Das Urteil gegen Uli Hoeneß.
Es ist ungerecht und unverhältnismäßig, was auch an unserem Rechtssystem liegt.
Man sollte grundsätzlich unterscheiden, ob die Folgen eines Vergehens vollständig geheilt werden können.
Steuerhinterziehung kann durch begleichen der Schuld vollständig geheilt werden; der Steuersünder kann sehr wohl durch eine hohe Geldstrafe (z.B. doppelter Betrag der Schuld) empfindlich bestraft werden und obendrauf kann durch eine Bewährungsstrafe effektiv verhindert werden, dass sich die Sache wiederholt.
Ich möchte hier keinesfalls den Eindruck erwecken, das sich Herr Hoeneß nichts hat zu Schulden kommen lassen, aber wenn man sich anguckt, was sonst typischerweise mit deutlich weniger als dreieinhalb Jahren Gefängnis bestraft wird (insb. solche Taten, die mit bleibenden gesundheitlichen Schäden der Opfer verbunden sind, Todesfolge eingeschlossen), so fehlt jegliche Verhältnismäßigkeit.
Im Fall Hoeneß geht es dem Richter offensichtlich nur darum, Herrn Hoeneß noch mal kräftig eine reinzudrücken. Das hat mit Gerechtigkeit gar nichts zu tun.