Gerader hoher Bambus?

B

blacky123

Neuling
Hallo liebe Forenmitglieder,

für ein zukünftiges Projekt wollte ich mir gerne einen Bambus in den Garten setzen, da ich Bambusstangen benötige.
Leider ist die Auswahl doch recht kompliziert und ich finde mich hier überhaupt nicht zurecht.
Gesucht wird ein Bambus der nicht viel Pflege braucht und der im Garten ohne viel Gießerei gedeihen kann. Er sollte möglich gerade wachsen, und auch eine Höhe von mindestens 2 Meter erreichen. Kann mir da jemand einen empfehlen?

Es gibt ja auch Bambusrohre zu kaufen, welche oft sehr gerade sind. Wie bekommen die das so hin?

Mit freundlichen Grüßen
Blacky :cool:
 
  • catginger

    catginger

    Neuling
    Hallo blacky,

    als bekennender Bambusfan will ich mal versuchen Dir ein paar Antworten zu geben, ich habe aktuell 3 Phyllostachys und 5 versch. Fargensienarten im Garten und mit einem Phyllostachys nigra vor über 20 Jahren angefangen - das war damals noch richtig exotisch! Da sind wir dann schon bei der ersten Unterscheidung bzw. was wichtig ist: Phyllos sind rhizom- und Fargensien horstbildend. Es gibt noch eine Vielzahl anderer Sorten sowohl rhizom- wie horstbildend, aber diese beiden sind die bei uns meist angebotenen (Sasa, Pseudosasa, Semiarundinaria, Pleioblastus und noch vieeeel mehr mit jeweils zig Unterarten.....) hier Bambus-Lexikon: Bambus im Bambuslexikon findest Du sehr viel Hintergrundinfo. Wichtig ist auch die Frage der Rhizomsperre bei den rhizombildenden - oder Du kannst damit leben, dass der Bambus eben mal 10, 15 oder mehr Meter weiter auftaucht bzw. sich ungehindert wirklich raumgreifend ausbreitet, was nicht überall in der Nachbarschaft unbedingt auf Gegenliebe stößt und für echte Freundschaft sorgt....... von durchstoßenen Folien von Gartenteichen, die dann lecken und anderen "Nettigkeiten" mal abgesehen.....
    Es gibt aber wirklich genügend winterharte Bambussorten (auch unter den Fargensien), die bei uns prima wachsen und auch kerzengerade Bambusstäbe liefern können ..... das ist sortenabhängig. Grundsätzlich sollte man bedenken, dass Bambus ca. 3 Jahre braucht, um sich an einem Standort zu aklimatisieren. Mein Vivax aurelis hat zwar im 2. Standjahr auch schon "ordentliche" Neutriebe gemacht, aber dieses Jahr (4.) erst wirklich angefangen mit "richtigen" Triebe, d.h. gut daumendick mit einem Tageswachstum von 30 - 50 cm, bei 5 m Höhe habe ich jetzt aufgehört nachzumessen, er wächst halt einfach........
    .... hier mal ein Bild der "kleinen" Triebe im Vordergrund noch mit der bräunlichen, gesprengelten Hülle, das war am 2. oder 3. Tag, Höhe 1,20 - 1,50 ab Boden, nachdem wir die winzigen "Spitzen" im Boden entdeckt hatten....
    Dscf9449.jpg
    um allerdings "richtig" Stangen zu produzieren, braucht es schon einiges an Pflanzen .......
    Pflegeleicht ist Bambus in der Regel sowieso (zumindest bei mir bzw. ich empfinde das so) allerdings sollte man schon die unterschiedlichen Standortansprüche ein bischen beachten, wenn auch nicht überbewerten - Bambus ist auch für Überraschungen gut. Die 2 m Marke zu überschreiten stellt nicht das Problem dar, es gibt zwar auch die Zwerge, die drunter bleiben, aber die meisten werden höher, viel höher auch bei uns.......

    Stöbere doch einfach mal in dem Bambuslexikom, guck Dir die verschiedenen - für Dich interessanten Sorten/Arten an und ich denke, es wird Dir viele Fragen beantworten bzw. bei der Auswahl sicher hilfreich sein.
     
    B

    blacky123

    Neuling
    Also erstmal danke für den Link. Hab mir dort einiges durchgelesen.
    Ich will auf jeden Fall einen Ausläufer treibenden Bambus, da ich dadurch natürlich später mehr Bambus habe.
    Aber von gerad wachsenden Bambussen habe ich leider nichts gefunden.

    Kannst du mir das vielleicht einen empfehlen?
    2 - von mir auch 20 Meter hoch.
    Möglichst kerzengerade.

    Grüße
     
    B

    bambusfan89

    Mitglied
    hallo,

    bambus braucht im allgemeinen sehr viel wasser und nährstoffe ,sind starkzehrer. die phyllos-sorten sind etwas ressistenter gegen hitze und trockenheit ,brauchen dafür aber wieder eine rhizomsperre.
    eine schöne fargesia-sorte ist der jumbo oder der standing stone (der ist aber noch recht teuer).
    fargesia rufa ist auch ein schöner garten bambus,wächst aber eher in die breite.
    aber genügend wasser und nährstoffe brauchen sie alle.

    lg:?
    bambusfan89
     
  • catginger

    catginger

    Neuling
    Hallo blacky,

    das mit den Ausläufer treibenden Bambus solltest Du Dir wirklich genau überlegen, was gerade und hoch und viel (und ich nehme an in entsprechender Dicke) wächst, breitet sich auch entsprechend aus, aber wenn Du entsprechend viel/große Flächen zur Verfügung hast - why not.

    Ich gebe Dir gerne mal die Erfahrungen mit meinen Bambussorten weiter:

    Fargensie rufa habe ich als Hecke bzw. Sichtschutz auf meiner Trockenmauer/Beet um den Gastank gesetzt, die Halme sind eher dünn, auf jeden Fall viel zu dünn, um sie z.B. als Pflanzenstecken zu nutzen, aber er ist ja auch erst im 2. Jahr da drinnen, treiben tut er sehr gut, aktuelle Höhe allerdings noch weit unter Deiner 2 m Marke.

    Der Ph. vivax aurelis hat durchaus brauchbare Halme/Stangen, auch sehr gerade und gut doppelt (fast 3 x ) so dick wie der Ph. nigra. Aus beiden habe ich schon sehr gute (massive) Pflanzenstangen zwischen 2 und 3 m Länge "geerntet".

    Optimal wäre z.B. der Moso (Riesenbambus) - im Original kannste Dir da mal den Bambuswald im Forstbotanischen Garten in Köln ansehen - wie in Asien himmelhoch und armdicke Stangen....... flächendeckend und den gibt es schon seit Jahrzehnten dort...... ich habe vor 2 Jahren ein Rhizomfizzelchen vom Moso eingesetzt und er treibt - nach 2 sehr harten Wintern, ohne weitere Beachtung und Pflege/Versorgung nun so, dass wir uns ernsthaft mit seiner "Bändigung" beschäftigen werden, denn nächstes Jahr ist das berühmte 3. Standjahr und dann erwarten wir die Explosion, was das Wachstum angeht......

    Wie bambusfan schreibt: je besser die Versorgung, umso besser wächst der Bambus - ist klar. Ohne weitere "Versorgung" durch Dünger, nur mit "nassen Füssen" weil er an der Dochtzone des Teiches stand, hat er bei uns locker 6 m und mehr erreicht, mit entsprechend schönen, geraden und kräftigen Halmen. Allerdings hatten noch 3 Gärten weiter die Nachbarn Freude an unserem nigra :mad:

    An Fargensien habe ich z.B. 'Jiuzhaigou 1' , 'Jiuzhaigou-Geneve' Blue Lake (beide sehr schöne Halmfärbung), Murieliae simba (ist aber ein Mini = niedrig), Utilis, denudata 'Lancaster und eben Rufa - gerade wachsen sie alle (nur der utilis ist eher überhängend, heißt ja auch "Wogenbambus") und was die Halmdicke angeht, ist gerade im Bambuslexikon bzw. im angeschlossenen Shop die in der Regel angegeben. Da wirst Du bestimmt fündig, vor allem wenn Du wirklich einen Phyllo möchtest .........
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • catginger

    catginger

    Neuling
    P.S. @blacky: in Asien macht man sehr viel aus Bambus, weil er eben sehr schnell wächst und gerade, stabile Stangen produziert - faszinierend die Baugerüste z.B. aus armdicken Stangen
    .... ich weiss ja nicht, für welches Projekt Du jetzt den Bambus (und wann) brauchst
     
  • unmuzzled

    unmuzzled

    Foren-Urgestein
    Hallo Blacky,

    egal wofuer du deinen Bambus brauchst - wenn es ein Phyllostachys ist, MUSS er eine Wurzelsperre bekommen!!!

    Anderenfalls kannst du noch Japanischen Knoeterich, japanisches Springkraut, Essigbaum und Co anbauen, dir einen Strick kaufen und dich damit erschiessen.

    Ich berichte aus eigener leidvoller Erfahrung: Phyllostachys NIE ohne Wurzelsperre.

    Gruesse

    Harry
     
    R

    rendai

    Mitglied
    Moin Harry,

    egal wofuer du deinen Bambus brauchst - wenn es ein Phyllostachys ist, MUSS er eine Wurzelsperre bekommen!!!
    grundsätzlich hast du Recht.
    In diesem Fall (Klugscheißermodus an)wäre die Grabenmethode am sinnvollsten.Und dann nur,wenn genug Platz zur Verfügung steht.

    Es wird einmalig ein Graben um den Bambus gebuddelt.
    Die im Graben zu sehenden Rhizome werden gekappt und wachsen so nicht in angrenzende Bereiche.

    Für eine höhere Ausbeute an Halmen die geeignetere "Wurzelsperre".Wasser und Nährstoffversorgung sind besser als mit Rhizomsperre.(Klugscheißermodus aus).

    Gruß

    rendai
     
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