Frage zum Geschmack versch. Beeren- u. Obstsorten...

S

Syrah

Mitglied
Bin mir nicht sicher, ob das hier die richtige 'Abteilung' ist, aber ich versuch's mal...

Ich habe vor einigen Wochen ein paar für mich neue Beerensorten gepflanzt. Kamtschatka-Blaubeere, Goji-Beere und Weinbeere, jetzt noch Taybeeren und Boysenbeeren dazu, weil die in der Postenbörse für 2,99 Euro zu haben waren, da kam ich nicht dran vorbei.

Die Kamtschatka-Blaubeeren haben tatsächlich schon getragen. Sie sehen wirklich aus, wie große, längliche Blaubeeren, und wir haben sehr optimistisch probiert, um dann das Gesicht zu verziehen. Wie eine Kreuzung aus Zitrone mit einem Hauch Blaubeere. Sind die immer so oder zu wenig Sonne, oder falsche Sorte?

Ich habe hier auch irgendwo gelesen, dass die Goji-Beere (heißt die eigentlich Bocksdorn-irgendwas, mit bürgerlichem, nicht ganz so werbewirksamem Namen??) auch nicht so der Burner ist.

Jedenfalls frage ich mich, was jetzt für geschmackliche Aha-Erlebnisse auf uns lauern.

Kann hier wer was zum Geschmack der o. g. Beeren sagen?

Außerdem plane ich, ein paar Pawpaw-Bäume/Büsche zu pflanzen. Taugen die geschmacklich was? Ich habe irgendwo gehört, dass die Früchte der veredelten Sorten schmecken, die anderen nicht.

Gibt es irgendwelche geschmacklichen Highlights, die nicht zu schwierig anzubauen sind, die man unbedingt braucht? Außer den o. g. gibt's hier schon Blau-, Erd-, Him- und Brombeeren, außerdem habe ich gerade Kiwis und Feigen angepflanzt. Im GWH einen Haufen Physalis und auch ein zwei Pepinos (die mich geschmacklich auch nicht umgehauen haben letztes Jahr, aber ich habe sie probehalber überwintert). Weintrauben gibt's auch.

Was bei uns gar nicht funktioniert, sind Kirschen. Ewig mit Schädlingen zu tun. Wir sind im Nordwesten von Deutschland, also eher leichte, saure Böden.
 
  • wiesenschaumkraut

    wiesenschaumkraut

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    Maibeeren/Kamtschatkabeeren (Amur und noch ne Sorte) habe ich auch, allerdings zu einem horrenden Preis bestellt und sie haben noch nicht getragen. Es soll aber geschmacklich unterschiede zwischen verschiedenen Sorten geben, zudem wird geraten zwei Sorten zu nehmen, aufgrund besserer Befruchtung.

    Eine Tayberry hatte ich auch mal, dann ist sie der Umgestaltung des Gartens zum Opfer gefallen, die finde ich eigentlich ziemlich klasse, wie eine süße, aromatisch-fruchtige Himbeere. Schmeckt mir, im Gegensatz zu den meisten Himbeeren, auch ungezuckert. Konsistenz ist meiner Meinung nach besser als bei den meisten Himbeeren, welche überreif meist schon zu "flach" schmecken und zum schimmeln neigen und ansonsten (für meinen Geschmack )etwas zu sauer sind - will sagen: die Tayberry hat bei schon früher als die Himbeere bei gut fester(er) Konsistenz einen durchaus annehmbaren, wenn nicht sogar besseren Geschmack als die Himbeere. Ist aber auch Geschmackssache :d

    Goji-Beere soll angeblich - wie auch die Cranberry - getrocknet besser schmecken, konnte dembezüglich noch keine eigenen Erfahrungen sammeln.
    Sofern du einen Dörrapperat hast oder anderweitig Spaß am Trocknen/Dörren hast: Hol dir Cranberrys, soweit ich weiß sollen diese auch mit leicht saurem Boden zurrecht kommen.
    Außerdem empfehle ich Mirabellen, die coolen Schwestern von Pflaumen :D

    Ansonsten gibts ja noch die ganze Riege der wunderlichen nordamerikanischen Beeren wie Loganberry, Maulbeere etc., Ba....r-Garten hat noch wunderliche Kreuzungen aus Kirsche und Aprikose anzubieten, aber ob die schmecken, keine Ahnung. Teuer sind sie auf jeden Fall.

    LG Wiesenschaumkraut
     
    Luna1

    Luna1

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    Hehe die maibeere als Mischung aus Zitrone mit einem hauch Blaubeere zu bezeichnen sit sehr treffend ;-).

    Ich konnte es nicht glauben und hab es wieder und wieder probiert (3 verschiedene Sorten). Es wurde nicht besser. Allerdings .... wenn du sie mir Joghurt und Zucker in eine Palatschinke rollst, ist das himmlisch! Und dazu reichen schon ein paar wenige Beeren aus.


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    Was ich noch an den selten Beeren kosten durfte sind Mesimarjas (von Deaflora). Die sind unheimlich lecker, sehr fruchtig, sehr himbeerig aber doch anders. Nicht wirklich sehr süß, aber auch kein bisschen sauer, einfach nur fruchtig. Ich hoffe sie waschsen an, hab sie schon fruchtend bekommen.
     
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    S

    Syrah

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    Ich meine, ich habe da auch ein oder zwei 'Loganberries' ergattert. Muß nochmal nachgucken. Ich war wirklich schwerst begeistert, dass die Postenbörse das Zeug (Himbeeren, Taybeeren, Boysenbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren!) derzeit für 2,99 Euro hat. Die Pflanzen waren genau so gut, wie die, die ich erheblich teurer im Frühjahr gekauft hatte! Schade, dass keine Erdbeeren mehr da waren, da sind mir beim Umpflanzen doch einige kaputt gegangen...

    Danke für den Tipp mit dem Mesimarja-Beeren! Hört sich gut an! Welche Sorte hast Du?? Werden die alle nur relativ niedrig?

    Keiner hier mit Pawpaw-Erfahrung? Die hören sich klasse an!!
     
  • billymoppel

    billymoppel

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    weil wir hier gerade eim thema sind, ich habe voriges jahr eine taybeere vom aldi aus der krabbelkiste gerettet, sie hat sich erholt und zu meiner verblüffung extrem zeitg geblüht, sie ist bereits völlig abgeblüht und hat über und über früchte, von denen einige jetzt die farbe dunkler himbeersorten haben, sich allerdings noch schwer lösen lassen.
    wie sieht denn eine reife taybeere aus? das ergebnis im jetzigen zustand finde ich relativ flach und ist nicht vergleichbar mit einer aromatischen himbeersorte - nur die frühe tragzeit und reife würde es jetzt für mich raus reißen
     
  • L

    lillliane

    Mitglied
    Ich kann die Loganberries nur empfehlen. Als Pflanze etwas lästig, weil sie endlos lange, sehr stachlige Ranken hat (sogar die Blätter haben Stacheln), aber sie trägt wie verrückt bei uns und die Beeren sind sehr lecker.

    Haltbarkeit ist allerdings gleich null, d.h. man muss sie sofort nach der Ernte essen oder verarbeiten (ich friere immer einige Kilo ein, Streuselkuchen mit Loganberries ist super im Winter).

    Für den Anbau: die Loganberry trägt an der zweijährigen Ranke, d.h. am besten macht man ein Rankgitter, das sehr breit ist und setzt die Beere in die Mitte. Die tragenden Ranken nach rechts, die neuen nach links binden. Im Herbst dann die rechten Ranken alle bodennah abschneiden. Im nächsten Jahr erntet man dann links und bindet die neuen Ranken nach rechts, und so weiter, immer abwechselnd. Sonst bekommt man ein völlig unentwirrbares, unbeherrschbares Stachelgebüsch.
     
  • tihei

    tihei

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    Bei etlichen Beeren kann man den Geschmack im ersten/zweiten Standjahr nicht richtig beurteilen.
    um dann das Gesicht zu verziehen.
    [...]
    auch nicht so der Burner
    [...]
    Jedenfalls frage ich mich, was jetzt für geschmackliche Aha-Erlebnisse auf uns lauern.
    [...]
    "schmecken"
    [...]
    Gibt es irgendwelche geschmacklichen Highlights, die nicht zu schwierig anzubauen sind, die man unbedingt braucht?


    Heißt das: Du willst ausschließlich süße Früchte für den direkten Rohverzehr?
    Es hängt auch alles ein bisschen davon ab, welche Art der Nutzung einem so vorschwebt. Mal in eine frische Quitte gebissen? ;)

    Bei Beeren fallen mir noch Stachelbeeren, Johannisbeeren und Preiselbeeren ein. Bei ersteren gibt es auch eine große Auswahl an Sorten für die verschiedenen Nutzungsmöglichen.




    Gibt’s auch auf Deutsch: Allackerbeere.
     
    Maulwurf12

    Maulwurf12

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    Habe mal letztes Jahr in eine Goji-Beere gebissen: so etwas eckelerregendes habe ich noch nie in meinem Leben gegessen - und dabei finde ich Kamtschatka-Beeren gut (sogar die wilde Ursprungssorte, die ist zum saueren dazu auch noch bitter) und von Aronia bekomme ich auch nicht genug... ;)

    Wie wärs mit Maulbeeren? Sind zwar keine Aroma-Bomben, aber süßlich, ganz nett eben und brauchen absolut keine Pflege. Was richtig gut ist, ist die japanische Wollmispel - habe jetzt auch eine kleine Pflanze, habe vorher nur ab und an Früchte ergattern können.
     
    Maulwurf12

    Maulwurf12

    Foren-Urgestein
    Essigtomaten mache ich mir selber: ich lege sie nämlich wie Gurken ein ;) Gibt nichts besseres! ;)

    Momentan esse ich mich durch noch grüne Stachel- und Johannesbeeren mhhh... (ja ich weiß, pervers, mache ich aber seit meiner Kindheit so)
     
  • S

    Syrah

    Mitglied
    Also, die Verwertung der Beeren ist ganz klar frisch oder vielleicht mal als Marmelade oder so.

    Aber grundsätzlich interessieren mich immer Neuheiten, die vielleicht neue Geschmackserlebnisse bringen (die Kamtschatka-Beere war in der Tat eines, aber keines, das ich wiederholen möchte...), vielleicht unempfindlicher gegen Schädlinge/Frost usw. sind, als die bisher bekannten Sorten, pflegeleichter, usw. Es werden so viele Sachen weitergezüchtet, damit sie auch im Norden anbaubar werden (z. B. Feigen, Kiwis, usw.). Ich wohne leider in einer Gegend, die bestenfalls regenverwöhnt ist und von daher habe ich an solchen Neuerungen/Neuentdeckungen immer Interesse!

    Aber nach dem unseligen Erlebnis mit der Kamtschatkabeere dachte ich, ich frag besser mal rum, was sich lohnt UND schmeckt! Und nee, ich mag auch keine Johannisbeeren pur, pfui... Als Gelee super!

    Maulbeeren habe ich schon oft überlegt und werde das bestimmt auch versuchen. Die sollen ja eher das umgekehrte Problem haben supersüß ohne jegliche Säure sein. Trifft das zu? Meinem Sohn würde das sicher gefallen;-))

    Mispeln habe ich auch schon überlegt, zum Verarbeiten, ist klar. Ich liebe auch Quitten. Ich kandiere die oder mache Gelee oder als Kompott zu Wild. Da ist klar, dass man die nicht so isst, aber richtig zubereitet sind sie eine Delikatesse!

    Ich werde sicher auch noch probieren, die Kamtschatkabeeren anderweitig zu verwenden. Zum So-Essen war's eine Enttäuschung, aber wer weiß, wozu sie gut ist.
     
    Dhanalein

    Dhanalein

    Mitglied
    Josta-oder Jochelbeeren, sind zwar nicht exotisch, aber sehr lecker,
    die wären vielleicht auch was für dich.
    Sie sind eine Kreuzung aus Stachelbeeren und Johannisbeeren, und bei weitem nicht so sauer wie Johannisbeeren.

    Es gibt auch noch verschiedene Wildobstsorten, die gerade "in" sind, Kornelkirsche, Felsenbirne, Kreken oder Kriecherl, Pimpernuss uvm.

    Die Kornelkirsche kam mir recht sauer vor
    Kriecherl waren lecker, kann aber von Baum zu Baum variieren
    Pimpernuss, muss richtig reif sein sonst schmeckt sie eher wie ne halbrohe Erbse, außerdem ist sie zu klein für meinen Nussknacker, also eher ne Spielerei.

    LG

    Dhana
     
    Maulwurf12

    Maulwurf12

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    Nee, nee ich meinte nicht die Mispel, die man kochen muss, nein, nein - die Rede ist von der JAPANISCHEN WOLLmispel - ist was ganz anderes!
    Die Maulbeeren sind wirklich nur süß.
    Dhana: ich muss mal googeln, ich sehe für mich die "muss ich haben" gefahr...
     
    Dhanalein

    Dhanalein

    Mitglied
    Hallo Maulwurf12, willkommen im Klub der anonymen Pflanzoholiker! ;)

    LG

    Dhana

    Edit:
    Erdbeerspinat hab ich noch vergessen, der war nix für mich. Als Spinat verwendet mag er sich vielleicht lohnen, wenn man aber nur auf Früchte zum naschen wartet wird man ziemlich enttäuscht, die waren leicht süßlich und ziemlich fade.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    S

    Syrah

    Mitglied
    Also nochmal zu den Kamtschatka-Blaubeeren. Die letzte Hand voll ist in einer Art roter Grütze gelandet, für Vanillepudding. Und ich muß sagen, da machte sie sich ganz gut! Konsistenz war gut und sie gibt (wie wohl Blaubeeren auch, aber die sind noch nicht reif), eine intensive Farbe mit. Also von mir aus soll sie da weiter wachsen. Nur pur ess ich die bestimmt nicht mehr...
     
    T

    Tubirubi

    Guest
    Wenn meine Gojibeeren mal was anderes als Mehltau tragen würden, würde ich dir ja Bericht erstatten. Aber seit ich sie vor drei Jahren gepflanzt habe, haben sie nichts anderes. Wie gerne würde ich sie wieder loswerden. Aber das ist wohl eine echte Pest!
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    Es gibt auch noch verschiedene Wildobstsorten, die gerade "in" sind, Kornelkirsche, Felsenbirne, Kreken oder Kriecherl, Pimpernuss uvm.

    Die Kornelkirsche kam mir recht sauer vor

    Die muß man ausreifen lassen, bis sie fast vom Strauch fallen, dann werden sie recht süß mit ganz leichter Bitternote. Wir haben Marmelade von gekocht, die schmeckt mir sehr gut.

    Kriecherl waren lecker, kann aber von Baum zu Baum variieren
    Pimpernuss, muss richtig reif sein sonst schmeckt sie eher wie ne halbrohe Erbse, außerdem ist sie zu klein für meinen Nussknacker, also eher ne Spielerei.

    LG

    Dhana
    Sonst haben wir noch eine Pflaumenschlehe im väterlichen Garten stehen. Die Früchte sind im Vergleich zur normalen Schlehe deutlich größer und etwas weniger bitter. Roh muß man die nicht essen, wenn man nicht - wie ich - auf den Bittergeschmack steht, aber ein Gelee oder eine Marmelade davon bereichert jede Fleischsoße.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    Billabong

    Billabong

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    Hi,

    ich bin auch ein Beerenfan und probier gern alles Essbare.

    Die Kamtschatka-Blaubeeren haben tatsächlich schon getragen. Sie sehen wirklich aus, wie große, längliche Blaubeeren, und wir haben sehr optimistisch probiert, um dann das Gesicht zu verziehen. Wie eine Kreuzung aus Zitrone mit einem Hauch Blaubeere. Sind die immer so oder zu wenig Sonne, oder falsche Sorte?
    Meine ist vom Gartencenter und total lecker, aber ich mag's auch leicht säuerlich. Ausgereift waren die aber nicht sauer!

    Hier die spärliche Sorteninfo:

    CIMG4059.JPG

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    Letztes Jahr hab ich sie gepflanzt, und dieses Jahr hat sie bereits gut getragen, ich habe rund 2 Händevoll Beeren geerntet.


    Karamellbeere ist noch lustig, kennst du die? Ist aber eher eine Spaßbeere, weil schlecht zu beernten: Die winzigen Beeren reifen an derselben kleinen Rispe nach und nach und lösen sich erst, wenn sie vollreif bis überreif sind, und vorher fallen sie oft ab. Sie schmecken wirklich nach Karamell, sind aber manchmal auch bitter dabei. Der Strauch ist auch als Zierstrauch sehr hübsch, und ich persönlich gehe gern Karamellbeeren naschen.

    Blütenrispen

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    Rispe mit einigen dunklen = vollreifen Beeren

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    Meine 2 Sträucher

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    Grüßle
    Billa
     
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