertreiben und ungenutzte Materialien (wie Tomatengeiztriebe oder Zwiebelschalen) nicht wegwerfen muss.
Lediglich von April bis August sollte gedüngt werden, da die Kulturen sonst nicht mehr ausreifen würden und die noch weichen Triebe dem Frost erliegen.

Zur biologischen Düngung gehört vor allem der Aufbau des Humusanteils im Boden. Diesen kann man durch das Bedecken (Mulchen) der Beete mit Rasenschnitt und anderen Materialien unterstützen. Regenwürmer ziehen die Pflanzenteile in tiefere Schichten, sie lockern dabei die Erde und zersetzen den angefallenen Abfall für uns zu bestem Humus. Ohne diesen erhalten wir einen Sandboden, der weder Wasser noch Nährstoffe halten kann oder einen Tonboden der luftundurchlässig ist und sich immer weiter verdichtet. Die Bodenorganismen sollten durch das Düngen nicht geschädigt werden!
So greift ein Biogärtner nicht zum Spaten, sondern lockert seinen Boden nur leicht mit der Gabel und während der Saison mit der Handkralle. Das Hacken ist ebenfalls von großer Bedeutung, da nur so Stickstoff an die Wurzeln gelangt.

Es gibt Pflanzen, die ihren Stickstoffbedarf direkt aus der Luft beziehen und diesen mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln speichern. Diese Arten nennt man Leguminosen aus der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (botanisch: Leguminosae/Fabaceae). Zu ihnen zählen unter anderem Wicke, Erbse, Bohne, Klee.
Eine Besonderheit unter den Pflanzen, die der Naturfreund sich zu Nutze gemacht hat. Die Wurzeln dieser Kulturen verbleiben im Boden und werden für die Stickstoffversorgung der Nachfrucht verwendet, oder auch im Herbst um einer Nährstoffauswaschung entgegen zu wirken. Diese Gründüngung wird dann im Frühjahr in das Beet leicht eingearbeitet.

Gezieltes Düngen kommt nicht aus der Tüte sondern erfordert Kenntnis über Pflanzen, Tiere und Boden. Wer biologisch gärtnern möchte muss ganzheitlich arbeiten! Die Natur ist nicht auf uns angewiesen, es ist andersrum :?: :eek:

Wer sich an Literatur versuchen möchte, dem empfehle ich Frau Kreuters "Biogarten" und von John Seymour "Selbstversorgung aus dem Garten" beide sollten bei einem großen Anbieter der mit Ama... anfängt erhältlich sein ;-)
 
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  • Winterkartoffel

    Winterkartoffel

    Neuling
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Der Beitrag fasst gut zusammen, was ich mir mit der Zeit angelesen habe. Aber die Praxis:
    Wieviel Pflanzenmaterial für einen Eimer Jauche, ist das unterschiedlich bei verschiedenen Pflanzen (Brennessel, Beinwell)? davon ist die Verdünnung abhängig 1:5, 1:10,1:20!
    Woher genügend Mulchmaterial im eigenen Garten, zumal die Rasenfläche äußerst klein gehalten ist? Ich verwende schon den ganzen Heckenschnitt und Obstbaumschnitt, es reicht trotzdem nicht. Welcher Bodendecker, den man mähen kann (wie oft im Jahr?), könnte an die Stelle des Rasens treten? Hat sich Liegenlassen von herauasgherissenen Unkräutern bewährt?

    Würde dazu gern mal von langjährigen Bio-Gärtner hören


    Freundliche Grüße

    Winterkartoffel
     
    Rhoener55

    Rhoener55

    Foren-Urgestein
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo,

    also, wegen ein Eimer Jauche fange ich nicht an. Ich setzte jedes Jahr je ein 200liter Fass Brennnessel und ASH an. Die Fässer voll mit die Pflanzenteile (schön festgestampft - wiegt zum Schluß bei Brennessel ca 75kg). Wenn fertig 1 x pro Woche mit 1:10 verdünnt anwenden, Analog zu die ASH Jauche. Und ja, Rest bleibt über'n Winter im Faß und wird im Frühjahr verbraucht.

    Falls zuwenig Mulchmaterial anfällt, Nachbarn fragen (sind i.d.R. froh wenn die das Zeugs nicht wegfahren müssen)

    LG,
    Mark
     
    O

    Obstfan

    Mitglied
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Spricht außer dem Ausbleiben der Heißrotte und dem ggfls. langsameren Verrotten irgendwas aus bodentechnischer Sicht gegen mehrjährige Haufen nach dem Misthaufenprinzip (immer alles drauf)? Ein Teil der Nährstoffe sind dann zwar wieder ausgewaschen und einzelne Bereiche können durch Fäulnis mal stärker verdichtet sein, aber dafür ist es doch gerade bei größerem Biomasseaufkommen auch viel weniger Arbeit.
     
  • Moorschnucke

    Moorschnucke

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hi Winterkartoffel,
    hier noch ein Link zu Jauchen:

    http://www.hausgarten.net/gartenforum/biogarten/34338-pflanzenjauchen.html

    Wir nehmen übrigens einen 10 l-Eimer, schichten Beinwell, Brennnesseln oder Ackerschachtelhalm (alles aus unserem Garten) so hinein, dass Platz zum Umrühren bleibt, füllen bis oben mit Wasser und breiten ein Stück alte Gardine darüber, damit nichts hineinfällt und keine Insekten ihre Eier ablegen können.

    Das Ganze kommt in die Sonne und wird täglich mehrmals umgerührt, wenn jemand vorbeikommt.:grins:

    Wenn die Jauche nach ca. 2 Wochen nicht mehr schäumt, werden die verwesten Pflanzen auf den Kompost gegeben.

    Wir mischen etwa 1:10 mit Wasser zum Düngen.

    Oft mischen wir die o.g. Pflanzen, um Jauche herzustellen.

    Herzliche Grüße
    von
    Moorschnucke:eek:
     
  • Ing_Cent

    Ing_Cent

    Mitglied
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo ihr Biogärtner,

    ich hab da mal ne Frage zum Geruch.
    Es heißt ja Jauche und riecht auch dementsprechend. Mich stört das nicht wirklich - ist halt Natur. Aber auch Biogärtner wollen Friede mit den Nachbarn.

    Was hilft wirklich? Baldrian, Steinmehl....?

    Ingrid
    die unbedingt einen Beinwellbestand in der Nähe finden muss
    Brennessel wachsen auf dem Acker nebenan und ASH hab ich schon getrocknet in der Tüte (im Teeladen haben sie komisch geguckt)
     
  • Schneckentempo

    Schneckentempo

    Mitglied
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Was ist ASH :confused:
     
    Katzenfee

    Katzenfee

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    ASH = Ackerschachtelhalm

    LG Katzenfee
     
    Ninas_Garten

    Ninas_Garten

    Neuling
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo zusammen,

    Meint ihr, dass es was bringt, wenn man Gelbsenf zwischen die Gemüsepflanzen pflanzt und dann irgendwann abschneidet? Ich dachte nur, weil dann ja die nährstoffreichen Wurzeln in der Erde direkt neben den Gemüsepflanzen verbleiben und dann hätte ich auch keine leeren Flächen zwischendrin.

    LG Nina
     
    Rhoener55

    Rhoener55

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Nina,

    wurde ich nicht empfehlen, während der Wachstumsphase ist Gelbsenf eine Nährstoff und Lichtkonkurrent (und wenn Du vergisst es rechtzeitig abzuschneiden dann hast Du reichlich Saatausfall). Besser die klassiche Gründüngungmethodik bei Gelbsenf anwenden - Spätsommeranbau der beim ersten frost abstirbt, Stängel winterüber auf'm Boden liegenlassen (Erosionsschutz) und im Frühjahr lässt sich die Stängel leicht zusammenrechen und entfernen (als Mulch verwendbar oder auf's Komposthaufen).

    LG,
    Mark
     
  • Ninas_Garten

    Ninas_Garten

    Neuling
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Mark,

    danke für den Tipp. Werde ich so machen!

    Noch eine andere Sache. Wie oft soll ich meinen Gemüsegarten düngen? Ich habe am Anfang Hornspäne verteilt, so zweimal 1,25 kg auf 8 qm circa. Es ist jetzt aber schon wieder drei Wochen her. Ich möchte dann mit Brennesseljauche düngen und evtl. wieder mit Hornspänen.

    Gibt es da eine Art Richtschnur?

    Ich habe folgendes angebaut: Gurken, Kohlrabi, Salat, Kamille, Porree, Cosmea, Blumenkohl, Erdbeeren, Mangold, Rettich.

    LG Nina
     
    Rhoener55

    Rhoener55

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Nina,

    die Jauchen (ja, beide) wird verdünnt 1:10 angewendet, Starkzehrer 1x pro Woche , die Pflanzen mit geringeren Bedarf alle 2 Wochen. Da das Brennesseljauche eher fertig ist als das ASH Jauche fange ich an mit "nur" Brennnesseljauche, später kommt das ASH Jauche dazu. Da es nicht soooo stark ist gibt's seltenst Probleme mit Überdüngung oder so. Wie es sich verhält mit die Finger-/Fußnagelresten (***Hornspäne ++lach++***) kann ich Dir leider nicht beantworten:d

    LG,
    Mark
     
    verbus

    verbus

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag! Ich habe mir gerade meinen ersten Biogarten angelegt. Zur Zeit dünge ich mit (gekauftem) Wurmhumus, der sich insgesamt ganz gut bewährt, doch ich würde gerne auch mit Jauchen arbeiten. Folgende Fragen hätte ich:

    1) Ich habe einen sehr großen, alten emaillierten Kochtopf gefunden, den ich in der Küche nicht gebrauchen kann. Könnte ich diesen zum Ansetzen einer Jauche verwenden? Oder muss es Plastik sein? (warum eigentlich?).

    2) Gegen Blattläuse kommen zahlreiche Marienkäfer erfolgreich an. Mein Problem sind Schnecken. Sie haben bei vielen Pflanzen Schäden angerichtet, das gängige Sammeln nach einem Regenguss hilft nicht wirklich. Welches natürliche Mittel hilft gegen Schnecken? Gibt es vielleicht eine Pflanzenart bzw. Jauche, die sie gar nicht mögen?

    3) Ist die Kombination aus Wurmhumus und Jauche zu viel des Guten? Kann man so die Pflanzen überdüngen? In welchem Zeitabstand müsste ich die beiden Helferlein einsetzen?

    Vielen Dank!
     
    Rhoener55

    Rhoener55

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo,

    natürlich kannst Du den emmaillierten Topf nehmen für Deine Jaucheherstellung, nur muß es groß genug sein.

    Auf den gekauften Wurmhumus könntest Du m.M.n. verzichten. Aber trotzdem halte ich bei die genannte Mischung eine Überdüngung für unwahrscheinlich (und wenn Symptome auftreten kann man schnell reagieren in dem man einfach die Düngung aussetzt).

    Fressfeinde für Nacktschnecken - Tigerschnegel, Weinbergschnecken und Igel. Aber die Nachtschnecken sind sehr vermehrungsfreudig. Meine Nachbarin hat irgendwo eine "anti-NacktschnekenMulch" erworben - mittlerweile kriechen die Schecken auch darüber.

    LG,
    Mark
     
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    Ing_Cent

    Ing_Cent

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Verbus,

    Jauche würde ich nicht in dem Topf ansetzen.

    Es kann zu unerwünschten Reaktionen der Jauche mit dem Metall kommen.
    Bei M-L. Kreuter wird explizit Plaste oder Steingut empfohlen.

    Gegen die Schnecken hilft nach meiner Erfahrung nur absammeln, absammeln und wieder absammeln.
    In meinem Garten konnten sich die lieben Tierchen in den letzten Jahren ungestört vermehren. Seit dem es immer mal wieder regnet (endlich) sammle ich jeden Abend ein großes Glas voll. Das übergieße ich mit heißem Wasser (ich weiß; nicht tierfreundlich :d) und die entstandene Jauche kommt in die Wühlmauslöcher. So versuche ich eine Pest mit der anderen auszurotten.
    Viel Erfolg in deinem Biogarten
    wünscht dir

    Ingrid
     
    Rhoener55

    Rhoener55

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Es kann zu unerwünschten Reaktionen der Jauche mit dem Metall kommen.
    Bei M-L. Kreuter wird explizit Plaste oder Steingut empfohlen.

    Gegen die Schnecken hilft nach meiner Erfahrung nur absammeln, absammeln
    Hallo Ingrid,

    Verbus schrieb das der Topf emmailliert ist, also kein Problem da kein Kontakt zwische Metall/Jauche. OK... ich hätte schreiben sollen - solange d. Emmaillierung intakt ist!

    LG,
    Mark
     
    verbus

    verbus

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Ingrid,

    Verbus schrieb das der Topf emmailliert ist ... solange d. Emmaillierung intakt ist!

    LG,
    Mark
    Hallo,


    Auf den gekauften Wurmhumus könntest Du m.M.n. verzichten.

    LG,
    Mark
    Hallo Ingrid und Mark,

    der Topf hat ein paar Macken, leider. Zu welchen Reaktionen kommt es dann?
    Und warum kann ich d.M.n. auf den Wurmhumus verzichten? Ich habe den Eindruck, dass er der Erde und den Pflanzen gut tut ... ;)
    Dass man die Schnecken nur absammeln kann, ist ja doof. Anscheinend bin ich selbst für Schnecken zu langsam ;) ... die vermehren sich hier auch wie wild.
    Was ist mit dem Biertrick (Glas Bier in die Erde stellen) - hat das schonmal jemand ausprobiert?
    LG
    v.
     
    Rhoener55

    Rhoener55

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Verbus,

    den Wurmhumus kannst Du schon nehmen---- mein Einwand bezieht sich auf das "gekaufte". Wenn Du mit Hackschnitzel und Grasschnitt mulchen wurdest, bekommst Du das "Wurmerde" gratis in Deine Beete.

    Wenn die Emmaillierung defekt ist, dann doch lieber auf Kunststoffgefäß zurückgreifen. Starke oxidation der Jauche findet statt bei Metallkontakt (und der Topf wird recht schnell durchrosten). Ob dies für die Pflanzen schädlich ist kann ich nicht beurteilen da ich meine Kunststofffässer für den Jaucheansatz schon 'ne "halbe Ewigkeit" besitze.

    LG,
    Mark

    PS ganz vergessen - das Biertrick! Fehlt noch daß ich die Kosten für den Schneckenparty tragen soll. Bier lockt schon jede Menge Nacktschnecken an... auch aus große Entfernung.
    Wenn Du absammeln willst, Gurkenscheiben auslegen - das lieben die Nackis.

    Noch ein Tip vom Nachbarin kann ich geben (aber selber nieeeee probiert). Sie sammelt Nackis--- überbrüht die mit kochenden Wasser---- 2 Tage stehenlassen--- diese Brühe dann um die gefährdete Beete giessen-- soll die anderen Nackis fernhalten.
     
    Beates-Garten

    Beates-Garten

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Ich favorisiere das "Verdoppeln" der Schecken, heißt die Schnecken werden bei mir mit dem Spaten halbiert. Manche mache sowas auch mit Messer oder Schere, mir ist der Spaten aber lieber, da ist der Abstand gewahrt, um den Ekel im Griff zu haben. Und mit der Zeit wird man immer treffsicherer. :d
     
    verbus

    verbus

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo Verbus,

    den Wurmhumus kannst Du schon nehmen---- mein Einwand bezieht sich auf das "gekaufte".
    ---
    PS ganz vergessen - das Biertrick! Fehlt noch daß ich die Kosten für den Schneckenparty tragen soll. Bier lockt schon jede Menge Nacktschnecken an... auch aus große Entfernung.
    Wenn Du absammeln willst, Gurkenscheiben auslegen - das lieben die Nackis.

    Noch ein Tip vom Nachbarin kann ich geben (aber selber nieeeee probiert). Sie sammelt Nackis--- überbrüht die mit kochenden Wasser---- 2 Tage stehenlassen--- diese Brühe dann um die gefährdete Beete giessen-- soll die anderen Nackis fernhalten.
    Hallo Mark,
    für den Anfang musste ich Wurmhumus kaufen, inzwischen habe ich einen Kompost angelegt und genug Grünschnitt ;)
    Puh, ist schon ganz schön rabiat, was man mit den Schnecken machen muss. Ersaufen, zerspalten, aufbrühen, Kadaverschleim vergießen ... erinnert fast an das Mittelalter ;) Echt schade, dass es keine Schnecken-Schreck-Pflanze gibt, die ich "verjauchen" kann. Ob gut zureden hilft? - sonst droht eben ersaufen, zerspalten, aufbrühen, Kadaverschleim vergießen ... ;)
    LG
    v.

    P.S. Danke für den Gurkentipp. Fehlt nur noch, dass ich die Schneckenschönheitskur bezahle :d
     
    Beates-Garten

    Beates-Garten

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Ich hab mal eine Samenmischung mit Pflanzen gekauft, die angeblich nicht von den Schnecken gemocht werden. Musste leider die Erfahrung machen, dass man vergessen hatte, den Schnecken Bescheid zu sagen, dass sie diese nicht mögen. :mad:
     
    J

    Juma_2nd

    Guest
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hallo!
    Schnecken sind leider nicht berechenbar. An einer Stelle wird Tagetes radikal abgefressen, an anderer Stelle nicht, ebenso verhält es sich mit Dalien. Die Funkie, angeblich Leibspeise wwerden bei mir verschont. Also nur wundern und Nerven behalten.

    Liebe Grüße von Juma,
    die um Mitternacht mit Taschenlampe durch den Garten schleicht!
     
    verbus

    verbus

    Foren-Urgestein
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Dass die Schnecken unberechenbar sind, kann ich bestätigen.

    ... also Gurkenscheiben auslegen und nachts mit der Taschenlampe suchen und einsammeln. Werde es versuchen, vielen Dank!
     
    verbus

    verbus

    Foren-Urgestein
    Giersch-Jauche?

    Und mal wieder - Giersch. Es wäre echt praktisch, wenn ich den Giersch zum Düngen bzw. als Jauche verwenden könnte. (Brennesseln wachsen hier kaum.) Hat jemand von Euch Erfahrung mit Giersch-Jauche?
     
    Rhoener55

    Rhoener55

    Foren-Urgestein
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Du kannst praktisch alle Pflanzen (Unkräuter) als Jauche ansetzen, die bevorzugte Jauchenpflanzen (Brennnessel und ASH) sind allerdings besonders Hochwertig (ohne ins Detail zu gehen warum).

    LG,
    Mark
     
    P

    Pyromanix

    Neuling
    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Zur biologischen Düngung gehört vor allem der Aufbau des Humusanteils im Boden.
    Weiß jemand, welche "Gründünger-Pflanzen" sich besonders zum Aufbau des Humusanteils im Boden eignen?

    Meine Gartenerde besteht aus Sand, ähnlich wie in der Heide. Der Humusanteil ist sehr gering. Das möchte ich ändern - auch wenn es wohl Jahre dauern wird.


    Es gibt Pflanzen, die ihren Stickstoffbedarf direkt aus der Luft beziehen und diesen mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln speichern. Diese Arten nennt man Leguminosen aus der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (botanisch: Leguminosae/Fabaceae). Zu ihnen zählen unter anderem Wicke, Erbse, Bohne, Klee.
    Eine Besonderheit unter den Pflanzen, die der Naturfreund sich zu Nutze gemacht hat. Die Wurzeln dieser Kulturen verbleiben im Boden und werden für die Stickstoffversorgung der Nachfrucht verwendet, oder auch im Herbst um einer Nährstoffauswaschung entgegen zu wirken. Diese Gründüngung wird dann im Frühjahr in das Beet leicht eingearbeitet.
    Die Stickstoffversorgung ist ein Thema von mehreren Themen des "biologischen" Anbaus.

    Welche Pflanzen liefern organisches Material zum Humus-Aufbau?

    Den Kreuzblütler "Gelbsenf" muss ich eher ausschließen. Hat jemand Erfahrung mit den gezielten Anbau von Wicken, Rotklee oder Winterroggen zum Humusaufbau im Hobbygarten?

    Auf Eure Tipp's bin ich gespannt. Dank im Voraus!

    Grüsse vom Pyromanix
     
    Rhoener55

    Rhoener55

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    AW: Biologische Düngung - richtiger Umgang mit dem Boden

    Hi,

    bei humusarmen Sandböden soll man nicht nur auf das Wurzelwerk konzentrieren, sondern auch auf leicht verrottbare Blattmasse achten. Daher kann ich die Ablehnung für Gelbsenf nicht so hinnehmen. Schnelle Humuseintrag erreicht man am schnellsten mit Mulchen (die Regenwürmer erledigen den Transport in tiefere Bodenschichten), bevorzugt mit Rasenschnitt (am besten Unkraut/Samenfrei) - aber andere Biomasse (z.B. Holzhackschnitzel) ist auch geeignet. Abzuraten ist von Stroh/Rinde wegen Stickstoffzehrung.

    Gruß,
    Mark
     
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