Düngung und Blüten vs. Blattmasse

ralph12345

ralph12345

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Hängen eigentlich Düngung und Blütenbildung irgendwie zusammen? Und wenn ja: wie? Mir ist bekannt, dass zuviel Stickstoff viel Wachstum provoziert, was unter Umständen zu eher schwächlichen Pflanzen führt, denen andere Stoffe fehlen. Deswegen benutze ich keine Hornspäne, keine Brennesseljauche. Aber angenommen, alles ist da?


Ich schütte vor dem Einpflanzen meiner Setzlinge im Mai eine dickere Schicht Kompost aufs Beet und verteil den. In die Pflanzlöcher kommt dann noch eine Hand voll Tomaten Langzeitdünger. Den Pflanzen geht es soweit gut, die kommen ohne Mangelerscheinungen durchs Jahr. Leichte Zeichen von Überdüngung zu Beginn des Sommers wachsen sich aus, wenn die Früchte kommen.


Jetzt habe ich aber immer mal wieder den Eindruck, dass die Pflanzen extrem viel Blätter produzieren aber im Vergleich dazu eher sparsam sind mit der Blütenbildung. Das ist z.T. sortenabhängig, aber ich frage mich, ob das auch durch das Nährstoffangebot beeinflusst wird. Wenn ja womit genau?


Ansich sollten Blühpflanzen viel Phosphat brauchen, Tomaten (die Früchte) viel Kalium. Ich nehme mal an, Tomatendünger ist darauf optimiert und die meisten Privatgärten sind eh mit Phosphat überdüngt.
 
  • jalapa

    jalapa

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    ralph12345

    ralph12345

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    Danke. Hm, ok, gelesen und verstanden. Leider steht da nicht, was passiert, wenn von irgendwas zu viel da ist.
    Hab im Netz noch das hier gefunden.
    http://gardeningjones.com/blog/2013/05/05/dos-donts-of-growing-tomatoes/
    Do Not: Over fertilize. It's fine to give your plants some good healthy compost, but take it easy on the fertilizer. Too much will grow wonderful bushy and green, albeit unproductive, plants. Same goes for your peppers by the way.
    .
    Übersetzt in Kurzform: Zuviel Dünger gibt viel buschiges Grün aber die Pflanze bleibt unproduktiv.
     
    jalapa

    jalapa

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    Das würde ich für Stickstoff auch so unterschreiben. Er/Sie schreibt in dem Blog leider nicht, auf welche Art von Dünger sich das bezieht und mir fehlt da offen gesagt auch die wissenschaftliche Grundlage bzw. der Feldversuch mit einer kritischen Masse.

    Einen Absatz tiefer schreibt der Autor über Epsom Salt. Das ist nichts anderes als Bittersalz (Magnesiumsulfat), also auch Dünger. Es scheint ihm dann auch egal zu sein, wenn zuviel davon da ist, denn "If they don't need it, it won't hurt."

    Ich persönlich dünge im Garten eher wenig, insofern habe ich keine Erfahrungen mit Überdüngung. Als ich im vorigen Jahr z. B. Probleme mit Alternaria an den Freilandtomaten hatte, habe ich deshalb nur Magnesium nachgedüngt und keinen Volldünger benutzt, was sich als sehr gute Lösung erwiesen hat. Meine Devise beim Düngen ist so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
     
  • Rumbleteazer

    Rumbleteazer

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    Ich will auch mal ;)

    Bekommt eine Pflanze während der Vegi zu viel Stickstoff, bildet die Pflanze überwiegend Grünzeug aus.

    Ist man hingegen sparsamer, bleibt der Blätterwald zurück und die Pflanze konzentriert sich auf ihre eigentliche Aufgabe, der Arterhaltung und bildet von daher mehr Blüten als Blätter aus.

    Hier -> Brennesseljauche als N Spender.

    In der Phase der Blütenausbildung wecheslt der Nahrungsbedarf von N zu P. Phosphor wird zur Fruchtkörperausbildung benötigt. Eine Zugabe von N ist ab Zeitpunkt Blütebildung kontraproduktiv.

    Hier -> Beinwelljauche als P Spender.

    Gutes Gelingen, Rumble

    *Hinzufüg*

    Hinzu kommt ein entscheidender Faktor: der EC,- und PH Wert der Gießwassers. Verschiedene PH Werte verhindern eine Aufnahme eines oder mehrerer Mineralien und/oder Spurenelemente.

    Der Optimale PH Wert für Gießwasser liegt bei 6,0-7,0 in der Vegi (Ausnahme Moorbeetpflanzen wie z.B. Heidelbeeren. Die benötigen 5,5) und bei 7,0-8,0 in der Blüte.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • aurinko

    aurinko

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    Hängen eigentlich Düngung und Blütenbildung irgendwie zusammen? Und wenn ja: wie?
    Nach der Erfahrung die ich vor einigen Wochen gemacht habe, würde ich sagen ja.
    Beim Einsetzen meiner Pflanzen habe ich Urgesteinsmehl ins Pflanzloch gegeben. Die Blüten die zum Zeitpunkt des Einsetzens kurz vorm Aufblühen waren, sind befruchtet worden. Die Blüten des 2. bzw. tw. 3. Blütenstandes sind dann alle unbefruchtet abgefallen (und zwar bei 5 verschiedenen Sorten).
    Daraufhin habe ich die Pflanzen mit einem flüssigen Tomatendünger gedüngt und siehe da, seitdem knubbelt jede Blüte.

    Aber keine Ahnung wie man das Ganze chemisch / biologisch erklären kann.
     
  • Pyromella

    Pyromella

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    Bist du sicher, dass die Blüten, die unbefruchtet abgefallen sind, nicht in eine starke Hitzephase gekommen sind? Ich hatte bei meinen Tomaten den Eindruck, dass sie auf die erste Hitze mit Abwurf ihrer Blüten reagiert hätten. Jetzt scheinen sie dran gewöhnt zu sein und knubbeln eifrig. Nachgedüngt habe ich noch nicht, aber in jedem Topf ist ein Händchen Tomaten-Langzeitdünger und etwas Kompost zur Erde gelandet.
     
    Scarlet

    Scarlet

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    Diese Diskussion finde ich ja mal sehr interessant. Meine Paradeiser wuchern auch alle wie verrückt und bei manchen lässt die Fruchtbildung auch zu wünschen übrig. Ist aber auch abhängig von der Sorte. Die Honduras, Himmelsstürmer und Andenhorn sind etwas "spindelig" gewachsen, sie sehen etwas besser aus, seit ich jetzt ein wenig dünge. Allerdings haben diese drei Sorten und auch der Long Willi bedingt Blütenendfäule. Die vier Sorten haben jetzt mal Kalziumtabletten bekommen, mal schauen ob es hilft, normaler flüssiger Paradeiserdünger war sichtlich zuwenig. Bei diesen vier Sorten - stehen allerdings alle in guter Erde in Töpfen im geschützten Innenhof - ist bei zweien das Blattwerk ganz gut entwickelt, bei den Honduras schauts mikrig aus, die Himmelsstürmer geht so halbwegs jetzt.

    Ich habe von den vier Sorten auch von drei Sorten je eine bzw. zwei Pflanzen am Pflanzsteig draußen, da ist nix mit Blütenendfäule, jedoch die Himmelsstürmer kümmern auch da vor sich hin, Fruchtansatz lässt da auch zu wünschen übrig.

    Den Boden am Pflanzsteig hab ich vorbereitet mit Pferdedungpellets und Hornspänen, der Boden ist etwas lehmig, ich denke Kalzium ist doch vorhanden, da wir ein Gebiet mit Kalkgestein sind und ich mit dem Wasser aus dem Bach gieße, das aus den Kalkbergen runterkommt.


    Drei Sorten hatte ich im Innenhof in einem kleinen Beet zwischen Himbeere und Brombeere und die mickerten auch vor sich hin. Die hab ich am Wochenende rausgeholt da und in Töpfe gesetzt mit guter Erde, man kann schon sehen in den paar Tagen, dass die sich besser zu entwickeln beginnen. Normal sind das Sorten - Moneymaker, Matina und Kremser Perle - die recht wüchsig sind und die am Pflanzsteig gut aussehen.
     
    aurinko

    aurinko

    Foren-Urgestein
    Bist du sicher, dass die Blüten, die unbefruchtet abgefallen sind, nicht in eine starke Hitzephase gekommen sind? Ich hatte bei meinen Tomaten den Eindruck, dass sie auf die erste Hitze mit Abwurf ihrer Blüten reagiert hätten. Jetzt scheinen sie dran gewöhnt zu sein und knubbeln eifrig. Nachgedüngt habe ich noch nicht, aber in jedem Topf ist ein Händchen Tomaten-Langzeitdünger und etwas Kompost zur Erde gelandet.
    Keine Ahnung. Es war nach dem Einsetzen zwar warm (25°) aber keine Hitze. Zuerst dachte ich ja auch, dass die ein bisschen aufs Umsetzen reagieren, als aber nach 3 Wochen immer noch alle Blüten abfielen kam mir das dann doch etwas komisch vor. Und es ist wirklich mit dem Düngen schlagartig besser geworden.
     
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