obstbäume als spindel, spalier oder säule?

N

nique

Neuling
guten tag!

nachdem wir letztes jahr unser haus gekauft haben und nun mit den renovierungsarbeiten fertig sind, ist jetzt der garten dran :cool:

der ca 600qm große garten ist gen süden ausgerichtet und hat den ganzen tag sonne. da er eher länglich ist würde ich gerne entlang der linken grundstücksgrenze eine reihe obstbäume (am liebsten süßkirsche, apfel und pflaume) pflanzen die mir nicht zu viel platz wegnehmen.

zuerst dachte ich an säulenobst. nachdem ich aber etwas im internet geschaut habe bin ich da nicht mehr so sicher und mir stellen sich lauter neue fragen auf deren beantwortung ich hier hoffe :roll:
zum einen: was genau ist der unterschied zwischen säule und spindel? und worin unterscheided sich widerrum die spindel vom spalier?
was wäre für meine zwecke wohl empfehlenswert?
(ich möchte etwas robustes, pflegeleichtes und nicht 10 jahre auf ein paar früchte warten müssen.)
was sind eure erfahrungen, tipps, empfehlungen und/oder ratschläge?

als gartenneuling bin ich für anregungen und inspiration dankbar!
 
  • W

    WaA76

    Mitglied
    Hallo Nique!

    Also mal grundsätzlich zu den Baumformen:

    Spindel ist ein freistehnder, sehr schwachwüchsiger Baum wie er in Obstplantagen eingesetzt wird, braucht sein Leben lang einen Stützpfahl und ist aufgrund der schwachwachsenden Unterlage pflegeintensiv und anfälliger. Trägt meist schon im ersten/zweiten Standjahr.

    Spalier wird an einem Gerüst oder an einer Mauer gezogen und in Form gebracht, hier gibt es auch verschiendene Wuchsstärken, meist wird aber eine schwachwüchsige Unterlage verwendet. Ist auch eher pflegeintensiv und wenn du damit eine Art Hecke pflanzen willst, eher ungeeignet. Trägt meist früh.

    Säulenobst: Es gibt grundsätzlich NUR Apfelbäume als ECHTE Säulenobst. Das sind gezüchtete Bäume, die genetisch bedingt diesen Säulenwuchs aufweisen. So sind sie nicht sehr pflegeintensiv (die neuere Generation ist die bessere, die ersten Exemplare waren doch sehr anfällig), tragen früh und sehen ganz hübsch aus. Die Ernte ist aber nicht überwältigend. Und es haben auch schon einige schlechte Erfahrungen damit gemacht (blüht nicht oder est nach vielen Jahren, etc).
    Alle ANDEREN ALS SÄULENOBST verkauften Bäume wie Kirsche, Pflaume, Birne, etc. sind nur so geschnitten (NICHT GENETISCH BEDINGT) und es erfordert hohes Können und Pflegeaufwand, diese in dieser Form zu halten. Ich würde davon dringend abraten!

    Was ich dir empfehlen kann:
    Buschform/Niederstamm. Stammhöhe etwa 50-60cm, werden im Alter (also nach etwa 10 Jahren) so 3m hoch, kann sie aber auch höhentechnisch begrenzen. Vorteil: trägt meist schon im 1./2. Standjahr. (Ich habe letztes Jahr im Herbst einen Apfelbaum als Busch gepflanzt, der ist heuer schon randvoll mit Blühten), braucht nicht viel Platz und ist auch bei weitem nicht so pflegeintensiv wie die obengenannten.
    Nachteil: der Platz direkt unter dem Baum ist wegen dem niedrigen Stamm und der Krone kaum zu nutzen.
    Aber ansonsten ist meine Empfehlung für kleine Gärten und Hobbygärtner die keine Doktorarbeit aus der Baumpflege machen wollen eindeutig die Buschform. Halbstamm wird dir wahrscheinlich zu groß werden, obwohl das die hübscheren Bäume sind.

    Mal ne andere Frage: Wieviele Bäume willst du setzen und an was hast du konkret gedacht? Du musst nämlich auch die Befruchtungsverhältnisse bedenken!

    Hoffe, ein wenig geholfen zu haben.
    Wenn ich was falsches geschrieben haben, bitte mich korrigieren, auch ich lerne hier im Forum immer wieder viel neues dazu.
    :cool:

    lg

    Erwin
     
    Moorschnucke

    Moorschnucke

    Foren-Urgestein
    Hallo nique,
    herzlich willkommen im Forum.:):eek:

    Erwin hat die unterschiedlichen Baumformen fabelhaft erklärt - nun habt ihr die Auswahl!

    Was du unbedingt noch beachten müsstest bei "nahe der Gartengrenze", sind sie Abstände zum Nachbargrundstück, die in jedem Bundesland im Nachbarrecht geregelt sind:

    http://www.gartenakademie.rlp.de/internet/global/themen.nsf/2eca2af4a2290c7fc1256e8b005161c9/d7b807c3f40d409bc1256f3a002f3fe7?OpenDocument

    Scroll mal etwas hinunter, dort steht bei Obstbäumen je nach Unterlage 1,50 m bis 2,00 m.

    Es grüßt
    Moorschnucke:eek:
     
    N

    nique

    Neuling
    vielen dank für die antworten!
    also dass nicht alle obstsorten selbstfruchtend sind habe ich im hinterkopf gehabt und werde das beachten sobald ich eine entgültige entscheidung gefunden habe.
    der teil den ich "bebaumen" möchte ist gut 15m lang.
    ich wollte zuerst eine hecke pflanzen, weil der angrenzende garten einer alten frau gehört die so gar nichts mehr machen kann und entsprechend leicht verwildert ist.
    jetzt hab ich aber im internet so schöne bilder von spalierobst gesehen und dachte das wäre eine nette alternative da ich sowieso obstbäume haben möchte und der sichtschutz ist dann doch nicht soooo superwichtig ist.
    werden die büsche nicht sehr breit?
    hach...so glücklich ich mit der mir zur verfügung stehenden fläche bin, aber es ist so schwer sich das passende auszusuchen! es gibt ja sooo viele tolle pflanzen, gestaltungs- und kombinationsmöglichkeiten!
     
  • W

    WaA76

    Mitglied
    Ja, des kenne ich, es gibt soooo viele Möglichkeiten, seinen Garten anzulegen... Und immer wieder findet man was, was einem gefällt. Entweder eine ungekannte hübsche Pflanze oder gar eine neue alte Obstsorte...

    Also die Büsche bekommen im ALTER so etwa einen Kronendurchmesser von 3 m, daher wählt man als Pflanzabstand auch etwa 3 m, so bilden die Bäume im Alter eine Art Hecke, die sich grade so "berührt". Ich würde also etwa 2m von der Grundgrenze entfernt pflanzen.
    Ich habe auch eine Art Hecke aus Buschbäumen gepflanzt, 3 Apfelbäume, dann in der Mitte eine Kornelkirsche und dann drei Birnbäume. Da der Ertrag nicht soooo übergroß wird, schaffen wir das leicht. Grad wenn man Sommer, Herbst und Winter/Lagersorten pflanzt, kann man 3/4 des Jahres wunderbar mit eigenem Obst versorgt sein. ;)

    Hast du schonmal über eine Art Hecke mit verschiedenen Beerensträuchern nachgedacht? Da gibt es unglaublich viele und leckere Arten und Sorten, von der Johannisbeere (alle Farben) über die Kornelkirsche bis hin zur Apfelbeere.
     
  • N

    nique

    Neuling
    hmmm....das hört sich wirklich interessant an, aber für meine zwecke sind büsche an diesem ort nicht geeignet :neutral:
    unser grundstück ist nur knapp 14m breit, dafür aber ewig lang. wenn ich da noch die seitlichen abstände einhalten will stünde das so mittendrin...
    hach ich bin ja mittlerweile wieder am überlegen ob ich nicht zur seite eine efeuhecke pflanze (ist ja so schön schmal und immergrün) und mir einen pflaumenbusch davor setze, dann noch einen kleineren apfel- und einen kirschbaum hole welche ich woanders pflanze...
    das mit den säulen hätte einfach zu gut gepasst, weil es all meine zwecke erfüllt hätte. leichter sichtschutz, verschiedenes eigenes obst, nicht zu platzeinnehmend...
     
  • W

    WaA76

    Mitglied
    Oh je, 14 m ist nicht viel. Da passen Buschbäume tatsächlich nicht hin.

    Hoffe trotzdem geholfen zu haben!

    Wenn du noch irgendwelche Fragen hast zu den Bäumchen/Sorten, sag einfach bescheid.

    lg

    Erwin
     
    D

    digis

    Mitglied
    unser grundstück ist nur knapp 14m breit, dafür aber ewig lang. wenn ich da noch die seitlichen abstände einhalten will stünde das so mittendrin...
    Hast du mal die Möglichkeit in Betracht gezogen, mit Hilfe der Bäume den Schlauchgarten quer aufzuteilen? Also zB im Wechsel rechts und links, alle 10 Meter ein Bäumchen zu pflanzen, so dass man vielleicht nicht bis zum Ende durchsehen kann, sondern zwischen den Bäumen ein Serpentinenweg mit Nischen entsteht.
    Oder auch zwei rechts, zwei links (kling wie ein Strickmuster :D) setzen, dann bekommt man bessere Nischen.

    :)
    digis
     
    N

    nique

    Neuling
    hallo ihr lieben!
    danke für die tipps und ratschläge! ich bin ehrlich gesagt total überfordert ob der masse an tollen möglichkeiten und habe mich jetzt entschlossen, wie ursprünglich geplant eine reihe von obstbäumen zu pflanzen. sollte mir das auf dauer doch zu "luftig" sein kann ich ja immernoch was an dem zaun hochwachsen lassen oder holzelemente setzen. dann hätten die bäumchen dank der südausrichtung immernoch genug sonne.
    allerdings bleibe ich bei verschiedenen apfelsorten.
    diese reihe wird auf der linken grundstückgrenze gepflanzt (natürlich mit entsprechendem abstand!)
    das rechte drittel ist im hinteren bereich schon als gemüsegarten angelegt und ich setze davor einen kirschbusch, einen pflaumenbusch und eine zwergbirne.
    hört sich wirr an, sieht aber schon ganz nett aus...und wer braucht schon 600qm reine rasenfläche??? ;-))
     
    W

    WaA76

    Mitglied
    Das klingt doch gut! Hast du schon zu pflanzen begonnen? Und immer wichtig: vorher/nachher Fotos machen! Ist auch für einen selbst interessant, grade wenn mal ein paar Jahre vergangen sind und man feststellt wie alles gewachsen ist bzw. sich verändert hat. Vielleicht kannst du ja mal ein Foto hochladen, wäre neugierig. Darf ich fragen für welche Sorten du dich entschieden hast? lg Erwin
     
  • M

    MFin

    Guest
    Hallo nique,

    ich habe nur begrenzt Platz in meinem Gärtchen und deshalb ausschließlich Säulenobst gepflanzt. Allerdings wie schon beschrieben wurde, eignen sich nicht alle Obstsorten zur Säulenerziehung.

    Hier ein Foto von einigen meiner Säulenbäumchen.

    Den Anhang 264978 betrachten

    Rechts und links eine Birne (brauchen so gut wie keinen Schnitt) und in der Mitte ein Pflaumenbäumchen (das gerne mal "ausbricht" und deshalb gestutzt wird). Muss auch dazu sagen, ich möchte keine Riesenerträge sondern nur was ohne viel Arbeit - einfach so zum Naschen.
     
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