Nachteile eines großen Durchmessers auf der Druckseite?

M

mbbh

Neuling
Hallo,

z.Z. wird von der Pumpe im Keller (gardena 4000/4) bei Benutzung der Schlauch (1/2") immer ausgelegt. Ich wollte nun PE-Rohr durch den Keller verlegen. Bei der Überlegung ob ich 25 oder besser gleich 32 mm verwenden sollte, bin ich über eine Aussage auf der Seite Rohrinnendurchmesser (darf noch kein Links posten - ist Teil der Informations-Seiten von conexa) gestolpert.

Ein zu großer Rohr-Innendurchmesser erhöht die Beanspruchung und die Kosten der Anlage.
Kosten verstehe ich. Aber was ist mit Beanspruchung gemeint. Spielt dies bei einer Gartenpumpe überhaupt eine Rolle, so mal gardena an dieser Pumpe 3/4" und 1" empfiehlt.

Spricht etwas dagegen 32mm zu verwenden. Bei dem zeitlichen Aufwand sind mir die 50% höheren Kosten der 10m PE-Rohr egal.

Vielen Dank für Eure Hilfe

Markus
 
  • F

    Faxe59

    Mitglied
    Hi
    Wenn Gardena 1 Zoll empfiehlt kannst du ruhig PE-32 nehmen. Entspricht ja 1Zoll.
    Du hast dann mehr Wassermenge.
    LG Herbert
     
    M

    mbbh

    Neuling
    Hallo Herbert,

    danke für die schnelle Antwort. Es ist immer gut bei den Sachen, wo man sich nicht ganz so gut auskennt eine Bestätigung zu bekommen.

    Ab in den Baumarkt ;-)

    Markus
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Wenn jemand sagt dass ein größerer Innendurchmesser der Rohre die Belastung der Anlage vergrößert, dann verabschiede dich höflich und lass dich woanders beraten.
     
  • H

    hschmidt

    Neuling
    Tatsächlich ist da in der Theorie etwas wahres dran. Aufgrund des höheren Durchmessers muss nach der Bernoulli-Gleichung der statische Druck auf die Rohrwände höher sein, als bei einem kleineren Durchmesser (da dort höhere Fließgeschwindigkeit).

    Ob das in der Praxis schädlich ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Wasser ist eben keine ideale Flüssigkeit und Reibung spielt bei einem größeren Rohr eine geringere Rolle. Also stimmen die hier gegebenen Antworten.
     
  • T

    top_gun_de

    Mitglied
    Der statische Druck ist unkritisch. Schäden an Leitungen und Fittingen emtstehen durch Wasserschlag, der steigt überproportional zur Fließgeschwindigkeit. Niedrige Fließgeschwindigkeiten mindern deshalb den Leitungsverschleiß.
     
  • A

    ah1st

    Mitglied
    Der statische Druck ist unkritisch. Schäden an Leitungen und Fittingen emtstehen durch Wasserschlag, der steigt überproportional zur Fließgeschwindigkeit. Niedrige Fließgeschwindigkeiten mindern deshalb den Leitungsverschleiß.
    Ein Wasserschlag entsteht durch das abrupte Schließen von Armaturen, beispielsweise Kugelhähnen, Magnetventilen oder auch mechanischen Bewässerungscomputern.

    Die gesamte im Rohr in Bewegung befindliche Wassersäule muss da schlagartig bremsen. Je höher der Querschnitt, die Fließgeschwindigkeit und die Leitungslänge, umso größer ist da natürlich die abzubremsende Masse und freiwerdende kinetische Energie. Kennt man ja vom Autounfall.
    Die Fließgeschwindigkeit steigt zudem noch mit der Abnahmemenge, d.h. geht aus deiner Leitung 50l/min raus (was schon recht viel ist) oder sind es nur 15 l/min, mit denen Du beregnest.
    Die entstehende Druckspitze ist immer direkt vor der schnellschließenden Armatur am höchsten, entsprechend wie das Auto an der Schnauze am meisten verbeult ist.
    Aber es verabschiedet sich natürlich immer das schwächste Glied in der Kette.
    Bei mir war es regelmäßig der Verbindungsschlauch zwischen Zisternenpumpe und dem Anschluss zum Verteilerschacht. Ich habe dann im Verteilerschacht ein Sicherheitsventil auf einen freien Abgang des Verteilers gesetzt und seitdem geht's.

    Diese Variante würde ich deswegen immer auch weiterempfehlen.
    Wenn Du es von den Kosten her leisten kannst, nimm einen größeren Querschnitt.
    Die Probleme durch Wasserschlag bekommst Du gelöst.
    Aber wenn die Liefermenge der Anlage aufgrund von zu kleinen Leitungsquerschnitten zu gering sind, kannst Du das nur mit einer Pumpe mit höherem Druck kompensieren.
    Finde ich nicht so sexy, weil dann die Pumpe nicht optimal läuft und man sinnlos Energie verballert. Man schraubt deswegen auch nicht dauerhaft einen 1/2" Schlauch auf einen 1" Pumpenabgang.

    Bei Niederschraubventilen entsteht das Problem mit dem Wasserschlag nicht, weil die ja bauartbedingt langsam schließen. Das heißt, wenn Du z.B. nur eine Bewässerungszone hast und kein Magnetventil dabei, musst Du Dir keine Sorgen machen.
     
    F

    Faxe59

    Mitglied
    Hi
    Wenn es nur um Schläge, die beim schließen von Magnetventilen entstehen geht, kann man die Ventile überschneident arbeiten lassen. Das nimmt die Druckspitze.
    Geht natürlich nur wenn man mehrere Kreise hat.
    Beim letzten natürlich auch nicht.
    LG Herbert
     
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Die gesamte im Rohr in Bewegung befindliche Wassersäule muss da schlagartig bremsen. Je höher der Querschnitt, die Fließgeschwindigkeit und die Leitungslänge, umso größer ist da natürlich die abzubremsende Masse und freiwerdende kinetische Energie. Kennt man ja vom Autounfall.
    Die Fließgeschwindigkeit steigt zudem noch mit der Abnahmemenge, d.h. geht aus deiner Leitung 50l/min raus (was schon recht viel ist) oder sind es nur 15 l/min, mit denen Du beregnest.
    Die entstehende Druckspitze ist immer direkt vor der schnellschließenden Armatur am höchsten, entsprechend wie das Auto an der Schnauze am meisten verbeult ist.
    Aber es verabschiedet sich natürlich immer das schwächste Glied in der Kette.
    Bei mir war es regelmäßig der Verbindungsschlauch zwischen Zisternenpumpe und dem Anschluss zum Verteilerschacht. Ich habe dann im Verteilerschacht ein Sicherheitsventil auf einen freien Abgang des Verteilers gesetzt und seitdem geht's.
    Sorry, da ist einiges falsch. Je höher der Querschnitt, desto geringer die Fließgeschwindigkeit. Diese gibt man nicht in Litern pro Minute (Wieviel geht durch's Rohr), sondern in Metern pro Sekunde (wie schnell ist das einzelne Wasserteilchen). Wer in Physik aufgepasst hat, weiß: Wenn ein Teilchen doppelt so schnell fließt, dann hat es die vierfache Energie. In einer Leitung mit 1/2" ist die Querschnittsfläche ein Viertel der Fläche im 1"-Rohr. Die Wasserfließgeschwindigkeit ist deshalb Viermal so hoch, und die kinetische Energie beträgt das sechzehnfache (!). Die Kräfte die da als Druckspitze entstehen, sind kurzzeitig ein Vielfaches des vorherigen Fließdruckes, und auch ein Vielfaches des statischen Druckes der nach Schließen des Hahnes herrscht.

    In der Tat entsteht die Druckspitze an der schließenden Armatur. Sie läuft dann in der Leitung zurück bis zum Anfang, und sogar im Ping-Pong-Verfahren wieder zurück.

    Im Profibereich gibt es weich schließende Ventile, die Preislage will aber keiner für den Hausgarten investieren. Ich bin auch unsicher ob die Sachen von Bruckner und Co in 1" überhaupt zu haben sind. Toro könnte so etwas haben, aber nur in den höherpreisigen Varianten die dreistelliges Geld kosten. Die haben einige Premiumhersteller übernommen und deshalb viele Reihen von Ventilen.

    Für den Hausgartenbereich ist die einzige wirtschaftliche Lösung: Dickere Hauptleitungen. 1" statt 3/4" verdoppelt die Querschnittsfläche, halbiert die Fließgeschwindigkeit und viertelt die Schockwelle.
     
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