Minze aufpäppeln - Ableger, Rückschnitt, Standort?

Knofilinchen

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Hallo ihr Kräuterkundigen,

in unseren Haushalt hat sich ein eher dürres Minz-Pflänzchen verirrt. Dürr insofern, dass die Minze nur aus ein paar wenigen, dünnen Stängeln besteht, an denen wenige Blättchen mit großem Abstand hängen. Supermarktware halt...

Nun überlege ich, ob ich das nicht irgendwie aufpäppeln kann, auch, wenn der Winter natürlich nicht ideal für Rückschnitt, Ableger & Co ist. So jedoch gebe ich der Minze nicht wirklich eine Chance, wenn ich gar nichts mache.

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Ich wollte nun zunächst einmal einen Ableger bewurzeln, der dann hoffentlich etwas kräftiger wird. Nun bin ich aber unsicher, wo abschneiden: über dem zweiten Blattpaar von oben, oder unterhalb (und das dortige Blätterpaar entfernen)? Ich nehme an, darüber, aber bin grad etwas unsicher.

Und könnte man aus einem Stängel auch zwei Ableger machen, also zwei Mal hintereinander abschneiden? Das hätte den Vorteil, dass der jetzige Stängel auch kürzer wird und ggfs. die Chance auf mehr Stabilität hat.

Was den Rest des Töpfchens anbelangt: Habt ihr da Tipps, wie man die Pflanze kräftigen kann? Aktuell fällt mir lediglich ein radikaler Rückschnitt ein, aber ggfs. gibt es ja auch andere Möglichkeiten. Und etwas passendere Erde wäre vermutlich auch sinnvoll.

Man kann Minze ja, notfalls etwas eingemummelt, auch im Winter draußen auf dem Balkon stehen lassen. Bei den aktuellen Minusgraden und dem derzeitigen Zustand der Pflanze halte ich das allerdings nicht für sinnvoll. Ich schätze, dann wird sie definitiv eingehen. Kann ich sie denn auch auf dem rund 20 Grad warmen Fensterbrett stehen lassen? Ich las ein paar Mal, dass das wohl funktionieren soll, allerdings fand ich keinen wirklichen Erfahrungsbericht. Eventuell kann mir ja hier jemand aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen?

Gruß,
das Knofilinchen
 
  • tina1

    tina1

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    Zum Bewurzeln würde ich max.2 Blattpaare lassen. Und den Rest im Töpfchen recht kurz runter schneiden. Umpflanzen bekommt dem meisten Grün im Winter nicht.
     
    Pyromella

    Pyromella

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    Wenn ich das Bild sehe, dann möchte ich gleich "das arme Pflänzchen" ausrufen.
    Im Ernst, eigendlich sind die üblichen Minzen ( es mag Ausnamen geben, besonders bei den Fruchtminzen und ähnlich exotischen Sorten) recht robuste Vertreter und eher als Wucherpflanzen zu beschränken als zu päppeln. Nun ist deins wohl so ein armes Treibhausgewächs, das sich nie kräftigen durfte. Also gehört es, meiner Meinung nach, auch erst nach draußen, wenn es wärmer wird.
    Ableger sollten klappen, egal, wie du schneidest. Mir sind schon häufiger Minzstengel, die im Wasserglas eigendlich drauf warteten, zu Tee verkocht zu werden, in ein paar Tagen bewurzelt. Versuch es einfach.
    Meine Marokkanische Minze steht übrigens den Winter über ungeschützt auf dem Balkon. (Gut, ich habe schon die geschütze Innenstadtlage im warmen Münsterland.) So lebt sie schon einige Jahre und hat im Frühjahr immer wieder frisch ausgetrieben.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    Knofilinchen

    Knofilinchen

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    Ja, das ist schon ein trauriger Anblick, so ging es mir spontan auch, Pyromella, mit dem "das arme Pfläzchen". Offensichtlich wurde es schnell, schnell hochgezüchtet und kam dann ab in den dunklen Supermarkt. Oben herum schnitt ich an manchen Stellen auch schon zurück, da war es verdorrt, wobei ich noch nicht weiß, ob es sich etwas eingefangen hatte oder wirklich vertrocknet war. Als es hier ankam, war es jedenfalls ziemlich staubig.

    Ich muss also keinen "Knoten" dran lassen, für das Bewurzeln? Dann schnippel ich einfach mal kräftig und stelle ins Wasser, in der Hoffnung, dass es sich berappelt. In der warmen Küche muss es das dann halt schaffen, viel Alternative habe ich nicht.

    Vielen Dank euch beiden!
     
  • Stupsi

    Stupsi

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    Ich würde das arme Hascherl austopfen, komplett so im Ganzen wie es ist und in einen etwas größeren Topf mit frischer Erde einsetzten.
    Dann die Schere nehmen und ganz unten über dem letzten Blattpaar was du siehst abschneiden.
    Den Topf stellst du dann auf eine warme Fensterbank so das viel Licht dran kommt und gießt ihn regelmäßig, die Minze treibt dann neu aus.
    Sobald es warm genug ist raus damit auf den Balkon aber Minze klappt auch gut drinnen, das gibt bis dahin kein Problem.
    Sollte sie wegen Lichtmangel noch im Moment lange neue Stängel mit wenigen Blättern bekommen schneidest du sie bevor du sie rausstellst einfach noch mal um die Hälfte ab, die verträgt das.

    Das was du abgeschnitten hast daraus machst du ca. 15cm lange Stücke und machst die unteren Blätter ab und stellst sie in ein kleines Glas mit Wasser so das sie so zu ein drittel i Wasser steht, es bilden sich dann neue Wurzeln und sie wächst weiter und du kannst sie dann irgendwann auch eintopfen.
     
  • Knofilinchen

    Knofilinchen

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    Ich habe inzwischen schon von oben jeweils kleinere Stücke geschnitten und in Wasser gestellt. Der Rest ist noch vorhanden, allerdings dachte ich auch schon an "bis ganz runter", damit sie da neu austreiben kann. Ich schaue mal, dass wir hier noch was mit der Minze machen, die noch dran hängt, dann kommt der Rest noch weg. Und umtopfen werde ich auch noch, die Erde sieht mir nicht gar so gesund aus.

    Wenn ich richtig las, sollte man die Erde mit Sand oder ähnlichem vermischen. Macht ihr das ähnlich oder kann ich da auch einfach 08/15 Blumenerde nehmen?
     
  • Pyromella

    Pyromella

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    Ich habe meiner Minze letztes Jahr eine ordendliche Handvoll Kompost gegönnt, das hat sie auch vertragen. Ich glaube, so empfindlich sind Minzen nicht.
     
    Knofilinchen

    Knofilinchen

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    Da sie wohl ziemliches Unkraut sind, was ich so las, wäre es auch eher verwunderlich, wenn sie sich so schnell aus dem Konzept bringen ließen.
     
    G

    Gartenfreund12

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    Da hast du ja schon einige nützliche Tipps bekommen. Wichtig ist jetzt - vor allem wenn du schon zugeschnitten hast- nicht mit der Pflege aufhören. Eine Minze verträgt zwar viel aber irgendwann mag sie eben auch nicht mehr. Tendenziell würde ich auch mal zu etwas Dünger raten, sollte eigentlich nicht schaden ;)
     
    Stupsi

    Stupsi

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    Minze kommt in normal gedüngte Erde da sie schnell wächst.
    Sand mischt man unter Kräutern die es eher mager mögen wie Rosmarin oder Thymian.
    Die vertragen zwar auch normale Erde aber da sie sehr langsam wachsen,
    sollte man diese Kräuter nicht "überfüttern" da es sonst zu lasten des Aromas geht und die Kräuter eher weiche neue Triebe bekommen.
    Kräuter die schnell wachsen durch viel Dünger schmecken einfach auch fader.
     
  • Knofilinchen

    Knofilinchen

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    Gut, dann packe ich sie in normale Blumenerde, da ist ja schon Dünger drin. Ich danke euch!
     
    jalapa

    jalapa

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    Minzepflanzen sind Fresser und benötigen meiner Erfahrung nach viel Dünger.

    Ich habe Minze im Balkonkasten und dünge sie dort wie meine Geranien, die ja auch vergleichsweise viel Nährstoffe benötigen, nur so werden die Minzepflanzen schön kräftig. Ich überwintere meine Minze im Balkonkasten draußen seit mehreren Jahren, und sie hat ohne Winterschutz problemlos zweistellige Minusgrade überstanden. Im Sommer treibt sie dann immer wieder neu aus.

    Falls Du die Minze in den Garten auspflanzen möchtest, würde ich mir das zweimal überlegen. Meine Family und ich lieben Minze, aber wenn die ganzen Rosenbeete damit voll sind, hört irgendwann mal die Freude auf. Minze hat Wurzeln wie Quecke und verbreitet sich auch genau so. Einmal in den Garten gepflanzt, ist sie nicht mehr zu kontrollieren. Wir ernten regelmäßig und graben auch mehrmals jährlich die Minze samt Wurzeln aus den Rosenbeeten aus (die Kollegen und Freunde sind immer dankbare Abnehmer...). Aber sowie Du nicht alle Wurzeln erwischt - was eigentlich nie passiert -, hast Du bald wieder den Garten voller Minze.

    Ich bin optimistisch, dass Du Deine Pflanze durchbekommst, denn Minze ist wirklich sehr robust. Ich würde sie einfach umtopfen und auf die Fensterbank stellen, bis sie im Frühjahr ins Freie kann.
     
    Knofilinchen

    Knofilinchen

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    Einen Garten habe ich nicht, entsprechend kann sich nichts negativ ausbreiten.

    Was das "robust" und "kann man gar nicht tot bekommen" usw. anbelangt, bin ich da immer vorsichtig, denn bei mir ging schon so einiges ein, was angeblich unausrottbar oder total einfach war. Entsprechend: abwarten und (Pfefferminz)Tee trinken. :- )
     
    jalapa

    jalapa

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    Ich drücke die Daumen! Ist bestimmt aber auch von der Sorte abhängig, wie bei anderen Pflanzenarten auch.

    Nur für den Fall, dass Du sie nicht durchbekommst: Ich kann dir gern im nächsten Frühjahr ein paar Pflänzchen aus unserem Garten zusenden. Kannst mir dann einfach eine PM schicken.

    Meine Mama hat diese Minze mal von einer Bäuerin bekommen, als ich ein Baby war, und das ist nun schon fast ein halbes Jahrhundert her. Solange wächst die Minze bei uns schon. Sie ist geschmacklich super, besonders ganz frisch geerntet aufgebrüht.
     
    Knofilinchen

    Knofilinchen

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    Danke, das ist nett von dir. Die Minze ist uns hier aber ja quasi zugelaufen und wirklich dringend brauchen wir sie eigentlich nicht, nur ab und zu mal. Sollte mir die aktuelle Pflanze also eingehen, wäre es zwar schade, aber auch kein Weltuntergang. Falls wir aber unsere Küche tatsächlich ein wenig umstellen sollten, behalte ich dich dich auf jeden Fall mal im Hinterkopf.

    Dass die Minze schon so alt ist, ist in der Tat klasse. Das zeugt von der "Unausrottbarkeit". :- )
     
    Knofilinchen

    Knofilinchen

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    In der Tat, heute waren erste Würzelchen zu entdecken. Ich habe die Kleinen direkt in Erde gesteckt - ein reines Bauchgefühl, dass das jetzt das Richtige wäre. Noch ist der Topf sehr klein, aber es ist ja auch erst mal nur zum weiteren Entwickeln der Wurzeln. In ein paar Wochen pflanze ich sie dann zusammen mit der Hauptpflanze (die lebt auch noch) in einen größeren Topf, dann können sie sich auf den Frühling vorbereiten. :- )

    Fotos gibt es in meinem Garten.
     
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