Hirse im Rasen

M

Mara1

Neuling
Guten Tag,

wir haben seit einiger Zeit mit Hirse im Rasen zu kämpfen. Grundsätzlich habe ich mit etwas Unkraut kein Problem, aber unser Rasen ist stellenweise gar nicht mehr vorhanden. Im Frühjahr hatte ich daher in dem betreff. Teil des Rasens alles gejätet und den Boden abgetragen. Mit etwas Erde und Sand aufgefüllt und neu gesät. Der Rasen kam erst schön, aber mittlerweile hat sich die Hirse größer als zuvor ausgebreitet und der Rasen ist wieder weg. Im übrigen Teil des Rasens kommt sie jetzt auch. Was sollen wir nur machen? Im Gartengeschäft meinte man, da hilft nur Round up. Altes Zeug danach rausreißen, etwas gedüngte Rasenerde drauf und (weil total schwerer, harter Boden) Sand verteilen. Danach wieder säen. Jetzt ist mir das eigentlich schon zu spät. Nacher kommt der Rasen nicht rechtzeitig, bevor es kalt ist. Wir würden das dann im nächsten Frühjahr machen oder gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Hirse loszuwerden. Ausstechen hat ja auch nicht geklappt.

Vielen Dank fürs Lesen

Mara
 
  • merls

    merls

    Mitglied
    Jetzt Anfang September ist der perfekte Zeitpunkt zum sähen. Der Boden ist warm und bis es kalt wird gehen noch fast 3 Monate ins Land. Das Unkraut wächst kaum noch und dem Rasen gefällt es wenn nachts der Boden von der Tageswärme kaum auskühlt.

    Ausstechen klappt schon, jedoch musst du da einfach mal 1-2 Jahre dran bleiben.
    Die Hirse darf keinesfalls Blühen und Samen bilden. Da sie aber flach wächst kannst du sie nur schwer abmähen.
    Da bleibt nur jede Woche einmal über den Rasen laufen und neue Hirse Triebe direkt ausstechen und mit Sand füllen (gut gegen das schwere Lehmige). Nach 2 Jahren hast du dann ca 90% der Hirse los.

    In Österreich haben sie gegen Hirse ein zugelassenen Spritzmittel (Hirse frei). Leider ist das in Deutschland nicht zugelassen. Wäre jedoch tendenziell eher die letzte Wahl.
     
    M

    Mara1

    Neuling
    Ich danke Dir für Deine Antwort.
     
    jolantha

    jolantha

    Foren-Urgestein
    Hallo Mara,
    Merls hat Dir ja schon gute Tips gegeben. Die Hirse geht jetzt bald ein, sie ist nur einjährig.
    Da sie sich aber bestimmt schon ausgesamt hat, ist es wichtig, daß der neue Rasen jetzt noch
    schön dicht wachsen kann, denn nur so unterdrückt er im Frühjahr die neue Hirse am Keimen.
     
  • M

    Mara1

    Neuling
    Okay, dass heisst aber, dass ich doch noch einmal alles jäten muss, um jetzt noch zügig zu säen. Ich benutze normalerweise nie Unkrautvernichter, aber könnte ich mir es nicht aufgrund der Masse viel leichter machen, wenn ich die Hirse damit sofort kaputt mache und das Zeug rausharke. Dann könnte ich relativ schnell säen.
     
  • jolantha

    jolantha

    Foren-Urgestein
    Okay, dass heisst aber, dass ich doch noch einmal alles jäten muss, um jetzt noch zügig zu säen. Ich benutze normalerweise nie Unkrautvernichter
    Laß es doch bitte bleiben, mit dem Unkrautvernichter. Welchen würdest Du denn da nehmen ?
    Nenn mir doch mal einen, der die Umwelt nicht schädigt ???
    Von welcher Fläche reden wir denn überhaupt ?
     
  • M

    Mara1

    Neuling
    Beim Reiffeisenmarkt empfahl man mir eine Eigenmarke, die aber vergleichbar wäre mit Round up. Glyphosat wäre da mittlerweile nicht mehr drin. Auf Wegen z.B. dürfte man es nicht nehmen wg. des Geundwassers, auf Erde wäre es nicht schädlich, da es durch die Erde nicht bis zum Grundwasser käme (oder so ungefähr). Ich möchte nichts leichtfertig spritzen, daher wollte ich mich hier auch noch mal schlau machen. Ich habe zum Beispiel eine Fläche im Garten, wo nur noch Hirse ist. Und das kam in so kurzer Zeit. Das sind auf dieser einen Fläche vielleicht 15 qm. Gerade während unseres 3wöchigen Urlaubs hat sich hier viel getan. Dadurch konnte ich nicht rechtzeitig gegensteuern.
     
    Opitzel

    Opitzel

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    15 qm sollten doch " von Hand" zu beherrschen sein, Mara, auch wenn weitere kleine Flecken dazu kommen werden.
    Einen wirksameren Rat als Merls wird Dir keiner geben können. Gärtnern ist nunmal ein "bodennaher Freiluftsport".
     
    M

    Mara1

    Neuling
    Ich sehe schon, da werde ich doch wieder rupfen müssen...ihr wollt mich überreden. Na, dann werde ich jetzt mal ins Bett gehen, habe ja dann morgen viel zu tun...:sneaky:
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Glyphosat frühzeitig angewandt würde den Kreislauf unterbrechen. Der enorme Vorteil ist, dass Glyphosat bei guter Wirkung eben sehr geringe Toxität hat. Andere Mittel sind regelmäßig toxischer. In jedem Fall sind lange Hose, Mundschutz und Handschuhe eine sinnvolle Ergänzung. Als Hobbygärtner hast Du das Privileg, nach dem Spritzen auch direkt unter die Dusche gehen zu können.
     
  • Pyromella

    Pyromella

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    Das Problem ist, dass Hirse, wie die Gräser auch, einkeimblättrig ist. Ich lasse jetzt mal ganz außen vor, dass ich gegen den Einsatz von Unkrautvernichtern bin, sondern möchte nur ganz sachlich informieren:

    Bei den Mitteln gibt es welche, die alles vergiften - das willst du nicht, du willst ja deinen Rasen behalten.
    Dann gibt es welche, die ausschließlich zweikeimblättrige Pflanzen vergiften - das hilft dir nicht, die Hirse ist einkeimblättrig.
    Wenn du jetzt die Hirse selektiv mit einem Unkrautvernichter behandelst, der alle Pflanzen tötet, wirst du so genau zielen müssen, dass du dir nicht deinen kompletten Rasen mit über den Jordan schickst, dass du in der Zeit locker die Hirse gejätet haben düftest, und das mit besserem Erfolg.
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    In einer sachlichen Information geht es um Pflanzenschutzmittel. Gift ist eine subjektive Bewertung. Ist ganz einfach :)
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    "Pflanzenschutzmittel" ist ein Euphemismus. Es handelt sich nun mal um kein Schutzmäntelchen um die gewünschten Pflanzen, sondern um etwas, das im optimalen Wirkfall alles, was nicht gewünschte Pflanze ist, abtötet.

    Diese Präparate können nicht zwischen verschiedenen einkeimblättrigen Pflanzen unterscheiden, deshalb ist ein Einsatz gegen Hirse im Rasen nicht sinnvoll.
     
    M

    Mara1

    Neuling
    Bei dem besondes schlimmen Teilstück ist mittlerweile der Rasen komplett weggedrängt. Ein Vernichter für einkeimbl. Pflanzen wäre dann auch das vorgeschlagene Mittel gewesen, da dort auf Rasen keine Rücksicht genommen werden muss. Die Horste, die im Rasen verteilt waren, haben wir heute ausgestochen. Aber wenn ich an die Samen unter der Erde denke, wird mir ganz anders. Ich schaue jetzt, dass ich da schnell den Rasen wieder dicht bekomme.

    Bei dem Rest überlege ich noch, ob ich diese spritze, da ich dort eh alles komplett neu machen muss. Da ist echt nichts anderes als Hirse zu sehen. Kein Rasen, kein freies Fleckchen blanke Erde.

    Ich bedanke mich aber schon mal für Eure zahlreichen Antworten.

    Mara
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Um das Thema "Gift" mal faktenbasiert zu betrachten:

    Die EFSA definiert eine maximale Einzeldosis von 0,5mg/kg Körpergewicht. Das ist die höchste Belastung die der Körper über einen Tag aufnehmen darf ohne dass sie eine Gesundheitsgefahr darstellt. Für einen Menschen von 75kg wären das also 37,5mg täglich.

    In einer korrekt angesetzten Spritzbrühe mit 5ml Glyphosat auf 1l Wasser sind pro Milliliter Brühe 1,8mg Glyphosat enthalten. Wenn Du beim Spritzen versehentlich 20ml auf dein Bein sprühst und einziehen lässt (tut kein Mensch freiwillig), wären das 36mg Glyphosat die Du aufnimmst. Das wäre immer noch unterhalb der gesundheitlich schädlichen Einzeldosis.

    Hier gab es kürzlich einen Zeitungsbericht über einen Bauern der sein Nervenleiden auf frühere Spritzmittelnutzung zurückführt. Er berichtete, dass man früher aus Unkenntnis die Spritzbrühe mit der bloßen Hand umrührte bevor sie auf's Feld ging. Wir wissen es heute besser, das würde niemand mehr tun.

    Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Mundschutz, Handschuhe und lange Kleidung die man hinterher in die Waschmaschine tut. Und idealerweise ein Spritzschirm über der Spritze. Der kostet von Gloria 16 Euro.
     
    jolantha

    jolantha

    Foren-Urgestein
    Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Mundschutz, Handschuhe und lange Kleidung die man hinterher in die Waschmaschine tut. Und idealerweise ein Spritzschirm über der Spritze
    Weißt Du, wenn ich mich schon verkleiden muß, wie ein Marsmensch, kann mir keiner erzählen, sowas sei nicht schädlich . Es geht ja nicht nur darum, daß es schädlich für uns Menschen ist, es schädigt ja auch gleichzeitig
    die gesamte Flora und Fauna.
    Ich finde es einfach nur engstirnig, immer weiter die Umwelt zu zerstören, weil so einige Profitgeier
    uns als vollkommene Idioten abstempeln wollen, mit der Bemerkung, für Menschen sei es ja gar nicht
    gefährlich .
    Daß es aber z.B. Kleingetiere tötet, mißbildet, unfruchtbar macht , und Nervenzellen schädigend ist, wird nicht gesagt.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Chrisel

    Chrisel

    Mitglied
    Das hier ist das Sortenamt bei uns.

    Prüfstelle Scharnhorst - Bundessortenamt

    www.bundessortenamt.de


    Ich habe jemanden auf dem Gelände getroffen und gefragt.

    Also, der Samen ist sehr viel im Vogelfutter und wird weitergetragen.
    Die Wetterlage letztes und dieses Jahr haben allerdings das Wachstum sehr begünstigt.
    Ein chemisches Mittel dagegen gibt es nicht, nur händisch. Allerdings ist der Samen nicht so vermehrungsfreundlich wie man denkt. wenn man also nicht alles rausbekommt heißt es nicht, dass nächstes Jahr noch mehr davon aufläuft.
    Im Rasen bekommt man sie in den Griff wenn man Ende April Anfang Mai vertikutiert, dann ist das Wachstum des Rasen am stärksten.
    Im übrigen sollte man sowieso nur zu dieser Zeit vertikutieren.
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Weißt Du, wenn ich mich schon verkleiden muß, wie ein Marsmensch, kann mir keiner erzählen, sowas sei nicht schädlich . Es geht ja nicht nur darum, daß es schädlich für uns Menschen ist, es schädigt ja auch gleichzeitig
    die gesamte Flora und Fauna.
    Ich finde es einfach nur engstirnig, immer weiter die Umwelt zu zerstören, weil so einige Profitgeier
    uns als vollkommene Idioten abstempeln wollen, mit der Bemerkung, für Menschen sei es ja gar nicht
    gefährlich .
    Daß es aber z.B. Kleingetiere tötet, mißbildet, unfruchtbar macht , und Nervenzellen schädigend ist, wird nicht gesagt.
    Jolantha,

    als Privatmensch musst Du gar nichts tun. Du darfst das im Bikini tanzend im Garten verteilen.

    Ich schlug einen Mundschutz und lange Kleidung vor um die Exposition zu minimieren. Was Du daraus machst Ist ein Beweis für deine mangelnde Diskussionslultur.
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Foren-Urgestein
    Entschuldige, aber ich würde sagen, derjenige mit der mangelnden Diskussionskultur bist du.

    Es ist ein Fakt, dass es ein Gift ist. Und es ist Fakt, dass jedes Gift unser Wasser verseucht. Das eine mehr, das andere weniger.

    Zupfen bringt immer noch mehr als den Boden und mit ihm Kleinlebewesen zu vergiften.
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    Und ein ganz großes Problem, das ich bein Glyphosat sehe ist, dass es sich an Stellen anreichert, wo es keiner vorher mit Absicht hingebracht hat. Von Bier bis zur Muttermilch ging ja alles durch die Presse.
    Daher wissen wir aber, dass es sich eben nicht so fix abbaut, wie uns die Leute, die vom Verkauf glyphosathaltiger Produkte leben, glauben machen möchten. Und deshalb sind auch diese Grenzwerte und verträglichen Tagesdosen mit mehr als mit Vorsicht zu genießen.

    Da läuft ein riesiger Freiland-Langzeitversuch zur Verträglichkeit - und jeder Mensch kann wenigstens etwas steuern, inwieweit er als Versuchslebewesen daran teilnehmen möchte oder nicht. Alle Pflanzen und Tiere um uns herum nehmen ungefragt an diesem Versuch teil, da können wir nur beobachten, ob sich Resistenzen entwickeln.
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Und ein ganz großes Problem, das ich bein Glyphosat sehe ist, dass es sich an Stellen anreichert, wo es keiner vorher mit Absicht hingebracht hat. Von Bier bis zur Muttermilch ging ja alles durch die Presse.
    Daher wissen wir aber, dass es sich eben nicht so fix abbaut, wie uns die Leute, die vom Verkauf glyphosathaltiger Produkte leben, glauben machen möchten. Und deshalb sind auch diese Grenzwerte und verträglichen Tagesdosen mit mehr als mit Vorsicht zu genießen.
    Der erste Satz war stimmig - da sprichst Du in der ICH-Form.

    Der zweite Satz wechselt dann in die WIR-Form. Wen schließt Du dabei ein? Offenbar weder die Wissenschaftler die für das Bundesinsitut für Risikobewertung arbeiten, noch die Wissenschaftlicher die der EPA zugearbeitet haben. WIR muss doch eine recht große Gruppe sein. Sind das alle die deine Meinung teilen? Oder alle die fachlich kompetent sind? Gibt es da eine Schnittmenge?
     
    M

    Mara1

    Neuling
    Es tut mir echt leid, dass ich hier so eine Grundsatzdiskussion ausgelöst habe. Ich wußte nicht, dass das Thema Unkrautvernichter so emotional diskutiert wird.

    Ich werde das restliche Zeug jetzt rausreißen. Jeden Tag ein Stückchen. Habe halt nicht viel Zeit. Beruf, Kinder, Haushalt...Ihr wisst, wie das ist. Nur daher habe ich überhaupt an den Totalvernichter gedacht. Selbst wenn der Rasen jetzt nicht mehr rechtzeitig wachsen sollte, so wird er es im Frühjahr tun, bevor die Hirse wieder kommt, da sie ja wärmes Wetter bevorzugt.

    LG
    Mara
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    Mara, du musst dich dafür nicht entschuldigen, das ist eine Diskussion die hier häufiger mal aufflammt, in unterschiedlicher Intensität.

    (Und man glaubt es kaum, sie wird auch immer wieder aufflammen, obwohl eigendlich alle Argumente schon mehrfach ausgetauscht wurden. Und genau deshalb werde ich jetzt nicht für top_gun_de wieder alle Quellen raussuchen. Bis repetita non placent.)
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Hoch lebe die humanistische Bildung und die eigene Überzeugung :)
     
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