Japanischer Ahorn durch Stecklinge vermehren

M

mowtee

Neuling
#1
Hallo liebe Pflanzenfreunde,

ich habe dieses Jahr zum ersten Mal versucht, aus meinem noch jungen jap. Ahorn (Orange Dream) ein paar Stecklinge zu ziehen. Von 10 Stecklingen sind 6 leider nichts geworden, 2 haben nur Kallus gebildet und wurden von mir entsorgt (zu früh?), und bei 2 konnten sich Wurzeln entwickeln. Allerdings sehen diese 2 auch nicht mehr so gut aus, daher wollte ich ein paar Fragen stellen in der Hoffnung, dass ich die 2 vielleicht noch retten kann. Ansonsten hoffe ich auf Tipps, damit es nächstes Jahr besser klappt. ;)

Erstmal meine Vorgehensweise:
Die Stecklingsversuche:
Schräg abgeschnitten (beim nächsten Mal ist es glaube ich besser, kurz unter dem ersten Blattpaar, welches entfernt wurde, den Schnitt zu machen). Die Blätter (ca. 2 Blattpaare) geschnitten, um die Blattfläche gegen zu hohe Verdunstung zu schützen.



Das ganze in Kokoserde mit zerkleinertem Tongranulat (leider kein Lavagranulat 1mm gehabt). Teilweise auch nur Kokoserde verwendet ohne Tongranulat. Bewurzlungspulver (Wurzel Aktivator) in die Löcher sowie den Stiel in das Pulver eingetaucht.



Stecklinge rein, leicht angedrückt und anschließend gut angegossen und ins Minigewächshaus, das war am 02.06.18:



2 Wochen später, am 17.06.18, gab es schon leichte Vertrocknungen an den Blättern. Anfangs leider teilweise die Sonne ins Gewächshaus geschienen, später aber immer an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Es war aber auch ein sehr heißer Sommer dieses Jahr. Außerdem hatte ich fast die ganze Zeit Schimmel an den Jiffy-Pots. Ist das schlimm?
Warum so schnell Vertrocknung an den Blättern? Erde war immer gut feucht.



Nach 5 Wochen, am 05.07.18, waren bereits 4 tot und 2 weitere in schlechtem Zustand:



Nach ca. 8-9 Wochen haben sich bei einem Steckling Wurzeln durch den Jiffy-Pot gebohrt, danach habe ich alle Stecklinge aus den Pots raus und überprüft. Bei 2 waren Wurzeln, bei 2 nur Kallus und beim Rest nichts. Alle bis auf die 2 mit Wurzeln habe ich danach entsorgt, oder hätte ich noch warten sollen? Aber die Blätter waren teils schon stark vertrocknet..



Teil 2 folgt. :)
 
  • M

    mowtee

    Neuling
    #2
    Die 2 Kandidaten fürs Umtopfen:



    Beim Umtopfen habe ich die unterste Schicht im Pflanztopf mit Kies bedeckt für die bessere Drainage. Darauf eine Mischung aus Tongranulat und Blumenerde. Zusätzlich ein paar Hornspäne/Hornmehl dazu gemischt. Und in den Steckling mit der kleineren Wurzel habe ich noch zusätzlich „Bio Jungpflanzen Start Granulat“ rein. Das war am 08.09.18 (nach 9,5 Wochen). Auf dem zweiten Bild kann man erkennen, dass die Pflanztöpfe genau mit dem Übertopf abschließen, also kommt eigentlich keine Luft rein. Brauchen die Wurzeln besser einen luftdurchlässigen Übertopf oder sollte ich besser Teichpflanzkörbe nehmen?



    Am 14.08.18, also eine Woche nach Umtopfen, sind die Blätter weiter vertrocknet.. Was kann ich dagegen tun oder sind die Stecklinge bereits so gut wie tot? Oder könnten noch neue Triebe kommen?





    Zum Schluss noch 2 weitere Fragen:
    1. Die Mutter ist leider am sterben, ich nehme an die Verticillium-Welke hat zugeschlagen? Der Stamm hat sich schwarz gefärbt und die Blätter verwelken. Die Schwarzfärbung zieht sich weiter den Stamm hinauf. Ganze Äste sind betroffen und wurden teilweise bereits abgeschnitten. Allerdings konnte ich darin keine Färbung erkennen. Kann ich also entsorgen?




    2. Der kleine Ahorn lässt mittlerweile auch die Blätter hängen, jedoch kaum braune Verfärbungen. Er treibt jedoch auch weiter aus. Wird eigentlich täglich gegossen bzw. die Erde feucht gehalten. Standort ist hell, aber nicht in der Sonne bzw. nur vormittags Sonne. Habe ich diesen zu früh in die kleine Bonsai Schale gepflanzt? Ich würde ich wahrscheinlich jetzt einfach wieder in einen größeren Topf umpflanzen. Welche Erde am besten? Ist Tongranulat und Blumenerde in Ordnung?




    Ich denke ich mache hier noch einiges falsch als Anfänger und hoffe auf eure Ratschläge, damit ich vielleicht noch etwas retten kann dieses Jahr.
    Vielen Dank. :)
     
    Rentner

    Rentner

    Foren-Urgestein
    #3
    ...ich nehme an die Verticillium-Welke hat zugeschlagen? ...
    Nein,

    das ist schuld:

    • Blumenerde...
    • Hornspäne/Hornmehl dazu gemischt...
    • zusätzlich „Bio Jungpflanzen Start Granulat“...
    • also kommt eigentlich keine Luft rein...
    • Wird eigentlich täglich gegossen...

    Wenn ich Zeit habe, schreibe ich evtl. heute Abend etwas dazu.

    P.S. um dich zu ermutigen!

    Damals:

    proxy.php?image=https%3A%2F%2Fabload.de%2Fimg%2Fdeshojo_erfolg9jliaysyv.jpg&hash=c4150efa75fb61d1f2f8f0baef71a1e0


    Heute.

    proxy.php?image=https%3A%2F%2Fabload.de%2Fimg%2Fdeshojo_steckling_05.o2sl1.jpg&hash=5a84121074fc01faa9604513ae5c12f8
     
    M

    mowtee

    Neuling
    #4
    Hallo,

    Danke für deine Antwort.
    Ich bin froh, dass es eventuell eine Rettung gibt und die Anzeichen durch falsche Behandlung / Materialien zustande kamen. Dies kann ich ändern.

    Leider habe ich noch keine Ahnung wie? :)
    Ich kann mit den Begriffen (bspw. durchlässiges, lockeres, leicht saures, humoses Substrat) wenig anfangen, sodass ich über ausführliche Tipps mit evtl. Produkten sehr dankbar wäre.


    Im Baumarkt wurde mir damals die Blumenerde "empfohlen". Das hatte mich zwar zuerst auch stutzig gemacht, aber da der Acer in den folgenden Wochen ordentlich aufgeblüht hat und etliche neue Triebe entstanden sind, dachte ich das passt schon.
    Lavagranulat ist bestellt, dauert aber noch ein paar Tage bis es geliefert wird.


    Bei der Mutter ist es sicher nicht der Pilz? Hier noch ein paar Bilder dazu:

    Ausgangslage Ende Mai:


    Anfang August, ziemlich viele Äste abgestorben, Blätter verwelkt:


    Nach dem Abschneiden der kaputten Äste (Behandlung mit Wundverschlussmittel):


    Hier einer der abgestorbenen, schwarzen Ästen (damals der einige richtig schwarze Ast, heute hat es den anderen ebenfalls erwischt):


    Und Status heute: Mehr Schwarzfärbung, weitere Blätter verloren (teilweise trocknen diese von innen aus):



    Was kann ich hier tun und was kann ich bei den beiden Stecklingen noch tun?

    Danke & Gruß
    mo
     
  • M

    mowtee

    Neuling
    #5
    PS: Dein Steckling hat zwar auch kleine Vertrocknungen an den Blättern, aber noch wesentlich mehr grün :) Sehr schön, was daraus geworden ist. Wäre in vielen vielen Jahren auch mein Wunsch, aber eins nach dem anderen :)
     
  • M

    mowtee

    Neuling
    #7
    Danke, werde ich machen. Auf den ersten Blick viele gute Informationen.

    Kannst du mir sagen ob sich jetzt noch ein umtopfen lohnt und die Pflanze sowie die Stecklinge noch gerettet werden können?

    Über ein paar Ratschläge und Tipps würde ich mich noch freuen :)
     
    Rentner

    Rentner

    Foren-Urgestein
    #8
    Hallo,

    Umtopfen ohne Wurzelschnitt kannst du jederzeit, das ist kein Problem.
    Rettungsversuche lohnen sich immer, die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Gerne gebe ich meinen Kenntnis- und Erfahrungsstand weiter.
    Die kommenden Tage bin ich allerdings auf einem Workshop und erst wieder am Freitag zu Hause.
     
    M

    mowtee

    Neuling
    #9
    Hallo,

    gestern habe ich die Mutter sowie die 2 Stecklinge umgetopft. :)

    Ich habe mich für ein Substrat mit Lava (1-5mm), Bims, Tongranulat und Torfhumus (Torfmischung, habe nirgends Weißtorf gefunden). Mischverhältnis ca. 2-1-1-1. Ganz unten noch eine Kiesschicht.




    Sind die Substrate soweit ok?

    Wie oft am besten gießen? Obere Bodenschicht antrocknen lassen?

    Jetzt noch düngen? Ich habe hier Blumendünger (organischer, flüssiger NPK Dünger)

    Ein Steckling hat ein Blatt verloren. Was ist, wenn alle Blätter abgefallen sind? Besteht trotzdem die Möglichkeit dass er im nächsten Frühjahr neu austreibt?

    Sollte jetzt noch ein neuer Austrieb kommen?



    Deinen Bonsai Umtopfthread fand ich sehr hilfreich, leider gab es allerdings keine weiteren Infos zum Mischverhältnis / Gießen etc (viele Beiträge von dir waren leider gelöscht). Dennoch, wenn die Pflanze den Winter überlebt, werde ich nächstes Jahr nach deiner Anleitung die Wurzeln schneiden und neu einpflanzen.
     
    Rentner

    Rentner

    Foren-Urgestein
    #10
    ...gestern habe ich die Mutter sowie die 2 Stecklinge umgetopft. :)

    Ich habe mich für ein Substrat mit Lava (1-5mm), Bims, Tongranulat und Torfhumus (Torfmischung, habe nirgends Weißtorf gefunden). Mischverhältnis ca. 2-1-1-1. Ganz unten noch eine Kiesschicht...
    Hallo,

    das hört sich schon mal gut an, beim nächsten Mal empfehle ich dir allerdings statt dieser Blähtonkugeln eher Blähtonbruch zu verwenden.
    Zum Mischungsverhältnis..., ich nehme mal eine Hand voll davon, dann noch eine Hand voll davon, nach Lust und Laune evtl. mal zwei Hände voll davon usw.
    Das Mischungsverhältnis wird überwertet, Hauptsache das Substrat ist immer durchlässig und formstabil. Das Substrat ist nicht nur das Substrat, sondern gleichzeitig auch die Drainage.
    Wenn du daran denkst, kannst du auch den Zirkus mit der oft zitierten und bemühten Staunässe getrost vergessen. Allerdings darf dabei der organische Anteil in deiner Mischung nicht zu hoch sein, da es sonst schon zu Problemen kommen kann.

    Wie sahen eigentlich die Wurzeln beim Umtopfen/Umsetzen aus?

    Ich dünge meine Bäume zwar auch regelmäßig bis in den Oktober hinein, aber bei deinen frisch umgesetzten würde ich mich jetzt damit zurückhalten und den Pflanzen dieses Jahr erstmal Zeit geben sich zu etablieren.

    Dass halbierte Blätter braun werden und irgendwann mal abfallen, ist ganz normal. Das gilt für alle Blätter eines jungen Stecklings, also keine Panik.
    Der kommt schon wieder.

    Also jetzt Hände und Füße stillhalten, den Pflanzen Ruhe und die nötige Zeit gönnen, damit sie sich entsprechend eingewöhnen können.

    Zum Gießen (besser Wässern):

    Immer so lange, bis das Wasser unten aus den Abzugslöchern rinnt und dann noch etwas mehr. Sinn des Wässern ist es, neben der Versorgung mit Feuchtigkeit auch das Substrat regelmäßig durchzuspülen um abgelagerte Mineralsalze und/oder schädliche Rückstände aus dem mittlerweile schadstoffbelasteten Regenwasser auszuwaschen.

    Wässern am besten dann, wenn die oberste Schicht etwa 3-4 cm tief angetrocknet ist. Irgendwann merkst du das am Gewicht des Topfes wann wieder gewässert werden muss.
    Ich rate bei diesem Substrat dringend davon ab, mit dem Finger irgendwelche Löcher zu bohren um die Substratfeuchte zu prüfen. Damit beschädigst du unweigerlich die Feinwurzeln, die quasi zwischen den kleinen Substrat-Mühlsteinen zerquetscht würden.
     
  • M

    mowtee

    Neuling
    #11
    Hallo,

    nach kurzer Urlaubspause melde ich mich zurück.

    Bei einem Steckling sind mittlerweile einige kleine Blätter gewachsen :)
    Beim anderen Steckling leider noch keine, dort ist jedoch der obere Teil des Stammes dunkel gefärbt, soll ich diesen abschneiden?




    Die Mutterpflanze hat mittlerweile einen komplett dunklen Stamm mit "schwarzer Rinder". Kann dieser noch etwas werden?



    Die Wurzel sah so aus (ich habe nicht die komplette Erde abbekommen):




    Der kleine Ahorn hat sich erholt und ein paar neue Triebe sind gekommen, allerdings auch einige vertrocknete Astenden, soll ich diese ebenfalls abschneiden?
    Die Wurzeln sehen so aus:




    Gruß :)
     
  • Top Bottom