DDR-Laube - Innenwände und Statik

B

Bergmann23

Neuling
Hallo Gartenfreunde,

nach der Übernahme unseres Gartens im Frühjahr ist aus der ersten Idee einer "sanften Modernisierung" ziemlich schnell eine Kernsanierung geworden. Deckenverkleidung, Wände innen - alles raus. Auch eine "Zwischenwand" innen habe ich entfernt, um den knappen Raum nicht künstlich noch weiter zu beengen. Jetzt hat allerdings ein Nachbar gemeint, dass diese Wände eine statische Funktion hätten und sich ohne diese das Dach mittelfristig durchbiegen würde. So richtig glauben kann ich es nicht, da es sich dabei um ein relativ schwaches kantholz handelte, das senkrecht unter einem der fünf Dachträgerbalken befestigt war. Das ganze war dann mit Spanplatten beplankt. Alles nicht wirklich stabil wirkend, weshalb ich es für eine reine optische Trennwand gehalten habe.

Kennt sich vielleicht jemand genauer damit aus? Hat eine solche Wand tatsächlich eine stützende Funktion für das dach? Sollte ich also wieder eine neue Stütze einsetzen?

Der Bungalow ist übrigens vom Typ B23, der Grundriss sieht in etwa so aus wie aus dieser Seite dargestellt:

http://www.purholz.com/laube/gartenlauben/b23.jpg

Es geht um die Wand rechts von der Eingangstür.

Danke für jeden ernst gemeinten Kommentar!

Grüße
Jörg
 
  • karlh

    karlh

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    Hallo Jörg,

    die Wellplatten liegen in Richtung vor nach hinten. Folglich müssten die Träger quer verlaufen. Wenn das Maß stimmen sollte, wäre das eine freitragende Spannweite von über 6 m. Ohne eine spezielle Konstruktion, wie es beim Spitzdach möglich wäre, geht das nicht.
    Schau doch mal nach, wie die Träger wirklich laufen. In der Tat, ist es sehr wahrscheinlich, dass die besagte Trennwand, auch wenn sie noch so zart ist, als Stütze dient.

    Wenn es so ist, würde ich, wenn du die Wand weg haben willst, ein Unterspannträger (Konstruktionsholz) einziehen, der an den Außenwänden abstützt wird und darauf die Dachträger liegen. Bekommst du in jeder Holzhandlung, aber nicht in Baumärkten!!! Die Breite von 3,90m ist eine Menge, da braucht es einen ordentlichen Träger. Lass dich in der Holzhandlung beraten, die haben entsprechende Tabellen. Kostengünstiger ist es, wenn du dazwischen eine Stütze einsetzt, dann ist die Spannweite deutlich kleiner und erfordert deutlich kleineres Konstruktionsholz.

    Denke auch an die Schneelast im Winter!!!
     
    B

    Bergmann23

    Neuling
    Hallo Karlh,

    danke für deine Hinweise.
    Die Träger verlaufen von vorn nach hinten, also über 3,6 Meter - nicht über die Breite mit 6 Metern. Insgesamt 6 Träger, die auf den Übergängen der einzelnen 1,2 Meter breiten Wand-Elemente liegen. Wäre denn bei 3,6 Metern eine freitragende Konstruktion ohne weitere Stützmaßnahmen denkbar?
     

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    karlh

    karlh

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    Ja, ich sehe eine Unterkonstruktion. Nicht sehr stabil, die Sparkonstruktion, aber offensichtlich gerade so ausreichend. Ich nehme mal an, dass die anderen Träger, die nicht über der Trennwand verlaufen, sowieso schon alle freitragend sind. Also dürfte es egal sein, ob die Trennwand drin oder weg ist.

    Vergiss, was ich geschrieben habe, es war von deinem ersten Bild nicht ersichtlich, dass das Dach ein Konstruktionsdach hat. Es müsste so gehen.

    Einzig bei riesigen Schneelasten könnte diese Konstruktion ein Problem werden. Jetzt weis ich nicht, wie es bei dir mit Schnee aussieht.

    Wenn du da unsicher bist, stelle im Herbst unter 2 Trägern jeweils einen Balken drunter, den du im Frühjahr wieder weg nimmst, nur so als Sicherheit.

    Rechtsverbindlich ist meine Aussage nicht!
     
  • B

    Bergmann23

    Neuling
    Vielen Dank für deine Einschätzung. Die brutalen brandenburger Winter warten alle Jubeljahre mal mit einigen Zentimetern Schnee auf, größere Dachlasten sind dabei nicht zu erwarten. Aber die Idee mit dem Winter-Stützbalken ist gut. So ganz ohne Stütze ist die Konstruktion ja nicht, da für Bad und Küche ohnehin mit einer Holzbalkenkonstruktion für die Wände gearbeitet wird, die gleichzeitig eine stützende Funktion haben, wenn auch nur unter dem vierten und fünften Dachbalken - wie heißen die Dachkonstruktionselemente eigentlich? Sparren? Der zweite und dritte wäre wieder freitragend, während der erste und sechste ja auf den Außenwänden aufliegen.

    Grüße
    Jörg
     
  • Borstel2

    Borstel2

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    soweit ich mein Erinnerungsvermögen zurück schrauben kann meine ich dieser Bungalow B23 wurde mit Aussenhaut und Dach verkauft Innenausbau musste,
    konnte sich jeder selbst gestalten und ausbauen,demzufolge müssten die Dachträger der Spannweite entsprechend ausgelegt sein.Also meiner Meinung nach kein Problem wenn du da eine Wand entfernst allerdings geb ich Karl recht Schneelast ist zu beachten.
    v.g.Bernd
     
  • karlh

    karlh

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    - wie heißen die Dachkonstruktionselemente eigentlich? Sparren? Der zweite und dritte wäre wieder freitragend, während der erste und sechste ja auf den Außenwänden aufliegen.

    Grüße
    Jörg
    Wie die genannt werden, weis ich nicht. Ich kenne die nur unter dem Begriff Sparträger. Die werden heute auch noch bei Einfamilienhäuser verwendet, bei denen der Boden zu flach ist und nicht ausgebaut wird. Durch die Art der Konstruktion mit Latten, wird Stabilität erzeugt, die sonst nur mit dicken Holzträgern erreicht wird.
     
    Borstel2

    Borstel2

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    die Balken die von oben von der Firstpfette (Firstbalken)nach unten auf die Wandpfette auch Knagge genannt liegen nennt man Sparren die eigentlich bei jeder Dachart verwendet werden da sie die Träger der Dachhaut sind ob Satteldach,Walmdach oder Pultdach.Da bei dem Bungalow ein Pultdach draufliegt ist diese Konstruktion ein ungleichschenkliges Dreieck bestehend aus Sparren und Zange.
    v.g.Bernd
     
    B

    Bergmann23

    Neuling
    Danke - wieder etwas dazu gelernt! :)

    Eure Aussagen beruhigen mich jetzt doch ein gutes Stück - ich werde mich jetzt also beherzt an den weiteren Innenaus-/umbau machen.

    Grüße
    Jörg
     
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