Kleine "Helfer" in einem Biogarten

Stupsi

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Meine Begeisterung für die Natur habe ich wohl vererbt bekommen da schon meine Großeltern einen Garten hatten.

Vor ein paar Jahren , als dieser Garten leider abhanden kam und ich mich mit einem Balkon und Gemeinschaftsgarten zufrieden geben mußte, versuchte ich auch dort biologisch zu gärtnern.
Schon nach kurzer Zeit stellten sich selbst auf diesem kleinen Stück viele tierische Helfer ein so das ich weniger unter Läusen und anderen Schädlingen zu leiden hatte.

Wer biologisch gärtner möchte ohne Gifte und Kunstdünger braucht die Hilfe von kleinen und größeren tierischen Helfern und sollte Ihnen auch Überwinterungs-und Lebensräume im Garten oder ebend auch auf einem Balkon zur Verfügung stellen.

Schon in einer handvoll Gartenerde befinden sich viele Inseken wie Asseln, Käfer, Ohrwürmer, Schnecken, Milben, Regenwürmer, Springschwänze, Algen Pilz, Bakterien usw.
Sie alle helfen abgestorbene Pflanzenteile und tote Tiere zu zerlegen und zu zesetzen so das sie wieder als Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar gemacht werden.

Beispiele:

Der Regenwurm ist in allen Bodenschichten zu finden und frißt organische und mineralische Stoffe.
Diese verbinden sich in seinem Darm zu wertvollem Ton-Humus den er wieder ausscheidet.Er durchlüftet mit seinen Gängen den Boden.
Diese Gänge werden auch von Pflanzenwurzeln benutz.

Marienkäfer leben von Blattläusen, eine Larve frißt bis zu 600 Stück davon in ihrer Lebenszeit, man sollte ihnen Überwinterungsmöglichkeiten wie Laubhaufen, Holzklötze oder kühle Räume bieten.

Florfliegen ernähren sich von Blütenpollen aber ihre Larven fressen bis zu 500 Blattläusen.

Laufkäfer und ihre Larven verspeisen Würmer, Raupen und Schnecken deren Gehäuse sie knacken können.Stein-, Holz- oder Laubhaufen bieten ihnen Lebensräume.

Schwebefliegen bestäuben auch Obstbäume, ihre Larven fressen auch Blattläuse.
Zum überwintern bietet man ihnen hohle Stengel wie von Holunder oder Holzklötze mit Bohrlöchern die ca. 10 cm tief und einen Durchmesser
von 2-10 cm haben sollten.

Schlupfwespen legen ihre Eier in Läusen, Raupen des Kohlweißlings oder Apfelwickler ab und fressen dies von innen auf.

Blindschleichen, Kröten und Frösche ernähren sich von Schnecken, Raupen, Würmern und anderen Insekten.
Auch sie brauchen Lebensräume wie Teiche, Laubhaufen oder Wildhecken.

Maulwürfe-wenn auch bei einigen Gärtnern unbeliebt- stehen nicht nur unter Naturschutz sondern auch sie helfen Schnecken. kl.Mäuse, Engerlinge u.a. zu vernichten.
Maulwurfserde ist übrigens eine tolle Anzuchterde.

Igel und Vögel sind weiter Helfer im Garten die viele Insekten verspeisen und denen man auch mit Nistkästen und Wasserstellen helfen sollte.

Der Lebenszyklus ist fressen und gefressen werden aber das funktioniert nur wenn das biologische Gleichgewicht stimmt und der Mensch mit der Natur arbeitet und nicht mit Giften und Kunstdünger dieses Gleichgewicht zerstört.
Heimische Planzenvielfalt, Lebensräume für Tiere und natürliche Kompost und Düngergaben sorgen für ein ökologisches Gleichgewicht.

Sicher kann man auch mit Spritzmitteln eine Blattlauskolonie vernichten aber gleichzeitig nimmt man den Tieren ihre Lebensgrundlage die sich normalerweise von Blattläusen ernähren und hat dann ganz sicher im nächsten Jahr unter doppelt so vielen Blattläusen zu leiden weil die Helferchen ausbleiben.

Laßt also auch mal in einem Garten ein Stück Totholz oder einen Laubhaufen liegen und räumt nicht alles so peniebel auf!
 
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