Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Unterschied ?

  • Ersteller des Themas Milchmädchen
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Milchmädchen

Milchmädchen

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Im Blumenladen gibts heute Leuchantenum, Wiesenmargarite, hab ich gegooelt säht sich massenhaft aus, ok aber das heisst doch die ist einjährig?

dann gibts Hochstamm Margeriten jahrelang so gezüchtet, min. 20 € teuer
(und wie überwintert man die?)

und dann gibts Mageriten vor dem Supermarkt, die werden einem für 2 € nachgeschmissen
ich kapier nicht den Unterschied !
 
  • O

    Orlaya

    Mitglied
    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Unterschied ?

    Hallo Milchmädchen,

    tja die Verwirrung kommt in erster Linie daher, dass im Deutschen der Name "Margerite" für einige verschiedene Pflanzen verwendet wird. Geht man zu den botanischen Namen über, dann merkt man den Unterschied. Da ist es gut, wenn man weiß, wie sich so ein botanischer Name zusammensetzt. Außerdem ist es nützlich, wenn man mit den verschiedenen Pflanzenwuchsformen was anfangen kann. Ich versuche das jetzt mal ein bissle zu umreißen:

    Gehen wir erst nochmal zu den botanischen Namen:
    Der erste Teil des botanischen Namens ist der Gattungsname. Der wird immer großgeschrieben. Da sieht man mal die grobe Zugehörigkeit. Der zweite Teil des botanischen Namens ist der Artenname. Der wird immer klein geschrieben. Wenn man diese zwei Namensteile kennt, ist im allgemeinen die Pflanze so gut beschrieben, dass man mit der Pflege klar kommen sollte. Der letzte (optionale) Teil des botanischen Namens beschreibt die züchterische Sorte. Dieser Namensbestandteil wird großgeschrieben und mit dem einfachen Anführungszeichen ('xx') eingeschlossen.

    Bei den Pflanzenwuchsformen sollte man auf jeden Fall mal die strauchig und die krautig wachsende Pflanzen unterscheiden. Strauchig bedeutet, dass die Pflanze verholzt. Krautig wachsende Pflanzen verholzen nicht, sondern treiben entweder jedes Jahr neu aus dem Wurzelstock bzw. aus Knollen oder Rhizomen aus (das sind die meisten Beetstauden) oder sie wachsen jedes Jahr neu aus Samen heran. Das Ganze ist aber schon ein bissle ein unübersichtliches Gebiet, weil es dann eben noch Pflanzen gibt, die bei uns einfach ganz anders gepflegt werden, als am original Standort (Weihnachtssterne werden z.B. auf Teneriffa oder in Thailand rießige Sträucher, bei uns werden sie als kleine Zimmerpflanzen gehalten).

    Jetzt aber zurück zu den Margeriten:
    Nehmen wir zum Beispiel das Margeriten-Hochstämmchen. Damit das überhaupt ein Stämmchen bekommen kann, muss es auf jeden Fall eine strauchig wachsende Pflanze sein. Es ist genaugenommen eine Argyranthemum frutescens oder eine Hybride davon. Für das Hochstämmchen läßt man einen einzelnen Leittrieb immer weiter wachsen und schneidet alle Verzweigungen ab, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Dann zwackt man die oberste Spitze ab, damit die Pflanze ab dieser Höhe schön buschig weiterwächst. Das alles macht aber ganz schön viel Arbeit und dauert vorallem ein Weilchen. Deshalb sind die Hochstämmchen relativ teuer. Überwintern kann man sie schon, aber nur im Haus, weil die Originalpflanze von den Kanaren stammt, d.h. ganzjährig frostfrei aber hell benötigt.

    Die Wiesenmargerite gehört zu einer anderen Gattung, nämlich Leucanthemum. Kompletter botanischer Name ist Leucanthemum vulgare. Sie ist eigentlich mehrjährig, aber eine eher kurzlebige Staude, deshalb ist es wichtig, dass man sie auf der Blumenwiese immer wieder aussamen läßt. Die Wiesenmargerite ist eng mit der Gartenmargerite verwandt. Die Gartenmargarite ist eine Staude, die man doch immer wieder in den Beeten findet. Ihr botanischer Name ist Leucanthemum maximum, von ihr gibt es verschiedene züchterisch bearbeitet Sorten - einige sogar gefüllt oder teilgefüllt.

    Die kleinen Margeriten für 2 € aus dem Supermarkt, gehören fast alle zur Gattung Argyranthemum sind also sozusagen Babies von den Hochstämmchen. Guck dir doch mal das Kraut genauer an, das sieht bei den beiden gleich aus. Sie sind so billig, weil sie nicht viel Arbeit bis zum Verkauf machen und auch wiel die Leute für Balkonkastenpflanzen kaum mehr Geld ausgeben würden.
    Aber Vorsicht, auch die Bornholmer Margerite hat "Margerite" im deutschen Namen, ist aber botanisch gesehen was ganz anderes, gehört nämlich zur Gattung Osteospermum.

    sodele, nun ist es ein bissle lang geworden, es werden aber so viele Pflanzen Margerite genannt, dass man das kaum in zwei Sätzen aufzeigen kann.

    Lieben Gruß
    Orlaya
     
    Milchmädchen

    Milchmädchen

    Mitglied
    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Unterschied ?

    Ganz toll, wirklich ganz ganz toll, deine Arbeit. Was hast du dir für eine Mühe gemacht.und das ich es auch noch kapiere ! vielen Dank , also wirklich ich bin überwältigt. Aber ich muss das zweimal lesen, das ich das auch behalte!
     
    Mariaschwarz

    Mariaschwarz

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    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Unterschied ?

    Super, Orlaya!
     
  • Milchmädchen

    Milchmädchen

    Mitglied
    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Untersch

    so, und nun hab ich endlich ,,glückliche Kindheit, kleines Mädchen hopst durch den Garten der Oma und pflückt Margariten" gefunden !!!
    Echinacea alba!! heißt sie, ;)
    sofort gekauft ! freu
     

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  • Billabong

    Billabong

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    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Untersch

    Das ist ja goldig ;) - einen schönen Sonnenhut hast du dir angeschafft! Margerite ist das zwar keine, aber auf alle Fälle eine prächtige, mehrjährige Staude.

    Grüßle
    Billa, großer Echinacea-Fan
    :cool:
     
  • R

    ruppi

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    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Untersch

    Hallo Orlaya!

    Vielen, vielen Dank für diese korrekte Beschreibung.
    Endlich einmal eine Beschreibung mit der man etwas anfangen kann.
     
    Milchmädchen

    Milchmädchen

    Mitglied
    AW: Margeriten, 1-jäh. +mehrjährig ?Wo ist der Untersch

    meine Überwinterung des Magaritenstämmchens mit Noppenfolie hat nicht geklappt, alles tod.
     
    Milchmädchen

    Milchmädchen

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