Hilfe für Winterschnitt am Apfelbaum

RitaJR

RitaJR

Mitglied
Hallo ihr Gartenfreunde und Fachleute,
Ich habe ein Problem mit meinen Obstgehölzen. Ich begreife das Schneiden nicht. Was habe ich nicht dazu schon für Bücher gelesen und Videos geguckt. Wenn ich vor meinen Bäumen und Sträucher stehe habe ich wieder ein Fragezeichen übers Haupt. Was ist nun der 2 jährige Trieb und was ist abgetragenes Holz? Ich erkenne es einfach nicht und meine Gehölze wachsen einfach nicht wie im Buch so schön aufgemalt.
Ich habe nun einmal meinen Apfelbaum "Alkmene" fotografiert. Er steht jetzt das 3. Jahr und hat das erste Mal getragen. Alle Äpfel sind noch zu sehen.
Welche Äste muss ich nun im Winter kürzen oder entfernen?Kamera August 038.jpgKamera August 037.jpg
 
  • D

    Desperado

    Mitglied
    Ich weiß gar nicht, was am Obstbaumschnitt so schwer sein soll. Du musst eigentlich nur das Hebelgesetz beachten und gerade bei einem schwachen Buschbäumchen darauf achten, dass das Obst im inneren Bereich des Baums heranwächst und nicht an den schwächsten Ästen ganz außen.

    Wie Du siehst, steht z.B. das schwache unterste Ästchen sehr waagerecht vom Stamm ab und würde bei einem stärkeren Behang wohl ausreißen und den Baum verletzen. Solche Ästchen musst Du entweder komplett entfernen oder auf wenige Knospen zurückschneiden. Hier musst Du, wenn Du das Ästchen erhalten willst, unmittelbar vor dem Apfel den Schnitt ansetzen.

    Die anderen Äste im unteren Bereich wachsen sehr schön schräg nach oben. Da brauchst Du eigentlich nicht viel machen, außer die Spitzen etwas einkürzen.

    Ich bin eigentlich kein Freund davon, die nach oben wachsenden Triebe zu stark einzukürzen, aber alles was über die Blätterzone an jungen Trieben hinauswächst, gehört weg.
     
    RitaJR

    RitaJR

    Mitglied
    Danke für die Hinweise. Mit " ...aber alles was über die Blätterzone an jungen Trieben hinauswächst, gehört weg. " kann ich nichts anfangen. Was ist die Blätterzone? Sind doch überall Blätter dran.
    Verzeih, aber wie gesagt, auf diesem Gebiet bin ich ehrlich zu doof. Alles andere im Garten ist für mich kein Problem.
    Wäre schön, wenn ich dazu noch eine Erklärung bekomme.
    Damit ich dann auch den Hinweis noch umsetzen kann.
     
    M

    Melonenhätschler

    Mitglied
    Hi,
    ich glaube es ist "die vor dem Inneren Auge gedachte und gewünschte Wuchsform" damit gemeint.
    Denn einige Triebe wollen auch schon wuchstechnisch abhauen: Da oben die Stammverlängerung, einer von den zwei kräftigen Leittrieben ( also, wie schon erwähnt wurde, etwas einkürzen-Wasserwaage!).
    Das würde ich sogar jetzt noch schneiden.
    Die anderen Triebe die abgehen vom Mitteltrieb musst du noch selber für dich bestimmen, was stehen bleiben soll und auch später genug Platz hat etc.
    Mehr Details kann ich nähmlich nicht erkennen.
     
  • M

    Melonenhätschler

    Mitglied
    ich nochmal....
    habe ja gestern zufällig bei Youtube geschaut und als Anschauungsmaterial für dich auch sehr verständliches gefunden: Obstbaumschnitt der Kurs Praxis Kap.11/12 1. Leitast
    Obstbaumschnitt der Kurs Theorie Kap.3 Der Leitast
     
  • RitaJR

    RitaJR

    Mitglied
    Danke euch. Werde euch nächstes Jahr mein Resultat zeigen. Meine schwarze Johannisbeere habe ichzaghaft "radikal"nach 8 Jahren nach "Buch" geschnitten. Bin gespannt was da nächstes Jahr herauskommt. An meine Hochstämmchen (erstes Standjahr) traue ich mich gar nicht ran. Würde euch, wenn sie kahl sind gerne noch ein paar Fotos einstellen. Vielleicht bekomme ich dann auch hilfreiche Anweisungen. Vielleich der "rechts außen bis zur Hälfte" oder so.
    Nochmals vielen Dank
     
  • T

    thomash

    Foren-Urgestein
    Zunächst mal ist es wichtig zu wissen welche Unterlage der Baum hat.

    Buschbaum, Halbstamm oder Hochstamm?

    Abgetragenes Holz findest du zurecht an deinen Bäumchen nicht, die sind noch zu jung.

    Man unterschiedet in
    - Pflanzschnitt (vor dem Pflanzen)
    - Formschnitt (Formen der Krone)
    - Auslichtung (wenn der Baum mal 10 Jahre oder älter ist)

    Deine Bäume brauchen den Formschnitt zum Aufbau der Krone.

    Wähle drei Leittriebe aus die optimalerweise in verschiedene Himmelsrichtungen zeigen.
    Schneide die Seitenäste heraus die nach Innen zum Stamm wachsen, damit er nicht zu dicht wird.
    Entferne überzählige Äste

    Kürze ggfs. Stamm und Leittriebe so ein, dass sich eine Trapezform bildet.
    Dabei sollte das Trapez ausgehend vom Stamm 45-60 Grad links und 45-60 Grad rechts zu den Leittrieben führen.
    Die Leittriebe solltest du in gleicher Höhe zum Untergrund einkürzen (Saftwaage).
    Die übrigen vom Stamm ausgehenden Triebe dürfen dabei nicht über das gedachte Trapez hinausführen.

    Und nun kommt es auf die Unterlage an.
    Bei stark wüchsige Bäumen sollten die Seitenäste ca. 45 Grad zum Stamm haben, während z.b. beim Buschbaum 60 - 90 Grad zum Stamm empfohlen werden.

    Wie Desperado schon sagte, muss man bei den Starkwüchsigeren Unterlagen steilere Äste haben, damit diese später das Gewicht der Früchte tragen können.
    Bei den schwachwüchsigen steht jedoch der Ertrag im Fordergrund den je waagrechter ein Ast läuft, desto mehr Früchte sind später dran.

    Beim Hochstamm und Halbstamm spielt die Fruchtbarkeit der Leitäste keine Rolle, denn diese bekommen später soviele Fruchttriebe, dass der Ertrag mehr als ausreichend ist.
     
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