Planung Rasenbewässerung - einige Fragen

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jos

Neuling
Hallo zusammen,

mein Name ist Jochen und ich lese nun schon einige Monate hier kreuz und quer durch verschiedene Themen. Nachdem wir vor gut 2 Jahren unsere Sanierung abgeschlossen haben, ist nun dieses Jahr endlich der Garten dran. Wir wollen die (neu anzulegenden) Rasenflächen und einige Beete automatisch bewässern. Ich habe nun für's erste einen Plan erstellt, wie ich mir mit meinem angelesenen Wissen die Bewässerung der Rasenflächen vorstellen könnte. Die Bewässerung der Beete per Tropfschlauch oder ähnlichem erfolgt nach und nach...

Erstmal ein paar Grundinfos:
  • Rasenfläche: ca. 170-180qm
  • Wasser: aus Regenwasser-Zisterne 7qm, Nachspeisung im Haus direkt am Hauswasserwerk
  • Pumpenausgang: 1", geht aktuell noch auf 16mm Mepla und dann mit 25mm PE aus dem Haus. Das baue ich aber noch um, so dass die 1" Pumpenausgang direkt auf die 25mm PE gehen.
  • Das Manometer an der Pumpe zeigt bei Stillstand und während des Zapfens mit komplett geöffnetem Hahn im Keller 3,9 bar an
  • Der Eimertest ergab 33 Sek für 20 Liter, also ca. 16-17 Sek für 10 Liter. Das allerdings
    • an einem Zapfpunkt neben der Garage, bis dorthin wandert das Wasser bereits durch knapp 30m PE-Schlauch mit 25mm. Das würde auch ca. die Entfernung des am weitesten entfernten Regners darstellen (Eimer-Symbol auf dem Plan)
    • noch inklusive der 16mm Mepla-Krücke im Keller beim Wasserwerk
    • In Summe wären das aber auch im hintersten Eck und mit diesem Setup immerhin 2,1m³/h
Was ich mir als Laie bisher so überlegt habe:
  • Grundsätzlich Bewässerung mit MP Rotator Düsen, da diese hier und an anderen Stellen immer wieder empfohlen wurden. Unser Boden ist eher lehmig, daher ist weniger Niederschlag vielleicht auch ganz gut.
  • Einteilung in 3 Zonen
    • Zone 1 liegt im Nordosten des Grundstücks, hat je nach Jahreszeit mal meh und mal weniger Schatten. Sonne aber hauptsächlich morgen und Nachmittags/Abends
    • Zone 2 liegt im Osten des Hauses, hat also ab ca. 12 Uhr eher weniger bis gar keine Sonne mehr
    • Zone 2 liegt im prallen Süden, davor die Straße. Hier ist also den ganzen Tag Sonne. Am Südrand des Grundstücks beginnt gerade eine Bambushecke zu wachsen. Die wird eventuell mal ca. 2m hoch. Wird aber im Hochsommer trotzdem keinen nennenswerten Schatten werfen, denke ich.
  • Bei den eingezeichneten Radien bin ich von einer Regnerplatzierung am Rand der Flächen ausgegangen (dazu später eine Frage). Sollten die Regner besser etwas in die Fläche gerückt sein (ist an manchen Stellen evtl eh nicht zu vermeiden), dann wäre das noch vom Radius abzuziehen.
  • Die Verteilung plane ich unter der Terrasse, da kann ich drunter klettern. Dort kommt auch die Leitung des Hauswasserwerks durch die Wand.
  • Für die einzelnen Zonen plane ich, jeweils 25mm PE zu verlegen
Zu den einzelnen Regnersetups der Zonen:
  • Zone 1:
    • Die Fläche ist mehr oder weniger quadratisch
    • Radien: 6,2-7,1m
    • Ich habe mit 4x MP3000 und PRS30 geplant, jeweils mit 90° Grad.
    • Sollte dann in Summe ca 0,72m³/h ergeben
  • Zone 2:
    • Für mch bisher der schwierigste Teil, da es ein schmaler Streifen ist. Der Großteil liegt auch meistens im Schatten, da wollte ich es nicht mit Regnern übertreiben und habe die Überdeckeung reduziert
    • Radien: ca. 2,2m bzw. 3,2m
    • Ich habe mit 4x MP800 + PRS30 und 4x MP815 + PRS30 geplant (und das kommt mir schon echt viel vor). Jeweils 2x 90° und 2x 180°.
    • Sollte in Summe rund 0,78m³/h ergeben
  • Zone 3:
    • Große Fläche, voll in der Sonne, aber immerhin fast nach Modell mit Kopf-zu-zu-Kopf Abdeckung
    • Radien: 5,6-6,2m
    • Hier habe ich mit 4x MP2000 + PRS40 geplant, jeweils 4x 90° und 2x 180°
    • Sollte in Summe ca 0,76m³/h ergeben
Für mich scheint das alles realisierbar zu sein, die Wassermengen sollte die Pumpe locker bringen, wenn die einzelnen Zonen nacheinander laufen.

Nun zu meinen Fragen:
  • Was denkt ihr zu der Planung? Sind logische Fehler drin? Hab ich was falsch verstanden oder falsch überlegt? Ich freue mich über Feedback
  • Etwas spezifischer:
    • Macht die Düsenauswahl so Sinn?
    • Bei den Regnergehäusen bin ich mir zudem unsicher, ob es Sinn macht auf die Druckregulierten zu setzen, oder lieber das "normale" PROS zu nutzen?
      Ich plane, die Verteilung mit PGV-101 zu bestücken und könnte so auch für die ganze Zone eine Durchflussbegrenzung umsetzen.
      • Könnte ich dann auf die teureren Gehäuse verzichten?
      • Bekomme ich die Radienunterschiede innerhalb der Zonen dann mit der Verstellung an der Düse selbst geregelt?
  • Wie weit sollten MP Rotator vom Rand gesetzt werden?
  • Ich plane mit 10cm Aufsteiger - passt das?

Ich glaub das war es für's Erste. Ich freu mich auf jeden Fall auf Rückmeldung - und hab in den nächsten Tagen sicherlich noch mehr Fragen. :)

Viele Grüße und schon jetzt vielen Dank
Jochen

bewaesserungsplan-20200504-jpg.644251
 
Zuletzt bearbeitet:
  • T

    top_gun_de

    Guest
    Hallo,

    das Layout ist nachvollziehbar. Unten kommst Du ein bischen aus den idealen Abständen raus, was wahrscheinlich kein Problem darstellt. Notfalls rückst Du die Regner etwas nach links um zu verdichten, und kannst den rechten Rand mit einem nachgerüsteten Sidestrip noch wässern. Ich würde es aber erst einmal darauf ankommen lassen.

    Die druckregulierten Gehäuse brauchst Du nur, wenn der Druck deutlich überhöht ist. Wenn die Pumpe ungefähr passt, ist das nicht nötig.

    Die Wasserversorgung ist noch ein Thema - mit Standardrotatoren hat man einiges an Laufzeit, als Faustregel 60-75 Minuten pro Zone, bei den 800ern die halbe Zeit. Da kommt einiges an Pumpenlaufzeit zusammen, Du solltest also bei der Pumpe darauf achten dass sie nicht deutlich über den Bedarf dimensioniert ist, sonst verschwendest Du Strom. Was für ein Brunnen ist angedacht, vermutlich ein Spülbrunnen mit ansaugender Jetpumpe?
     
    J

    jos

    Neuling
    Hallo,

    Die Wasserversorgung ist noch ein Thema - mit Standardrotatoren hat man einiges an Laufzeit, als Faustregel 60-75 Minuten pro Zone, bei den 800ern die halbe Zeit. Da kommt einiges an Pumpenlaufzeit zusammen, Du solltest also bei der Pumpe darauf achten dass sie nicht deutlich über den Bedarf dimensioniert ist, sonst verschwendest Du Strom. Was für ein Brunnen ist angedacht, vermutlich ein Spülbrunnen mit ansaugender Jetpumpe?
    Ich hatte es oben erwähnt, wir haben eine Regenwasser-Zisterne (7m³) mit angeschlossenem Hauswasserwerk im Keller. Dort ist die Pumpe integriert, sie leistet direkt am Ausgang knapp 4bar:
    1588672563349-png.644277


    Wären das 60-75 Minuten pro Zone täglich (wenn es nicht regnet)? Oder 2-3x/Woche?

    Die druckregulierten Gehäuse brauchst Du nur, wenn der Druck deutlich überhöht ist. Wenn die Pumpe ungefähr passt, ist das nicht nötig.
    Was wäre denn deutlich überhöht? Wenn die Pumpe am eigenen Ausgang 3,9bar anzeigt, kommt das dann am Gehäuse ja vermutlich nicht mehr ganz an. Das kann man dann vermutlich über die Durchflussbegerenzung der Ventile regulieren, oder?

    Viele Grüße
    Jochen
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Bitte befasse dich mit dem Unterschied von statischem und dynamischem Druck, stelle fest was deine Pumpe beim benötigten Wasserverbrauch noch für Druck liefert. Es gibt dazu immer ein Herstellerversprechen in Form einer Pumpenkennlinie, das ist oft optimistisch. Nachmessen ist dann angesagt. Das geht mit einem Stück PE-Rohr, einem T-Stück mit Manometer, einem Kugelventil und robuster Kleidung ;)
     
  • J

    jos

    Neuling
    Okay, und der benötigte Wasserverbrauch wäre quasi der Wert, den ich je Zone berechnet habe?
     
  • T

    top_gun_de

    Guest
    Genau. Da man Rotatoren gerne mal ein paar Grad weiter aufdrehen muss weil am Rand die Reichweite geringer ist, solltest Du dabei eine Reserve von 10% berücksichtigen, vorsichtige Naturen nehmen 20%.

    Nachmessen tut man meist in umgekehrter Vorgehensweise: Du drehst das Kugelventil so weit auf dass sich der Druck beim gewünschten Mindestdruck einpegelt. Dann misst Du mit einem möglichst großen Eimer, wieviel Wasser kommt.
     
  • J

    jos

    Neuling
    Okay, super, danke. Wird vermutlich morgen klappen, brauche noch eine Reduzierung für das Manometer...
     
    J

    jos

    Neuling
    So, heute wurde Druck gemessen. T-Stück, Manometer, Wasserhahn - ab geht's.
    Wir haben wieder am entferntesten Punkt gemessen. Zone1 würde ca. 2 bar mit 0,7m³ benötigen, Zone 2,1bar mit 0,8m³ und Zone 3 ist wohl die anspruchsvollste - 0,8m³ bei ca. 3 bar.

    Wir haben also für alle Zonen getestet. Als letztes für Zone 3 - und siehe da, bei ca. 3,1bar haben wir für den 20L Eimer knapp 60 Sekunden gebraucht. Das wäre dann 1,2m³ pro Stunde und damit ausreichend Wasser bei benötigtem Druck. Das sind sogar ganze 50% Reserve.

    Damit würde ich jetzt dann mal in Richtung Einkauf der Komponenten gehen.

    Nochmal ein paar Fragen:
    • Du sprachst von 60-75 Minuten pro Zone: Wären das 60-75 Minuten pro Zone täglich (wenn es nicht regnet)? Oder 2-3x/Woche? Oder pro Woche?
    • Wie wiet vom Rand sollten die MP Rotator sitzen?
    Viele Grüße
    Jochen
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Üblicherweise geht man von 10-15mm Niederschlag pro Beregnung aus, bei Rotatoren sind das 60-90 Minuten wenn korrekt quadratisch Kopf an Kopf beplant wurde. Die meisten Rotatoren liefern 12mm, das verkürzt auf max. 75 Minuten.

    Das ist eine durchgehend bewässerte Wurzelschicht, je nach Wetter reicht das 3-7 Tage. Bei Hitzewellen können es 2 sein.

    Deine Drücke überraschen mich. 2 Bar ist kein üblicher Betriebsdruck, was willst Du da machen? An Verluste von Filter, Ventil, Fittingen denkst Du?
     
    J

    jos

    Neuling
    Nun, ich will mit einem MP3000 eine Wurfweite von ca 6,2 - 7,1m im 90°-Bereich realisieren. Ich hab in der Hunter-Tabelle nachgeschaut, die empfohlenen 10% bei der Reichweite abgezogen und komme damit auf den Druck von Rund 2bar für Zone 1. Oder hab ich was falsch verstanden?

    1589175413941-png.644745


    Analog für die anderne Bereiche...
     
  • T

    top_gun_de

    Guest
    Kann man so machen, aber auf der Webseite findest Du auch den Hinweis: Die optimale Funktion und die optimale Gleichmäßigkeit ist bei 2,8 Bar gegeben.

    Bei 2 Bar hast Du nicht die hohe Gleichmäßigkeit, die die Rotatoren auszeichnet. Kann man so machen, ich habe damit aber keine Erfahrungen.

    Und: Rechne mindestens noch 0,1 Bar für die Ventile und 0,1 Bar für Filter dazu. Weiter kosten Swing Joint oder Flex Pipe noch 0,1-0,2 Bar, je nach Wassermenge. Deine Druckkalkulation sehe ich kritisch knapp.
     
    J

    jos

    Neuling
    Kann man so machen, aber auf der Webseite findest Du auch den Hinweis: Die optimale Funktion und die optimale Gleichmäßigkeit ist bei 2,8 Bar gegeben.
    Verstanden. Aber es wird auch geschrieben, dass man zum Erreichen der minimalen Wurfweite die PRS30 nutzen soll. Die liefern ja auch nur 2,1 bar...

    Bei 2 Bar hast Du nicht die hohe Gleichmäßigkeit, die die Rotatoren auszeichnet. Kann man so machen, ich habe damit aber keine Erfahrungen.
    Okay, das mag natürlich sein. Ich werde versuchen, mit so viel Druck wie möglich anzufahren und dann am Rotator die Wurfweite reduzieren. Irgendwo zwischendrin werde ich landen. Das kommt jetzt vermutlich auf drauf an, wie weit die Reicheweitenangaben tatsächlich von der Relaität abweichen.

    Und: Rechne mindestens noch 0,1 Bar für die Ventile und 0,1 Bar für Filter dazu. Weiter kosten Swing Joint oder Flex Pipe noch 0,1-0,2 Bar, je nach Wassermenge. Deine Druckkalkulation sehe ich kritisch knapp.
    Das musst du mir jetzt nochmal erklären. Ich hab mit 3,1 bar eine Reservere bei der Wassermenge von 50% ermittelt, bei 2,3 bar hab ich eine Reserve für Zone 1 und 2 von fast 100%. Selbst wenn ich für Zone 1 und und 2 noch insgesamt 0,5 bar Verlust (Ventile,...) rechne, dann bin ich noch unter den 3,1 bar, dich ich gemessen habe - und hab dann ja auch immernoch 50% Puffer bei der Wassermenge.

    Vielleicht verstehe ich es auch nicht... :oops:
     
    J

    jos

    Neuling
    Hallo zusammen,
    ich wollte mich nochmal zurückmelden, nachdem ich die Anlage heute final in Betrieb genommen habe.

    Verbaut sind nun 18 MP Rotator von MP800 bis MP3000. Das Ganze in 3 unabhängigen Kreisen, die komplett mit 25mm PE verlegt sind - insgesamt ca. 180m Leitung.
    Alles funktioniert einwandfrei, es ist genug Wasser und Druck vorhanden, selbst wenn ich alle 3 Kreise parallel laufen lassen würde (das sind dann 2,3m³/h). :) Die Pumpe zeigt dann noch 3,2bar an, am Außenwasserhahn sind es 2,5bar, alle Regner sprühen noch mehr als weit genug. Aber ich muss mal noch schauen, wie ich das dann dauerhaft betreibe. Jetzt kommt erst mal die Feinjustage mit der Durchflußregulierung der Ventile. Bisher ist alles komplett offen.

    Ich bin total happy, dass alles auf Anhieb funktioniert - und ich bin beeindruckt von der Pumpe, die bei der Zisterne dabei war. Die scheint echt ordentlich Durchsatz zu machen.

    Viele Grüße
    Jochen
     
    merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Hallo Jochen,
    danke für deine Rückmeldung. Freut uns das du eine funktionierende Anlage mit den Tips bauen konntest.
    Das dürfte sicherlich auch dem ein oder anderen Leser weiter helfen :)
     
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