Neue Bewässerungsanlage, möglichst gesteuert

K

Klasid

Neuling
Liebe Experten in Sachen Bewässerung,

ich habe jetzt 15 Jahre brav meinen Garten bewässert und dazu die Schläuche mit verschiedenen Rasensprengern hin und her gezogen. Damit soll jetzt Schluss sein und ich habe mit großem Interesse hier die Einträge zu verschiedenen Fragen gelesen. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass Ihr mir helfen könnt, bevor ich loslege (für den Herbst geplant).

Die zu bewässernde Fläche um das Haus ist etwa 250 qm groß und teilt sich in drei Rechtecke (10*17 qm, 7*10 qm und 2*5 qm). Die Flächen sind Rasenflächen mit Sträuchern am Rand, die aber nicht besonders berücksichtigt werden müssen.

Ich habe einen Hauswasseranschluss mit Gartenzähler und 3/4'' Leitung. Der Zähler trägt die Kennung qn 2,5, der Eimertest ergab 10 Liter in 10 Sek. (also wohl etwa 3,6 Kubikmeter/h) und der Wasserdruck nach dem Zähler soll laut Auskunft der Stadtwerke etwa 3 Bar betragen.

Meine ersten Fragen, bevor ich richtig mit dem Planen anfange, wären:
1. lassen sich die Flächen mit dem "Wasserangebot" sinnvoll bewässern (ggf. mehrere Stränge)?
2. welche Wassermenge je qm muss man bei Rasen (und Sandboden) denn rechnen, damit er wächst, gedeiht und vor allem grün bleibt?
3. ich habe bisher im Sinn, drei Stränge zu legen und daran Hunterregner anzuschließen. Wieviele Regner (Hunter PGJ oder PGP Ultra) kann ich an einen Strang anschließen, wenn ich je Kreis eine 25 mm PE-Leitung verlege (für den längsten Strang max. Länge vom Wasserhahn etwa 30 Meter)?
4. bleibt dann noch "Luft", um ggf. an der ein oder anderen Stelle noch Sprüher (für ein Rosenbeet oder ähnliches) anzuschließen?
5. ist es generell besser, an die 25mm Leitung Regner mit 1/2'' Anschluss anzuschließen (Druckverlust)?

Mir wäre erst einmal sehr geholfen, wenn ich zu diesen Fragen Eure Expertenmeinung erfahren könnte. Vielen Dank im Voraus!!
 
  • Parzival

    Parzival

    Foren-Urgestein
    Moin Klasid,

    wie ich sehe, findet sich niemand, der Deinen sehr umfangreichen Fragenkatalog beantworten möchte. Das könnte daran liegen, daß viele Deiner Fragen in diesem Forum schon x-mal ventiliert wurden. Der Wasserverbrauch von Regnern, die Vor- und Nachteile bestimmter PE Leitungsdurchmesser – all das findest Du in den Hunderten von Einträgen.

    Viel Glück
     
    B

    Brandenburger

    Neuling
    Hallo Klasid
    ich will mal versuchen, wenigstens eine Deiner Fragen zu beantworten:
    Ich habe gelesen, dass man bei Rasen mit 10l/m² rechnet
     
  • Bandito76

    Bandito76

    Mitglied
    Nein, nicht täglich - es sei denn Du willst auf dem Grundstück Wasserbüffel halten...
    Faustregel: Selten und viel ist besser als oft und wenig.
    Wieviel Wasser es denn nun genau sein sollte und wie oft, da schaust Du am besten mal hier in das Rasen- und Rasenpflege Unterforum wo so etwas erschöpfend und alljährlich neu ausdiskutiert wird...
     
  • K

    Klasid

    Neuling
    "wie ich sehe, findet sich niemand, der Deinen sehr umfangreichen Fragenkatalog beantworten möchte. Das könnte daran liegen, daß viele Deiner Fragen in diesem Forum schon x-mal ventiliert wurden."


    Moin Parzival,
    ja, ich hatte auch schon die Sorge, dass mir niemand antwortet. Aber siehe da, kaum meldest Du Dich als Eminenz, schon schreiben Weitere. Nun hatte ich auch ein paar Tage damit zu tun, meine Hagelschäden zu beseitigen, denn ich wohne in der Region Hannover.
    Ich habe natürlich in den vielen Beiträgen gelesen und sicher auch schon viel gelernt. Aber eben nicht zu allem habe ich etwas gefunden. Meine Fragen hatte ich deshalb hier noch einmal zusammengefasst, um konkrete Antworten zu bekommen. Vielleicht kommt ja doch noch der ein oder andere Expertentipp!
    Viele Grüße
    Klasid
     
  • K

    Klasid

    Neuling
    Hallo Klasid
    ich will mal versuchen, wenigstens eine Deiner Fragen zu beantworten:
    Ich habe gelesen, dass man bei Rasen mit 10l/m² rechnet
    Danke Brandenburger,
    das ist eine Antwort, mit der ich für meinen Sandboden was anfangen kann. Und ich gehe davon aus, dass nicht jeden Tag 10l erforderlich sind, sondern dass diese Menge bei der Methode "selten und viel" gilt!
    VG Klasid
     
    N

    Nadors

    Mitglied
    Moin,

    Bodenart -|-pflanzenverfügbarkeit l/m² in 10 cm -|-Wasserdurchlässigkeit mm/h
    ---------------------------------------------------------------------------
    --Sand---|----------------7-11-----------------|----------20--------------
    --Lehm---|----------------20-26----------------|----------10--------------
    --Tom----|----------------15-22----------------|----------<8--------------

    Wobei für Sand, wie bei dir, eine Feldkapazität von 10 - 13 l/m² in 10 cm Tiefe gilt. Mehr macht keinen Sinn, da der Boden einfach nicht mehr aufnehmen kann. Ich habe bei mir auch Sandboden und beregne mit 15 l/m². Einfach mit den Spaten mal schauen wie Tief die Wurzeln liegen und ob das Wasser bis an die Spitzen reicht.

    Wasserverbrauch Rasen (schwankt je nach Gräser):
    Tageshöchsttemperatur(°C)-|--Wasserverbrauch (l/m²)-|- BeregInterv. /Tage (bei Sand)
    ----------------------------|-------------------------|--------------------
    -------->30----------------|---------->5-------------|--------2-3----------
    --------25-30--------------|----------3-4------------|--------3-4----------
    --------20-25--------------|----------2-3------------|--------5-6----------
    --------<20----------------|-----------<2------------|--------->7---------

    Gruß,
    Nadors
     
    Parzival

    Parzival

    Foren-Urgestein
    Moin Nadors,
    Danke, daß Du hier mal eine Lanze zum Thema Gieß-Regime brichst. Zwei Themen weiter habe ich nicht halb so transparent versucht, das Thema Feldkapazität ins Spiel zu bringen. Prof Perrot wäre stolz auf uns… vielleicht eher auf Dich, da Du das wirklich nett erklärt hast.

    @Klasid – jeder wird Dir hier gern mit seinen Erfahrungen zur Seite stehen. Aber ein bisschen Blättern solltest Du schon noch. Auf die Fragen 3 und 4 findest Du nur im HUNTER Katalog schlüssige Antwort. Wie weit müssen die Regner sprühen? Daraus ergibt sich die Düsengröße und die wiederum bestimmt den Wasserverbrauch. Daraus ergibt sich die Niederschlagsrate und Antwort auf die Frage, mit welchen anderen Regnertypen man das kombinieren könnte.
     
    K

    Klasid

    Neuling
    Hallo Parzival,
    ich blättre und lese ja auch. Auch bei Hunter war ich natürlich auf den Seiten. Aber an einer Stelle drehe ich mich im Kreis: die Frage, wie weit die Regner sprühen müssen, hängt davon ab, wieviele ich an einen Kreis hängen kann (bspw. für eine Rechteckfläche 10 * 17 m). Ich gehe zur Zeit davon aus, dass mein Gartenwasseranschluss nicht mehr als drei Regner (AGP Ultra) schafft.

    Auf zwei Fragen habe ich noch nichts gefunden: Ist es nützlich oder eher schädlich, von dem 3/4 Zoll Wasserhahn eine 1 Zoll oder gar stärkere PE-Leitung zu speisen und dann vor den Regnern wieder auf einen kleineren Querschnitt zu gehen und ist es egal, ob die Regner einen 3/4 oder 1/2-Zoll Anschluss haben, weil die jeweilige Düsengröße für den Druckverlust durch den Regnerbetrieb maßgeblich ist?

    Aber ich werde natürlich auch weiter hier stöbern.

    VG Klasid
     
  • B

    b_richard

    Mitglied
    AW: Rohrquerschnitt

    Ich versuche wiederzugeben was ich Bewässerungs-greenhorn - gelernt habe.
    Ist es nützlich oder eher schädlich, von dem 3/4 Zoll Wasserhahn eine 1 Zoll oder gar stärkere PE-Leitung zu speisen und dann vor den Regnern wieder auf einen kleineren Querschnitt zu gehen
    Größerer Querschnitt

    • -> niedrigere Fließgeschwindigkeit -> weniger Druckverlust (SDR11 und 2 m³/std laut Hunter: 25er= 1,8 Bar Druckverlust/100m , 32er =0,52 bar/100m, 40er=0,18 Bar/100m)
    • -> höheres Gewicht (SDR11: AD 20=ID 1/2 =117g/m, AD 25=ID 3/4= 171 g/m , AD 32=ID 1=271 g/m , AD 40=ID 5/4=430g/m, AD 50=ID 6/4=666 g/m ..... und ein 63er wiegt 1kg/m) (ab 40er wird mit Spedition geliefert)
    • -> höherer preis
    • -> Steifer -> Handhabung schwieriger , größere Mindestradien
    • -> mehr Wasser im Rohr -> bei Entleerung höhere Wasserverluste (besonders bei automatischen Entleer-Ventilen - oder bei Niveaunterschieden ohne Auslaufstopp. Auch bei der Entleerung mit Kompressor - vermute ich - wird man einen größeren Druckkessel brauchen. Und das füllen der Rohre dauert natürlich länger.
    • und weil die Energie = m * ist - und die Strömungs-Geschwindigkeit in dünneren Rohren höher ist - ist die Gefahr von schäden durch Wasserschlag höher. Deshalb empfiehlt Hunter für 25er unter 1,8 m³/std zu bleiben. Aber das ist natürlich auch eine frage des Materials und der Themperatur . Im Sommer sind PE-Rohre sicher elastischer. Ausswerdem gibt es für große Anlagen - wo sowas kritisch werden kann - langsam schließende Ventile

    In der Mechanik sind abrupte Änderungen des Querschnittes ein Festigkeits-Problem (Kerbwirkung). Ich denke in der Hydraulik wird es ähnlich sein (Wirbelbildung -.... Strömungsgeräusch) . Aber in der Hausgartenbewässerung bewegen wir uns in Größenordnungen (Druck, Durchmesser, Strömungsgeschwindigkeit) wo man dies sicher noch vernachlässigen kann.

    und ist es egal, ob die Regner einen 3/4 oder 1/2-Zoll Anschluss haben, weil die jeweilige Düsengröße für den Druckverlust durch den Regnerbetrieb maßgeblich ist?
    Ist nicht egal . Aber das haben sich die Regnerhersteller überlegt - und dimensioniert.

    Was mir aufgefallen ist: der Hunter Rotator MP 3500 verbraucht bei 3,75 bar und 210 grad ca 0,9 m³/std.
    Bei 360 grad wären demnach ca 1,5 m³/std nötig. Die MPs werden üblicherweise in Gehäuse mit 1/2 Zoll Anschluss eingebaut. Ich vermute das der Druckverlust durch den Anschluss und das Gehäuse zu hoch wäre - und deshalb bei 210 Grad für MP 3500 Schluss ist.

    Does sind meine Gedanken dazu . Aber ich bin auf diesem Gebiet absoluter Laie.
    Da ist Erfahrung gefragt.
     
    Parzival

    Parzival

    Foren-Urgestein
    AW: Rohrquerschnitt

    Ich vermute das der Druckverlust durch den Anschluss und das Gehäuse zu hoch wäre - und deshalb bei 210 Grad für MP 3500 Schluss ist.
    Ich tippe mal – es ist nicht der Druckverlust, sondern die an der Düse zur Verfügung stehende Wassermenge.

    Aber zum Planungsansatz und den fehlenden Informationen, wieviel Regner denn nun an einen Strang (zu einer Zone) gehören sollten. Wenn am Hahn 3600 Liter bei 3BAR anliegen, ist es doch jetzt nur noch eine Frage der Grundstücksgeometrie, wie viele Regner man wie platzieren möchte.

    Die technischen Daten (Quelle: Hunter Katalog 2013)
    Die angegebene Wurfweite repräsentiert das Maximum – da man die Strahlstörschraube immer etwas eindreht, würde ich mit 10% weniger kalkulieren. Düse 4, etwas mehr als 10 Meter Reichweite ca. 850 Liter pro Stunde – ergo 3 Stück. Das kann man jetzt entsprechend seinen Bedürfnissen in bestimmten Grenzen variieren. Jetzt muss man noch je nach Wasserdurchlässigkeit des Bodens austüfteln, daß alle Regner unter Berücksichtigung der gegenseitigen Überlappung eine ähnliche Niederschlagsmenge ausbringen.
     

    Anhänge

    K

    Klasid

    Neuling
    Liebe Mitglieder, die Ihr mir gute Tipps gegeben habt:
    Meine Anlage läuft jetzt schon seit Mai und saßt das doch phantastisch! Wenn ich morgens aufstehe, ist die Arbeit schon getan und der Rasen und die Beete sind bewässert!

    In Kurzform die Beschreibung: etwa 300 qm Rasen und Beete mit Rosen und Buchsbaum, die Gesamtfläche hat die Form eines U. Verlegt sind drei Kreise (1 1/4" PE-Rohre, an die mit Swing-Joints PG Ultra, MP Rotator und Hunter Düsen mit unterschiedlichen Einsätzen angeschlossen sind. Gesteuert wird das ganze mit einer Hunter X-Core und drei Ventilen.

    Das ganze läuft wunderbar und alles wird zumindest so gleichmäßig bewässert, dass nichts absäuft und nicht trocken bleibt.

    Das Entleeren werde ich im Herbst zunächst mit eingebauten Hähnen in einem Kontrollschacht und dann mit Kohlensäure versuchen (Gasflasche von einer Zapfanlage). Hat damit vielleicht schon jemand Erfahrungen gemacht? Hier wäre ich für Tipps noch dankbar!

    Viele Grüße
     
    N

    niwashi

    Guest
    wieso Kohlensäure?
    besorg dir einen passenden Kompressor, den du für andere Dinge auch noch benutzen kannst, und blas die ANlage damit aus!
    bedenke, dass zum Herstellen von "Kohlensäure" mehr Energie benötigt wird als für Druckluft (ökologischer Fingerabdruck) - über Jahre gesehen einschließlich des Kompressors!

    n.
     
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