Flecken und Unkraut im Rasen, wer hat eine Idee?

M

Markus89

Neuling
#1
Hallo,

bin über Google auf dieses Forum gestoßen und hoffe ihr könnt mir helfen :)
Es geht um den Rasen bei meiner Großtante, wo ich regelmäßig bei Gartenarbeiten aushelfe und wir da nicht immer selber Meinung sind 😅

Also der Rasen wurde vor 4 Jahren vom Gärtner angelegt und laut ihm hochwertiger Samen verwendet.


Wann und wie wurde gedüngt? Mit oder ohne Streuwagen?
Meine Tante streut regelmäßig Blaukorn mit der Hand. Lässt sich davon auch nicht wirklich abbringen da "er danach immer so schön wächst" :|

Wieviel und wie oft wird gewässert?
Sie steht jeden Tag in der früh auf uns wässert alles im Garten auch den Rasen regelmäßig mit viel Wasser, es ist trotz extremer Hitze alles Grün.

Wie oft wird gemäht? Auf welcher Höhe?
Husqvarna Automower, wird immer wieder abends für paar Stunden aktiviert, dann wieder mal paar Tage nicht.. So auf ca 3-4 cm

Wird gemulcht?
Rasenroboter.

Wurde vertikutiert?
Nein noch nie

Wurde im Herbst Herbstdünger ausgebracht?
Vor 2 Jahren, letzten Herbst nicht

Sonnig, halbschattig, schattig?
50/50



Also so das Problem ist dass dieses Jahr ziemliche Stellen mit Unkraut drin sind und teilweise ist der Rasen schon ziemlich verfilzt, der Gärtner meinte aber damals dass man mit dem Roboter nicht vertikutieren soll/muss - Was ist da eure Meinung?

Wie bekämpfe ich das vorhande Unkraut am besten?

Warum sind da andere Rasensorten drin die immer mehr werden? Was macht man da? (Siehe Fotos)


Vielen Dank für eure Hilfe


LG
Markus
 

Anhänge

  • F

    feiveline

    Foren-Urgestein
    #2
    Mit immer mal ein bisschen Blaukorn wird das nichts werden... entweder alle ca. sechs Wochen mgl. organisch mineralisch düngen oder mit dem jetzigen Zustand leben...

    Das Wildkraut dürfte Gundermann sein, den gilt es auszuzupfen, aber ohne vernünftige Rasenpflege ist er schneller wieder da als Du gucken kannst und wird auch noch verschieden Freunde mitbringen.

    Nur ein kräftiger gedüngter Rasen setzt sich auf Dauer gegen Wildkräuter durch.
     
    M

    Markus89

    Neuling
    #3
    Danke für deine Antwort!

    Welchen Dünger genau würdest du einsetzen? Kann man den auch jetzt bei der Hitze streuen?


    Und die unterschiedlichen Grashalme? Kommen die von diversen Nachsaaten wahrscheinlich oder?

    Edit:
    Ich habe heute das Unkraut ausgestochen und dann Naturen Bio Rasendünger mit dem Streuwagen laut Herstellerangaben aufgetragen und eingewässert? Ich hoffe dass war ein Schritt in die richtige Richtung 😅 gibt es sonst noch etwas dass ihr mir empfehlen könnt?

    bzw. was macht man mit den anderen Rasensorten damit die Kreise in einem anderen Grünton wegkommen?
    Muss man das alles abtragen und neuen Samen streuen?
     
    Zuletzt bearbeitet:
    H

    hofergarten

    Mitglied
    #4
    Der Runde Kreis könnte ein (Juni Käfer) Engerling sein.
    Der Gundermann wird schnell mehr werden.
    Die Farbunterschiede an der Rasen-kante könnte auch einfach von einem unebenen Untergrund kommen, Nährstoffe und Wasser laufen um den "Hellen Hügel" herum.
     
  • K

    Kluesic

    Mitglied
    #5
    Moin, ich habe da eine Vermutung was die unterscheidlichen Grüntöne in deinem Rasen angeht. Welcher Rasensamen wurde zur damaligen Erstaussaat bzw. auch zur partiellen Nachsaat verwendet? Könnte da eventuell Poa Supina mit drin gewesen sein. Diese zeichnet sich durch hellgrünere Blätter ab und ist sehr sehr konkurenzfähig und verdrängt mit den Jahren immer mehr die anderen Grassorten. Das kann dann mal so fleckig aussehen zwischenzeitlich. Eine andere Möglichkeit könnte Poa Annua sein, die würdest du aber an Blütenstämmen erkennen.
     
  • T

    top_gun_de

    Mitglied
    #6
    Wenn die Flecken keine Supina sind, dann ist es Poa Trivialis, ein Ungras das sich durch Flugsaat verbreitet und ein hohes Verdrängungspotential hat.

    Förderlich für Trivialis ist ein falsches Gießverhalten. Korrekt wird Rasen selten, dafür 15cm tief gegossen. Das ist in normalen Sommermonaten etwa 1x in der Woche, im Fast-Jahrhundertsommer 2018 auch 2x die Woche. Wer stattdessen alle 1-2 Tage gießt, erreicht so eine permanente Durchfeuchtung der obersten Erdschichten. Für Trivialis ist das die optimale Voraussetzung, denn es hat kurze Wurzeln, die nur 3-4cm in die Erde reichen. Kulturgräser haben Wurzeltiefen von 10-15cm und nehmen ihr Wasser vor allem aus tiefen Bodenschichten auf. Trivialis zieht in 3-4cm Tiefe. Gießt Du also in kurzen Abständen, wird dieses nicht gewollte Gras optimal versorgt.

    Das Ergebnis sind hellgrüne Stellen mit einem sehr dichten Gras, das man mit zwei Fingern leicht ausreißen kann weil die Wurzeln nicht tief in den Boden reichen.

    Trivialis blüht im Frühjahr auf niedriger Höhe, und da kommt der einzige Nachteil von Robotern zum Tragen: Sie kappen diese Samen und tragen sie über die ganze Fläche. Damit kann es passieren, dass sich im nächsten Jahr an vielen Stellen im Rasen diese hellen kleinen Kreise bilden, überall wo der Trivialissamen eine Lücke zum Wurzeln gefunden hat.

    Gegenwehr: Trivialis kann man büschelweise ausreißen, wenn es sich um wenig handelt. Trivialis zieh sich zurück, wenn man auf ein striktes Gießregiment umstellt: Nur noch gießen wenn der Rasen kurz vor dem Vertrocknen ist. Ich halte es im Sommer so, dass ich erst gieße wenn sich der Rasen auch am Abend in der Dämmerung noch trocken anfühlt. Dann darf man gut auch noch einen Tag warten. Die Kulturgräser können damit umgehen, die Trivialis mag das nicht und bildet sich allmählich zurück.

    Zum Vertikutieren: Echtes Vertikutieren, d.h. den Boden aufreißen mit Messern die bis in Wurzeltiefe schneiden, ist auf Gebrauchsrasen mit normalem Untergrund eine sehr umstrittene Maßnahme. Eigentlich ist vertikutieren Teil der Pflege von Sportanlagen, wo man unter dem Rasen eine wasserdurchlässige Sandschicht hat, und verhindern will dass sich ein normaler Mutterboden bildet. Mutterboden ist im Stadium bäh, denn er saugt Wasser auf statt es durchlaufen zu lassen, und bei Regenspielen bilden sich Pfützen. Alternative zum Vertikutieren ist das sogenannte Lüften, dabei werden die Wurzeln unversehrt gelassen. Rasenlüfter haben eine Walze mit kurzen Metallfedern, die nur durch die oberirdischen Halme kämmen. Lüften ist eine gute Maßnahme gegen Trivialis, denn dabei werden die sehr flach liegenden Trivialishalme abgerissen. Viele Vertikutierer kann man durch Austausch des Messerbalkens zu Rasenlüftern umbauen. Einhell hat das z.B. für viele Geräte im Angebot.

    Zum beschriebenen Robotereinsatz: Einen Automower soll man 5-6 Tage die Woche laufen lassen, um optimale Rasenpflege zu erreichen. Die Zeit ergibt sich dabei aus dem Handbuch, Husqvarna hat für jedes Modell eine typische Flächenleistung pro Stunde ermittelt. Mein Sileno+ (=AM315) z.B. schafft pro Stunde gemittelt 68qm, auf einem 500qm-Rasen sind damit Mähzeiten von 7h täglich (brutto, mit Zwischenladen) empfohlen.

    Zur Düngung: Herbstdüngung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Blaukorn ist nicht der optimale Dünger, weil er zu extremem Stoßwachstum führt. Insbesondere sollte jetzt im Herbst nicht mehr viel Stickstoff gegeben werden.
     
    Zuletzt bearbeitet:
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