Physalis (Andenbeere) anbauen - Fragen

Elkevogel

Elkevogel

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#1
Hallo,
meine Kurze hat entdeckt, dass ihr die Andenbeere (Physalis peruviana) schmeckt.
Und da sie eigentlich eine Vitaminverweigerin ist, möchte ich ihr gerne den Wunsch nach ein paar Pflanzen davon im Garten erfüllen:).

Das Grundprinzip ist klar:
Anzucht indoor Mitte/Ende Januar (zusammen mit Chilis) oder im Februar mit den späten Tomaten
Auspflanzung erst nach den Eisheiligen (bzw. vorher Kübel im GWH)

Fragen:
Gibt es besonders gute/leckere Sorten?
Wenn ja, welche?
Oder kann man tatsächlich - wie ich neulich irgendwo im WWW gelesen habe - einfach die Samen aus einer gekauften Frucht rauspulen und säen ohne ein größeres Risiko in Form von Geschmack oder Reifezeit zu riskieren? (Kurze kennt ja nur den Geschmack der gekauften Früchte und mochte ihn;))
Wie viel Liter sollte der Kübel pro Pflanze haben?
Ist der Standort zusammen mit Chilis OK? (im Sommer Sonne von Aufgang bis ca. 15:30 h)
Würde die automatische Chilibewässerung auch bei den Physalis passen? Regelmäßig aber nicht sehr reichlich.

Auf eure Infos freue ich mich.

Danke und liebe Grüße

Elkevogel
 
  • Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    #2
    Gibts bei der Andenbeere überhaupt Hybriden? Im Prinzip denke ich aber, dass es ausreichend ist, wenn du die Samen rauspulst und säst.

    Ansonsten, ne recht große Auswahl an Andenbeeren-Sorten, findest du etwa hier:

    Deaflora - Physalis und Tomatillo

    Dort im Shop ist neben der Andenbeere alles gelistet, was mit ihr verwandt ist. Die Ananas-Kirsche (kleine Verwandte zur Andenbeere), Lampionblume (die Essbarkeit der Lampionblume ist umstritten, im Allgemeinen wird sie nur als Zierpflanze angebaut) oder die Tomatillo (ich hab noch keine gegessen).

    Ansonsten wird die Andenbeere schon eine recht wuchtige Pflanze. Ich hatte sie mal in 10 Liter. Das ging. Aber ich bin mir sicher, dass ich heute eher mit 25 Litern arbeiten würde. Denn das Potenzial hat sie dafür.

    Standort und Bewässerung ist okay...

    Aussaat würd' ich eher Mitte/Ende Januar machen... Bedingt durch die kleinen Samen sind die Andenbeeren am Anfang lange Zeit zierliche Pflänzlein...

    Andenbeeren sind mehrjährig, tolerieren kalte Witterung besser als Tomaten & Chilis. Aber müssen frostfrei überwintert werden. Sie werden oft auch über Stecklinge vermehrt (die gekauften Jungpflanzen sind alle über Stecklinge angezogen).

    Ich hab jetzt Bock auf Physalis, schon lange keine mehr im Anbau gehabt...!

    Grüßle, Michi
     
    Tubirubi

    Tubirubi

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    #3
    Ich habe immer noch eingeweckte Physalis im Keller. Werde höchstens zwei Pflanzen anbauen.
    @Elkevogel, warum setzt Du sie nicht in den Garten? Ich weiß nicht, ob man im Topf soviel Ertrag bekommt.
     
    Silia

    Silia

    Neuling
    #4
    Hallo Elkevogel!

    Ich habe seit 2 Jahren Physalis im Anbau.
    Im letzten Jahr "normale" Andenbeeren und Ananaskirschen, dieses Jahr die überwinterten "normalen" Andenbeeren und die von den Früchten deutlich größeren Andenbeeren "Schönbrunner Gold". Hier kann man den Größenunterschied deutlich erkennen:

    Auch die großen sind superlecker und ich überwintere sie gerade. Beide Sorten wurden riesig bis 2m.


    Die Andenbeeren sind die Pflanzen im Hintergrund, davor stehen Pepinos.

    Die Überwinterten hatte ich sowohl in normaler Gartenerde als auch im Topf, je eine in einem 40l-Kübel, von den neu gesäten 2 pro 40l-Kübel. Gesät habe ich in beiden Jahren am 1. Februar und sowohl die Überwinterten als auch die am 1.2. gesäten haben zur gleichen Zeit zu blühen begonnen.
    Wasser habe sie bei mir sehr viel gebraucht, die großen Blätter verdunsten sehr viel Wasser, in diesem Sommer war das extrem.

    Die Ananas-Kirschen (physalis pruinosa) hatte ich zum zweiten Mal. Ich hatte sie ausprobiert, weil sie hier sicher und früher reif werden als Andenbeeren (physalis peruviana) und war vom Geschmack angenehm überrascht. Sie schmecken anders, milder, aber ich finde sie sehr lecker. Die Pflanzen bleiben wesentlich kleiner und wachsen eher in die Breite und Anfang Juli konnte ich anfangen zu ernten. Auch die Früchte sind kleiner.

    Die nächste Saison werde ich nochmal Schönbrunner Gold und Ananaskirschen säen und als neue Sorte "Beas Dicke" ausprobieren. Die "normalen" lasse ich dafür weg.

    Von den "normalen", den "Schönbrunner Gold" und den Ananaskirschen habe ich genügend Samen genommen, falls Du welche haben möchtest.

    Viele Grüße,

    Silia
     
  • scheinfeld

    scheinfeld

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    #5
    Meine Physalis (keine Ahnung welche Sorte) haben sich alleine versät und wachsen zuverlässig von alleine im Garten.Sie stehen in voller Sonne und haben bis Mitte November getragen. Letztes Jahr hatte ich den Versuch im GWH gemacht...naja. das GWH war total zugewuchert mit zwei Pflanzen...mache ich nicht mehr.

    Gruß Sigi
     
  • Tubirubi

    Tubirubi

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    #6
    Ja, die brauchen auch wahrlich nicht in ein GWH, so robust wie Physalis sind. Meine haben etwa 2 qm je Pflanze eingenommen. Sie boten einen guten Sichtschutz am Zaun entlang.
     
  • Scarlet

    Scarlet

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    #7
    Ich hatte letztes Jahr welche, die haben auch gewuchert wie irre und Ertrag hatte ich auch ganz gut, so dass ich sogar von 1 kg Marmelade machen konnte. So riesig waren sie zwar nicht, doch schon sehr ausladend. Ich weiß nicht mehr, wann ich die letztes Jahr gesät habe, doch ich glaube, ich war fast ein wenig zu spät auch dran. Daher habe ich eher die Tendenz, dass ich die doch früher säe, wahrscheinlich so Mitte bis Ende Jänner. Ich hatte die Andenbeere und ich möchte gerne die Ananaskirsche auch versuchen.
     
    00Moni00

    00Moni00

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    #8
    Ich hatte heuer die Schönbrunner Gold im Anbau, sehr guter Ertrag und uns schmecken sie sehr gut.
    Eine im Topf, eine im Hochbeet, beide wuchsen sehr gut und wurden üppige Stauden.

    Die große ist die "Schönbrunner Gold".
     
    Silia

    Silia

    Neuling
    #10
    Die ist super. Da wirst Du bestimmt Spaß haben.
    Eine Freundin hatte sie zum ersten Mal und war begeistert. Auch meine Schwiegermutter hat sich schon für Pflänzchen angemeldet, und auch mein Vater, der sonst nicht so arg für Obst ist, nascht sie sehr gerne.
    Die frühe Anzucht spätestens am 1. Februar lohnt sich. Vielleicht mache ich das sogar noch eine Woche früher... Die sind am Anfang recht langsam, aber dann....
    Im Sommer habe ich mal Eis und Joghurteis mit Physalis gemacht, darüber ein wenig Zitronenbasilikum. Mmhhh!
    Aber es dauert, bis man genügend zusammen hat.
    VG von Silia
     
  • Elkevogel

    Elkevogel

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    #11
    Whow, so viele Infos:verrueckt:
    Ich lese in Ruhe und entscheide dann.
    Für den Anfang:
    Große Kübel oder Freiland (Lehm?? In voller Sonne?)

    Ich habe heute mal eine Schale Physalis im Real gekauft; die Kurze geht morgen Skifahren und braucht Snacks und Vitamine:rolleyes:
    Die Kügelchen bestehen ja gefühlt nur aus Samen - grins.
    Leider waren ein paar Früchte recht bitter. Daher würde ich diese Samen nicht gerne nehmen.

    Danke und bis bald
    Elkevogel
     
    00Moni00

    00Moni00

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    #12
    Ich rate auch zu einer frühen Aussaat, die Chance, dass die Früchte ausreifen alle bis zum Herbst ist jedenfalls größer.
    Februar würde ich als Termin nehmen, große Kübel oder Freiland egal, aber sonniger Standort ist wichtig.
     
    Tubirubi

    Tubirubi

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    #14
    Hallo @Silia
    hast Du für mich auch ein paar Körnchen der Schönbrunner Gold? Sicher findest Du bei mir auch etwas, was Dich interessiert.
     
    Golden Lotus

    Golden Lotus

    Mitglied
    #16
    Bei mir haben sich die Physalis letztes Frühjahr von allein draußen ausgesät,aufeinmal waren überall welche,allerdings war es wohl doch nicht früh genug denn die Früchte haben es nicht geschafft zu reifen,
    werde also 2019 wieder vor ziehen
     
    Silia

    Silia

    Neuling
    #17
    Whow, so viele Infos:verrueckt:

    Leider waren ein paar Früchte recht bitter. Daher würde ich diese Samen nicht gerne nehmen.


    Elkevogel
    Hallo Elkevogel!

    Bei Physalis ist es normal, dass sie eine ölige, klebrige Schicht absondern. Diese schmeckt unangenehm bitter.

    Auch meine hatten das und ich habe sie entweder vor dem Verzehr mit einem Papiertuch abgerieben oder bei größeren Mengen mit warmem Wasser abgewaschen. Dieser ölige Film geht relativ schlecht weg.

    Man kann diesen öligen Film laut Internet bedenkenlos mitessen, er ist nicht giftig. Ich finde diesen Geschmack aber so unangenehm, dass ich ihn entferne.

    Allerdings war diese ölige Schicht bei meinen selbstangebauten Andenberen nicht so stark ausgeprägt wie bei den gekauften Andenbeeren, die ich neulich bei meiner Mutter probiert habe, da war es schon extrem!
    Woran das liegt, weiß ich leider nicht.

    Viele Grüße,
    Silia
     
    Tubirubi

    Tubirubi

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    #18
    Ja, wenn ich Marmelade koche, dann wasche ich die Früchte in warmen Wasser. Ich denke, dieser Film verlängert die Haltbarkeit, ja auch bei Zwetschgen z.B. Bei einzelnen Früchten, die ich vom Strauch esse, reibe ich den Film mit den Fingern ab. An den eigenen Früchten war dieser aber geringer ausgeprägt, wie Silia auch schon schrieb.
     
    Stupsi

    Stupsi

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    #19
    Ich hatte immer die hohe Sorte, letztes Jahr mal die niedrige aber die hat mich nicht so überzeugt, die Früchte viele auch noch sehr grüngelb ab.

    In voller Sonne braucht sie sehr viel Wasser aber selbst wenn abends alle Blätter hängen stehen die ruck zuck wieder nach dem gießen.

    Für eine Pflanze würde ich mindestens 15 l nehmen und bitte nach dem 4-5 Blatt kappen dann verzweigt die sich(kann man weiter oben auch noch mal machen) und du bekommst schon von einer Pflanze viele Früchte.

    Überintern lohnt sich ,da sie dann im Folgejahr früher trägt.

    Leg los, die sind viel leckerer als die gekauften :grinsend:
     
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