DDR-Bungalow B23 - Asbest nur außen?

B

Bergmann23

Neuling
#1
Hi,

wir haben seit einer Woche eine Kleingartenparzelle mit Bungalow aus DDR-Zeiten. Der Typ ist wohl B23, wobei in den Unterlagen auch von "B23C" die Rede ist, über den ich aber im Netz überhaupt nichts gefunden habe.

Meine Farge ist: Weiß jemand, ob nur außen, also Dach und Fassade, Asbest verbaut wurde, oder kann es sein, dass auch für die innen liegenden Wände (also die Innenseiten der Außenwände) Asbestbetonplatten verwendet wurden?

Ich hoffe, dass es doch nur die Außenfassaden sind, aber in der Montageanleitung ist immer nur von Asbestbetonteilen die Rede - so als wäre ein Element komplett aus Asbestbeton.

Falls da jemand etwas mehr weiß - für jede Info bin ich echt dankbar!

Grüße aus Berlin
Jörg
 
  • karlh

    karlh

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    #2
    So ein Tread hatten wir hier schon mal vor Wochen.

    Ob da innen auch Asbest ist, kannst du leicht durch leichtes Klopfen mit einem kleinen Hämmerchen feststellen.
    Klinkt ganz anders als die damals üblichen Pressspanplatten, die zumeist innen verwendet worden. Meist haben sich die Spanplatten mit der Zeit durch Feuchtigkeit, die vor allem im Winter in so einem Gartenhaus ist, verzogen, heißt, sind ein wenig wellig. Das passiert mit Asbestplatten nicht.

    Die Wände sind in der Regel doppelwandig. Ob in jedem Fall durch die Vorbesitzer nach Bauanleitung gearbeitet wurde und wirklich die Originalteile überhaupt nach Bauanleitung so eingebaut wurden, kann dir niemand mehr sagen. Also wirst du selbst prüfen müssen, oder bestellst jemand der das prüfen kann.
     
    T

    thomash

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    #3
    Aspestbeton ist nur sehr eingeschränkt gesundheitsgefährend.
    Du darfst nicht Bohren, sägen etc ansonsten ist ide Wahrscheinlichkeit das Aspest freigesetzt wird verschwindend gering.

    Bei uns im westen wurden bis vor nicht all zu lange Zeit noch Eternitplattenmit Aspest verbaut. Unser altes Haus ist komplett damit verkleidet und es gibt keinerlei Auflagen dies zu ändern und auch keine messbare Belastung der Innenräume.

    Vor erst 2 Jahren haben wir unser Garagendach im neuen Haus sanieren lassen von einer Fachfirma für Aspestentsorgung (auch Eternit). Die trugen noch nicht einmal Atemmasken, was ich allerdings als grob fahrlässig erachte.
    Entsorgt wird solches Material auch auf der normalen Betonie mit der einzigen Auflage, dass es in Kunstofffolie eingehüllt wird. Da sieht man wie "harmlos" dieses Material ist.

    Kritisch wird Aspest nur dann, wenn Fasermatten zur Dämmung mit Aspest eingesetzt wurden. Bei diesem Material gibt es in Extremfällen solch hohe Belastungen dass eine Nutzbarkeit der Gebäude nicht mehr gewährleistet ist.

    Aspest ist gefährlich, wenn es in fasriger Substand vorkommt oder wenn man gebundenes Aspest bearbeitet (zum Beispiel Dach anschleifen zum Streichen) etc.

    Noch heute gibt es zahlreiche Dächer im Westen die mit Aspestshindeln bedeckt sind.
     
    B

    Bergmann23

    Neuling
    #4
    Danke - ich werde heute mal raus fahren und den Klopf-Test machen.
    Leider geht es genau um's Bohren - ich möchte nämlich im Badezimmer gern einen neuen Spiegelschrank anbringen - dass die alten Befestigungen des Plastik-Aliberts für den neuen Schrank passen, ist ziemlich unwahrscheinlich. Wenn ich da wegen Asbest nicht bohren darf, wird's schwierig mit der Aufhängung des Schranks.

    In der Montageanleitung ist immer von "Asbestbetonplatten" die Rede, aber ich glaube (hoffe...) auch, dass die Module wie gehabt doppelwandig sind und nur außen mit Eternit versehen sind...
     
  • F

    feiveline

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    #5
    Aspestbeton (...) Aspest (...) Aspest (...) Aspestentsorgung (...) Aspest (...) Aspest (...) Aspest bearbeitet (...) Aspestshindeln.
    Das Zeug ist zwar ne Pest bei einer Sanierung (hab grad beruflich damit zu tun), das findet sich aber eigentlich nicht im Namen wieder.... ;)


    Aber thomash hat recht, anbohren darf man Asbesthaltige Wände nicht, bzw. nur unter besonderen Schutzmaßnahmen... (TRGS 519).
     
  • T

    thomash

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    #6
    Im übrigen habe ich auf der Garage wieder Eternit, allerdings Aspestfreies.
    Nicht alles was nach Etenit aussieht muss demnach auch Aspesthaltig sein.

    Solche kleinere Bohrungen dürfte wohl möglich sein. Bin aber kein Fachmann und kann dies daher nicht sicher sagen. Wenn dann würde ich Atemschutz tragen, wenn es möglich ist den Staub mit Staubsauger auffangen oder später mit Staubsauger entsorgen. Und vor allem mehrere tage durchgehend lüften.
     
  • B

    Bergmann23

    Neuling
    #8
    Ich glaube (nach dem, was ich mir so ergoogelt habe), dass die Asbestfasern, die so gefährlich sind, so klein sind, dass die durch normale Baumarkt-Schutzmasken und auch Staubsaugerbeutel glatt durch gehen. Immerhin marschieren die ja sogar durch Zellwände. Das macht sie ja so gefährlich. Deshalb werde ich da im Zweifel lieber nichts anbohren. Ich habe den kleinen Hammer schon eingepackt. Hoffentlich klingt's nach Span...
     
    T

    thomash

    Foren-Urgestein
    #9
    Baumarktmasken halten sie schon ab und selbst wenn du einige einatmestet, lebst du noch 100 Jahre weiter.

    Bei uns im Haus wurde eine Aspestfasermatte zur Wärmeisolierung von Handwerkern mit einer normalen Stichsäge geschnitten und dann ohne Schutz zwischen Möbel und Backofen gesteckt. Wir haben in dem Haus noch 10 Jahre gelebt und leben heute noch. Das war als es noch nicht bekannt war, dass Aspest gefährlich ist (vor über 30 Jahren).

    Man kann Aspest in der Regel noch nicht einmal bei einer Opduktion diagnostizieren, weil der Lungenschaden anderen Krankheiten sehr ähnlich ist. Nur bei einem Übermaß an Kontaminierung z.b. bei Handwerkern die Jahrzehnte lang ohne Schutz damit gearbeitet haben ist die Diagnose Aspest Krankheit gelungen.

    Besser wäre natürlich die fachmännische Entsorgung aber dafür muss man erstmal das Geld haben.
     
    F

    feiveline

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    #10
    Ich geb's auf... :rolleyes::rolleyes: jetzt auch noch die Obduktion mit "P", das schmerzt einfach nur in den Augen... :rolleyes:
     
  • T

    thomash

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    #11
    Noch nie etwas von Kreativität gehört?

    Ich bin eben Rechtschreibkünstler mit dem Hang zur abstrakter Orthografie.

    Auf Wunsch gebe ich auch Kurse im kreativen Schreiben, möchtest du daran teilnehmen?
     
    Jazz Brazil

    Jazz Brazil

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    #13
    Noch nie etwas von Kreativität gehört?

    Ich bin eben Rechtschreibkünstler mit dem Hang zur abstrakter Orthografie.

    Auf Wunsch gebe ich auch Kurse im kreativen Schreiben, möchtest du daran teilnehmen?
    nä. DAT bist Du nicht. Das sprech ich Dir ab. :d

    Ein Kreativ-Schreibler arbeit anders....<------ Sehen Sie selbst....:rolleyes:

    Ein Kreativ-Schreibler macht das so: AsPest.
    Aber ich kann Dir gerne NachhilfeUnterricht geben. hehehe....
     
    B

    Bergmann23

    Neuling
    #14
    Ich habe gestern mal intensiv geklopft und es klingt sehr nach sehr dünner Spanplatte. An den nicht-verkleideten Stellen sieht man auch dünne, hellbraune Holzfaserplatten, die teilweise mit Holz-Imitat-Folie beklebt sind. Das wird also wohl kein Asbest sein. Schon mal gut.

    Aber:

    Wir haben dann mal die Deckenverkleidungen abgenommen (hochglänzende Holz-Imitat-Platten - gruselig...) und darunter waren unerwarteterweise Platten, die ein wenig wie Gipskarton aussehen, aber irgendwie etwas stabiler wirken. Natürlich rattert's jetzt wieder im Kopf - könnten das auch wieder Sokalit-, Neptunit-, Baufatherm- oder sonstwelche fiesen Platten sein?

    So sehen die aus:



    Das erste Bild ist mit Blitz aufgenommen und stellt die Farben halbwegs richtig dar. Die Platten sind also eher weiß als grau.

    Grüße
    Jörg
     
    T

    thomash

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    #15
    Am gefährlichsten sind solche Baustoffe die wie Holzwolle oder Schaumstoff aussehen die man früher gerne in jede Ritze gestopft hat.

    Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in den gezeigten Baustoffen entweder Aspest oder Formaldehyd oder wieder etwas anderes verbaut wurde.

    Formaldehyd wurde in Pressspanplatten verwendet. Sowohl in Holzverkleidungen als auch in Möbeln. Wir im Westen hatten auch eine Einbauküche aus der DDR, die damals billige Möbel in den Westen verkauft hatten. Diese war Formaldeyd belastet, wobei in der damaligen Zeit auch im Westen das gleiche Material verbaut wurde, insofern soll dies keine Kritik an der ehemaligen DDR sein.

    Wenn du auf Nummer sicher gehen willst solltest du das ganze Haus entkernen und dabei immer Atemschutz zu tragen. Du kannst ja deinen Nachbarn erklären dass du eine Stauballergie hast;)
     
    B

    Bergmann23

    Neuling
    #16
    Ich will ja auch keine Paranoia entwickeln, immerhin ist es nur ein Garten-Bungalow - aber eventuell hausen wir ja 20, 30 Jahre in der Hütte...

    Ich denke, ich werde mal einen Test auf Asbest von Decke, Wand und Fußboden machen lassen. Die 100 Euro sind es mir wert. Und im besten Fall spare ich mir das Entkernen der Hütte, falls doch alles ohne Befund sein sollte.
     
    T

    thomash

    Foren-Urgestein
    #17
    Evt auch gleich auf Formaldehyd. Ist auch nicht viel besser.
     
    mikaa

    mikaa

    Foren-Urgestein
    #18
    Wenn du auf Nummer sicher gehen willst solltest du das ganze Haus entkernen und dabei immer Atemschutz zu tragen. Du kannst ja deinen Nachbarn erklären dass du eine Stauballergie hast;)
    Damit der Nachbar den ganzen Asbest Staub auf seinen Pflanzen hat.oder auf seinem Tisch.
    warum denn diese Heimlichtuerei
    . Karten auf den Tisch. Und nicht hinternrum Wenn du solche Dinger mit mir als Nachbarn drehen würdest dann hätten wir beide bestimmt jede Menge Spaß
     
    B

    Bergmann23

    Neuling
    #19
    Um das Thema abzuschließen:

    Nach einer Asbest-Analyse enthält die Deckenverkleidung kein Asbest, also anscheinend "nur" die Außenwände und das Dach. Wobei das Dach auch als "Wellasbest" deklariert ist, die Außenwände hingegen nur als "Eternit" - theoretisch muss das ja kein Asbest enthalten... Aber das wird erst dann wieder ein akutes Thema, wenn wir Leitungen vom Gas-Durchlauferhitzer durch die Außenwand nach drinnen legen müssen...

    Grüße
    Jörg
     
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