Immergrüne Hecke für sandigen Boden in Norddeutschland gesucht

K

Küstentanne

Neuling
Hallo,

wir suchen nach einer Hecke, hier erstmal alles zum Grundstück

  • 70km von der Nordsee entfernt, daher recht windig
  • Sandiger Boden, ein ehemaliges Mais Feld
  • ca. 500m² groß, freistehdes Haus

Die Lage der Hecke ist recht abwechslungsreich:

  • Im Süden freistehend, den ganzen Tag Sonne
  • Im Norden Morgens und Abends Sonne, sonst vom Haus beschattet, ebenfalls freistehend
  • Im Westen teilweise Sonne, teilweise direkt an Garage angrenzend

Bestimmt gibt es keine Hecke die alle Wünsche erfüllt, aber wahrscheinlich lässt sich mit ein bisschen Kompromissbereitschaft etwas finden das zu uns passt:

  • Die Hecke soll als Sichtschutz dienen und daher spätestens nach ein paar Jahren relativ blickdicht sein
  • Sie soll möglichst pflegeleicht sein, am besten ein Hecke bei der man nicht viel falsch machen kann, welche man nicht ganz so häufig gießen muss und welche man nicht mehr als ein mal im Jahr schneiden muss (am besten garnicht ;-))
  • Sie sollte auch nicht zu hoch wachsen, oder sich zumindest relativ einfach auf ein Maß von 150-200cm begrenzen lassen
  • Immergrün wäre schön, dann hat man kein Laub und im Winter siehts auch noch schön aus
  • Sie sollte nicht lebensbedrohlich giftig sein, ein bisschen Bauchweh wäre noch okay (Wir haben ein kleines Kind)
  • Schön wäre es wenn Vögel und Insekten etwas mit der Hecke anfangen könnten
  • Die Hecke sollte sich über ihr Wurzelwerk nicht versuchen weiter auszubreiten

Es muss auch nicht nur eine Sorte sein, ich fände es auch schön ein paar verschiedene Sorten zu mischen.

Könnt ihr uns ein paar Pflanzen vorschlagen die mit unseren Gegenheiten zurechtkommen und einige der gewünschten Eigenschaften besitzen?

Grüße
Küstentanne
 
  • G

    Galileo

    Mitglied
    Die Eier legende Woll-Milch-Sau gibt es leider auch nicht als Pflanze.

    Ich rate Dir, schau Dich mal bei Euch um, so bis zu ca. 10 Km im Umkreis, was dort wächst, wintergrün ist und im Wind steht, aber nicht auf moorigem und humosen Boden... das würde ich dann nehmen.
    Die Natur zeigt uns immer noch die besten Hinweise :)

    Solltest Du fündig werden und nicht wissen was es ist, dann Laub, Laubverteilung am Trieb, Ast und ein Gesamt-Foto hier einstellen - wir finden es dann schon raus ;)

    Aber vielleicht antwortet noch ein Mitglied aus dem Norden und hat selbst das, was Du suchst...
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    Traditionell habe ich für den Norden Buchen- und Hainbuchenhecken vor Augen. Die sind aber nicht Wintergrün.

    Ansonsten denk mal über Liguster und über Ilex nach, wobei Ilex (Stechpalme) schon einige Jahre braucht, bis die Hecke hoch wird.
     
  • G

    Galileo

    Mitglied
    will nicht der Ideentöter sein, doch
    • Liguster - ab ca. -7° fällt das Laub ab, nur bei mildern Wintern verbleibt es bis zum Neuaustrieb
    • Buche (Rotbuche) - als Flachwurzeler auf sandigem Boden muss sehr viel gegossen werden
    • Hainbuche - zu den Birkengewächsen gehörend brauch viel Wasser
    • Ilex reagiert in "zugigen" Standorten mit Blattkrankeiten und will absonnig stehen
    • Sanddorn - auch nicht wintergrün und die Dornen sind für tobende Kinder nicht ungefährlich
    Bei Sandboden und ständig Wind, würde ich ein Nadelgehölz, wie die Mädchenkiefer (Pinus parviflora) oder Pinus cembra versuchen oder Strand-Kiefer / See-Kiefer (Pinus pinaster), müssen aber alle gezielt geschnitten werden, um "Blickdicht" zu werden und würde eine "dicke" Hecke werden.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • heiteck

    heiteck

    Mitglied
    Hier zwischen den Meeren werden die Winter nicht ganz so kalt. Bisher hält der Liguster der Nachbarn noch seine Blätter.

    Sanddorn soll ja leider Ausläufer bilden.

    Rot- und Hainbuche wächst in unserem Sandboden ganz gut. Ich plane, bei Gelegenheit mal eine Thuja-Hecke durch eine Zweierreihe zu ersetzen: Außen Rotbuche - hält die vertrockneten Blätter lange; innen Hainbuch - treibt früh aus. Das Laub bewältigt der Rasenmäher gut.

    Gruß von der Ostseeküste.
     
    Rosabelverde

    Rosabelverde

    Moderatrix
    Mitarbeiter
    Hainbuche - zu den Birkengewächsen gehörend brauch viel Wasser
    Kann ich nicht bestätigen. Die hiesige Hainbuchenhecke lebt in einer sehr trockenen Region, und das schon seit Jahrzehnten, hat sogar die letzten 3 extrem trockenen Sommer bisher schadlos überstanden, ohne dass sie gewässert wird (lehmiger Kalkboden bzw. Kalkfelsen nach etwa 30 bis 40 cm). Ich wunder mich ja selber.

    Mag aber auch daran liegen, dass die Hecke seit Jahrzehnten hier steht, also eingewurzelter geht's nicht. Ein letzter Hainbuchenhecken-Streifen wurde vor 8 Jahren angelegt und hält sich bisher ebenfalls tadellos. (Wie sich Hainbuche als Neupflanzung heutzutage aufführt, also nach 3 Jahren Trockenheit, kann ich natürlich nicht sagen.)

    Die immergrünen Hecken in unserer Region (vor allem Thuja) stehen mit erheblichen Trockenheitsschäden da.
     
    G

    Galileo

    Mitglied
    Da hat @Rosabelverde recht, das ist auch Standort abhängig. Lehmiger Boden speichert mehr und gibt es langsamer Wasser als andere.
    Hainbuche als Herzwurzler erreicht auch tiefere Schichten.
     
  • wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Foren-Urgestein
    Genau!
    Die Hechtrose z.B. ist für solche Standorte geschaffen.

    Oder schau mal bei der Baumschule Horstmann nach, die hat viele Strand-/Küstenrosen und auch wunderschöne Heckenvorschläge für solche Gegebenheiten.

    Du kannst dort auch jederzeit kostenlos Rat einholen:)

    wilde Gärtnerin
     
    K

    Küstentanne

    Neuling
    Hallo,

    ich wollte mich für die vielen tollen Vorschläge bedanken! Ich hab mir erstmal eine Liste erstellt und angefangen mich über die unterscheidlichen Pflanzen schlau zu machen. Aktuell tendieren wir zu einer etwas "wilderen" Hecke, nicht in Form geschnitten und bestehend aus mehreren verschiedenen Sorten.

    Das anlegen der Hecke ist allerdings auf das Frühjahr 2022 verschoben, hauptsächlich da sich der Straßenbau bei uns im Neubaugebiet verzögert und erst zum Ende des Jahres umgesetzt werden soll. Wir wollen den noch abwarten um den letzten Meter bis zur Straße final zu gestalten.

    Allerdings haben wir uns jetzt einen Mähroboter angeschafft und wollen den bald in Betrieb nehmen. Dafür müssen wir auch das Begrenzungskabel legen, und dafür müssten wir am besten auch schon wissen wieviel Platz wir für die Hecke lassen wollen.

    Wir haben uns über die Gemeinde informiert und die Info bekommen das wir zu den Nachbarn hin 50cm Platz (vom Stamm aus) lassen müssen wenn die Pflanzen bis 2m Höhe erreichen. Dort wo wir keine Nachbarn haben, also im Südend die Straße im Süden und im Norden den Grünstreifen der Gemeinde könnten wir die Pflanzen auch direkt auf die Grundstücksgrenze setzen.

    Bisher hatten wir angedacht den Stamm ca. 60cm von der Grenze entfernt zu setzen, 10cm Puffer im Westen zum Nachbarn um da auf Nummer sicher zu gehen und im Süden auch mit Abstand damit die Pflanzen nicht so in die Straße reinragen, im Norden schwankten wir diesbezüglich noch.

    Jedenfalls hatten wir so mit einer ca. 1m breiten Hecke gerechnet und würden das Begrenzungskabel auch dementsprechend legen (Rasenkantensteine und Mähwerk haben wir dabei schon berücksichtigt).

    Jetzt haben wir uns aber häufiger mal in Wohngegenden umgesehen und sehen leider selten so eine bunt gemischte wilde Hecke wie sie uns vorschwebt sondern meistens Formhecken aus Buchen, Thuja oder Kirschlorbeer. Aber wenn wir solch bunt gemische Hekcen sehen dann auf zwei Arten.

    Entweder so wie wir das geplant haben, einreihig und mit überschaubarem Abstand zur Grundstücksgrenze oder richtig groß ausgeführt. Zwei- bis dreireihig, oftmals in der mittleren Reihe höhere Pflanzen, dann scheint da aber auch etwa 2m Platz für eingeräumt zu sein.

    Die einreihige Variante sieht ziemlich lückenhaft aus und ist (zumindest zur Zeit) kaum ein Blickschutz, das gefällt uns nicht so besonders.
    Die zwei- und dreireihige Variante sieht da schon deutlich schöner aus, braucht aber wahrscheinlich auch deutlich mehr Pflege (zumindest sehen sie deutlich gepflegter aus)

    Jedenfalls komme ich mal zum Punkt und frage euch wieviel Platz wir am besten für die Hecke einplanen sollen? Kann man eine bunt zusammenwürfelte Hecke in einreihiger Weise denn überhaupt halbwegs dicht und gepflegt bekommen? Braucht es da nur die passenden Pflanzen für? Hat da vielleicht jemand Fotos von?

    Wir sind diesbezüglich gerade etwas überfragt und wären über Tipps und Ratschläge sehr froh.
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Moderator
    Mitarbeiter
    Bei einer einreihigen gemischten Hecke besteht schnell die Gefahr, dass langsamer wachsende Sträucher von ihren Schwestern und Brüdern schnell überwuchert werden und dann nur noch mickern.

    Daher wären zwei- und mehrreihige Hecken schon besser, da die einzelnen Sträucher mehr Luft haben. Blickrichtung werden sie mit Sicherheit auch. Es kommt natürlich drauf an, was du schlussendlich pflanzen willst. @Elkevogel kann dir da bestimmt den einen oder anderen Tipp geben.

    Vom Platz her brauchen zweireihige Sträucher schon bedeutend mehr Platz, da solltet ihr schon mit ca. 1.5 bis 2 m rechnen. Sieht aber meiner Meinung nach auch viel schöner aus und die Tierwelt liebt das auch viel mehr.
     
    K

    Küstentanne

    Neuling
    Hallo,

    danke für die Tipps. Ich hab mich auch noch mal etwas in der Umgebung umgeschaut und hauptsächlich drei Arten von Hecken gesehen.

    1) Einreihig aus identischen Pflanzen in Form geschnitten
    2) Einreihig aus unterschiedlichen Pflanzen, "wilder Wuchs"
    3) Zwei- bis Dreireihig aus unterschiedlichen Pflanzen, "wilder Wuchs)

    Optisch gefällt mir Variante 1 nicht so sehr, dafür ist dies aber in der Regel Platzsparend und Blickdicht. Variante 2 gefiel uns optisch auch nicht so sehr da dies eher ungepflegt oder lieblos aussah und auch kaum Blickschutz gewährt hat. Variante 3 sah dagegen meistens schöner aus und war trotz des freien/wilden Wuchses der Pflanzen recht Blickdicht und trotzdem schön abwechslungsreich.

    Teilweise könnten wir uns das für uns auch vorstellen, nämlich an der südlichen Grundstücksgrenze (zur Straße hin) und zu unserer Eifnahrt hin, dort haben wir recht viel Platz.
    Im Westen (zum Nachbarn) wird es schon schwieriger da wir dort nicht mehr ganz so viel Platz haben und im Nordwestlichen Bereich wahrscheinlich nächstes oder spätestens übernächstes Jahr Sandkiste, Klettergerüst, Schaukel oder ähnliches aufgebaut werden wird.
    Im Norden (zum Grünstreifen) ist sogar noch weniger Platz. Vor allem die letzten ca. 10m müssen hier recht schmal gestaltet werden da dort der Mähroboter seinen "Einfahrtschneise" zu seiner Ladestation hat. Dort sind zwischen der Schneise und der Grundstücksgrenze ca. 80cm und die sollten frei bleiben. Im Norden kann ich die Hecke aber auch auf die Grundstücksgrenze pflanzen.

    Zur Veranschaulichung habe ich auch mal eine Skizze und ein paar Fotos angehängt.
     

    Anhänge

    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Moderator
    Mitarbeiter
    Dann würde ich eine Kombination der Varianten wählen: dort, wo du wenig Platz hast, vorallem auf den letzten 10 m pflanztest du eine einreihige Hecke, ich würde da Hainbuche empfehlen. Dort, wo du mehr Platz hast, wählst du aus unseren Vorschlägen nach deinem Gusto und den örtlichen Begebenheiten verschiedene Sträucher und pflanzest sie zwei- oder so gar dreireihig, jenachdem wieviel Platz du der Hecke gönnen willst. Gemäss den Fotos würde ich zweireihig wählen. Und sonst hast du doch bestimmt schon diesen Thread gelesen: Wildhecke pflanzen - wer hat Ideen? - Hausgarten.net
     
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