Ganzjähriger Obstbaumschnitt! Ist das so?

F

flueueue

Neuling
#1
Also.... :D

nach dem ich mich jetzt ein paar Jahre mit Obstbäumen beschäftige und über diverse Kanäle viele Infos zusammengetragen habe, möchte ich mal eine provokante These aufstellen:

Obstbäume kann man das ganze Jahr schneiden!

Vorraussetzung: frostfrei muss es sein!
Und ich spreche hier von Standardsorten von Apfel, Birne, Zwetschke. Bei andern habe ich nachvollziehbare Gründe bekommen, warum das nicht so einfach möglich wäre.

Was mich zu der These bringt sind zwei Sachen:
- ich habe soviel unterschiedliche Meinungen bekommen (einfach nur mal durch dieses Forum klicken... ;) )
- in der Praxis ist es für mich so, dass ich nur unregelmäßig zu den Bäumen komme und daher oft um ein paar Wochen den idealen Schnittzeitpunkt verpasse. Und ich dann ein schlechtes Gewissen habe ;)

Also meine konkreten und provokanten Fragen dazu:

1. Was unterscheidet einen Sommerschnitt im August von einem Spätsommerschnitt Mitte Ende September. Bzw was unterscheidet einen Schnitt Anfang Oktober von einem Ende November?

2. Kann man was kaputt machen wenn man immer nur mäßig und sauber schneidet?
--- also wird beispielsweise die Fruchtbarkeit mittelfristig in Mitleidenschaft gezogen?
--- klar, bei einem starken Schnitt im Frühling reagiert der Baum natürlich heftiger als beinem mäßigen im Sommer)

3. Ist gar nicht schneiden eine schlechtere Option als zum unpassenden Zeitpunkt?

Was meint ihr dazu?
DANKE!
 
  • Pepino

    Pepino

    Foren-Urgestein
    #2
    Ich weiß jetzt nicht, was da so neu daran ist.....
    Frostfrei sollte es schon immer sein, wenn man Bäume schneidet.
    Zwetschgen, Clauden, Kirschen kann man gut während der Ernte schneiden. Hat schon mein Großvater so gemacht..
     
    Rumbleteazer

    Rumbleteazer

    Foren-Urgestein
    #3
    Ich schneide unsere Obstbäume wenn es nötig ist. Im Sommer hat es den Vorteil, das sich an der Schnittstelle zwei oder drei neue Triebe bilden (können). Nachteil ist, das der Baum anfängt rasch in die Höhe zu gehen.

    Und wie Pepinos Opi es gemacht hat, ist es sinnvoll, da man 1. direkt den Ast vor sich hat und 2. man sieht, wo mehr Licht ankommen muss und entsprechend auslichten.
     
    C

    carot

    Mitglied
    #4
    Die Antwort auf die Frage Nr. 1 würde sehr komplex ausfallen. Nicht umsonst ist dieses Thema Gegenstand etlicher Diskussionen. Ich mache es mir deshalb mal einfach und verweise auf einen Link. Dort finden sich im Übrigen auch andere interessante Artikel zum Baumschnitt.

    Der Sommerschnitt - Eine neue Definition - Baumpflegeportal

    Ich empfehle auch die dort verlinkten ähnlichen Artikel zum Thema zu lesen.
    Keine der Thesen ist unumstritten und man findet auch Argumente für alle Ansichten. Der Autor gibt aber seine Überlegungen für seine Schlüsse wieder, was andere Autoren nicht tun. Häufig wird einfach nur nachgeplappert. So kann man sich eine eigene Meinung bilden.

    Zu 2.)
    Da man regelmäßig, dafür aber mit Maß (mäßig) und immer sauber schneiden soll, macht man damit "nichts kaputt".

    ;-) Die Fragestellung ist einfach zu allgemein, um darauf eine präzise Antwort geben zu können. Mäßiger und sauberer Schnitt ist grundsätzlich das Optimum. Die Frage ist: Was ist denn das "Maß" in welcher Situation?

    Zu 3.)
    Da auch ich die Ansicht vertrete, dass ein Schnitt nur zu wenigen Zeitpunkten im Jahr schädlich ist, lautet meine Antwort auf diese Frage: nein (musste korrigieren, da ich bei der Antwort die Frage falsch erinnerte).

    Bevor ich in einem ungünstigen Zeitpunkt schneide, warte ich lieber auf den nächsten günstigen Zeitpunkt. Dieser kommt in naher Zukunft bestimmt ;-). Ausnahmen hiervon sind natürlich Notfallmaßnahmen.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    #5
    Ja früher haben wir die ersten frostfreien Tage im Jahr genutzt.
    Jetzt sind wir alt - und machen es, wenn uns danach ist, z.B. jetzt.
    Wichtig zu wissen: jeder Schnitt regt das Wachstum an.
     
  • D

    Desperado

    Mitglied
    #6
    Oh Hilfe !!!

    - Frostunempfindliches Kernobst (Äpfel, Birnen) schneidet man am Besten in der vegetationsfreien Zeit (Winter), wenn kein Laub die Sicht versperrt. Da schneidet man das ganze abgetragene, herunterhängende, weit ausladende und tote Holz weg und leitet das Wachstum auf einen jüngeren, höher und weiter innen liegenden Ast ab und entfernt auch die Fruchtmumien, um den Baum vor Pilzinfektionen mit Monilia zu schützen. Da ist es ratsam, den Zweig mit der Fruchtmumie gleich mitzuentfernen.

    Beim Winterschnitt sollte zumindest kein Dauerfrost herrschen, damit es an den Schnittstellen nicht zu so einer Art Gefrierbrand kommt. So 2-3 Grad minus morgens schaden aber nicht.
    Im Frühjahr / Sommer finden eigentlich nur kleinere Korrekturen statt. Da entfernt man vor allem die Wasserschosser und nach innen wachsendes Holz und sorgt dafür, dass etwas mehr Licht in die Krone fällt. Und man führt natürlich schon frühzeitig eine Ertragsbegrenzung durch, damit die Äste nicht zu stark ausgelastet sind und die Fruchtqualität steigt.

    - Frostempfindliches Steinobst wie Kirschen, Pflaumen, Aprikosen oder Pfirsiche schneidet man am Besten zu Vegetationsbeginn, wenn kein stärkerer Frost mehr zu erwarten ist und die Knospen schon langsam anschwellen, wenn also Saftfluss da ist. Beste Zeit ist Ende Februar - Mitte März
    Der (Früh-)Sommerschnitt (zur oder unmittelbar nach der Ernte) empfiehlt sich am ehesten für die stark wachsende Kirsche, wenn es darum geht, sie in ihrem Wuchs etwas auszubremsen. Aber von einem Radikalschnitt im Sommer rate ich dringend ab. Wir reden hier nur von schwächeren Ästen.
     
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