Mutterboden selber machen?

K

Katastrophy

Neuling
#1
Hallo ihr Lieben,

ich habe mich gerade in der Hoffnung hier registriert, dass ihr mir helfen könnt.
Mein Freund und ich bauen ein Haus auf einem 1.000qm großen Grundstück. Das Grundstück ist noch recht "verwildert" - und damit meine ich bewaldet. Die kleineren Bäume und Sträucher haben wir schon gekappt, die großen macht ein Landschaftsgärtner diese Woche weg. Er hat uns dazu geraten, alles platt zu machen und dann einen neuen Garten später drauf anzusetzen. Bietet sich auch an, Da wir den Garten eh terrassieren müssen.
Nun ist alles super stark durchwurzelt, inkl. ein paar hundert qm Brombeerhecken. Der Gärtner hat uns dazu geraten, die obersten 20cm vom kompletten Grundstück vom Erdbauer abtragen zu lassen und dann mit neuem Mutterboden auffüllen zu lassen (da wir unseren aufgrund der vielen Wurzeln nicht mehr verwenden können). Das wird ja nun schon schweineteuer, aber Mutterboden anfahren lassen wäre auf diese Größe auch wieder ein paar tausend Euro.
Leider weiß ich aktuell nicht, wie die Bodenbeschaffenheit unter dem Mutterboden ist, aber laut Nachbar ist der Boden prima. Ich weiß auch leider insgesamt nicht, wie es unter "Mutterboden" aussieht. Da muss ja aber trotzdem irgendwas drunter kommen, auf dem Pflanzen wachsen können.
Könnte man da (je nach Bodenbeschaffenheit) theoretisch Lupinien oder Raps oder so anbauen? Das sind ja Gründünger, die den Boden für eine Nachbepflanzung vorbereiten. Würden die auch auf kargem Boden wachsen?
Unser Haus wird erst Mitte 2020 gestellt, daher haben wir quasi 2 Sommer in denen wir gründüngen könnten bevor es an eine erste rudimentäre Gartengestaltung gehen würde.
Meint ihr, das könnte klappen?

Danke & LG, Kathi
 
  • Hero

    Hero

    Foren-Urgestein
    #2
    Wenn der Gärtner das selbst bezahlen müßte, würde er sicherlich anders vorgehen.
    Als mein Sohn ein Haus samt Garten kaufte, war der gesamte Garten von dicken Wurzeln durchzogen.
    Zusätzlich waren Hecke und Sträucher total verwuchert und mußten raus. Nur eine große Buche blieb stehen und wurde später fachmännisch in Form gebracht.
    Ein Baggerfahrer hat einen Mietbagger und einen Container bestellt und die Wurzelstubben und die Wurzeln ausgegraben und in den Container gehievt.
    Die vielen Wurzeln hat er mit den "Zähnen" an der Baggerschaufel ausgekämmt.
    Die Erde blieb drin und wurde von ihm gleich glattgezogen.
    Wenn ihr das so macht, könnt ihr Gründung einsäen und müßt allerdings anfangs auf Brombeersprößlinge kontrollieren.
    Bevor der Landschaftsgärtner alles absägt würde ich überlegen, ob nicht größere Gehölze stehen bleiben können. Später werdet ihr dankbar sein.
     
    Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    #3
    Ich sehe das wie Hero. Lass dir nicht die komplette Humusschicht abräumen, das dauert ewig, bis sich Humus selbst wieder bildet, auch mit Hilfe von Gründünger.
    Auch beim Terrassieren solltet ihr darauf achten, dass die Schicht, die vorher oben war, möglichst nachher auch wieder oben landet. Schon mal etwas lebende Humusschicht bringt euch später im Garten deutlich weiter, und in den unteren Schichten gibt es kaum Bodenlebewesen. Ein Großteil der verbleibenden Wurzeln wird verrotten, wenn ihr die Stubben rodet. Gerade wenn ihr überlegt, im ersten Jahr Gründünger zu säen, sollte danach nicht mehr zu viel Störendes übrig sein.

    Ist bei den größeren Gehölzen denn nichts dabei, was dir gefällt?

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    K

    Katastrophy

    Neuling
    #4
    Danke euch für die schnellen Reaktionen :)
    Leider sieht es bei den großen Gehölzen so aus, dass die zu 70% im Baufenster stehen (wir haben 5 große Bäume, von denen 3 im Baufenster stehen). Und zwar da, wo später auch Haus oder Terrasse hinkommen.
    Einer steht dann noch ganz vorne am Grundstück wo die Garageneinfahrt hinkommt und einer steht zwar nicht im Baufenster und nicht auf der "Terrasse", aber der steht so blöd, dass der uns später die Sonne auf die PV-Anlage verdeckt. Dabei wäre das eine super schöne Buche :(
    Ich würde prinzipiell lieber was stehen lassen, aber ansonsten sind das Haseln und Birken. Haseln gefallen uns nicht so gut, die sind auch stark verwachsen und Birke kriege ich keine, weil die lt. meinem Freund so viel Sauerei machen mit ihrem Blütenstaub.
    Zwei Holunderbäume waren noch drauf, die haben mir wahnsinnig gut gefallen. Schon alt mit entsprechend schöner Rinde. Aber leider wirklich mitten im Baufenster...

    Ich dachte mir schon auch, dass es da bestimmt noch ne andere Lösung geben müsste als das komplett abzutragen. Dann frage ich wohl mal schon frühzeitig bei Handwerkern an, was die so dafür nehmen würden, uns da die Wurzeln "rauszukämmen". Das ist eine gute Idee, danke.
    Hab nur bissl Bedenken wegen den Brombeeren. Das sind richtig dicke Biester. Gott sei Dank steht aber kein Bambus drin :D
     
  • Hero

    Hero

    Foren-Urgestein
    #5
    Seid ihr in einem größeren Baugebiet?
    Da muß man nur aufpassen, wo ein Bagger zugange ist und beim Fahrer nachfragen, ob er nach Feierabend auch bei euch das erledigt. Oder den Bauunternehmer fragen. Wenn der Bagger eh schon in der Gegend ist.
    Bei den Brombeeren wird doch die Hauptwurzel ausgerissen. Danach muß man nur aufpassen, daß nichts mehr nachkommt.
     
  • K

    Katastrophy

    Neuling
    #6
    Wir bauen leider in einem Altbaugebiet (ca. 30 Jahre alt). Da ist Drumherum alles bebaut und die Eigentümer unseres Grundstückes haben sich jetzt dazu entschlossen, ihr 3.000qm-Grundstück zu teilen. Daraus ist unseres entstanden. Da wird also leider Drumherum nichts gebaut.
    Ich werd mal schauen, vielleicht kann man sich ja auch einen Minibagger leihen und das mal selbst versuchen. Viel kaputt machen kann man ja eigentlich nicht. Außer den Bagger, was natürlich blöd wäre.

    Wegen den Brombeeren:
    Meine Eltern hatten ganz früher mal Brombeeren und die waren ohne Wurzelspeeren verpflanzt. Durften dann ca. 10 Jahre über ca. 30qm ungehindert wachsen (bis auf die zweimaligen Rückschnitten im Jahr). Da haben wir bestimmt 5 Jahre lang ständig Zeug aus dem Boden gezogen bis wir die vollständig raus hatten. Das war richtig fies. Und da wir die jetzt schon auf ca. 300qm haben, hab ich da wirklich bissl Angst davor. Mein Freund hat Abdecken mit Teichfolie vorgeschlagen, aber das ist halt auch wieder irgendwie so lala.
     
  • Swenny

    Swenny

    Mitglied
    #7
    Ach, und dafür bekommt ihr eine Fällgenehmigung? Was sagt denn die Baumschutzsatzung des Ortes dazu?

    Aus meiner Erfahrung mit nem verwilderten Grundstück: Erstmal nur freiräumen. Beim Hausbau wird so viel auf dem Grundstück rumgefahren, da steht hier ein Kran, dort kommt ein Aushubhaufen hin, da wird Baumaterial abgeladen, Leitungen werden verlegt, Bagger, Kran... verdichten den Boden. Es lohnt sich nicht, jetzt schon irgendwas mit neuem Mutterboden anzufangen.

    Prinzipiell würde ich drauf achten den eigenen Boden zu behalten. Neuer Mutterboden ist nicht nur sehr teuer, Du weisst auch nie, was sie Dir andrehen. Was ich schon alles an "Mutterboden" gesehen habe...

    Und wenn Boden abgeräumt werden muss darauf achten, dass die obere Bodenschicht separat gelagert wird und wieder als Mutterboden draufkommt.
     
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    #8
    Selbst mit einem Minibagger arbeiten würde ich nicht raten.
    Versuchs mit einer Kleinanzeige oder fragt alle Bekannten; irgend jemand hilft sicher weiter.
     
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