Korrekturschnitt für fünf verwachsene Rebstöcke?

L

Lauren_

Guest
Hallo,

wie im anderen Thema schon angekündigt http://www.hausgarten.net/gartenforum/obst-und-gemuesegarten/76010-zu-spaet-fuer-weinschnitt.html
... möchte ich euch hier gerne meine Rebenparade vorstellen.

Die Guten sind jetzt 4-5 Jahre alt, und - wie man sehen kann - leider nicht fachgerecht erzogen und geschnitten worden.


Ich würde das Versäumte jetzt gerne nachholen, wage aber nicht, mich ganz alleine daran zu versuchen, aus Angst, sie kaputtzuschneiden oder wiederum nicht richtig zu erziehen.
Über konkrete Vorschläge/Tipps wie ich die Reben jetzt noch "anständig" erziehen könnte, wäre ich deswegen sehr dankbar. :)



Sorgenkind Nr. 1:
20170322_154139.2.jpg 20170322_153903.jpg

Die Rebe ist nach rechts mehrere Meter lang (- wir hatten sie an einer Schnur am Balkon über uns langgeleitet... sah wildromantisch aus... war aber vermutlich nicht im Sinne der Rebe... :rolleyes:)


Sorgenkind Nr. 2:
20170322_153919.jpg 20170322_154124.jpg

Der nicht existente Stamm sieht nicht wirklich gut aus, oder...? :eek:rr:



Nun wird es haarig - geneigte Betrachter sollten die Bilder am Besten 1:1 vergrößern... ungünstig mit der braunen Hainbuchenhecke im Hintergrund...

Sorgenkind Nr. 3:
20170322_154032.jpg 20170322_153948.jpg



Sorgenkind Nr. 4:

20170322_154105.jpg 20170322_154100.jpg



Und Sorgenkind Numero 5:
20170322_154221.jpg

Ich muss zugeben, dass N°5 an dieser Stelle im Prinzip das einzig sinnvolle tut... Sie rankt ca. 2m hinauf und blüht und fruchtet oben auf der Hainbuchenhecke, wo ab dem Nachmittag noch Sonne ist (sie steht im Nordwesten unseres Gartens, also nicht unbedingt ideal...)


Edit: Da Sandor es im anderen Thread angesprochen hatte - mein/unser Wunsch wäre es, die Rebstöcke so zu erziehen, dass sie möglichst kompakt wachsen und möglichst reich tragen. (Letzteres wünscht sich sicherlich jeder.)

Rebe Nr. 1, die nun zwei Jahre lang von uns als Lauben-Ersatz missbraucht wurde, zauberte schon eine sehr nette Stimmung auf die sommerliche Terrasse - allerdings planen wir nach wie vor, umzuziehen. Kompakt gewachsene Rebstöcke würden sich sicherlich besser zum Mitnehmen eignen.



Ich bedanke mich im Voraus für jeden ernstgemeinten Beitrag! :)
 
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  • jalapa

    jalapa

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    Lauren,

    gibt es einen Grund, warum die Rebstöcke im Kübel sind (abgesehen vom Umzug)?

    Wir haben im Garten 5 Rebstöcke, die wir vor ca. 20 Jahren als Sichtschutz vor einer superneugierigen Nachbarin gepflanzt haben sowie zwei uralte Rebstöcke, die fast 100 Jahre alt sind. Wir behandeln alle äußerst stiefmütterlich und schneiden immer nur das Vertrocknete weg und die Ranken, die stören (und uns stört sehr viel) und machen sonst gar nichts damit. Die Weinreben wuchern üppig und tragen sehr reichlich. Die uralten Weinstöcke treiben auch immer ganz unten wieder aus (und oben), bei den neueren müsste ich da nachsehen, bin aber erst am Wochende wieder im Garten.

    Damit Du siehst, das sie wirklich wuchern, anbei zwei Bilder von drei der neueren Weinstöcke, jeweils rechts im Bild hinter der Baumpäonie, einmal im Herbst und einmal im darauffolgenden Frühjahr.

    SAM_2318.jpgSAM_2634.jpg

    Und im nächsten Herbst hat es wieder so ausgesehen wie im linken Bild. Die Amseln freuen sich über das reiche Nahrungsangebot.:grins:

    Was ich damit sagen will: Ich glaube, Du kannst da gar nicht so viel kaputt schneiden. Ich würde mir aber überlegen, ob ich den Wein ggf. nach dem Umzug auspflanze. Ich habe gelesen, dass sich Wein in der Erde besser entwickelt als im Kübel. Dann nimmt er es auch nicht so übel, wenn eventuell doch beim Schnitt etwas daneben geht.

    Mich würden die langen dicken Ranken auch stören, vor allem von der Pflanze mit den Tulpen im Kübel. Da würde ich tatsächlich auch zur Säge greifen. Probiere es doch erst einmal mit einer Pflanze und beobachte dann, wie sie sich entwickelt. Wenn es alles die gleiche Sorte ist, wäre die Pflanze mit den dicken Ranken mein Versuchskaninchen.
     
    Supernovae

    Supernovae

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    Ich würde es auch einfach wagen-obwohl ich mich nicht so recht auskenne.
    Wenn ich aber bedenke, das Winzer ihre Pflanzen fast bis ganz auf den Stock setzten, dann würde ich mir da nicht so viele Gedanken machen.
    (Werdet ihr dieses Jahr noch umziehen, oder ist das ein Plan?)
    Wenn ihr dieses Jahr umzieht, werden euch die langen Triebe nur hinderlich sein...
    Wenn ihr plant umzuziehen, aber es nich nicht so klar ist, würde ich eine Pflanze zur not "opfern" und einfach schneiden.
    Bei Wein ist es doch auch so, das man beim runter schneiden ein äußeres Auge stehen lässt?!
     
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    jalapa

    jalapa

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  • L

    Lauren_

    Guest
    Vielen Dank für eure Antworten. :)
    Dass Wein wuchert - auch im Kübel - kann ich nur bestätigen. Daran scheitert es bei uns nicht...

    Aber ich hätte gerne eine richtige Erziehung zu kompakten Rebstöcken, die ihre Power nicht durch zu wilden Wuchs verschießen und zu früh ermüden -
    und da ich nun dummerweise nicht von Anfang an richtig begonnen habe, bräuchte ich dringend eine Anleitung bzw. Hilfestellung, wie ein - aus professioneller Sicht - günstiger Schnitt mit dem Ziel einer echten Erziehung noch durchzuführen wäre.


    In der Theorie ist mir ja klar, was ich von Anfang an hätte tun sollen. Man hätte erstmal einen Stamm/Hauptrieb generieren müssen, von dem aus dann jeweils das Fruchtholz ausgeht.

    Nun weiß ich aber nicht, ob ich die Reben jetzt einfach komplett kappen soll (das erscheint mir dann doch zu radikal..?! :eek:rr:) oder wo ich genau ansetze, damit eine echte Erziehung noch möglich ist.


    Die Formen sind ja nun auch extrem unterschiedlich, so dass ich - ausgehend von den Profi-Anleitungen - bei meinen reichlich krummen und verwilderten Exemplaren - nicht so wirklich weiß, wo ich ansetzen soll.


    Auf gut Glück möchte ich es definitiv nicht machen, auch wenn die Reben es sicherlich überleben würden. :)
     
  • L

    Lauren_

    Guest
    Inwiefern, Sandor? :confused:

    Ich hatte vor ein paar Jahren hier mal wegen einer Rebe angefragt - und ich erinnere mich daran, dass du mir damals Tipps gegeben hattest. Leider ist die besagte Rebe (es war eine Vanessa) aber noch in diesem Jahr eingegangen (nicht mehr ausgetrieben) und sämtliche Schnittmaßnahmen haben sich erübrigt.

    Allerdings stand sie in einem anderen Kübel... zuerst in einem oval-hohen, der nur ähnlich aussah wie die oben abgebildeten, und dann in einem viereckigen. Doch auch der größere Kübel konnte sie damals nicht mehr retten.


    Ich habe danach fünf neue Reben gekauft (weil auch eine Lakemont im selben oder im Jahr darauf nicht mehr ausgetrieben war), und diese Reben habe ich in den vergangenen Jahren mehr schlecht als recht geschnitten.
    Im vorvorletzten Jahr war es einmal zuviel (weil ich dachte, sie seien abgestorben), und dann war es wieder zu wenig.



    Das Problem, das ich jetzt habe ist, dass ich einfach nicht weiß, wieviel ich wegschneiden soll. Ich vermute, dass es angesichts dieses völligen Wildwuchses wohl eine etwas radikalere Lösung brauchen wird, wenn ich die Weinreben vernünftig erziehen möchte - aber wo ansetzen? :confused:




    ~ edit ~

    Ich habe es mir anders überlegt... der Wein wird dieses Jahr nicht geschnitten, und ich werde vor dem nächsten Zeitpunkt für den Weinschnitt eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen.
    Bis dahin habe ich hoffentlich herausgefunden, welcher Fachbereich der Gärtnerzunft sich speziell mit diesem Thema befasst und mir weiterhelfen kann. ;)



    Ich werde mich an einen Moderator wenden, damit dieser Thread geschlossen wird.
     
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    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Dann möchte ich Dir nur noch mitteilen wie das wichtigste Schnittgesetz bei Reben lautet.

    "Einjähriges Holz steht auf Zweijährigem", denn sonst gibt es keinen Ertrag.

    Jetzt ist der letzte Termin um die Reben mit dem lebensnotwendigen Kali-Magnesia zu versorgen und Mitte Mai mit einem Beerendünger.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Das ist ein sehr brauchbarer Rat, doch was tun, wenn das zweijährige Holz viel zu lang ist - und wenn man zwei- und dreijähriges Holz etc. nicht (mehr) unterscheiden kann...? :confused:

    Wie gesagt, ich würde mich gerne an die Standard-Schnittanleitungen halten, sehe aber bei diesen Reben, die von Anfang an wild gewachsen sind und nicht richtig geschnitten wurden nicht mehr, wo ansetzen.
    Und für einen Radikalschnitt, um die Stöcke komplett neu aufzubauen ist es jetzt vermutlich zu spät (von der Jahreszeit her), nehme ich an. :confused:
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Ich möchte Dir den Rat geben, die Reben jetzt rigoros zu schneiden, um einen neuen Stockaufbau zu bekommen.

    Und keine Angst, sie werden alle wieder an den schlafenden Augen am verbleibenden Rebstamm und an der Veredelungsstelle austreiben.

    Ob Deine Reben den Winter schadlos überstanden haben, siehst Du im folgenden Link.

    http://umveredlung.blogspot.de/2010/06/winterfrostschaden-auch-am-holz.html

    Die Schnittstellen sollten so 30 bis 40 cm über der Veredelungsstelle sein.
    Die Rebstöcke könnten aber durchaus größere Töpfe vertragen.

    Die neuen Austriebe dann erst mal wachsen lassen bis sie ca. 40 cm lang sind. Dann suchst Du Dir den besten oder günstigsten aus und bindest ihn sorgsam an. In diesem Stadium brechen sie sehr leicht ab. Darum spricht man auch von Glastrieben. Die restlichen frischen Triebe werden ausgebrochen.
    Über den weiteren Werdegang reden wir dann während des Wachstums.
     
  • L

    Lauren_

    Guest
    Vielen Dank für diesen konkreten Rat, Sandor!

    Ich werde ihn so schnell wie möglich umsetzen!
    (- Und auch die Rebstöcke. Drei der fünf Reben sind durch die riesigen Löcher im Kübelboden in den Gartenboden gewachsen und sollten somit eigentlich ausreichend Erde haben. Aber die zwei Kübel, die auf der Terrasse stehen, sind sicherlich zu klein.)


    Lebendig sind die Rebstöcke zum Glück alle, das habe ich schon festgestellt, als ich tote Spitzen abgeknipst habe. Der Saftfluss hat schon vor einer Weile eingesetzt.


    Das einzige, was ich jetzt noch überlege ist, ob ich ersteinmal vier der Reben radikal schneide - und eine in diesem Jahr noch wachsen lasse, damit wir im Herbst eine kleine Handvoll Trauben ernten können.
    - Dann könnte ich diese Rebe im kommenden Winter auch zu einem günstigeren Zeitpunkt schneiden, noch bevor der Saftfluss einsetzt.
    Gibt es ein Argument, das gegen diese Überlegung spricht? (wie z.B. dass die betreffende Rebe sich, wenn ich noch eine Saison warte, schwerer vom Radikalschnitt erholen wird?)


    Wie lange wird es denn bei der radikalen Maßnahme und einem regelrechten Aufbau in etwa dauern bis es (wieder) eine kleine Ernte gibt?
    Wenn ich richtig verstanden habe, vermutlich 2-3 Jahre?

    Nochmal ganz herzlichen Dank - ich bin sehr erleichtert, jetzt zu wissen was zu tun ist. :)
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Da spricht nichts dagegen. Denn wenn Du jetzt schneidest, wächst in diesem Jahr die neue Fruchtrute, die sich im Herbst dann holzfarben verfärbt und im nächsten Frühjahr die Früchte trägt. Aus dieser wiederum wachsen aber auch neue Triebe, und einer dieser neuen Triebe, am besten der, der ganz nahe am Stamm gewachsen ist, wird als neue Rute für das folgende Jahr genutzt. Der Rest wird weggeschnitten. (Das war jetzt für die Flachbogen-Erziehung).

    Hört sich jetzt verwirrend an, ist aber in Wahrheit ganz leicht.

    Auf dem Bild von Sorgenkind Nr. 2 siehst Du auf der linken Seite so eine schöne Fruchtrute, an der in diesem Jahr Früchte hängen müßten. Alles andere kannst Du auf Zapfen mit zwei Augen oberhalb der Y-Gabel zurückschneiden.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Vielen Dank für die Erklärung
    ich habe sie jetzt mehrmals durchgelesen und hoffe, dass ich größtenteils verstanden habe worum es geht - werde sie aber definitiv noch weitere Male durchlesen! ;)


    Ich hoffe, dass ich soweit richtig verstanden habe - die Fruchtrute wäre diese (mit roten Pfeilen gekennzeichnet), und bei den roten Markierungen müsste ich abschneiden?
    20170322_154124.3.jpg



    Gäbe es denn evtl. noch bei einer der anderen Reben einen Fruchttrieb, den ich stehen lassen könnte...? (Vermutlich sieht man es auf den Fotos mit dem ganzen verwachsenen Chaos nur schwerlich... :eek:rr:)


    Nochmal vielen Dank, Sandor
    ich bin wirklich froh, wenn ich die Reben jetzt noch in richtige Bahnen lenken kann. Die Trauben sind sehr lecker, und die Winterhärte scheint sehr gut zu sein. Während mir Lakemont und Vanessa mehrfahch eingegangen sind, haben diese jetzt (selbst in den kleinen Kübeln) wirklich tiefe Minustemperaturen ohne Winterschutz weggesteckt!

    Es hat sich wohl ausgezahlt, dass ich diese Reben in einer richtigen Rebschule bestellt habe. :)
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Ja, genau so. Bei den anderen sehe ich leider keine Möglichkeit, da sie sich schon zu weit nach oben aufgebaut haben.
    Jetzt mußt Du Dich nur noch schnell für ein Erziehungssystem entscheiden und die Fruchtrute in die entsprechende Lage binden. Die Fruchtrute selbst dann noch auf sechs bis acht Augen zurückschneiden.
    Für die verschiedenen Erziehungssysteme hast Du ja schon einen Link von Fassadengrün.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Ok, vielen Dank! :)
    Hatte schon befürchtet, dass es bei den anderen Reben keine Möglichkeit gibt, aber toll, dass wir dann - hoffentlich - wenigstens von einer ein paar Früchte ernten können!


    Ob sich diese Rute allerdings noch biegen lässt...? :confused: Sie sieht so fest aus...
    Werde das, sobald ich in den Garten komme, gleich etwas näher in Augenschein nehmen!
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Da brat mir doch einer nen Storch...!

    Vorhin habe ich meine Weinreben besichtigt - und stelle fest, dass es noch eine sechste gibt! :rolleyes:
    Die war meiner Aufmerksamkeit ganz entgangen, weil sie hinter den Hortensienbüschen steht, und dahinter kaum zu sehen ist. (Sie braucht definitiv einen anderen Standort).

    Diese Rebe hatte ich allerdings vor zwei Jahren fast komplett heruntergeschnitten, weil ich dachte, dass sie kaputt wäre. Sie ist dementsprechend niedrig... und ich bin sehr gespannt ob sie dieses Jahr evtl. ein paar Früchte produziert.


    Nun weiß ich nicht, ob es die Venus oder die Saturn ist... hoffentlich erkenne ich das zu gegebenem Zeitpunkt an den (bis dahin vielleicht vorhandenen) Trauben. :confused:
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Die Venus erkennt man auch am Blatt, und am Geschmack. Saturn ist eher rose und die Venus ist blau.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    So... der Anfang ist gemacht! :)

    Weinschneidearbeiten im 1. Schrit:


    Sorgenkind Nr. 1 (Romulus) ist radikal abgeschnitten.
    20170325_181037.jpg
    Sehr befreiend, die langen Triebe waren ohnehin ziemlich verpilzt!


    Sorgenkind Nr. 2 (Arkadia): Hier haben wir im ersten Schritt einen Trieb mehr stehen lassen, da er auch noch Fruchtruten hat... würde es reichen, ihn zur nächsten Saison zu entfernen? Oder wäre es sehr wichtig, das sofort zu tun? (Wenn ja, machen wir es!)
    20170325_181048.jpg

    - Der Fruchttrieb, der wie besprochen stehen bleiben sollte, lässt sich leider überhaupt nicht biegen, ich habe es ganz vorsichtig angetestet, aber er gibt schon knirschende Geräusche von sich, wenn man ihn nur minimal anrührt. :(



    Sorgenkind Nr. 3 (evtl. Königliche Esther): Ist radikal abgeschnitten.
    20170325_181115.jpg


    Sorgenkind Nr. 4 (vermutl. Baumarktrebe): Ist nicht mehr lebendig.
    20170325_181137.jpg
    Falls ich 3 + 4 nicht verwechsele waren es sehr kleine Früchte mit sehr vielen Kernen, kulinarisch kein so großer Verlust.



    Sorgenkind Nr. 5 (müsste Saturn sein): Würde etwas dagegen sprechen, den Radikalschnitt zum nächsten Jahr vorzunehmen?
    Problem: An dem Standort, an dem sie jetzt steht, bekommen nur die Ruten/Früchte, die auf der Hecke liegen, wirklich Sonne. :eek:rr:
    20170325_181013.2.jpg
    Wenn es mit unserem Umzug klappen würde, würde sie nächstes Jahr einen besseren Standort bekommen - und wir würden sie dann auch komplett neu aufbauen.



    Sorgenkind Nr. 6 (müsste Venus sein): Hatte ich noch nicht vorgestellt.
    Nach Entfernen des toten Holzes sieht die Rebe so aus (habe sie auf den Platz der toten Rebe gestellt):
    20170325_181120.jpg

    Wie könnte ich hier beim Schnitt vorgehen?
    An beiden Triebenden hat die Rebe Fruchtruten...
    Ich muss gestehen, dass mich der Geschmack der Früchte schon sehr interessiert hätte...
    Könnte ich mit Radikalschnitt + Neuaufbau evtl. auch bis zum kommenden Winter warten?
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Zur Arkadia.
    Normalerweise sollte der Trieb hinter der Fruchtrute weggeschnitten werden, da sonst die meiste Kraft in die oberste Fruchtrute geleitet wird.
    Das kannst Du in diesem Jahr aber umgehen, wenn Du diese nach rechts waagerecht stellen würdest. Die untere aber dann natürlich nach links. Vorher aber den Ast bei der oberen Abzweigung nahe am Stamm wegschneiden.
    Mit etwas Vorsicht wird es Dir auch gelingen. Die beiden Arme sollten dann etwa in gleicher Höhe fixiert werden.

    Nr 4
    Den Rebstamm Stück für Stück zurückschneiden, bis grünes Gewebe sichtbar wird. (Kurz vor der Veredelungsstelle natürlich aufhöhren).

    Nr 5
    Ob Du die Rebe jetzt oder im nächsten Jahr einkürzt, ist eigentlich egal.
    Nr 6
    Dito.

    Zum Schluss noch einige Videos über den Rebschnitt bei jungen Reben vom ersten bis zum dritten Jahr und dem Ausbrechen unnötiger Neutriebe.

    https://www.youtube.com/watch?v=5BoFjBEdeIM

    https://www.youtube.com/watch?v=ZiX_rbWiToo

    https://www.youtube.com/watch?v=utKpX9Mo1JU

    https://www.youtube.com/watch?v=amqLfMP87Mo

    https://www.youtube.com/watch?v=es8cgL4C1qY
     
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    abelonee

    abelonee

    Foren-Urgestein
    moin, mir geht es auch so das ich nicht weiss wie schneiden. hab gestern alles vertrocknete ab und viel lang gelassen. hab in ca. 4 jahren seit dem kauf nur 1 mal trauben dran gehabt. die reiften leider nicht aus. hab die anderen jahre immer mutig runter geschnippelt. diesjahr steht alles ca. 1,80 hoch. sorte leider verschlampt. sind aber kleine. (erinner)
     
    abelonee

    abelonee

    Foren-Urgestein
    danke für die filmchen. muss ich morgen mal schaun was ich da aus meinen 1nen trieb gezogen hab, man was für eine wissenschaft...
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Ja, der Weinschnitt ist schon ein schwieriges Thema...


    Sandor, ganz herzlichen Dank für deine Anleitungen, Erklärungen und deinen Rat!

    Die Videos zum Neuaufbau der Reben werde ich mir alle ansehen, und hoffe, dass es mir gelingen wird, alles umzusetzen.


    Bzgl. Nr. 3, Arkadia... ich habe die Anleitung mehrfach durchgelesen, bin mir aber nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe.:confused:
    Markierung grün = abschneiden
    Pfeil blau = nach rechts biegen
    Pfeil gelb = nach links biegen
    20170325_181222.2.jpg

    Ich weiß nicht ob man es auf diesem Foto erkennen kann - die Veredelungsstelle macht einen Knick, so dass das V von dem die Triebe ausgehen, richtig "liegt", bzw. nach hinten gekippt ist. (Die Rebe kam schon so bei mir an, und der Winkel ist so seltsam, dass eine Korrektur durch Einpflanze nicht möglich war.), Ist das problematisch? :confused:


    Nr. 4 ist leider wirklich tot :( habe in kleinen Schritten fast bis zur Veredelung heruntergeschnitten... nicht einmal mehr ein Hauch von Grün zu sehen.
    Sehr komisch...



    Nr. 5 u. Nr. 6, ok, dann sind die beiden im nächsten Jahr dran. :)



    Noch eine Frage bzgl. Nr. 3, Arkadia, zum Ertrag/zur Ernte...
    Mal angenommen, ich würde tatsächlich nur die niedrigere Fruchtrute stehen lassen, so wie ursprünglich geplant - macht das vom Ertrag her einen großen Unterschied?
    (Die Frage ist vermutlich dumm - doch ich habe wirklich gar keine Vorstellung davon, wieviel so eine kleine Fruchtrute von 4-6 Augen im günstigsten Fall theoretisch produzieren könnte.
    - Vielleicht ist der Gedanke, den längeren Trieb stehen zu lassen, ja völlig unsinnig, weil der Ertrag von einer Fruchtrute a) für den Hausgebrauch ausreicht, oder b) weil beide Ruten ohnehin nur "Probierportionen" liefern werden? :confused:)
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Ja, bei der grünen Markierung abschneiden. Was Du jetzt nach rechts oder links bindest, ist Dir überlassen. So wie es halt am einfachsten geht.
    Dass die Rebe so schräg steht? Wenn es Dich nicht stört!
    Da die Rebe ja in einem Topf steht und nicht sonderlich viel Erde hat, hat sie auch kein großes Wurzelwerk, aus dem sie mehrere Trauben ernähren könnte. Gehen wir mal davon aus, jeder Fruchtrute belässt Du sechs Augen. Dann müsste die Rebe 12 Trauben ernähren. Wenn Du es zulassen würdest und es nicht übers Herz bringst, die Trauben zu reduzieren, so wäre der Rebstock dieses Jahr überlastet. Das Resultat wäre evtl. Krankheitsanfälligkeit, kleinere Trauben und im nächsten Jahr nicht ein Geschein.
    Zudem ist Arkadia eine ziemliche Zicke, die viel altes Holz braucht um Ertrag zu bringen.
    Ich weiß nicht, ob Deine Arkadia schon mal Trauben getragen hat. Aber sie macht schon ordentlich grosse Trauben mit grossen Beeren, zwischen 800 bis 1000 gr., und das wäre für die Rebe zu viel.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Sandor, vielen Dank!

    Das sind wirklich sehr informative Aussagen eines erfahrenen Rebenhalters, mit denen man arbeiten kann!


    Die Arkadia hatte tatsächlich schon (sehr leckere :lol:) Trauben und ich habe sie genau so in Erinnerung wie du sie beschrieben hast.


    Hm... dann wäre es wohl doch sehr viel ratsamer, den langen Trieb noch wegzukürzen... wenn nur der Gedanke an die Ernte nicht so verlockend wäre... :rolleyes: aber was nützt sie mir, wenn die Rebe schwach & krank wird...
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Sandor, sorry, noch eine Frage... was genau ist damit gemeint? :confused:
    Zudem ist Arkadia eine ziemliche Zicke, die viel altes Holz braucht um Ertrag zu bringen.
    - inwiefern braucht sie altes Holz? Ist damit gemeint, dass es am besten ist, wenn die Fruchtrute auf einem zweijährigen Trieb steht, der auf einem dreijährigen Trieb steht, der auf einem vierjährigen Trieb steht?
    Oder wenn der Stamm dicker ist?


    Du merkst, es fehlt an Grundwissen - aber manches geht dann doch so sehr ins Detail, dass es in den Anfänger-Schnittanleitungen nicht erklärt wird, vor Allem Informationen und Erfahrungswerte zum speziellen Verhalten einzelner Rebsorten finden sich dort natürlich nicht... :(
    Da ist man sehr auf die Erfahrung von Fachkundigen/erfahrenen Rebenhaltern angewiesen...



    Nochmal vielen herzlichen Dank für deine Hilfe und deine Informationen, du hast mir wirklich enorm weitergeholfen!
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Ja, genau so verhält sie sich, denn jedes mal wenn ich etwas mehr Holz weg schneide, verringert sie ihren Ertrag.
    In dem folgenden Bild habe ich schon mal in einem anderen Forum eine Schnittanleitung gegeben.

    http://fs5.directupload.net/images/170217/ojxa6izb.jpg

    Gelb= Waagerechtkordon
    Lila= mehrere Abgänge
    Grün= die Fruchtruten, die alljährlich auf Zapfen mit zwei Augen angeschnitten werden.
    Dabei muss man nur aufpassen, dass sich die Zapfen mit den Jahren nicht zu sehr überbauen.

    http://www.obstwein-technik.eu/1020/Details?fachbeitragID=94
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Sandor, ich brauche immer eine ganze Weile bis ich deine Informationen "durchgearbeitet" habe... das ist "schwere Kost" für einen Laien, dafür aber umso gehaltvoller!



    Ich möchte deine Geduld nicht überstrapazieren, und du hast mir (und allen stillen Mitlesern) so viel an die Hand gegeben, dass es eine gute Weile dauern sollte bis wir alles durchgearbeitet haben.


    Darf ich dir nur trotzdem noch zwei Fragen stellen?

    Eine ist relativ banal... kann ich jetzt anstatt mit Kalimagnesia auch mit einem Langzeit Phosphor-Kali-Dünger düngen, der auch Magnesium enthält?
    Einen solchen hätte ich noch hier - und da die Pflanzen in den kleinen Kübeln (nur ca. 20l) stehen und in den letzten Jahren nicht wirklich gedüngt worden sind, fehlt evtl. auch Phosphor. :confused:
    Oder soll es definitiv Kalimagnesia sein, und das Phosphor wird anders zugeführt?
    Geht es jetzt überhaupt noch? (Fast Anfang April ist ja nun doch schon etwas spät...)




    Frage Nr. 2... ist eine Grundsatzfrage - ich denke, wenn ich das verstanden hätte, würde ich alle Schnitt- und Aufbauanleitungen sehr viel besser verstehen. :lol:


    Wird so eine Weinrebe, die man langsam vom Stamm her aufbaut mit der Zeit "immer größer", oder wie erreicht man es, dass sie immer annähernd dieselbe Form behält?

    Ich meine - wenn ich jetzt aus dem Stamm erstmal Triebe wachsen lasse, die im Jahr darauf einjährig und wieder ein Jahr später zweijährig sind, dann dreijährig, dann vierjährig... Bei diesem Prinzip gehen die Fruchtruten doch immer "von einer nächsthöheren Ebene aus", und die Rebe würde von unten her "verkahlen". :confused:
    Wenn ich aber nach ein paar Jahren den ganzen alten Aufbau wegschneide und vom Stamm ausgehend neu aufbaue - fällt mir doch für mindestens zwei Jahre die Ernte aus? :confused:


    Versteht man in etwa, was ich meine...?

    Ich denke, wenn ich das verstanden hätte, könnte ich die Schnittanleitungen sehr viel besser verstehen - peinlich zuzugeben, aber irgendetwas hat irgendwie noch nicht richtig "klick" gemacht... :eek:rr:
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Die Düngung aber jetzt ausbringen, denn besser jetzt als nie.
    Wann welche Nährstoffe von diesem Dünger freigesetzt werden, weiß ich aber nicht.

    Das Problem, das Du so richtig geschildert hast, tritt eigentlich nur beim Zapfenschnitt auf. Denn wenn man nicht aufpasst und nicht richtig schneidet, baut sich so ein Zapfen in wenigen Jahren nach oben aus/auf.

    Ich habe nochmals eine andere Seite zur Flachbogenerziehung herausgesucht (leider PDF)

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=6&ved=0ahUKEwjzxdyikPzSAhWsIpoKHTakBVgQFgg8MAU&url=http://sb2a3b14f3547092a.jimcontent.com/download/version/1347893769/module/6140433076/name/Rebstockarbeiten%20bei%20der%20Flachbogenerziehung_Jan%20Vogelbruch.pdf&usg=AFQjCNEiS8fYfdOAQeqCWTPSFlUciNZe0Q&cad=rja
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Sandor, vielen Dank!

    Dann kommt morgen Dünger in die Pötte!


    Pdf ist überhaupt kein Problem, diese Anleitung sieht sehr gut (laivenverständlich & ausführlich) aus...

    Ich werde sie mehrfach durcharbeiten; denke, der "klick-Moment" rückt langsam in sehr greifbare Nähe! :lol:
     
    L

    Lauren_

    Guest
    So... Zeit, das Thema nochmal hochzuholen. :)

    Meine radikal abgeschnittenen Weinreben treiben neu aus... mehrere Triebe sogar.

    Hier ist eine meiner gekürzten Reben:
    20170530_203456.jpg

    Man sieht es auf dem Foto leider nicht so gut, wegen dem Grün im Hintergrund - aber der Weinstock macht fünf Triebe.

    Wenn ich das Dokument zur Flachbogenerziehung oben richtig verstanden habe, müsste ich außer dem kräftigsten (?)/obersten (?) Trieb alle ausbrechen? :confused:
    (Ist das nicht bisschen riskant? Was, wenn mit dem obersten Trieb noch etwas schiefgeht...?)

    Sehr merkwürdig: Der oberste Trieb bildet einen Blütenstand aus! :confused: (Sieht man auf dem Foto leider nicht, werde noch eins einstellen)
    Er kommt direkt aus dem alten, gekürzten Holz. Wie geht das eigentlich...? Ich dachte nun, die Weinreben fruchten nur an einjährigem Holz, das auf zweijährigem Holz steht? :confused:

    Wäre für Rat & Tipps dankbar.:pa:
     
    Sandor 2

    Sandor 2

    Mitglied
    Spätestens jetzt solltes Du Dich entschieden haben, wie der Rebstock später mal aussehen soll. Folglich bräuchte man für eine Fächererziehung 2-3 Triebe und für Flachbogen nur einen. Beim Formieren der jungen Triebe aber sehr aufpassen, sonst brechen sie wie Glas ab (Glastriebe).
    In der Regel sind die Neuaustriebe aus älterem Holz unfruchtbar, aber die Natur scheint immer mal eine Ausnahme zu machen.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Sandor, vielen Dank für deine Antwort!


    Großer Mist :( - der dicke Trieb mit der Blütenrispe ist abgebrochen. :(
    Ob es nun meine Schuld war, oder die wilde Amsel, die gerade in unserer Hecke brütet und nicht besonders pfleglich mit Bäumen und Sträuchern umgeht, auf denen sie landet (ist ein etwas rauer Zeitgenosse), vermag ich nicht zu sagen... letztlich nützt es auch nichts mehr.

    So sah die Rebe vorhin noch aus:
    03_20170602_133644_resized.jpg


    Und so sieht es jetzt aus. :rolleyes:
    01_20170602_135956_resized.jpg 02_20170602_135951_resized.jpg



    Flachbogen oder Fächererziehung... das ist eine schwierige Frage.
    Die Weinreben sollen evtl. an eine Garagenwand kommen, welche Art der Erziehung würde sich dafür besser eignen?

    Ich muss gestehen, dass mir die drei Triebe, die jetzt noch wachsen, ganz gut gefallen. Könnte man sie für die Fächererziehung momentan so lassen?
     
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