Meine Tomaten tragen von Jahr-zu-Jahr weniger

T

Terus

Neuling
Hallo Tomatenfreunde ! Wer kann mir helfen?
Ich hab im Garten jedes Jahr 6 verschiedene Tomatensorten, mehr möchte ich auch nicht, von diesen Sorten sammele ich immer wieder Samen fürs nächste Jahr. Die Pflanzen gehen auf, gedeihen gut, aber der Ertrag ist jedes Jahr weniger. (1.Jahr: ca. vor vier Jahren, die Zweige brachen ab, so viel Tomaten, 2012: die Tomaten wurden regelrecht abgezählt verteilt unter uns). Warum? Nun habe ich gehört, wenn man ständig Jahr für Jahr die Samen sammelt, geht der Ertrag zurück. Ich möchte aber diese bewährte Sorten bewahren. Wäre sehr dankbar für gute Tips.
Danke im Voraus. LG Terus.
 
  • Moorschnucke

    Moorschnucke

    Foren-Urgestein
    Hallo Terus,
    falls deine Tomis jedes Jahr an der selben Stelle eingepflanzt werden, weil sie ideale Standortbedingungen bietet, musst du das Beet besonders gut vorbereiten:

    http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Tomaten/Anbau

    Im Laufe der Jahre heben die Pflanzen dem Boden alle notwendigen Nährstoffe entzogen, so dass der Fruchtansatz nachlässt.

    Mit den Samen hat dieser Umstand nichts zu tun.

    Herzliche Grüße
    von
    Moorschnucke:eek:
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Hi Terus!

    Ich habe heute Mittag Dein Anliegen mal in ein neues Thema verschoben, damit es mehr Beachtung findet. Beziehungsweise im alten Thread passte es nicht so recht hin...

    Zum Thema: Was du da gehört hast, ist richtig. Wenn du Jahr-für-Jahr Samen nehmen tust, dann werden die Pflanzen von Saison-zu-Saison ("von Generation-zu-Generation") schwächer in ihrer Ertragsleistung, Wüchsigkeit, Gesundheit.

    Das liegt daran, dass du keine Selektion durchführst, wie es Mutter Natur täte. Sowohl im Tierreich, als auch im Pflanzenrreich gilt die Regel: Nur die stärksten kommen durch! Damit nur die sich mit stärksten Genen vermehren können. Und genau so musst du auch in Deinem Heimgarten vorgehen! Du musst die Selektion "per Hand" durchführen. Und das geht so:
    • Möglichst viele Samen pro Sorte aussäen.
    • Nur die wirklich stärksten Keimlinge pikieren. Der Rest ab mit auf den Kompost, auch wenn es schwer fällt.
    • Nur die stärksten Jungpflanzen in den Garten pflanzen. Der Rest: Kompost oder verschenken. Aber die stärksten kommen in den eigenen Garten!
    • Möglichst viele starke Jungpflanzen in den Garten pflanzen. Für den Heimgarten gilt die Empfehlung: 20-30 Pflanzen pro Sorte. Um so mehr Pflanzen pro Sorte, um so besser natürlich.
    • Dann: Nur von einer einzigen Pflanze Samen gewinnen. Und zwar von der mit den besten Genen: Ertragsleistung, Geschmacksleistung, Gesundheit, ...
    Hält man mehr als eine Sorte im Garten ist es empfehlenswert neben einer Selektion auch eine Isolation durchzuführen. Oder einfach formuliert: Probierstrumpf, Vliessäckchen über die Blüten stülpen, um Verkreuzungen zu verhindern.

    Achja... Es gibt übrigens eine weitere Ursache, die auf das "Samenkorn" zurückgeht und Einfluss auf den Ertrag nimmt. Und zwar den sog. Heterosis-Effekt. Die Hybridzüchtung arbeitet mit diesem Effekt, welcher dafür sorgt, dass Pflanzen u.a. besonders ertragreich werden. Deswegen sind alle Früchte aus dem Supermarkt von F1-Hybrid-Pflanzen. Über die Generationen verliert sich der Heterosis-Effekt, bis am Schluss nur noch eine normal ertragreiche Tomatensorte übrig bleibt.

    Aber all das Glaube ich nicht, dass man binnen vier Jahren so eine Minderung der Ertragsleistung erfährt, das geht meist alles eher schleichend. Ich spekuliere da auch, wie Moorschnucke, eine sog. Bodenmüdigkeit. Daher würd ich gern mal fragen, wie du Deine Tomaten düngst!?

    Grüßle, Michi
     
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