Qualität von Samen

S

Schwabe12345

Mitglied
Hallo zusammen,

wir sind ja seit ein paar Jahren nun glückliche Hobby-Gärtner und freuen uns über unsere Ernten. Für uns ist es auch sehr beruhigend, dass wir gesundes Gemüse ohne irgendwelche Spritzmittel oder Pestizide essen.
Aber ist das denn wirklich so? Sind denn die Samen der Samenpackungen der "üblichen Anbieter" frei von Giften, etc? Gibt es hierzu denn auch Gütekriterien? Ich hab schon ab und an "Bio" auf den Packungen gelesen, aber ist das wirklich so?
Ich kann mir ja im Garten die beste ökologische Mühe geben - wenn aber schon die Samen nichts sind... (Shit in - shit gut).

Vielleicht habt ihr ja Erfahrungen oder Informationen zu dem Thema.

Vielen dank schon an der Stelle für die Antworten!
 
  • L

    Lauren_

    Guest
    Ich hab schon ab und an "Bio" auf den Packungen gelesen, aber ist das wirklich so?
    Ich reagiere auf viele Spritzmittel/Chemikalien allergisch, aber darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.
    Wenn man der Angabe "Bio" misstraut, bleibt einem nichts anderes übrig als selbst Samen zu nehmen.

    Mittlerweile nimmt man sicherlich mit jedem einzelnen Atemzug mehr Giftstoffe auf als mit biologisch angebauten Gemüse aus nicht-biologisch produzierten Samen.
    Dank Abgasen, Smog, Duftstoffen & Co. ist unsere Luft nämlich mittlerweile ein großes Schadstoffdepot geworden.
    Diesen Gedanken finde ich persönlich belastender als etwaige, kaum messbare Rückstände an Samen. :cautious:
     
    Tubi

    Tubi

    Foren-Urgestein
    Ich sehe es auch, wie Lauren. Wichtiger finde ich die Bedingungen, die man selber schafft.
     
    S

    Schwabe12345

    Mitglied
    Danke für eure antworten. Ich sehe das schon auch so. Da ich allerdings nicht so erfahren auf dem Gebiet bin, interessieren mich eure Meinungen.
    Kürzlich hatten wir ja hier die Diskussion zum Thema Pflanzenschutz und was auf deren Packungen steht bzw. das man den Angaben auch nicht blind trauen kann.

    Viele Grüße aus Schwaben!
     
  • S

    schreberin

    Mitglied
    Naja, also mit nicht biologischem Saatgut unterstützt man halt nicht-biologische Landwirtschaft. Das heißt, dass die Pflanzen, die das Saatgut produzieren, konventionell angebaut werden, mit allen Herbi- und Pestiziden, die da so erlaubt sind. Ob da Rückstände im Saatgut sind weiss ich nicht, aber im Boden ganz sicher, und auch alle Folgeerscheinungen muss man dann mittragen. Ich finde das für mich nicht folgerichtig, um eigenen Garten Bioanbau, aber was im Rest des Landes passiert- egal.

    Genauso verhält es sich mit Erde mit Torf, da kann man im eigenen Garten noch so viel Bio machen, alle Tiere und Kleinstlebewesen schützen, das gleicht nicht aus, dass man unmittelbar beim Kauf von Erde mit Torf an der unwiederbringlichen Vernichtung von ganzen Ökosystemen beteiligt.
    Das passt für mich nicht zusammen. Ich will nicht nur vor der eigenen Haustür für Ökologie sorgen. Ich habe für mich beschlossen, da konsequent zu sei .
     
  • wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Mitglied
    Es geht doch sicher auch darum, dass man Saatguther/bereitsteller ( Händler mag ich da weniger sagen) unterstützt, die auch fast vergessenes Saatgut bewahren und anbieten und somit die Vielfalt bewahren.

    Dreschflegel z.B. ist so ein Anbieter, aber, wenn du weiter im Net suchst, findest du noch viel mehr:)

    wilde Gärtnerein
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • F

    feiveline

    Foren-Urgestein
    Von Dreschflegel beziehe ich mein Saatgut auch überwiegend.
     
    Tubi

    Tubi

    Foren-Urgestein
    Also ich denke, da gibt es noch ein „Dazwischen“. Zwischen Anbau mit Pestiziden/Herbiziden und biologischem Anbau, der keinerlei mineralische Dünger verwendet. Ich beziehe die meisten meiner Samen über Private Samenarchive, wie Hahm, Tatiana oder aus Frankreich und Belgien. Ich selbst dünge mit Pferdemist, gebe Urgesteinmehl und Algenkalk. Aber ich verwende auch Patentkali und mineralischen Dünger im Verlauf der Saison. Obwohl ich nicht mit genannten Dingen spritze, gilt mein Anbau nicht als biologischer Anbau.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Richtig, Tubi, genau das gleiche dachte ich mir auch. :unsure:
    Auch ich kaufe aus diversen Quellen (wie Hahm, Tatiana usw.) oder auch Biosaatgut größerer und kleinerer Hersteller.
    Aber wenn es etwas nicht in Bio gibt, kaufe ich auch mal anderes Saatgut.
    Heißt, wie Tubi sagt, übrigens nicht zwangsläufig, dass die Pflanzen, die die Saatgutfirmen zur Gewinnung von nicht-bio-Saatgut anbauen, alle gespritzt sind. Mineralische Düngung reicht aus, um kein "Bio" Prädikat zu haben.

    Ich setze im Garten auch in erster Linie Biodünger ein, manches dünge ich auch mineralisch - dafür gibt es bei mir keinerlei Chemie oder Biozide (von denen einige sogar im Bio-Anbau zugelassen sind)!

    Ich finde es sehr löblich und gut, wenn jemand zu 1000% ökologisch lebt, nur... man muss vielleicht auch die Verhältnismäßigkeiten sehen.
    Wir benutzen z.B. keine giftige Kosmetik, Wasch- und Putzmittel (heute leider nachweislich alles sehr giftig und umweltschädlich)... denke nicht, dass ich mich angesichts dieser Giftersparnis wegen 3-5 konventionell erzeugten Samentütchen pro Jahr wie ein Umweltfrevler fühlen muss.

    Wichtiger als fanatisch zu werden und sich in Details zu verrennen finde ich tatsächlich das Bewusstsein dafür zu wecken, dass jeder seinen Teil beitragen könnte.
    - Wenn es wenigstens jeder an Stellen täte, die ihm nicht "wehtun", wäre auch schon viel gewonnen.
    Viele Leute sind abgeschreckt, wenn man die Sache so extrem sieht, dass man sich beim Kauf eines Samenpäckchens aus dem Supermarkt schon wie ein Krimineller fühlen muss, der seinen Garten in Glyphosat ertränkt. :unsure:

    (Das ist nicht direkt auf dich bezogen, wilde Gärtnerin, ich schreibe es nur, weil hier manche Diskussionen zu diesen Themen schon sehr extrem geführt worden sind.)
     
    wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Mitglied
    hab es auch nicht auf mich bezogen, deshalb auch auf die kleinen ( jetzt von mir nicht mehr neu heraus gesuchten) Versender verwiesen.
    Mir geht es vor allem darum, dass nicht ehemalige Anbieter, die früher völlig in Ordnung waren, zum Zuge kommen, weil sie aufgekauft wurden und doch viele noch nicht darüber informiert sind.

    Will keine neue Diskussion , nein, wirklich nicht, sonst bin ich gleich wieder verschwunden.....
     
  • S

    schreberin

    Mitglied
    Mir geht es auch nicht darum, nicht1000%ige Ökos zu verteufeln, bin ich ja auch nicht!
    Die Hornspäne,die ich verwende, sind auch nicht aus ökologischer Rinderzucht,daher ist auch mein Garten nicht " bio" nach den strengen Biokriterien. Ich stimme euch zu,jeder sollte schauen,welchen Beitrag er/sie leisten kann. Aber wenn im Ausgangsbeitrag nach Meinungen gefragt wird, sollte man auch diesen Aspekt beleuchten.
    Das ein konventioneller Saatgutproduzent keine Pflanzenschutzmittel einsetzt halte ich allerdings für ausgeschlossen. Ein gewinnorientierter Betrieb muss das m.M.n. tun,wir wissen alle,wir viele Unwägbarkeiten es im Pflanzenanbau gibt.
    Beim Thema Torf in der Blumenerde kenne ich allerdings kein Pardon- zumal
    es massig Alternativen gibt.
    Ich möchte aber nicht als Moralapostel auftreten- wenn jeder/jede sich selbst kritisch hinterfragt ( incl. mir) und sein/ ihr (Kauf-) Verhalten anpasst haben wir alle viel gewonnen denke ich.
     
    L

    Lauren_

    Guest
    Ups, @wilde Gärtnerin ich hatte deinen und @schreberin 's Beitrag verwechselt! Deswegen hatte ich geschrieben, dass ich nicht unmittelbar nur Bezug auf deinen Beitrag nahm.
     
    wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Mitglied
    Lauren, ich kenn Schreberin! und deshalb ist alles in Ordnung:)
     
    exusiai

    exusiai

    Neuling
    Hm, Samen werden ja auch landwirtschaftlich, gärtnerisch erzeugt, also auf Flächen auf der Erde.. Ich kauf meistens biologische Samen (und trau der Sache auch, weil ich auch schon ein paar Betriebe von innen gesehen habe, bzw lange in der Ökoszene bin.. aber anyway) weil das auch ein Teil der biologischen Landwirtschaft ist. Mir gehts da eher um Rückstände in Landschaft, Gewässern etc., die konventionelle LW verursacht, nicht um evtl. Rückstände im Samen. Aber finde auch nicht, dass es schlimm ist, wenn man mal eine Sorte konventionell entdeckt, und die probieren will. Zu viel Dogma tut nicht gut. Bisschen Reflektion aber schon :)
     
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