Frühbeet oder Gewächshaus

S

Schwabe12345

Mitglied
#1
Hallo zusammen,
Ich denke derzeit über die kommende Gartensaison nach und was ich aus der vorherigen an Erfahrung mitgenommen habe. Dabei bin ich auf das Thema Frühbeet bzw. Gewächshaus gekommen. Ich habe derzeit in meinem Garten drei Beete mit je 1,2 x 10 Meter, in denen ich stark-, mittel- und Schwachzehrer durchwechlse. Ein Gewächshaus habe ich nicht.
Meine Idee ist nun: ich stecke in die Beete an den Rändern Dachlatten, um eine Überspannung von etwa 50 cm zu erreichen. Dann wickle ich dicke Folie an den Seiten und lege oben einen Rahmen mit Scharnier und ebenfalls Folie drauf.
Meine Fragen nun an euch: bringt das was? Ist der eingeschlossene Raum groß genug? Der Boden ist ja nicht entkoppelt, daher denke ich, bringt die Erwärmung nur bedingt etwas. Wäre ein Gewächshaus signifikant besser?

Danke für eure Meinungen!
 
  • Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    #2
    Habe ich dich richtig verstanden, dass du damit eine Art Frühbeetkästen für deine Beete baust? Das sollte auf jeden Fall eine Erwärmung bringen. Wie viel Erwärmung und ob so viel weniger als ein Gewächshaus weiß ich aber leider nicht. In direkter Sonneneinstrahlung könnte es sogar sein, dass der kleinere Raum wärmer wird, als ein großes Gewächshaus.
     
    S

    Schwabe12345

    Mitglied
    #3
    Ja genau, es sollen dadurch Frühbeetkästen werden. Ich habe allerdings wenig Ahnung was den gesamten Bereich Frühbeet und Gewächshaus betrifft. Es lässt sich ja sehr unterschiedliches dazu lesen, wie beispielsweise Frühbeete sind schwer zu kontrollieren, usw.
     
    Swenny

    Swenny

    Mitglied
    #4
    Im Frühjahr: Auf jeden Fall. Hatte ich auch eine Zeitlang so. Die Folie hält halt nicht lange.

    Kommt drauf an: Ich hatte jahrelang so ein 4mm-Doppelstegteil aus dem Praktiker. Dann hat es mir Frederike zerlegt. Letztes Jahr hatte ich auf dem Fundament des Gewächshauses wieder ein Frühbeet.

    Es kommt sehr darauf an, was Dir wichtig ist:

    Frühbeet:
    + erwärmt sich schneller
    + ist leichter auszuräumen (Erde austauschen)
    + kann man besser! regulieren (automatische Fensterheber mit Ölfüllung)
    + ist deutlich billiger
    + ist deutlich weniger sturmanfällig
    + reicht für die meisten Anzuchten aus
    - Wuchshöhe ist begrenzt

    Gewächshaus
    + passen auch hohe Pflanzen rein
    + man kann halt bequem drin stehen
    + man kann auch mal bei Regen drin arbeiten
    - im Frühjahr hängt die warme Luft erstmal oben, und unten isses trotzdem kalt
    - ist deutlich teurer

    Und was Du anbauen willst:

    Salat im Frühjahr: Frühbeet. Erwärmt sich schneller, ist leichter zu handhaben.

    Tomaten: Ich hatte jahrelang Tomaten im Gewächshaus. Da ich faul bin, und auch immer mal paar Tage nicht da, hatten die es trotz Fensteröffner nicht leicht. Oft war es zu warm drin. Letztes Jahr hatte ich die Tomaten unter einem Unterstand im Freien, und die besten Tomaten ever. Allerdings war letztes Jahr auch ein Ausnahmejahr für Tomaten. In der Übergangsphase zwischen Fensterbank und Unterstand reicht das Frühbeet.

    Gurken: Und hier nur Gewächshausgurken => Gewächshaus. Der einzige Grund für ein Gewächshaus. Da diese Gurken aber in kurzer Zeit wahnsinnig viel Früchte bringen, dann aber bei einigen kalten Nächten im August schon wegklappen können, sind die bei mir gestrichen. Ein paar ausgesuchte Sorten Freilandgurken tun es auch. Anzucht von Freilandgurken wieder im Frühbeet.

    Auberginen, Paprika: Waren bei mir bisher immer besser im Freiland als im Gewächshaus. Bei Auberginen schon deswegen, weil die einfach viel Licht brauchen, und im Gewächshaus ist immer weniger Licht.

    Melonen: Hier Netzmelonen oder so ein Gaja-Verschnitt. Frühbeet reicht völlig. Nachdem die Anzuchtpflanzen (Tomaten, Auberginen, Paprika, Bohnen, Freilandgurken) Ende Mai aus dem Frühbeet raus sind, dürfen sich da die Melonen ausbreiten. Und auch nur im Frühbeet werden die was.

    Sonstige Anzucht: Frühbeet.

    Feldsalat und Spinat über den Winter: Wieder Frühbeet, wenn die Melonen raus sind, kann da nochmal Feldsalat und Spinat rein, für den Winter und als Gründünger.

    Ja, so ein edles Gewächshaus mit gemauertem Fundament, ordentlichem Stahlrahmen und Verglasung hat schon was. Ich werd da auch immer schwach.

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    Aber das muss man sich erstmal leisten können. Und realistisch gesehen geht das nur mit Heizung, denn im Frühjahr ist es sonst zu kalt, weil da zu viel Luft aufgeheizt werden muss, und die warme Luft dann erstmal nach oben will. Und im Sommer isses dann wieder zu warm.

    Mit so einem Billigteil aus dem Baumarkt würde ich keinesfalls wieder anfangen. Schon allein dass man die Platten nicht dicht eingesetzt bekommt, also an der Unterkante kalte Luft eindringt. Und dass die Platten bei Sturm regelmäßig durch den Garten fliegen.
     
  • Rosabelverde

    Rosabelverde

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    #5
    Das hiesige Baumarkt-Gewächshaus wurde seinerzeit von Kyrill durch die Luft getragen und am Birnbaumstamm zusammengefaltet. Ich hab auf dem alten Fundament vor 3 Jahren ein neues Baumarkt-Gewächshaus aufgebaut, das gleich so solide verankert wurde, dass Friederike ihm nichts anhaben konnte. Das geht also ohne weiteres, man muss es nur richtig machen. (Nee, ich will nicht angeben. Allein wär mir das nicht gelungen. Hatte schlaue Helfer. ;))

    Dass an der Unterkante kalte Luft eindringt, ist im Sommer von Vorteil, da hab ich sogar mit dem Spaten ein bisschen nachgeholfen und Lücken gestochert, um bessere Luftzirkulation zu erreichen. Zu heiß wird's da ja schnell von selbst, wie du zu recht bemerkst. Da ist etwas Kühle von unten ein Vorteil.

    Tomaten haben im übrigen tagelang Temperaturen bis 45 Grad ertragen müssen und das gut ausgehalten, ebenso die Gurken (die aber später den Spinnmilben erlegen sind, aber da hatten wir von Gurken eh schon genug geerntet).

    Ein weiterer Nachteil eines Gewächshauses besteht wohl darin, dass es da nicht reinregnet ... also dass es da kein normales Bodenleben gibt. Wenn man es über Winter abdecken könnte, damit Schnee & Eis sich darin austoben können, könnte man viel Arbeit in Richtung Bodenverbesserung sparen.

    Dabei bin ich auf das Thema Frühbeet bzw. Gewächshaus gekommen.
    Frühbeet & Gewächshaus sind aber keine Alternativen, oder wie dachtest du? Beide erfüllen ganz verschiedene Funktionen, je nachdem, was du anbauen möchtest.

    Ich hab einen experimentierfreudigen Nachbarn, von dem ich einiges lerne. Der hat Gewächshaus, Beete, Hochbeete und überdachte Hochbeete. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass es eine optimale Lösung gibt: die überdachten Hochbeete sind gut für fast alles, Salate, Kohlrabi, Blumenkohl, Tomaten ... je nach Jahreszeit.

    Überdacht heißt in diesem Fall: transparente Rückwand an der Wetterseite (die Hochbeete sind nach Westen ausgerichtet), und ein Dach aus Doppelstegplatten. Vorn und an den Seiten ist es offen. Da regnet nichts rein, da überhitzt nichts, und im Winter werden Dach & Rückwand abgebaut, damit das normale Klima sich austoben kann. Im Frühjahr kommt dann natürlich neue Erde dazu, weil die alte abgesackt ist.

    Im Prinzip kann man diese Art Überdachung - Schutz von hinten/oben, aber offen für's normale Klima - auch für Beete am Boden bauen, aber du hast da ziemlich große Beetflächen angegeben, Schwabe, und ich bin kein Handwerker und kann den Aufwand nicht ermessen.

    (Mein Nachbar sagte, wenn er früher gewusst hätte, dass diese halboffene Bauweise so gute Ernteergebnisse liefert, hätte er nie ein Gewächshaus gebaut. Ich schau mal, ob ich sein Video finde, wo er diese Hochbeete vorstellt.)
     
  • Swenny

    Swenny

    Mitglied
    #6
    Wenn man es über Winter abdecken könnte, damit Schnee & Eis sich darin austoben können, könnte man viel Arbeit in Richtung Bodenverbesserung sparen.
    Da kann man mit dem Schneeschieber Schnee reinschaufeln.

    das gleich so solide verankert wurde, dass Friederike ihm nichts anhaben konnte.
    Oh, glaub mir, meins war solide verankert. Weggeflogen sind nur die Platten.

    gewhaus-jpg.610132


    Ein Problem ist ja unter anderem, dass ein neues Gewächshaus genau auf das gemauerte Fundament passen müsste. Also entweder den gleichen Kladderadatsch nochmal kaufen - oder selber bauen.
     
  • S

    Schwabe12345

    Mitglied
    #7
    Danke für die Antworten!
    Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass Wintergarten und Frühbeet ähnliche Funktionen haben, da beide ja technisch gesehen, ein mit Folie/Glas umbauter Raum ist.
    Wir Pflanzen Kartoffeln, Kürbis, Spinat, Zwiebeln, Karotten, Pastinake, Erbsen und Bohnen an.
    Im Topf haben wir bisher Tomaten und Paprika gemacht. Allerdings werden die in normalen Töpfen sehr winzig, so meine Erfahrungen.

    Danke für weitere Kommentare!
     
    Stupsi

    Stupsi

    Foren-Urgestein
    #8
    Das sind ja verschieden Dinge die du beschreibst und du musst halt überlegen was brauchst du, was willst du anbauen.

    Frühbeet sind ja so Bodennahe kleine Gewächshäuser, die befüllt man eigentlich im zeitigen Frühjahr mit Mist und dann kommt da Erde drauf so das durch den Mist eine große Wärme entsteht, darin kann man dann schon sehr früh so ab Februar Pflanzen vorziehen.

    Dann gibt es noch Pflanzentunnel, da deckt man einfach eine lange Reihe an pflanzen mit Plane ab , auch Bodennah um darin so ab März /April Salat usw, drin vorzuziehen und auch zu pflanzen falls es nachts noch kühl wird reicht der Schutz dann aus.

    Ein großes Gewächshaus ist ja für das ganze Jahr gedacht, also was für immer, da kann alles rein von Tomaten , Gurken bis hin zu Pflanzen und wenn man eine Heizung darin hat kann man da auch länger ernten, früher und auch Pflanzen überwintern.

    Die Pflanzen die du genannt hast wie Kartoffeln kommen einfach ins Freie wenn es warm genug ist, auch Zwiebeln u.a. kannst du so in den Boden pflanzen.

    Für Tomaten würde es reichen wenn du denen eine Überdachung so eine Art Bushaltestelle baust:grinsend: , was sie vor viel Regen schützt wegen der Braunfäule aber an den Seiten offen, denn die bekommen weniger Schädlinge wenn auch der Wind mal da durch streifen kann.
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    #9
    Tomaten und Paprika werden winzig? Wenn du ihnen groß genuge Töpfe spendierst, also 10l und mehr, dann wachsen sie auch normal. Düngen nicht vergessen. Aber das ist jetzt wieder eine ganz andere Baustelle zu dem Thema Frühbeetkasten und Gewächshaus.
     
    scheinfeld

    scheinfeld

    Foren-Urgestein
    #10
    Hallo Schwabe 12345,

    All deine Gemüsesorten brauchen keine GWH bis zur Ernte.

    Wir nutzen unser kleines Baumarkt GWH zur Anzucht ab Februar/März, Sobald die Temperaturen erträglich bleiben, kommt alles nach draußen. Die Tomaten in 20 Liter Eimern, Zucchini und Kürbis direkt in die Gartenerde.

    Und ab März die Salatpflanzen aus der Gartencenter, die reichen dann bis Mai zur Freilandernte.
    Im GWH bleiben nur Gurken und Paprika bis zur Ernte.

    Ins Hochbeet/ohne Überdachung kommen ab Frühjahr die Kohlrabisamen/Setzlinge, Radieschensamen, Rettichsamen. Das Hochbeet decke ich mit Insektenschutznetz ab. Nach und nach säe ich nach oder setze neue Setzlinge. Das Hochbeet nutzen wir bis zum Spätherbst.

    Gruß Sigi
     
  • S

    Schwabe12345

    Mitglied
    #11
    Hallo zusammen,
    danke für eure tollen Antworten!
     
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