Junge Aprikose, Apfel Containerware wann niederbinden?

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Buchsenzo

Buchsenzo

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Liebe Obstbaumexperten!:)

Bitte helft mir bei folgender Frage!

Aprikose(Marille): Buschbaum (ungarische Beste) Containerware

Apfelbaum: Spindelbusch (Kronprinz Rudolf) Containerware

Pflanzeitpunkt: November 2014 auf Südwesthang.

Beide Pflanzen haben diesen Winter problemlos überstanden.:cool:

Nach Studium von einem Buch mehrerer Internetseiten und laienhafter Interpretation der gefundenen Widersprüche und unterschiedlichen Meinungen, kam ich zu dem Schluss, dass zunächst sehr wenig Schnittmaßnahmen erforderlich waren.

Allerdings würde ich gerne durch Ausbinden (flacher stellen einiger Seitentriebe) die Bäume noch erziehen.

Da stieß ich irgendwo auf die mir persönlich sehr plausible Meinung (Buch?), dass man das erst später im Jahr tun soll! Da sonst die frischen äußeren Triebenden (Astenden winkeln nach oben) noch länger und im Endeffekt steiler nach oben wachsen. Gilt wahrscheinlich bei ganz jungen Bäumen wie diesen..?

Bei späteren Waagrechtstellen würde dann der Trieb über eine größere Länge mehr flach zum Boden stehen (waagrechter also)

Die Frage ist nun ab wann ich das heuer tun soll?:confused:

A) Bei der Marille (angeblich spätreif.. trägt aber jetzt schon ein paar kleine pflaumengroße Früchte!)

B) beim Apfel ..(noch einige Blütenreste)

Danke!:)
 
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  • fruitfarmer

    fruitfarmer

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    Bisher dachte ich noch, dass Christian Morgenstern den kompliziertesten jemals gebildeten deutschen Schachtelsatz tapezierte, nun, wieder etwas Neues dazu gelernt (Quod erat demonstrandum : HGN kann Wissen vermitteln)!

    Kurzzeitig dachte ich noch, dass sich vielleicht ein versierter User Deiner Einer annimmt, aber mir dünkt, Deine Fragestellung hat sämtliche Experten Synapsentechnisch, qualmend verzweifeln lassen.

    Nun musst Du Dich mit meinen verbalen Ergüssen zufrieden geben (bei mir heißt das Arschkarte).

    Das Du die Containerware aus der Einzelhaft befreit hast ist Erstklassig, Pflanzzeitpunkt Top (wobei C-Ware ganzjährig gepflanzt und dankbar dafür ist und somit hier eher zweitrangig) und Südwesthang - ein Traum, kann ich als Südwesthang-Besitzer nur bestätigen, lange Sonne, keine Staunässe, schnelles Abtrocknen, etc.

    Winter gut überstanden, perfekt.

    So! Bis dahin war alles einfach, da hätten sich ruhig mal ein paar mehr User hier mit einklinken können,
    echt, hey
    !

    Aber (mein guter Freund Helmut aus Neustadt Wien, der mir unter Morddrohungen verboten hat ihn zum Wiener zu , zu, zu ernennen, hat mir ja vom schwierigen Dialekt erzählt, aber glaubt man es bevor man es selber gehört hat? Neeiieen!):

    Nach Studium von einem Buch mehrerer Internetseiten und laienhafter Interpretation der gefundenen Widersprüche und unterschiedlichen Meinungen, kam ich zu dem Schluss, dass zunächst sehr wenig Schnittmaßnahmen erforderlich waren.
    Diesen Schachtelsatz müssen wir zerpflücken, um ihn, naja einfach darum!

    Nach Studium von einem Buch mehrerer Internetseiten
    Ist das wieder so ein neumodischer Kram? Wo wohlwollend, nach frischem Papier und Druckerschwärze duftende Blätter durch an der Stirnseite verleimte Tabletts ersetzt wurden? Nur damit die verwaisten Bücherregale mal wieder mit Masse gefüllt werden? Die spinnen, die Verlage.

    laienhafter Interpretation der gefundenen Widersprüche und unterschiedlichen Meinungen, kam ich zu dem Schluss, dass zunächst sehr wenig Schnittmaßnahmen erforderlich waren.
    Das dies ein Schüttelsatz par excellence ist, steht außer Frage. Ich glaube sogar, dass Du diesen einfach nicht richtig geschüttelt hast! Ich würfele noch mal, mal sehen was rauskommt, e vola:

    Nach Interpretation der Widersprüche und unterschiedlichen Meinungen, kam ich zu dem gefundenen Schluss, dass Schnittmaßnahmen laienhafter erforderlich waren, zunächst sehr wenig.
    Nennt sich umgangssprachlich Pflanzschnitt.

    Szenenwechsel, Obstbaum Bondage.
    Für mich eher nicht nötig, sofern man eben Pflanz- und Erziehungsschnitte durchführt. Aber auch das eher zweitrangig hier, da Wahrsagen ohne fotorealistische Visualisierung experimentell noch nicht nachgewiesen werden konnte. Thema Foto. FOTO!

    Da stieß ich irgendwo auf die mir persönlich sehr plausible Meinung (Buch?), dass man das erst später im Jahr tun soll!
    Das ist Deine Meinung die Du auch vertreten darfst, schließlich definieren wir uns doch erst durch eigene Meinungen. Schlimmer wird es erst, wenn man Rückgratlos keine Meinung hat. Meine Meinung dazu sieht ein wenig anders aus. Warum soll ich ein gebrochenes Bein erst ein halbes Jahr später schienen? Weil ich es dann erst erneut brechen und korrigieren müsste? Warum tut ein Winzer die Ruten nicht zur gleichen Zeit binden, wenn er sie in der Vegetationsruhe schneidet (außer aus Zeitgründen)? Warum wartet er, bis die Ruten voll im Saft stehen, sie weicher, geschmeidiger und biegsamer sind? Verstehst Du, worauf ich hinaus will?

    Da sonst die frischen äußeren Triebenden (Astenden winkeln nach oben) noch länger und im Endeffekt steiler nach oben wachsen. Gilt wahrscheinlich bei ganz jungen Bäumen wie diesen..?
    Bei späteren Waagrechtstellen würde dann der Trieb über eine größere Länge mehr flach zum Boden stehen (waagrechter also)
    Hier habe ich geschüttelt, geschüttelt, geschüttelt, geschüttelt, einen Kaffee getrunken, geschüttelt, geschüttelt, geschüttelt, geschüttelt, aber ich geb mit einem Tennisarm auf! Da müssen Experten ran!

    Die Frage ist nun ab wann ich das heuer tun soll?
    Das was jeder hier Mitlesende bereits beim ersten Satz gedacht hat „Hätte er doch nur ein Foto reingestellt, dann hätten wir uns diesen verbalen, dünnflüssigen Murks hier nicht durchlesen müssen!“

    Ich liebe Samstagmorgende beim Kaffee, Sonne übern Berg und der freudigen Erwartung, die nächsten 12 Stunden draußen verbringen zu können.
    Und ich liebe Heidi……..
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Linserich
    Mitarbeiter
    Ok, ok, ich sehs schon, da muss ich meinen Senf auch noch dazu geben. Wenn Fruitfarmer gestattet? :)

    Ich machs kurz: Buchsenzo hat zwei neue Bäume und hat sich durchs Internet und durch Bücher gelesen (er vergass ein Komma in seinem Satz, darum erschien dem Fruitfarmer im Traum internetfähige Bücher) und kam zum Schluss zu seiner Meinung, dass er so gut wie nichts an Erziehungsschnitten tun müsse.

    Schön, können wir hier nicht beurteilen, da - wie erwähnt - das Foto fehlt.

    Aber das war ja auch nicht die Frage, zu deren Beantwortung der Thread geöffnet wurde.

    Buchsenzo überlegt sich, ob er die Äste schon jetzt runterbringen soll oder erst später. Seiner und offenbar auch anderer Leute Meinung nach ist später besser, da sonst die Äste winklig weiter nach oben wachsen. Ist auch meine Meinung und darum antworte ich hiermit: auch ich würde es erst später machen, aber nicht erst im Herbst, sondern etwas nach Johanni (letzte Juniwoche), nachdem die wüchsigste Zeit vorbei ist. Dann sind die Äste noch weich und lassen sich runter biegen. Juli geht aber auch noch zum runter biegen.

    Dies ist aber nur meine Meinung und nicht eine erwiesene Tatsache. Trotzdem würde ich es so machen.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

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    AW: Junge Aprikose, Apfel (Container) wann niederbinden

    Lieber fruitfarmer!
    Du hast mich gut unterhalten!

    Liebe Wasserlinse!
    Du hast mich richtig verstanden,

    und mir sehr geholfen!

    Danke!:):):):)
     
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    thomash

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    Zunächst zur Aprikose

    Ich selbst liege mit Aprikose, Pfirsisch und Co auf Kriegsfuß. Bislang wollen diese bei mir nicht so wie ich wohl will. Während meine Apfel, kirsch, Plaumen ... Bäume prächtig gedeihen.
    Meines Wissens musst di Aprikosen ebenso wie Pfirsiche jedes Jahr beschneiden um das Triebwachstum anzuregen, denn sie treiben nur am einjährigen Holz Blüten und Früchte.
    Frag dazu aber bitte nochmal nach.

    Zum Apfel:
    Bei getopfter Ware ist der Pflanzschnitt nicht ganz so notwendig wie bei Wurzelware.
    Da du einen Spindelapfel haben willst ist auch der Erziehungsschnitt etwas einfacher.
    Ohne Bild kann man wenig sagen. Im wesentlichen gilt es, Licht in de Baum zu bringen. Dies erreicht man wenn man sogenannte Konkurenztriebe rausschneidet.
    Dies sind z.b. 2 in die gleiche Richtung verlaufende Zweige die weniger als 10cm Abstand zueinander haben.
    Ferner ist es sinnvoll zu dünne und überlange Äste einzukürzen.

    Hab hier mal ein Bild eines meiner Apfelbäume

    Mag nicht ganz perfekt sein aber zumindest im wesentlichen richtig.

    Der Baum ist natürlich schon ein paar Jahre älter.

    Wichtig ist, dass die Äste nicht zu lang und dünn werden. Sonst verkahlt der Baum im Innern. Bei einer Spindel würde ich je Ebene max. Zweige stehen lassen. Besser sind 4 in jede Himmelsrichtung einer. Gehen 2 in gleiche Richtung muss einer weg.
    Geht weniger als 10 cm Höhenunterschied einer in die gleiche Richtug muss er weg.
    Die Äste optimalerweise noc kürzer halten wie hier im Bild max. 25 cm lang werden lassen.

    Dies bedeutet aber auch, dass du Blüten oder Fruchtänsätze wegschneiden musst, was letzlich auch gut so ist, denn der junge Baum sollte keine oder nur sehr wenige Früchte ausbilden. Vermutlicherweise würde er ein Großteil dieser Früchte ohnedies vor der Reife abwerfen.
    k-P1080768.JPG
     
  • Buchsenzo

    Buchsenzo

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    @thomash!
    Danke
    so eine brauchbare Anleitung vor allem das mit der Anzahl und den 10cm Abstand habe ich nirgends noch so gefunden:

    Dazu zwei Fragen
    1.) Zitat: "Bei einer Spindel würde ich je Ebene max. Zweige stehen lassen." welche Ziffer kommt nach max.? "5" oder...?

    2.) Kann man einen weiteren Erziehungsschnitt beim Apfel eventuell auch im Juni oder sonst wann unterm Jahr durchführen um dringende Fehler frühzeitig auszugleichen oder besser bis März (2016) warten? (Ich halte mich jetzt mal allgemein denn bevor ich weiter Fragen zum Schnitt stelle muss ich das "Buchwissen" noch etwas sortieren und meine Zeit ist derzeit knapp. Das Buch ist leider so geschrieben dass man entweder alles "weiß" oder nix.)
     
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    thomash

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    zu 1) 2 Zweige je Ebene halte ich für wenig sinnvoll, es sei denn beim Spalierbaum. Bis du sicher dass dies Aussage nicht auf den Saplierbaum bezogen war?

    Die Regel dürften 3 sein.
    5 ist zugegebenermaßen wiederum sehr viel.
    Ich entscheide dies weniger an der Anzahl als an der Ausrichtung. Wenn diese wie in einer Sternform nach allen Richtungen je ein Ast geht, dann kann es sein, dass ich auch mal 5 stehen lasse. Wobei man in diesem Fällen ebenso entscheiden könnte jeden Zweiten herauszumachen und wäre demnach dann bei 3.

    Man kann noch soviel über Baumschnitt lesen. Wenn man vor dem Baum steht weiß man als Anfänger doch nicht was man tun soll.

    Mittlerweile bin ich - obwohl ich noch ein Laie bin - schon soweit dass ich es immer mehr im Gefühl habe wie ein Baum zu Beschneiden ist.

    Drei Grundregeln würde ich hier ansetzen:

    1. Mehr Licht in den Baum. Nach dem Motto weniger ist mehr schneidet man einige Zweige heraus, welche die Hauptzweige zu stark beschatten.

    2. Symetrie Gerade beim Apfel mit seinen schweren Früchten ist die gleichmäßigkeit oder symetrie sehr wichtig, damit der Baum nicht im höheren Alter Probleme mit dem Gleichgewicht bekommt.

    3. Äste einkürzen: Zum einen damit diese dicker und stabiler werden, zum anderen damit der Baum nicht von Innen heraus verkahlt. Das Schlimmste - was man immer wieder bei jungen Bäumen sieht - ist, wenn der Baum dann mit 2 oder 3 Äpfeln an den Spitzen der Zweige so schwer wird dass er sich nach unten biegt.
    Bogenform nach unten heißt, der Gärtner hat versagt, Bogen nach oben - gut gemacht.
    Steiles schmalwüchsiges Wachstum heißt meist der Gärtner hat gar nichts gemacht.

    Äste werden optimalerweise auf ein nach unten gerichtetes Ausge eingekürzt.
    Man spricht hier auch von einer Ableitung auf ein Auge.

    Du wirst schnell lernen wieso das wichtig ist. Ist das Auge rechts oder links, dann verlängert sich der Ast in diese Richtung. Ist es oben dann geht auch der Ast nach oben. Wenn es aber unten ist, dann velängert sich der Ast zunächst leicht nach unten und wähst dann hoch zum Licht und gibt dem Ast auf lange Sicht eine schöne Form.

    zu 2;) Es mag sein, dass es besser ist im Juni zu binden. Für mich persönlich kommt dies aber nicht in Frage, denn ich bin nunmal ein Schlechtwettergärtner und für mich ist Obstpflege Januar/Februar.
    Ich persönlich würde sagen - je früher du eingreifst umso besser.
    Es gibt nur eine Zeit im Jahr in der ich auf keinem Fall schneiden würde - im März/April beim Safttrieb. Dort besteht bei Obst und Beeren die Gefahr des Blutens, wobei Apfel und andere OBstbäume meines Wissens nicht dazu neigen.
    Als Beispiel: Wenn du eine Traube im April schneidest, dann blutet diese wie wenn du bei Dir die Schlagader verletzt.

    Ganz wichtig:
    Man ist am Anfang gerne beim Schnitt zu zögerlich und dies ist daher auch der größte Fehler den Anfänger begehen.
    1/3 an deinen Bäumen ist zuviel - dafür brauche ich kein Bild.

    Noch etwas wichtiges:
    Immer wieder liest man, Äste sollen waagrecht gebunden werden oder durch Einkürzen auf ein nach unten gerichtetes Auge in die waagrechte gebracht werden.
    Bei der Spindel liest man bisweilen sogar von 90Grad Winkel
    Was man nicht liest, ist dass ein nach oben gerichteter Ast stärker wächst.
    Bindet man zu stark runter beinträchtigt man damit auch die Wuchskraft des Baumes (was gewollt aber auch ungewollt sein kann).

    Bei der Spindel würde ich schon bis zu 70/80 Grad gehen. 90 wäre mir zu extrem.

    PS: Ich hab mittlerweile einige Jahr Erfarhung, bezeichne mich aber dennoch noch als Laie, warte daher noch andere Meinungen ab.
     
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    fruitfarmer

    fruitfarmer

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    Hallo Allerseits,

    will nur mal kurz noch drauf eingehen. Natürlich darfst Du, liebe Wasserlinse (genau wie jeder andere User hier) seinen Senf dazugeben. Ich bat ja auch drum.

    Und das die Meinungen immer wieder differieren und zu Diskussionen anregen liegt ja in der Sache schlecht hin.

    Buchsenzo, dass ich Dich unterhalten habe will ich doch schwer hoffen! Und wie selbst Dir nicht entgangen sein dürfte, hoffte ich ja Eingangs, dass sich ein anderer User Deiner Einer annimmt. Nun, die Sache wollte es, dass dem nicht so war. Nach 2 Tagen ist ein unbeantworteter Fred gestorben (nachdem er bereits 580 Aufrufe hatte). Erst nachdem ich kontrovers und zugespitzt Dein "Problem" aufgriff, kam hier eine Diskussion zu Stande. Ob man sich vorher nur nicht ran traute und einen Einsteiger brauchte oder aus welchen Gründen auch immer, Dein Fred lebt.

    Du brauchst mir nicht danken, unser aller geistige Unterhaltung soll mir genügen.

    Okay, okay, ein Foto könnst´nun schon mal als Dank an Thomash und Wasserlinse einstellen, um zu veranschaulichen, ob das Gesagte bei Dir auch umsetzbar ist. Aber ich geh mal schwer davon aus, dass dies nie nicht passieren wird, also das mit dem Foto.

    Thomash, Du weißt, dass ich kein Freund vom Runterbinden bin (ich verwende max. Astklammern, wobei diese auch grenzwertig sind, zw. Abschnüren, dann lieber Silikondraht um den Ast). Aber das ist hier egal, viele Wege führen bekanntlich in die ewige Stadt. Und natürlich hat auch diese Technik seine Daseinsberechtigung. Ob und in wie weit Buchsenzo diese Technik umsetzen kann, wird hier blanke Theorie bleiben, es sei denn man kann am "Versuchobjekt" fachsimpeln. Allerdings habe ich eine vage Vermutung, wie die beiden Probanden, die Exilcontaineristen ausschauen.

    Des Weiteren schriebest Du, Thomash, was man und was man nicht unbedingt liest. Ich kenne jetzt Deine literarischen Quellen nicht, kann das also nicht effektiv beurteilen. Aber, das sich das vegetative zum generativen Wachstum proportional verhält, sollte in jeder Fachliteratur erwähnt sein, bzw. geht man ab einem gewissen Stadium davon aus, dass der Anwender dieses Basiswissen verinnerlicht hat.
    Mit diesen beiden Wachstumsphasen "spielt" der Gärtner Letzt endlich, bewusst oder unbewusst ist egal. Jeder entscheidet, was er möchte, Ertrag oder Zuwachs. Das optimale Gleichgewicht aus beiden ist erstrebenswert, aber nicht immer von Nöten.

    Wie ich schon öfters erwähnte, sollte sich jeder über die Reaktion der Pflanze auf die von ihm verübte Aktion bewusst sein.

    Für mich zählt heutzutage ein optisch ansprechender Baum mehr, ich muss nicht auf Ertrag trimmen ohne Ende! Wer auf Ertrag aus ist, muss ganz anders seine Kulturpflanze (was die Bäumchen hier nun mal sind, wir kultivieren, greifen einfach ein) schneiden, er muss sie mehr anregen!

    Man könnte Stunden lang darüber referieren, was ich aber gar nicht möchte, schon gar nicht hier.

    Also, will dann mal Deinen Fred, Buchsenzo, nicht zerschiessen und klinke mich hiermit vollkommen aus. Allen noch einen schönen Tag und weiterhin viel Spaß!
     
    T

    thomash

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    Bitte nicht ausklinken .... dein Rat ist gefragt.

    Ich kenne deine Ansicht zum runterbinden mittlerweile sehr gut und ich geb Dir auch zum Großteil Recht.
    Aber auch das Runterbinden hat seine Daseinsberechtigung insbesondere dann, wenn es sich wie hier um einen Spindelbaum handelt.

    Was mich interessieren würde fruitfarmer. Hast du hauptsächlich Hochstämme oder auch Spindel und Buschbäume?


    @Buchsenzo
    Ganz wichtig ist bei der Spindel noch, dass die unteren Äste länger sein sollen als die oberen. Ich nenne dies gerne Tannenbaumform. Somit wird gewährleistet, dass auch die unteren Äste noch mehr Licht abbekommen und der Baum nicht von den oberen Ästen überbaut wird.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    @ fruitfarmer Ich danke Dir(auch wenn Dus nicht für nötig hältst) für die Belebung meines Freds und weiß auch den Hinweis auf die fehlende Interpunktion zu schätzen, die ja ihren Sinn hat, um Mehrdeutigkeiten zu verhindern. Ich wollte mich ja kurz fassen aber die Kürzung hat noch immer zuviel Ballast gehabt um das Wesentliche eindeutig hervorzuheben

    @ Tomash

    Ich kann mit Deinen Antworten "echt" viel anfangen

    Du hast da aber was mißverstanden biitte was soll da nach max. stehen?:
    Bei einer Spindel würde ich je Ebene max. Zweige stehen lassen. Besser sind 4 in jede Himmelsrichtung einer. ...
    ...
    zu 1) 2 Zweige je Ebene halte ich für wenig sinnvoll, es sei denn beim Spalierbaum. Bis du sicher dass dies Aussage nicht auf den Saplierbaum bezogen war?
    von 2 Zweigen hab ich nix geschrieben möglicherweise schaut das ? wie eine 2 aus...
    Ich dachte dass Du da 5 schreiben wolltest..
    Um das jetzt mal abzukürzen:

    Du hasts dann eh geschrieben:

    Maximal 5 aber eher 4 wenn gleichmäßig verteilt--- in der Regel 3,
    Ich nehme an -- wenn ich in einer Ebene nur einen habe dass ich dann in den nächsten Ebenen das Gewicht austarieren sollte.-- logisch.

    Verstehst Du unter Einkürzen der Seitentriebe beim Spindelbaum das Ableiten auf ein nach unten stehendes Auge bzw. Trieb? Denn "Einkürzen" allein also irgendwo Einkürzen soll ja nicht so gut sein.

    Und wenn ich z.B im Juni einen Erziehungsschnitt mache ist das dann besser zur Formgebung geeignet .. da ich das Wachstum nicht so stark anrege?

    Ist es ein Nachteil die erste Ebene auch weiter aufzweigen zu lassen wie beim "normalen" Baum? So wie ich den Baum gekauft habe siehts nämlich aus.. (wurde aber eindeutig als Spindelbusch bezeichnet); die oberen Etagen können ja noch immer eine echte Spindel formen

    Zum Bild noch eine Frage: Wie alt sind die Äste die direkt vom Stamm weggehen?
     
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    thomash

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    5 Zweige je Ebene sollten definitv die Ausnahme bleiben.

    Bei Halbstämmen und Hochstämmen sind 3 die Regel, aber wenn jeder in eine Himmelsrichtung weist sind auch 4 denkbar.
    Bei spindel und Buschbäumen sind 5 eher denkbar, wobei ich selbst ein Freund davon bin dann auf 3 zu kürzen, den zu gierig sollte man nicht sein.

    Auf das Ausbalancieren musst du bei einer spindel nicht ganz so achten wie bei einem Baum mit Krone, da die Äste bei der spindel duetlich kürzer gehalten werden und damit weniger Hebelkraft haben. Dennoch ist ein gut ausbalacierter Baum schöner.

    Verstehst Du unter Einkürzen der Seitentriebe beim Spindelbaum das Ableiten auf ein nach unten stehendes Auge bzw. Trieb? Denn "Einkürzen" allein also irgendwo Einkürzen soll ja nicht so gut sein.
    ja

    Und wenn ich z.B im Juni einen Erziehungsschnitt mache ist das dann besser zur Formgebung geeignet .. da ich das Wachstum nicht so stark anrege?

    Zum Bild noch eine Frage: Wie alt sind die Äste die direkt vom Stamm weggehen?
    Ich würde Februar vorschlagen, da ja gewünscht ist, dass der Baum wächst.
    Allerdings kann man Buschbäume auch problemlos im Herbst schneiden.
    Beim Sommerschnitt reduziert man meines Wissens vor allem die Anzahl der Früchte, um die Qualität zu verbessern. Oder man schneidet Äste heraus um mehr Licht in den Baum zu bringen damit Früchte besser ausreifen.

    Wachstumshämmug ist vor allem dann gewollt, wenn man z.b. einen Baum der zu stark beschnitten wurde und deswegen im Folgejahr zuviel Wasserschoße bildet. Dann schneidet man die Wasserschoße speziell im Sommer raus, damit der Baum sich schneller beruhigt.

    Mein Baum auf dem Bild wurde Herbst 2011 gepflanzt. Es ist ein Boskop Hochstamm.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Sieht wirklic! toll aus.. ich dachte Du zeigst mir eine Spindelkrone und war über die Ästhetik sehr erstaunt.

    "Irrtum!"sprach der Igel und stieg von der Bürste:grins:

    Und Danke!: Da jetzt Schneiden sehr ungünstig wäre, werde ich r ende Juni mal niederbinden und kann mir dann noch überlegen ob ich im Herbst oder Spätwinter schneide.

    Es gibt ja so viel konträre Meinungen dass man je nach Blickwinkel alles falsch oder richtig macht..

    Nur mal so ein paar Beispiele:
    Spindel: Stammverlängerung beim Pflanzen schneiden 1besser ja 2besser nein, 3unverzichtbar 4.) Von der Güte des Bodens abhängig.

    Erziehungschnitt:
    Apfel: 1Herbst 2Winter oder3 Spätwinter, (aFebruar, b März
    Aprikose: 1.) Vor der Blüte, 2während der Blüte 3nach der Blüte, 4 nach der Ernte

    Stammverlängerung kürzen: 1)die ersten 3 Jahre jährlich 2.) alle 2Jahre 3. gar nicht

    wobei ich sehe dass das bei der Aprikose schon ein Problem sein kann weil die seitlichen Triebe sehr häufig ganz flach zur Seite gehen. aber vieilleicht kommt das nur mir so vor.

    1 2 und 3 Nach erreichen der gewünschten Höhe umleiten ... das ist gemeinsam.
     
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    thomash

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    Es ist ganz einfach, denn alles ist richtig, es sind nur unterschiedliche Standpunkte und Ziele. Ich versuche dir mal zu erklären was dahinter steckt:

    Spindel: Stammverlängerung beim Pflanzen schneiden 1besser ja 2besser nein, 3unverzichtbar
    4.) Von der Güte des Bodens abhängig.
    Stammverlängerungen werden geschnitten um eine schöne Kronenbildung zu unterstützen. Da Spindelbäume keine Krone haben liegt es nahe, die Stammverlängerung nicht zu beschneiden.
    Ziel eines Spindelbaumes ist es tragefreudig zu bleiben aber dennoch leicht zu beernten zu sein (ohne Leiter), daher ist der Stamm zu beschneiden unverzichtbar und muss / kann immer wieder erfolgen, sodass man die Ziele (niedriger Baum) erreicht.

    Erziehungschnitt:
    Apfel: 1Herbst 2Winter oder3 Spätwinter, (aFebruar, b März
    Aprikose: 1.) Vor der Blüte, 2während der Blüte 3nach der Blüte, 4 nach der Ernte
    Herbstschnitt bzw. nach der Ernte ist dasselbe.
    Es ist die Standardvariante die oft von Kleingärtnern angewandt wird, welche nur zweimal im Jahr schneiden wollen.
    Blühsträucher werden nach der Blüte geschnitten und Früchtetragende nach der Ernte.
    Der Grund liegt darin, dass man zu jedem anderen Zeitpunkt ansonsten die Blütenknospen, welche sich schon sehr früh ausbilden wegschneiden würde.
    Daher schneidet man im Sommer alle blühenden Sträucher nacheinander ab und im Herbst alles weas Früchte trägt (von der Himbeere bis zum Apfelbaum)
    Ein anderer Grund liegt sicher auch daran, dass der ein oder andere nicht bereit ist bei 2 oder 3 Grad plus im Januar auf Bäumen rumzukrakseln um diese zu Beschneiden.
    Reaktion des Baumes.
    - etwas geringeres Wachstum, was gerade bei älteren Bäumen irrelevant ist und manchmal (bei Bäumen mit Wassertrieben) sogar gewollt.
    - er hat mehr Blüten und Früchte (was nicht unbedingt gut sein muss, da die Qualität darunter leiden kann)

    Winter und Spätwinter
    Das ist generell dasselbe. Korrekt müsste es heißen in der Ruhephase.
    In dieser Zeit ist kein Saft in den Ästen und man schadet dem Baum so am wenigsten. Man braucht auch nur bei großen Verletzungen Baumwachs zu verwenden, weil in der Zeit keine Ungeziefer in die Wunden eindringen und auch Sporen und Bakterien eher von geringer Bedeutung sind.
    Winterschnitt regt das Wachstum an, was gerade bei jungen Bäumen gewollt ist.
    Gärtner mit großem Garten haben im Sommer/Herbst zuviel zu tun und nutzen die Zeit im Winter für den Schnitt.
    Nachteil: Zu dieser Zeit sind die Blütenknospen bereits gebildet, die man somit für die kommende Saiason wegschneidet. Dies bewirkt zugleich eine Verbesserung der Qualität der Früchte (also Vor- und Nachteil)

    Zur Aprikose:
    Aprikosen und Pfirsiche bilden eine Ausnahme bei den Obstbäumen.
    Zum einen fruchten diese vornehmlich am einjährigen Ast und müssen daher regelmäßig geschnitten werden, damit immer genügend neutriebe gebildet werden.
    Zum anderen gibt es die Scheinfrüchte. Scheinfrüchte sind Früchte, welche nie zur Reife gelangen werden, weil sie der Baum zuvor abwirft.
    Diese Scheinfrüchte erkennt man am besten zur Blütezeit, daher ist der Rat (schneiden zur Blütezeit) durchaus richtig. Andererseits ist die Blütezeit die schönste Zeit und daher schneiden einige erst nach der Blüte.
    Winterschnitt an der Aprikose würde ich weniger empfehlen, weil die Aprikose Kälteempfindlicher ist. In mileden lagen aber durchaus vorstellbar.
    Nach der Ernte im Herbst ist eher untypisch. wird aber durchaus gerne von Kleinkärtnern gemacht, damit alles reih um beschnitten ist.

    Stammverlängerung kürzen: 1)die ersten 3 Jahre jährlich 2.) alle 2Jahre 3. gar nicht

    wobei ich sehe dass das bei der Aprikose schon ein Problem sein kann weil die seitlichen Triebe sehr häufig ganz flach zur Seite gehen. aber vieilleicht kommt das nur mir so vor.

    1 2 und 3 Nach erreichen der gewünschten Höhe umleiten ... das ist gemeinsam.
    Genau - du hast es erfasst:
    Nach erreichen der gewünschten Höhe umleiten.

    Was folgt daraus
    Auch wenn es sich widersprüchlich sein mag, alles hat seine Berechtigung.
    Man kann aber dennoch bei Obstbäumen Fehler machen: Wenn man nicht schneidet.
     
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    thomash

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    Nochwas zum Thema

    Ableiten oder Binden

    Das Ziel ist dasselbe. Es geht darum, dass waagrechte Zweige mehr Blüten und damit Früchte bilden, hochwachsende hingegen mehr vegitatives Wachstum bewirken.
    Ferner ist das Ziel, dass mehr Licht in den Baum gelangt, was die Fruchtqualität erhöht und verhindert dass der Baum in Innern verkahlt.
    Und letztlich, um eine schönere Baumform zu erreichen.

    Ableiten bedeut dabei, dass man ein nach unten gerichtetes Auge auswählt und ca. 1 oder 2 cm dahinter den Ast einkrüzt. aus dem Auge wächst dann ein Astverlängerung heraus, welche sich mit der Zeit in einer schönen Bogenform zum Licht hin nach oben ausrichtet.
    Ist das Auge jedoch leicht links unten oder rechts unten, dann nimmt der Ast eine falsche Richtung ein, was zum einen unschön ist, zum anderen aber auch die Stabilität des Baumes beinträchtigen kann.

    Für das Ableiten spricht zudem, dass die Äste damit dicker werden und damit mehr Stabilität erreichen.

    Zunächst einmal sieht solch ein abgeschnittener Ast unschön aus, was sich aber im Laufe der folgenden Jahren bis fast zur Unkenntlichkeit verwächst.

    Ein kleiner Vergleich:
    2 Frauen wollen das gleiche enge Kleid anziehen. Die eine nimmt ab um ins Kleid zu passen, die andere trägt ein Korsett. Klare Antwort, die Frau die abnimmt, macht das richtige und so ist es auch beim Obstbaum.

    Fruitfarmer und andere erfahrene Obstbaumzüchter belächeln daher zu Recht das Runterbinden von Ästen.

    Dennoch hat das Runterbinden seine Berechtigung


    1. Optik
    Dem erfahrenen Obstbauer ist der Ertrag und die Qualität der Obstbäume das wichtigste. Beim Hobbygärtner sind selbst kleineste Unstimmigkeiten zuwieder und so werden diese mittels Bindematerial ausgeglichen.

    2. Unerfahrenheit
    Man braucht schon ein wenig Erfahrung, um sich vorstellen zu können wie der Baum in einigen Jahren aussehen würde wenn ich so statt so schneide.
    Ein Hobbygärtner, der noch keine Erfahrung hat, kann ruhig zum Bindematerial greifen, dann ist er immer noch tausendmal besser als 70% der Hobbygärtner, die immer noch glauben, ein Obstbaum braucht keine Pfege.

    3. Buschbäume und Spindeln
    Es ist eine Mär, dass man insbesondere Spindeln oder Buschbäume binden muss (was ich schon in Fachbüchern gelesen hab).
    Tatsächlich wird in der Praxis gerade bei diesen Baumformen besonders oft gebunden, weil es schlichtweg einfacher ist, und weil diese Baumformen in Kleingärten häufiger anzutreffen ist.
    Allerdings gibt es auch immer mehr Obstbaumplantagen mit Spindel - und buschbäumen und dort kommt kein bindematerial zum Einsatz.

    Schlußsatz:
    Ich binde immer noch und empfehle auch Anfängern zum Bindematerial aber mehr um kleinere Fehler auszugleichen.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Erst mal ganz großes DANKE für diese ausführlichen Erklärungen!

    Ich hätte da noch einige Fragen:

    zunächst mal aber nur zwei:

    Herbstschnitt bzw. nach der Ernte ist dasselbe.
    Es ist die Standardvariante die oft von Kleingärtnern angewandt wird, welche nur zweimal im Jahr schneiden wollen.
    Blühsträucher werden nach der Blüte geschnitten und Früchtetragende nach der Ernte.
    Der Grund liegt darin, dass man zu jedem anderen Zeitpunkt ansonsten die Blütenknospen, welche sich schon sehr früh ausbilden wegschneiden würde.
    Daher schneidet man im Sommer alle blühenden Sträucher nacheinander ab und im Herbst alles weas Früchte trägt (von der Himbeere bis zum Apfelbaum)
    Ein anderer Grund liegt sicher auch daran, dass der ein oder andere nicht bereit ist bei 2 oder 3 Grad plus im Januar auf Bäumen rumzukrakseln um diese zu Beschneiden.
    Reaktion des Baumes.
    - etwas geringeres Wachstum, was gerade bei älteren Bäumen irrelevant ist und manchmal (bei Bäumen mit Wassertrieben) sogar gewollt.
    - er hat mehr Blüten und Früchte (was nicht unbedingt gut sein muss, da die Qualität darunter leiden kann)
    Das etwas geringere Wachstum meinst Du beim Schnitt nach der Ernte (Herbstschnitt)? .. der Bezug im Text ist mir nicht klar...

    Wie schut bei der Marille eine Scheinfrucht aus?
     
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    thomash

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    Herbstschnitt hemmt das Wachstum meines Wissens nicht - sorry war eine falsche Info.
    Der Sommerschnitt hemmt das Wachstum.

    Die Scheinfrüchte sehen aus wie normale Früchte. Man erkennt es an der anzahl der Blätter. Vereinfacht, wenn der Zweig zu wenige Blätter hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Frucht abgeworfen wird.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Dann wärs mal bei der Marille (Aprikose) grundsätzlich egal ob man nach der Ernte oder um die Blütezeit herum schneidet. Ausser die erkennungstechnischen Vorteile in de Blütezeit und die Wundheilung nach der Ernte..

    Also diese beiden Terminmöglichkeiten sind bei der Marille offenbar häufig empfohlen.
     
    T

    thomash

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    Nein

    Richtig ist während der Blüte oder direkt nach der Blüte oder Winterschnitt

    Es ist wichtig die Anzahl der Früchte zu reduzieren, damit wird auch das Ausreifen beschleunigt und die qualität der Früchte verbessert.
    Da man nicht nur die einzelnen Früchte, sondern den ganzen Ast mit den Scheinfrüchten rausschneidet födert man damit zusätzlich auch das vegitative Wachstum (neue Zweige) und da der Pfirsich vor allem am einjährigen Holz blütet und fruchtet wird mit dem Schnitt auch die Basis für eine reiche Blüte/Ernte für das folgende Jahr gelegt.

    Dasselbe ist jedoch tatsächlich auch im Winterschnitt (Januar/Februar) möglich.
    Der erfahrene (nicht ich) Obstbauer erkennt schon an der dicke der Knospen was Blüten und was Blattknospen ist und kann somit schon im Winter die Scheinfrüchte erkennen und wegschneiden.
    Aus meiner Sicht wäre dies der optimale Schnittzeitpunkt, weil durch den Winterschnitt das vegitative Wachstum gefördert wird. Ich finde dies jedoch - zumindest noch - als recht schwierig.

    Schnitt im Herbst bedeutet, man schneidet einfach so mal auf gut Glück ein wenig runter, amit der Baum im folgenden Jahr viele junge Fruchttriebe bildet. Also mehr oder Minder ein Schneiden auf gut Glück oder eher ohne Sinn und Verstand.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Entschuldige aber das mit den falschen Fruchttrieben habe ich bisher nur beim Pfirsich gefunden- als Besonderheit beim Pfirsich beschrieben-, aber nicht bei der Marille?

    http://www.hausgarten.net/obst-obstgarten/obstbaum/pfirsichbaum-schneiden-rueckschnitt.html

    Ich hab auch jetzt nochmal nachgesehen: Der Pfirsich trägt am 1 jährigen Holz und die Aprikose trägt vorwiegend .am 1 bis 3 jährigen Holz.

    Will jetzt nicht klugsch... bin jetzt etwas verwirrt....:confused: Möglicherweise sind Dir die 2 Obstarten durcheinandergekommen?
     
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    thomash

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    Das hab ich auch so gelesen und ehrlich gesagt weiß ich es nicht besser.

    Ich vermute dass sie ähnlich sind, aber möglicherweise eben auch nicht.

    Meine Marille ist erst vor einigen Wochen gepflanzt worden insofern fehle mir eigene Erfahrungen.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Ich hatte so einen kleinen Pfirsich im Garten vom Vorgänger und da hab ich mal drüber gelesen und jetzt hab ich nochmal nachgeschaut und gegoogelt.

    Ich versuch auch grad "Wissen" zu sammeln da ich als ich die Bäume setzte erstens mal gar nix wusste über "Erziehung und so" naja ..dann bin ich drauf gekommen dass das Buch, das ich hatte sehr "kryptisch" schreibt.. und im Netz habe ich offizielle Seiten über die Aprikose gefunden in denen eben die 2 Schnittermine stehen und erst in Foren las ich was vom Frühjahrsschnitt.

    Winterschnitt bei der Aprikose wird oft abgeraten weil die Pilzgefahr größer sei.. und im Herbst nach der Ernte solls besser heilen

    Jetzt ist jedenfalls für Apfel und Aprikose zu spät. Der Apfel schaut ganz gut aus, Bei der Aprikose hätte ich vielleicht doch was machen sollen aber ich glaube schon einen Fehler gemacht zu habe weil ich die Stammverlängerung angeschnitten habe wie schon Blätter drauf waren, weil in dem Buch stand ohne Anschnitt geht nix.

    Das Ganze beruht darauf dass ich zu spät begonnen habe darüber zu lesen, aber ich war mit anderen Sachen eingedeckt.

    Naja..

    Für den Apfel(Spindel) habe ich jetzt zwei , denke ich ziemlich gute Anleitungen gefunden, die ich zusammen mit Deiner tollen Info glaube ich gut verwenden kann:
    http://www.obstzentrum.de/fachinformation-obstgehölze/obstbaumschnitt
    Mit der Anleitung knn ich praktisch unterm Jahr schief einsteigen (herunterbinden)
    sowie
    https://www.enzkreis.de/media/custom/179_6975_1.PDF
     
    T

    thomash

    Foren-Urgestein
    Ich hatte so einen kleinen Pfirsich im Garten vom Vorgänger und da hab ich mal drüber gelesen und jetzt hab ich nochmal nachgeschaut und gegoogelt.

    Ich versuch auch grad "Wissen" zu sammeln da ich als ich die Bäume setzte erstens mal gar nix wusste über "Erziehung und so" naja ..dann bin ich drauf gekommen dass das Buch, das ich hatte sehr "kryptisch" schreibt.. und im Netz habe ich offizielle Seiten über die Aprikose gefunden in denen eben die 2 Schnittermine stehen und erst in Foren las ich was vom Frühjahrsschnitt.

    Winterschnitt bei der Aprikose wird oft abgeraten weil die Pilzgefahr größer sei.. und im Herbst nach der Ernte solls besser heilen
    Der Frühjahrsschnitt beim Pfirisch habe ich auch erst hier im Forum kennengelernt (ich glaube von fruitfarmer). Ic war anfänglich ebenso verwirrt wie du, mittlerweile halte ich es aber für den idealen Schnitttermin.
    Es gibt durchaus viele Sträucher die man auch zur Blüte schneidet z.B. Rose und Co. Die Scheinfrüchte erkennt man am besten bei der Blütezeit und daher ist für mich dieser Schnittzeitpunkt der Beste.
    Ich gehe davon aus, dass die Marille ähnlich ist - aber wie gesagt sind diese Tipps zum Pfirisch, da man über die Marille selbst nur wenig informatives findet.

    Die Pilzgefahr im Winterschnitt ist - nach meiner Meinung - eher gering, da der Sporenflug um diese Jahreszeit eher gering ist. Natürlich ist diese Jahreszeit recht feucht. Zu anderer Jahreszeit bestehen aber wiederum andere Gefahren wie z.B. Insekten etc. Dennoch würde ich den Pfirsich nicht unbedingt im Winter schneiden, wegen höherer Frostgefahr.

    Dass der Herbstschnitt schneller heilt ist - aus meiner Sicht - eher ein Austrocknen.
    Im Winterschnitt dauert es etwas länger aber ich denke, wenn es keinen Forst gibt nicht problematisch.
    Diese unterschiede können z.B. auch daher rühren, dass z.B. ein Obstbauer der ein solches Buch schreibt und aus einer kalten Region stammt, den Winterschnitt nicht empfiehlt. Bei uns in der Region schneiden alle Obstbauern bevorzugt im Winter.

    Eine weitere wichtige Quelle für meine Entscheidung ist der Chef unserer Baumschule, mit dem ich einen guten Kontakt habe.

    Übrigens führt unsere Baumschule auch im Frühjahr den Pflanzschnitt noch durch, obwohl die Bäume schon Blätter haben. Zumindest Apfel, Birnen etc sind nicht ganz so empfindlich. Der große Unterschied bei unserer Baumschule zwischen winter und Frühjahr ist, dass die Wunden im Frühjahr mit Baumwachs versiegelt werden, was sie im Winter nicht machen und genauso gehe ich auch vor.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Wäre interessant was der Chef von der Baumschule zur Aprikose sagt.

    Die Aprikose ist ja eher wärmeliebend, hat eine kürzere Phase der Ruhe und neigt zur Frühblüte. Das Abfrieren der Blüten ist bei der Aprikose ein besonderes Thema.
    Möglicherweise ist sie weiter nördlich nicht so gängig.
    Übrigens ist der Schnitt nach/mit der Ente bei der Aprikose(Juli bis Ende August) IMO eher ein Sommerschnitt mit dem Vorteil der besseren Wundheilung.

    Eine brauchbare Anleitung zur Aprikose hab ich nirgends NOCH gefunden.

    Was ich ebenso suche ist ein Hinweis was man bei Entdecken von Versäumnissen beim Erziehungsschnitt bzw. Pflanzschnitt macht. (Stichwort: Nachholen des Erziehungsschnittes!)
    Sowas wird ja häufig vorkommen.
    Ein Ast wird viel zu lang oder schattet die untere Etage stark ab. Soll man da jetzt oder im Sommer oder im Herbst bis in den nächsten März warten? oder kann man auch im Mai grobe Fehler korrigieren? Nach dem Motto besser jetzt als später weil der unnötige Ast ja trotzdem Kräfte zehrt...?

    Anfragen in Foren diesbezüglich die ich im Netz gefunden haben haben auch keine Lösungsvorschläge gebracht.

    Allerdings vetreten manche die Ansich dass "baumbiologisch" der Sommerschnitt das beste sei. (allerdings nicht in Bezug auf den Feuerbrand)

    Diese Meinungsviefalt, gibt Hoffnung dass ein Korrigieren grober Fehler auch unterm Jahr möglich ist, wenn auch nicht der Idealzeitpunkt.. aber wenn man damit verhindern könnte, dass die Erzehungsphase sich um weitere 2 Jahre verlängert wär das doch die beesere Variante als im nächsten März alles zu schneiden.
    Was meinst Du dazu?
     
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    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nektarine

    ja demnach eine Mutation. Die Aprikose ist allerdings was ziemlich anderes.

    Was meinst Du zum verspäteten Erziehungsschnitt generell? Wenn man noch Aste abschneiden muss oder Triebe zu lang sind?
     
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    T

    thomash

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    Für die Erziehung ist es nie zu spät.

    Das Problem kann höchstens sein, dass die Äste zu dick werden und sich dann nicht mehr so leicht runterbinden lassen, aber Runterbinden ist ohnedies nur die Zweitbeste Art der Erziehung.

    Persönlich würde ich eher auf den Winter warten um die Erziehung durchzuführen da der winterschnitt das Wachstum fördert, was letzlich am Jungbaum erwünscht und gewollt ist. Allerdings kann ich Dir nicht mit Betimmtheit sagen was am richtigsten ist. Könntest du nicht mal ein Bild einstellen?

    Einen Baum hatte ich, den ich sehr früh gepflanzt hatte und der mangels Erziehung zu schmalwüchsig wurde. So sah der apfelbaum eher aus wie eine Pappel.
    Dennoch ist es mir noch gelungen ihn halbwegs zu erziehen.

    Markus Kobelt zeigt es oben in dem Video ganz gut wie man vorgehen muss.
    Wobei ich allerdings beim Apfel den Rückschnitt auf Astring bevorzugen würde, während es beim Pfirisch und evt auch bei der Aprikose sinnvoll sein kann ttsächlich auf Stummel zu küzren.

    Dieses Stummel einkürzen soll - ähnlich zum Schnitt bei Trauben - bewirken, dass sich am verbleibenden Stummel noch augen bilden können und so neue Äste entstehen können. Der Apfelbaum hat hingegen ein Grundgerüst, welches sich in der Regel auf Lebenszeit nicht ändert. dort werden lediglich in den späteren Jahren abgetragene Fruchttriebe entfernt. Insofern erklärt sich wieso dort das schneiden auf Astring sinnvoller ist.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Ja es wird ein Bild geben aber heute regnets bei uns pausenlos!

    Ich glaube halt doch, dass es günstig sein könnte möglichst bald was wegzuschneiden denn bei der Aprikose werden Seitenleittriebe IMO zu lange ohne Verzweigung , was den diesjährigen Austrieb betrifft.

    Und beim, Apfel gehört eine Gabelung am unteren Seitentrieb weg.

    aber die Bilder werden hoffentlich mehr sagen!:)
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Ich würde mal gerne mit dem Apfelspindelbusch anfangen, da ich glaube, dass der in dem Fall am einfachsten ist.
    Da ich zunächst nicht genau wußte was für ein Bäumchen)Busch oder Spindel oder...) das ist habe ich das so gelassen.

    Aber wahrscheinlich hätte ich das ganze stärker einkürzen müssen?

    Jedenfalls möchte ich:
    Roter Pfeil : einen der beide Zweige der Gabelung entfernen da sie genau übereinander sind
    Die frage ist nur den oberen oder den unteren und was mach ich dabei mit dem kleinen fruchttragenden Spieß?

    und bei der Spindel eigentlich nix verloren haben? Aber man kann ja vielleicht auch unten etwas stärkere Äste stehen lassen. und oben eben "spindeln"?
    Und die Früchte sollte ich vielleicht auch entfernen.

    Bin gespannt was Du jetzt tun würdest!
     

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    thomash

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    An einem zweidimmensionalen Bild ist ein Schnittplfan schwierig zu erstellen.

    Der Baum hat leider keine schöne Form, was aber nichts ausmacht. Mit einem radikalen Schnitt kann man diese durchaus noch korrigieren.

    Die unteren gabeligen Zweige BEIDE auf der rechten Seite komplett auf Astring kompett entfernen. Grund sie sind viel zu tief am Boden um eine schöne Baumform zu ergeben.
    Der lange linke Ast komplett auf Astring entfernen, da er zu alleine dasteht.
    Die kleinen kurzen Äste im Innern des Baumes könnten sich meines erachtens als künftige Leitzweige besser eignen.

    Ferner den Leittrieb/Stmm um min. 30cm einkürzen und alle Seitenäste in Trapezform ausgehend vom gekürzten Leittrieb zurückschneiden (wobei hier letzlich nicht viel übrig ist). Winkel ca. 120 Grad

    Der Zweig oben recht würde ich auf ca. die Hälfte einkürzen.

    Wenn du jetzt schneiden willst, dann solltst du die Wunden mit Baumwachs verschließen, damit keine Bakterien eindringen können.

    Achte bei Schneiden auf passende augen. Also bei den Sietenästen nach unten gerichtete Augen. Bei denen die du auf Astring entfernst entfällt das natürlich.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Danke für Deine Empfehlung!

    Also ,mir kommts nicht so auf die Schönheit an als mehr darauf eine leicht beerntbare Spindel zu haben, also seitlich brauche ich keine richtigen Leitäste.

    Wobei diese 2 rechts unten von dem links oben, die Du ja alle wegnehmen möchtest ca 10 cm am Stamm voneinander entfernt sind-das ist ein Abstand der aber auch bei den Leitästen einer normalen Krone meiner Information nach üblich ist. Ausserdem haben sie so annähernd 120°.

    Der Spindelbusch hat ja eine Stammhöhe von 40-60cm und von daher ist der Ursprung der 2 Äste rechts unten mit 50 cm Höhe IMO eher nicht zu niedrig. es sei denn, weil sie zum Hang wachsen!? > würde dafür sprechen den oberen Ast bei der Gabelung abzuscheiden (roter Pfeil)


    Wenn ich jetzt die drei Äste ganz absetze hat er nur mehr 2 Äste praktisch 85% seiner jetzigen Blattmasse verloren... was Du natürlich auf dem zweidimensionalen Foto nicht sehen kannst! -Ich finde es auch sehr gut dass Du das am Anfang bei Deinem Posting dazu gesagt hast!


    Ich habe Bedenken, dass der kleine Baum mangels Photosynthese (nur noch 15% der Blattmasse!) den Löffel abgibt..oder krank wird.

    Ein Spindelbaum soll ja laufend verjüngt werden..in der Art dass die Seitentriebe laufend (alle 2- 3 Jahre ersetzt werden. das heißt früher oder später kommen die 3 Äste sowieso weg.
    Daher: was hältst Du von einem Einkürzen der Äste und der Stammverlängerung. Und erst nach Nachwachsen von "würdigen" Seitentrieben werden erst später z.B beim Erziehungsschnitt März 2016 die 3 genannten Äste total entfernt?

    Habe ich unten ein Foto von der anderen Seite angehängt. Die rote Pfeile zeigen auf die 3 Äste die Du entfernen würdest. (der Pfeil links zeigt auf den "Doppelast")
     

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    Desperado

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    Lass den Baum jetzt erstmal wachsen und schneid ihn dann im Winter ordentlich zurück! Damit holst Du auch den Pflanzschnitt nach, der hier offensichtlich nicht erfolgt ist. Das kostet Dich zwar ein Jahr, aber anders wirst Du keine tragfähigen Äste erziehen können.

    Wenn Du jetzt, während der Vegetation auf eine Knospe zurückschneidest, die noch nicht ausgetrieben hat, weil die ganze Triebkraft in den Neuzuwachs am Astende geht, dann kann es sein, dass er nicht mehr richtig austreibt und vertrocknet (zumindest hier in unserem Trockengebiet).

    Ich schneide meine Buschbäume daher immer erst nach dem Laubabwurf im Herbst bzw. ausgangs des Winters bevor er wieder neu austreibt.
     
    T

    thomash

    Foren-Urgestein
    Desperado hat nicht ganz unrecht, der Schnittzeitpunkt ist jetzt nicht optimal.

    Allerdings wird er es definitiv überleben, denn solch junge Bäume sind recht robust.
    Aber es gibt eine Reihe Gründe die gegen den jetztigen Zeitraum sprechen.

    Ich hab an 3 meiner Apfelbäume Monillia (Spitzendürre) eine ansteckende Bakterienerkrankung. Es sind ausgerechnet die drei Bäume, die ich erst im späten Frühjahr hinzubekommen habe. Andere Bäume die einige Wochen länger standen hatten es nicht bekommen.
    Nächste Woche werde ich diese durch Rückschnitt bekämpfen, das machen aber leider nicht alle und so fliegen derzeit viele Bakterien, Sporen und anderes herum.
    Im Winter ist dies weniger der Fall.

    Läusebefall: Ist im regelfall recht harmlos für den Baum, auch wenn das Wachstum natürlich auf fast Null zurückgeht. Wenn dein Baum nach dem Rückschnitt neu austreibt und dann befallen wird, kann - ohne Bekämpfung - der Baum sogar daran eingehen.

    Wachstumbremse: Sommerschnitt bremst das Wachstum, was aber bei einem Jungbaum nicht erwünscht ist. Für dich heißt es, dass du durch einen Schnitt zu diesem Zeitraum keine Zeit gewinnen wirst. Allerdings verlierst du auch keine Zeit.

    Der Marsrakteneffekt (nenne nur ich so). Bei einem Radikalschnitt wird der Stamm nach oben schießen wie eine Marsrakte.
    Als ich noch gar keine Ahnung hatte, hab ich bei einer 14 Jahre alten Wildkirsche die Triebspitzen und einige Äste abgeschnitten. Es war der erste Schnitt den der Baum damals erfahren hatte und getragen hatte er auch noch nie. Mit nur ca. 1,8m Höhe war er auch nur ein Zwerg und ist im Zeitlupentempo gewachsen. Im Herbst des Jahres war der Kirschbaum 4 m. hoch = Marsrakete.

    Falls du dennoch Schneiden willst, hier mal der grobe Schnittplan.

    1. So wie der Baum in der Landschaft steht eignet er sich für eine Buschbaumerziehung. Ich gehe davon aus, dass der Baum auf einer M9 Unterlage veredelt wurde und würde somit auch nur ca. 2,5 m. hoch und demnach auch als Buschbaum leicht zu beernten.

    2. Spindeln sind nur dann ertragreicher, wenn du auch wirklich den Platz darum herum nutzt. Wenn er so frei steht, dann wird der Buschbaum sicherlich doppelt soviel abwerfen.

    3. Spindeln sind aufwendiger im Schnitt, dafür ist der Schnitt jedoch einfacher als beim Buschbaum.

    4. Spindeln zu erziehen ist einfach. Stell Dir im Kopf einfach vor es wäre eine Tanne. Also flache leicht nach oben zeigende Zweige, wobei die unteren länger sind als die oberen.
    http://www.baumkunde.de/Abies_cephalonica/Habitus/
    Natürlich bei weitem nicht so dicht denn der Baum braucht sehr viel Licht.

    5. Die unteren Äste sind natürlich nicht zu tief am Boden, wie ich es ursprünglich gesagt habe. Ich hatte das Bild in der Vergrößerung angesehen und nicht gesehen, dass der Stamm unten weiter geht;)
    Dennoch bilden Obstbäume auch nach unten gehende Fruchtzweige an den Leitästen. Hier besteht dann die Gefahr, dass einige Äpfel bis runter zum Boden gehen, was natürlich nicht sein sollte.
    Dennoch kannst du ihn lassen, gerade dann wenn du eine Spindelerziehung anstrebst.
    Jedoch muss einer der beiden sich gabelnden Äste ganz weg oder alternativ in eine andere Richtung gebunden werden. z.b. einer zeigt nach Westen, den anderen bindet man Richtung Süden. Hierfür nimmst du ein Haolstück als Bodenancker und indest mit einer nicht zu dünnen Schnut den Ast in die richtige Richtung.

    6. Die Äste können bei einer Buschbaumerziehung vom winkel her gesehen so bleiben wie sie sind. Bei einer Spindelerzieung müssen sie deutlich flacher stehen.

    7. Die Äste sind zu lang. Wenigstens 1/3 sollten sie gekürzt werden eher mehr.

    8. Achte beim einkürzen der Äste vornehmlich auch geeignete augen. Die Saftwaage spielt bei der Spindel eine eher untergeordnete Rolle, da alle Äste eher gleich flach sind.
    Saftwaage heißt, das alle Äste einer Ebene ungefär in der gleichen Höhe ausgehend vom Boden beschnitten werden. Allerdings ist der Sinn der Saftwaage umstritten. Ich persönlich achte lieber auf geeignete Augen beim Einkürzen der Zweige.

    9. Kürze den Stamm so ein, dass er zu den gekürzsten Zweigen ein Dreieck bildet.
    Bei der Spindel ist der Winkel ausgehend vom Stamm sehr klein ca. 30 Grad, Während er beim Buschbaum eher bei 120 Grad liegt.
    Die Kürzung des Stammes (Ableiten auf eine Stammverlängerung) ist deshalb hier besonders sinnvoll, weil sonst vermutlich auch hier der "Marsrakteneffekt" eintreten würde.

    10. Die Optik spielt die entscheidenste Rolle.
    Ich finde es toll, das dir das Wohl des Baumes wichtiger ist, als das was die Nachbarn oder Besucher über den Baum sagen.
    Dennoch ist ein Baum der optisch gut geschnitten ist auch zugleich ertragreicher und besser.
    Die Optik verlangt, dass der Baum relativ symetrisch ist und in alle Richtungen bei der Spindel gleich lange Äste hat und dass er nich nur außen sondern auch im Innern blüht und Früchte trägt und gernau das deckt sich auch mit einem ertragreichen und gesunden Baum.

    11. Binden statt Ableiten
    Auch wenn ich die Meinung von fruitfarmer immer mehr teile, das Ableiten sinnvoller ist, so ist das Binden für einen Einsteiger nunmal leichter und ziehlführender. Und manchmal auch fast der einzige Weg, weil die Augen nunmal nicht dort sind wo man sie eben gerade bräuchte.
     
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    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Danke Dir für diese Ausführlichkeit !
    Punkt 5 Zitat: "Jedoch muss einer der beiden sich gabelnden Äste ganz weg oder alternativ in eine andere "
    Welche Gabelung meinst Du? Die am Stamm oder die weiter außen (siehe roter Pfeil meiner ersten beiden Bilder im Thread, der Pfeil zeigt auf die äußere Gabel. )
     
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    Desperado

    Mitglied
    Monilia ist aber eine Pilzerkrankung und als solche mit Fungiziden und entsprechenden Pflegemaßnahmen sehr gut zu bekämpfen.

    Ich glaube, Du verwechselst Monilia mit dem Feuerbrand, der seinerseits von einem Bakterium verursacht wird. Feuerbrand ist übrigens meldepflichtig.
     
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    thomash

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    Natürlich Pilzerkranung - sorry. Ich dachte auch zuerst es wäre Feuerbrand aber es ist ziemlich sicher die harmlosere Monillia. Allerdings werden die diese Woche noch zum Landwirtschaftsamt fahren zur exakten Bestimmung.

    Mit was würdest du die Monillia bekämpfen. Geht das jetzt noch oder erst kommendes Jahr.

    Ich denke, dass ich vor allem die Spitzen zurückschneiden werde und - alle Früchte die evt befallen sein könnten - dazu.

    Leider kann ich im Herbst in der Wildwiese die Blätter nicht entsorgen also werde ich wohl definitv Spritzen müssen.

    Zurück zum eigentlichen Thema:
    Ich meinte die Gabelung am Stamm. Einen der beiden opfern oder sie sehr weit auseinander binden.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Hmm ich glaub dass die eh schon 90 Grad aufeinander stehen....

    Aber soll ich nicht diese äußere Gabelung beseitigen? Da der obre Ast den unteren beschattet? Fragt sich nur ob ich den oberen oder unteren wegschneide?

    Ich möchte irgendwie den Leittrieb in der Mitte zurGarnierung anregen. Dazu dient doch ein Einkürzen des zentralen Leittriebes?

    Dann auf alle Fälle die Früchte wegschneiden.. Das könnte ich bei trockener Witterung sofort machen?

    Wenn sich dann im Laufe dieses Jahre auch am Stamm mehr Triebe gebildet haben kann ich mich im März 2016 noch immer entscheiden obs in Richtung reine Spindel oder Öschbergkrone geht. denn der Unterschied besteht nur in den Leitästen Aber ohne Triebe gibts auch nix zu schneiden,...
     
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    T

    thomash

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    Beide Äste der Gasbelung müsen in die gleiche Höhe kommen mit einem Winkel von ca. 80 Grad zum Stamm. Wenn du beide erhalten willst, dann muss der eine z.b. nach Norden, der andere nach Osten zeigen also nicht vertikal sondern horizontal auseinander sein. Denke immer an eine Tanne.
    Vermutlich wird dies nicht möglich sein, also wähle selber welchen der beiden du entfernst.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Ich müßts von oben fotografieren ich hätte gesagt zwischen den beiden ist der Winkel 90° übrigens die schauen wirklich nach Norden und Osten :D

    jedenfalls wenn ich spreizen müßte.. fehlt nicht viel.
    OK ...aber wenn Du jetzt die beiden äußeren meinst die sind wirklich übereinander! Theoretisch könnte ich den oberen stärker zuückschneiden dann schauts aus wie auf den Zeichnungen der Öschbergkrone . http://de.wikipedia.org/wiki/Oeschbergschnitt , allerdings bieten mir die anderen Äste keine zwei solchen Äste an...

    So, ich hab den Winkel der beiden Äste wo sie am Stamm entspringen, jetzt von oben fotografiert!:cool: und alle 4 Bilder mal nebeneinandergestellt (rechter roter Pfeil am letzten Bild bitte ignorieren)
     

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    T

    thomash

    Foren-Urgestein
    Ja so hab ich es gemeint.

    Ich würde an deiner Stelle in diesem Jahr nur Runterbinden.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    1Früchte entfernen
    2 Äste runterbinden
    3 kann ich in diesem Jahr noch die Garnierung entlang des Mitteltriebes fördern?
     
    T

    thomash

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    Musst gerade selber nachlesen was mit Garnierung gemeint ist.

    Ich kenne das Verfahren nicht und würde es auch generell nicht befürworten, zumindest nicht um diese Jahreszeit. wie gesagt ist Sporen und Bakterienflug derzeit sehr hoch und somit auch eine erhöhte Infektionsgefahr.

    Wenn man schneidet dann auf alle Fälle versiegeln. Bei der Garnierung jedoch würde Versigeln wohl keinen Sinn machen daher auf keinem Fall um diese Jahreszeit.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Unter Garnierung versteht man die Ausstattung mit Trieben seitlich am Ast.

    Bin beim Lesen immer wieder auf diesen Begriff gestoßen sodass ich dachte, er sei verbreitet.

    und gemeint habe ich eben die Entstehung von Trieben seitlich entlang des Leittriebes zu fördern.
     
    T

    thomash

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    Ich hab gelesen man muss dafür Kerben ins Holz machen und bei dem Bakterienflug, Sporen etc nicht zu empfehlen.

    Ich hab auch noch nie garniert und meine Bäume haben eigentlich genügend Augen aber evt mal was für die Zukunft, wobei der Effekt an alten Bäumen gleich Null und nur bei einjährigen sehr hoch sein soll.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Als Methode "Garnierung" kenn ich das gar nicht sondern als Beschreibung eines Zustandes.

    Zitat: "In den folgenden Jahren erfolgt der Rückschnitt des Mitteltriebes jeweils auf 40 bis 50 cm Länge. Dieser Rückschnitt sichert eine gute Garnierung der Stammverlängerung mit Fruchtästen."
    Quelle: http://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/download/Schnitt_Apfelbaum_bearb2013.pdf

    Aber viielleicht erreicht man mit runterbinden der Seitenäste auch was.

    Glaubst Du ist jetzt Früchte runterschneiden auch gefährlich? Immerhin kosten die Früchte dem jungen Baum Kraft?
     
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    thomash

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    Nein das dürfte wohl Nichts ausmachen. Leidglich würde ich einen trockenen Tag dafür aussuchen.
     
    T

    thomash

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    Der Rückschnitt führt zwangsläufig dazu, dass sich neue Augen öffnen.

    Ich hab zwei Beispiele die für die Aussage beste Beispiele sind.

    1. eine 15 Jahre alte Kirsche. Letztes Jahr wurden Ihr alle Äste abgeschnitten und veredelt. Die zweistämmige Kirsche ist zunächst gut angegangen aber in diesem Jahr hat ein Stamm alles abgeworfen.
    Jetzt treibt er überall neu aus.

    2. Ein Blutapfel sah schon fürchterlich aus als ich ihn bekommen hatte und hab ihm dann alle Äste abgeschnitten. Prombt trieb er wieder aus.
    Danach haben zwei Huskies ihn ausgegraben sämtliche Wurzel abgenagt, den Leittrieb abgebissen.

    k-P1080913.JPG k-P1080924.JPG k-P1080936.JPG

    Dieser Baum wurde wieder neu gepflanzt

    k-P1080940.JPG

    und treibt jetzt überall am ganzen Stamm aus.

    Ich hab noch ein Drittes Beispiel:
    Ein Fliederast ist auf einen jungen Nektarinenbaum beim Jahrhundersturm im März gefallen. Der Stammist komplett weggebrochen.
    Erst 14 Tage später hab ich ihn wieder zusammengeflickt und zurückgeschnitten und er treibt und treibt.
    P1080562.jpgP1080563.jpg
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Mal eine andere Frage: wie realisiert man eine Saftwaage an einem horizontalen Leitast? Also mitden Seitenästen eines horizontale Leitastes?

    Das geht eigentlich gar nicht!
     
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    T

    thomash

    Foren-Urgestein
    8. Achte beim einkürzen der Äste vornehmlich auch geeignete augen. Die Saftwaage spielt bei der Spindel eine eher untergeordnete Rolle, da alle Äste eher gleich flach sind.
    Saftwaage heißt, das alle Äste einer Ebene ungefär in der gleichen Höhe ausgehend vom Boden beschnitten werden. Allerdings ist der Sinn der Saftwaage umstritten. Ich persönlich achte lieber auf geeignete Augen beim Einkürzen der Zweige.
    Ganz horizonatal sollten sie bei der Spindel nicht sein, zumal die Äpfel später den Ast dann sogar nach unten ziehen würden.
    Eher Tannenbaumförmig also waagrecht mit leichter Bogenform nach oben ca. 80 Grad ausgehend vom Stamm.

    Und wie oben schno steht spielt die Saftwaage bei der Spindel eine untergeordnete Rolle.
     
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Danke vielmals für Deine Ausführungen.. ich habe das gleich gemacht doch dann habe ich keine Zeit mehr für Fotos und Rückmeldung gefunden.

    So: anbei die Bilder vom Baumerl links von oben rechts von der Seite:
    Apfelbaum ng von oben.JPGApfelbaum ng von der Seite.jpg

    Das Bild "von oben" soll die 90° zwischen den 4 "Leitästen" zeigen. Das Bild "von der Seite" die Winkelung zum Stamm, wobei die Hanglage es erschwert ein gscheites Bild zu machen.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Buchsenzo

    Buchsenzo

    Mitglied
    Zwischenbilanz:

    Ich habe heuer im Frühjahr den Mitteltrieb des Apfelbaumes angeschnitten um Entlang des Mitteltriebes Seitentriebe zu bekommen;

    Es haben sich jetzt dort sehr viele Fruchttriebe mit zahlreichen Blüten (direkt am Mittelbetrieb gebildet... nur leider ist auch der oberste Trieb ein Fruchttrieb ..
    Und Fruchtholz taugt wohl nicht als Stammverlängerung....

    Oder wird da dann doch noch eine Stammverlängerung draus wo jetzt 5 Apfelblüten prangen?

    Wie seht Ihr das?
     
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