Garten anlegen nach Hausbau

  • Ersteller des Themas Benze79
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B

Benze79

Neuling
Hallo Community,

ich bin ganz neu und benötige euren Rat. Leider habe ich zu diesem Thema noch nicht die Antworten für mich gefunden, daher der Beitrag.

Wir haben auf einer ehemaligen Tongrube neu gebaut und versuchen gerade unseren Garten in Eigenregie anzulegen, da unser Galabauer meint, sich seit 8 Wochen nicht mehr melden zu müssen, obwohl er vor 10 Wochen noch zugesagt hat...gut, das die Vorgesschichte...
Es liegt auch ein Bodengutachten vor, die ersten gut 60cm im Garten sind "aufgefüllte Tone sowie untergeordnete Sande". Hab ein Bild angehängt.

Nun zu meinen Problemen/Fragen...

Wir sind gerade dabei unseren Garten zu ebnen und müssen noch einiges an Erde auffüllen, so grob 20-25cm. Dafür wollen wir Pflanzerde von unserem lokalen Kompostierbetrieb beziehen (Beschreibung des Kompostierbetriebes: Pflanzerde: Gemisch aus Kompost, Sand und Oberboden. Pflanzfertig für Nutzgärten, Beete sowie Neuanlagen von Rasen).
Darauf soll dann ein Rollrasen verlegt werden.
Im Moment ist es natürlich staubtrocken und der Boden sehr hart und von den Baumaschinen verdichtet, sodass stellenweise nichtmal unser kleiner Bagger in den Boden kommt. Wir versuchen es nächste Woche nochmal mit einer anderen Baggerschaufel...
Aber ich frage mich eben, wie "eben" der Boden sein muss, bevor wir die Pflanzerde auffüllen und dann die eigentliche Planie machen?
Und sollten ich den Boden unter der Erde nochmal auflockern oder ist es eher besser, wenn er verdichtet ist.
Ich habe mal Bilder angehängt, wie es aktuell aussieht. Was meint ihr, wie sollte ich den Boden vor dem Auffüllen herrichten/vorbereiten?

Und dann meine zweite Frage...
Wie sehr verdichtet sich die Erde noch? Sagen wir, ich muss höhenmäßig ca. 25cm Pflanzerde auffüllen, wieviel cm muss ich mehr einrechnen, wenn ich die Erde dann noch ein bisschen verdichte, dass sie fest genug für den Rasen ist? 5cm mehr, 10cm mehr oder noch mehr?

Danke vorab für eure hilfreichen Kommentare!
 

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  • Taxus Baccata

    Taxus Baccata

    Foren-Urgestein
    Wir sind gerade dabei unseren Garten zu ebnen und müssen noch einiges an Erde auffüllen, so grob 20-25cm. Dafür wollen wir Pflanzerde von unserem lokalen Kompostierbetrieb beziehen
    Das würde ich nicht machen.

    Wir haben unseren Garten auch ca. 30cm aufgeschüttet, aber mit Mutterboden.
    Mit weichem Humus aus einem Kompostierbetrieb wird das nichts. Das sackt im Nu in sich zusammen.

    Ihr braucht etwas strukturstabiles, am besten Aushub von einem Bau. Und nur obendrauf eine entsprechende Schicht Humuserde.

    Oder habe ich es falsch verstanden und es geht nicht darum, einen Höhenunterschied auszugleichen..?
     
    S

    SebDob

    Foren-Urgestein
    Das Gemisch wird nicht so viel sacken. Und wenn kann der Rasen noch mit Kies begradigt werden.

    Leg auf jeden Fall in jede Ecke Strom. Wenn du schon Plan kannst, eine Bewässerungsanlage. Rollrasen ist dann überflüssig.
     
    B

    Benze79

    Neuling
    Oder habe ich es falsch verstanden und es geht nicht darum, einen Höhenunterschied auszugleichen..?
    Hallo Taxus,

    vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Es geht um beides...wir wollen/müssen noch etwas auffüllen und wir haben von einigen Nachbarn gehört, dass der aktuelle Boden kaum Wasser durchlässt und wir mindestens 20cm gute Erde/Mutterboden auffüllen sollen. Da es sich mit diesen 20-25cm gerade gut ausgeht und wir nichts abtransportieren müssen, dachten wir, dass diese Pflanzerde mit einem Gemisch aus Kompost, Sand und Oberboden gut sei, um es komplett damit aufzufüllen. Noch dazu kommt, dass ich gar nicht wüsste, wo ich guten Mutterboden herbekomme?!
     
  • B

    Benze79

    Neuling
    Das Gemisch wird nicht so viel sacken. Und wenn kann der Rasen noch mit Kies begradigt werden.

    Leg auf jeden Fall in jede Ecke Strom. Wenn du schon Plan kannst, eine Bewässerungsanlage. Rollrasen ist dann überflüssig.
    Hallo SebDob,

    danke für deine Antwort.

    Was meinst du, wieviel das Gemisch sacken wird?

    Wir würden schon gerne Rollrasen verlegen, da wir den Garten dann auch zeitnah nutzen wollen. Auch Strom (Erdkabel liegen schon bereit) und Gartenbewässerung sind schon eingeplant, diese werde ich aber erst nach dem Aufschütten anlegen können, weil sonst ja der Radlader ständig über die Rohre fährt.
    Plan ist es also, die Gräben für die Bewässerung erst nach dem Auffüllen zu schaufeln, um Schäden zu vermeiden.
    Eigentlich wäre jetzt natürlich der richtige Zeitpunkt, dann würde ich mir die Graberei sparen, aber das ist mir zu riskant.
     
  • B

    Benze79

    Neuling
    Einfach googeln, bestimmt gibt es bei euch in der Region Betriebe, die welchen verkaufen. :)
    Wir haben unseren auch von einem regionalen Unternehmen, das Erde/Sand/Kies verkauft.
    Jetzt habe ich ein bisschen rumtelefoniert und eine Firma gefunden, die "Oberboden - gefräst und gesiebt" anbietet.
    Wäre das der Boden, den du nehmen würdest? Und dann auch komplett damit auffüllen oder doch als oberste Schicht noch dieses Pflanzerde Gemisch?

    Und wie sollte der Boden darunter aussehen? Sollte der Boden auf den Bildern davor noch besser geebnet oder sogar noch gelockert werden?

    Danke vorab für deine Einschätzung!
     
    S

    SebDob

    Foren-Urgestein
    Da brauchst du nichts lockern. Bei uns hat der Tiefbauer im Anschluss die Erde geholt.

    Du hast 2 Probleme. Für rasen... Nicht zuviel Speicherfähigkeit des Bodens. Beete etc. Darf schon besser sein...

    Du willst ihn zeitnah nutzen? Rollrasen darfst du auch 6 Wochen nicht betreten. Der muss anwachsen. Bis dahin ist auch normal gekeimter rasen belastbar.

    Rohre jetzt verlegen. Halber Spaten tief reicht. Der Radelader macht dann nichts mehr kaputt. Zudem verlegst du ja hauptsächlich aussen.
     
    elis

    elis

    Foren-Urgestein
    Ich würde da von einem Fachmann prüfen lassen, wegen dem Boden, der das Wasser zu gut hält. Wenn das nicht versickern kann, staut sich das Wasser oben und Dir säuft alles ab. Das heißt die Pflanzen gehen kaputt. Deshalb meine ich, die lehmige Erdschicht gehört meiner Meinung nach tief gepflügt und eventuell in die Lehmschicht noch Sand einarbeiten. Damit die Verdichtung aufgebrochen wird. Dann oben drauf die Humuschicht leicht einarbeiten und dann walzen. Dann würde ich noch den Himmel bitten, einen leichten langen Regen zu schicken, damit sich der Boden noch schön setzen kann. Das ist eine gute Vorbereitung für den Rollrasen. Aber warte noch ein bißchen, es sind hier im Forum noch Fachleute, die werden Dir auch Ratschläge geben.
    Ich habe Erfahrung mit Lehmboden, habe jahrelange gebraucht, um eine lockere humose Erde zu bekommen. Der läßt nichts durch, der wird wie Beton wenn man ihn nicht aufbricht.

    lg elis
     
    S

    SebDob

    Foren-Urgestein
    Hat ein Fachmann geprüft. Siehe Bodengutachten...
     
  • elis

    elis

    Foren-Urgestein
    Hallo SebDob !

    Unsere Beiträge haben sich fast gekreuzt. Wenn ich Deinen Beitrag gelesen hätte, hätte ich nichts geschrieben. Ich kann ja kein Bodengutachten lesen, deshalb meine Bedenken wegen Lehm.

    lg.elis
     
    Taxus Baccata

    Taxus Baccata

    Foren-Urgestein
    Jetzt habe ich ein bisschen rumtelefoniert und eine Firma gefunden, die "Oberboden - gefräst und gesiebt" anbietet.
    Wäre das der Boden, den du nehmen würdest?
    Genau das haben wir genommen und sind sehr zufrieden.
    Ist halt ganz normaler Boden wie man ihn im Garten hat. Wasser bleibt da auch nicht stehen.
    Ein Bodengutachten haben wir nicht machen lassen. Aber das haben wir auch nicht machen lassen als wir unseren Garten übernommen haben. Wir sind keine Agrarexperten und soweit funktioniert alles ganz normal so wie es soll.

    Was man hier nur unbedingt berücksichtigen muss ist, dass "Oberboden" sicher überall verschieden ist und die Zusammensetzung von Region zu Region variiert... dafür kann natürlich niemand hier im Forum Garantie übernehmen.
    Ihr könntet den Boden vorm Kauf begutachten gehen- ob er euch von der Struktur her gut aussieht. (Nicht zu lehmig etc.)

    Ich bin mir sicher @Galileo könnte hier insgesamt etwas sinnvolles empfehlen..?
     
    B

    Benze79

    Neuling
    Da brauchst du nichts lockern. Bei uns hat der Tiefbauer im Anschluss die Erde geholt.

    Du hast 2 Probleme. Für rasen... Nicht zuviel Speicherfähigkeit des Bodens. Beete etc. Darf schon besser sein...

    Du willst ihn zeitnah nutzen? Rollrasen darfst du auch 6 Wochen nicht betreten. Der muss anwachsen. Bis dahin ist auch normal gekeimter rasen belastbar.

    Rohre jetzt verlegen. Halber Spaten tief reicht. Der Radelader macht dann nichts mehr kaputt. Zudem verlegst du ja hauptsächlich aussen.
    Die 2 Probleme für Rasen habe ich aktuell, meinst du? Aber mit 20cm Mutterboden nicht, oder?

    Naja, man sagt ja, dass der Rollrasen nach knapp 2 Wochen betretbar ist, was uns schon reicht. Voll belastbar ist er dann erst nach 6-10 Wochen.

    Die Bewässerungsrohre habe ich schon da, der Hauptgraben mit 4 Kreisen geht aber an dem Grundstücksrand vorbei, an dem die Erde angeliefert wird und wirklich ständig noch der Radlader bzw. LKW drüber fährt. Deswegen zögere ich noch ein bisschen. Nächste Woche verteilen wir noch den Rest des Bodens, den wir noch haben und dann schaue ich mir das mal an.
    Bevor ich Oberboden auffülle, sollte der Grund aber schon so eben und gestaltet sein, wie er dann auch mit dem Oberboden dann wird, oder?
     
    G

    Galileo

    Foren-Urgestein
    Hi Benze,
    (Beschreibung des Kompostierbetriebes: Pflanzerde: Gemisch aus Kompost, Sand und Oberboden.
    hört sich doch erstmal gut an. Ein Rasen braucht so eine stabile, wasser durchlässige Tragschicht.
    Falls das Material aus dem Kompostbetrieb zu fett ist (zuviel Kompost) kannst Du noch Estrichkies untermischen.
    Boden sehr hart und von den Baumaschinen verdichtet,
    Unbedingt nochmal auffräsen, so tief wie möglich. Die vorhandene Verdichtung kann später nur noch mit riesigem Aufwand beseitigt werden. – Ich weis sehr gut von was ich da schreibe...
    Wir sind gerade dabei unseren Garten zu ebnen und müssen noch einiges an Erde auffüllen, so grob 20-25cm.
    1. Auf den gefrästen Boden ca. 10 cm stark den Auffüllboden ausbringen.
    2. Dann 2x unterfräsen, damit es einen guten Bodenschluss gibt, also die Verbindung beider Schichten, damit sich durchgänige Kabilare bilden können. Anderweitig könnte bei Starkregen das Wasser nicht in tiefere Schichten abgeleitet werden und staut sich bis zur Rasenoberfläche zurück – alles schon erlebt.
    3. Anschliesend auf Sollhöhe auffüllen.
    Wie sehr verdichtet sich die Erde noch? Sagen wir, ich muss höhenmäßig ca. 25cm Pflanzerde auffüllen, wieviel cm muss ich mehr einrechnen,
    Das hängt sehr von der Struktur des Auffüllmaterials ab, aber min 5 cm.
    Walzen musst Du schon, tiefer als 2 cm solltest Du beim Laufen nicht einsinken.
    Ideal wäre 4 Wochen ruhen lassen und falls es nicht regnet, selbst beregnen das erzeugt eine natürliche Verdichtung.
    Vor dem Rasen verlegen muss der Boden tragfähig sein – max. 10 mm tiefe Fussabdrücke.
    Rollrasen darfst du auch 6 Wochen nicht betreten
    Das stimmt nicht !!!
    Frisch verlegter Rasen kann von Anfang an zum Gießen begangen werden.
    Er darf nur nicht bespielt oder sonst wie genutzt werden.
    Sobald sich die Rasensode nicht mehr vom Untergrund löst (Zugtest) kann er gemäht und benutzt werden.
    Das kann schon nach 2 Wochen sein, manchmal erst nach sechs.
    Auch Strom (Erdkabel liegen schon bereit)
    Vor vielen Jahren, in meinem ersten Garten, hatte ich auch Erdkabel verlegt.
    Gedacht gut geplant und alles sei dann OK.
    Doch im Laufe der Jahre verändern sich Ansprüche oder Nutzen und man stellt fest, das eigentlich da oder dort noch eine weitere Leitung nötig sei... Aber der Boden ist schon zu und der Garten fertig.
    Inzwischen verlege ich nur noch 60 mm (Innen) Flexrohre "überall" hin, manchmal auch 2 parallel.
    Bei Bedarf wurden/werden dann die notwendigen Kabel eingezogen.
    Mit 5 cm Erdüberdeckung sind sie auch mit dem Radlader überfahrbar.
    Mein Lesezeichen: Rasenunterbau, Rasentragschicht, EstrichKies unterfräsen, Bodenschluss
     
    Zuletzt bearbeitet:
    B

    Benze79

    Neuling
    Hallo @Galileo,

    herzlichen Dank für deine sehr ausführliche Antwort.

    Wir haben vor ein paar Wochen diese Erde schon als Pflanzerde für ein Blumenbeet hergenommen, da hat sie sich schon sehr weich angefühlt, deshalb glaube ich, dass sie sich beim Auffüllen mindestens 10cm verdichten lässt. Vielleicht sollte ich hier besser auf Mutterboden gehen, bzw. diesen gefrästen, gesiebten Oberboden.

    Ablauf wäre dann jetzt, dass wir noch den vorhandenen Boden so gut wie möglich auf dem Grundstück verteilen und dann komplett mit einer Bodenfräse auffräsen. Wir haben hier einen HKL, der eine Fräse verleiht, die 200mm tief fräst. Also alles auffräsen, dann 10cm Aufüllboden (was würdest du hier nehmen?) einarbeiten, sprich gleichmäßig verteilen und dann 2x einfräsen. Diesen „lockeren“ Boden dann so wie er ist einfach bis zur Wunschhöhe auffüllen, bzw. etwas höher, weil ja nochmal gewalzt wird. Womit würdest du den Rest auf Sollhöhe denn auffüllen? Diesen Oberboden, den ich bekommen könnte oder dieses Pflanzerde Gemisch?

    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann den Oberboden/die Pflanzerde etwas ruhen/sacken lassen, ggf. etwas wässern und dann vor dem Verlegen des Rollrasens so weit „verdichten“/walzen, dass ich nicht mehr als 1cm einsinke?!

    Das klingt dann mal wieder alles doch aufwändiger als ich es gerne hätte ;)
     
    Zuletzt bearbeitet:
    B

    Benze79

    Neuling
    @Galileo

    Eine Frage ist mir jetzt noch eingefallen…
    Nach dem Fräsen würde ich ja dann 10cm Auffüllboden anschütten, was bei 450qm einiges ist. Wenn da dann ein Radlader noch hin und her fährt, wieviel macht das aus? Auch beim restlichen Auffüllen auf Wunschhöhe würde das ja durch einen Radlader passieren, der dann immer wieder über den Boden fährt und Verdichtungsarbeit verrichtet.

    Wie schlecht ist das für den dann aufgelockteren Boden?
     
    S

    SebDob

    Foren-Urgestein
    Genau deswegen ist Quatsch.

    Der Radelader steht ein Planum her. Im Anschluss wird der Boden aufgetragen. Der Radelader zieht auch das wieder gerade.

    Fertig... Im Anschluss ziehst du das mit Steinen beschwerte Leiter oder ähnliches, möglichst lang, gerade...
     
    G

    Galileo

    Foren-Urgestein
    Noch ein paar Anmerkungen zur Belastungsfähigkeit von neu verlegtem Rollrasen (Fertigrasen).

    Der auf Bild-1 gezeigte Rasen liegt „geparkt“ auf der Baustelle seit 14 Tagen. Rollrasen_01.jpg Diese übrig gebliebenen Rollen wurden ohne jedwede Vorbehandlung des Untergrundes – hier festgetretene Grünfläche – ausgelegt, siehe Bild-2 Rollrasen_02.jpg Der Rasen wird seit dem ersten Tag morgens 30 min gewässert und belaufen.
    Für Transporte mit Schubkarre wurde vorübergehend eine Holzbohle darüber gelegt.
    Es handelt sich um deutsche Qualitäts-Rasensoden. Ware aus den Niederlanden ist billiger, aber auch deutlich dünner, um Gewicht und damit Transportkosten zu sparen.
    Es liegt auf der Hand, dass eine dickere Rasensode mehr Energie zum Anwachsen beinhaltet und auch nicht so schnell austrocknet. Bild-3 Rollrasen_03.jpg und Bild-4 zeigen den nach links hochgezogenen, umgeklappten Rasen.
    Er hat bereits ca. 5 cm lange Wurzeln (weiß) gebildet. Rollrasen_04.jpg
    Der Rasen könnte schon jetzt mit scharfem Messer gemäht werden.
    Mein Lesezeichen: Roll-Rasen, Fertigrasen, Anwachszeit, Begehen, Belastbarkeit
     
    Zuletzt bearbeitet:
    G

    Galileo

    Foren-Urgestein
    Hi Benze, wie versprochen, meine ausführliche Antwort:
    deshalb glaube ich, dass sie sich beim Auffüllen mindestens 10cm verdichten lässt.
    Verdichtbarkeit prüfen:
    1. Ich nehme einen ovalen Farbeimer,
    2. fülle ihn mit dem aufzufüllenden bzw. zu verdichtenden Material 20 cm hoch auf
    3. den Eimer mehrmals aufstossen, damit sich alles besser setzt
    4. dann einen 2. Eimer drauf und mit einem Fuß mehrmals einsteigen
    5. anschließend die Resthöhe des eingefüllten Materials messen, als Richtwert für eine „natürliche“ Verdichtung, die beim min. 4-wöchigem „Ruhenlassen“ entstehen kann, sofern es regnet.
    Wird der 2. Eimer entfernt und erneut 1x auf die Erde getreten, lässt sich die Eindringtiefe messen bzw. wie tragfähig das Material ist.

    „Natürliche“ Verdichtung ist weder ein DIN-Wert oder feste Größe.
    Die natürliche Verdichtung hängt nicht nur von der Zusammensetzung des Bodens ab, sondern auch von der Region, in der er liegt und welcher Witterung er dort ausgesetzt ist.
    Es ist ein Vergleichswert, zu dem unbearbeiteten Boden in der Nachbarschaft.
    „Natürliche“ Verdichtung findet fortwährend statt durch Niederschläge, Erschütterung und Verwitterung bis ein "Gewachsener Boden" entstanden ist.
    Eine Frage ist mir jetzt noch eingefallen…
    Nach dem Fräsen würde ich ja dann 10cm Auffüllboden anschütten, was bei 450qm einiges ist. Wenn da dann ein Radlader noch hin und her fährt, wieviel macht das aus?
    Stimmt, kann ein Problem sein, auf das ich noch eingehe.
    Im Moment ist es natürlich staubtrocken und der Boden sehr hart und von den Baumaschinen verdichtet, sodass stellenweise nichtmal unser kleiner Bagger in den Boden kommt.
    Deshalb hatte Ich Dir in Beitrag #14 geraten, alles nochmals aufzufräsen – dabei geht es aber auch darum, eine möglichst gleichmäßige Verdichtung/Lockerung zu erhalten – anderweitig nimmt der Boden unterschiedlich viel Wasser auf, speichert in den „Radlader-Fahrspuren“ weniger Wasser, was sich an der OberflächenVegetation zeigt, z. B. unterschiedliche Grasfarbe oder Vitalität zeigen kann.

    Grundsätzlich kann der neu aufgefräste Boden 2 - 3 mal befahren werden, was zu einer akzeptabel Verdichtung führt. Wichtig ist, dass In der 1. Fahrspur auch zurückgefahren wird und dann Spur neben Spur, um eine gleichmäßige Verdichtung zu bekommen.

    Wenn ein erneutes Befahren mit einem Lader nicht vermieden werden konnte und kein Raupenlader zur Verfügung stand, gingen wir so vor:
    • Die aufzufüllende Fläche in 3 - 4 Sektion aufgeteilt, entsprechend der Grundstückform,
    • dann von hinten nach vorn gearbeitet und die Sektionen, ausser dem End-Planum, in einem Durchgang fertig gestellt.
    • Wenn notwendig, auch nur mit Schubkarren-Transport über eine Holzbohlen-Strasse – für 1 m3 Erde ca. 14 Schubkarrenfahrten.
    • Oder mit Palettenwagen und entsprechendem Behälter – angenehmer ist ein kleiner Raupen-Dumper und der verdichtet kaum.
    Den Eingangsbereich bzw. Ladezone haben wir großzügig, vor dem Befahren, mit großen Sperrholztafeln (18mm-Seekiefer-Platten) geschützt.
    Also alles auffräsen, dann 10cm Aufüllboden (was würdest du hier nehmen?)
    Für Rasen würde ich immer einen mageren Boden wählen.
    Es ist eine Falschinformation, dass Gras viel Nährstoffe braucht.
    Bei Substraten/Erden die mit Kompost angereichert sind, besteht zu einem die Gefahr, dass mehr Getier angelockt wird, was wiederum Maulwürfe und Wühlmäuse nachziehen lässt.
    Ausserdem fördern tote Holz- und Wurzelreste später das Wachsen von Hexenringen und Schleimpilzen auf dem Rasen.
    Mein Lesezeichen: Rasenunterbau, Rasentragschicht, Verdichten, Rasen-Pilze, Tips & Tricks
     
    Zuletzt bearbeitet:
    B

    Benze79

    Neuling
    Hi Galileo,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort und deine ganzen Tipps!

    Jetzt weiß ich, was ich die nächsten Wochen zu tun habe!
     
    elis

    elis

    Foren-Urgestein
    Hallo Galileo !

    Ich muß Dir mal meinen größten Dank aussprehen für Deine sehr kompetenten Tips und was Du Dir für Mühe machst mit uns Laien. Das ist höchst beachtens-und -lobenswert. Das kostet ja auch viel Zeit und Mühe. Ganz herzlichen Dank dafür.:love:(y):D. Da wollte ich Dir schon längst mal sagen.

    lg elis
     
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